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Kritik: Erwartungshaltung und Verantwortung
1000x durchgekaut und trotzdem ohne Einigkeit:
Thema Kritik Die Erklärung dieses Begriffs offenbart sich im Duden etwa so: Prüfende Beurteilung und deren Äußerung in ENTSPRECHENDEN Worten. Damit das Thema nicht so entgleist, beschränken wir es doch mal auf dieses Forum und benennen es "Bildkritik". Schließlich wollen wir ja über etwas reden, diskutieren und Gedanken teilen. Sonst wärt Ihr ja als Leser nicht gerade in diesem Moment in dieser Zeile. Jeder kann hier seine Erwartungen und seine Ansicht zum Thema Kritik offenbaren. Lesenswert würde es werden, wenn alle Schreiber IRONIE und ZYNIK draußen lassen. Sonst sind die einzigen Leser nur Gaffer und Sensationsgeile, was doch eigentlich sehr schade wäre. An diesem Punkt schreibe ich jetzt offen, wie Kritik in meinen Augen aussieht. Das ist KEINE Bevormundung, kein Leitfaden für irgendjemanden, und auch nicht die einzig geltende Wahrheit. Es ist einfach nur meine persönliche Idealvorstellung, ohne Recht auf die Verkörperung einer Messlatte. Ich finde, diese Gedanken sollte ich mir als Kritiker gemacht haben: - Wie bin ich mit meinem Background in der Lage, ein Bild wirklich zu beurteilen? Ich bin Laie. Bestimmte Begriffe sagen mir nichts, und ich gebe das auch zu erkennen. Trotzdem habe ich eine Meinung zu dem Bild, die meinem persönlichen Geschmack geschuldet ist. Ich kann in Punkten detailliert aufzählen, was mir gefällt und was nicht. Die Thematik ist mir gut vertraut. Mir fallen technische Fehler auf, die ich als Fehler erkenne, da ich den Sinn der angewendeten Technik verstehe (bsp. Langzeit- belichtungen, Lowkey, Highkey, Astrofotografie). Meine Hinweise fallen in den fachlichen Bereich, und meine Verantwortung als Kritiker ist höher als beim Laien. Die Gewichtung wird höher eingestuft. Für den Beurteilten ist die Kritik unter Umständen wegweisend, und kann falsch dargestellt mehr Schaden anrichten. - Habe ich die Aussage verstanden? Weiß ich wirklich, was der Themenersteller mit seinem Bild zeigen will? Sind die Stilmittel gewollt? Nehmen wir doch als Beispiel einmal Blenden- flecken und Gegenlichtaufnahmen. In der C&A-Werbung derzeit ein beliebtes Stilmittel, das dem Betrachter die Leichtigkeit der 70iger durch Bild und Kleidung suggeriert. Darf der Laie mit diesen Effekten arbeiten? Oder ist es nur "genial", wenn sich der Profi dieser Mittel bedient, während es beim Amateur als eklatanter Fehler gewertet wird. Nur wenn mir das ernsthaft klar ist, gebe ich dazu eine Stellungnahme ab. - Habe ich die technischen Gegebenheiten verstanden? An was beurteile ich das Bild? Kann ich anerkennen, das dem Fotografen nicht alle erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen, und lege meinen Maßstab an der dem Fotografen im Besitz befindlichen Ausrüstung an? Gab es Schwierigkeiten? War die Haut eines Porträtierten so problematisch, dass die Fehler einzeln nicht mehr zu retuschieren waren, wenn der Fotograf sich noch um die Hausaufgaben seiner Kinder kümmern soll und im Schichtbetrieb arbeitet? Wirkt ein Bild zu weichgezeichnet, weil es ungünstige Rahmenbedingungen bei der Auflösung gibt? Es wurde mal geschrieben, den Kunden interessieren die Gegebenheiten nicht, sondern nur das Ergebnis. Das sehe ich nicht so, denn wir sind KEINE Kunden. - Habe ich Hinweise zu Rahmenbedingungen GELESEN und VERSTANDEN? Ist es für den Fotografen vielleicht auf Dauer zermürbend, dreimal auf einen immer wiederkehrenden "väterlichen Rat" antworten zu müssen? Muss er wirklich erst eine porträtierte Person besser kennenlernen und mehrmals treffen, die er möglicherweise seit 10 Jahren kennt, und das schon mehrmals betont hat? - In welchem Verhältnis stehen meine eigenen Werke zum gezeigten Bild? Ich schreibe also eine Kritik und drücke auf Enter. Jetzt muss damit gerechnet werden, das der Kritisierte einen Blick in die eigene Galerie wirft. Nein, das ist keine Drohung, sondern sein gutes Recht. Denn er will wissen, WER ihn kritisiert, und vielleicht auch in der Galerie des Kritikers nach Inspiration suchen, nachdem dieser vielleicht sehr selbstbewusst zu erkennen gegeben hat, dass er mit der Thematik sehr vertraut ist. - Was ist meine Motivation für eine Bildkritik? Warum schreibe ich die Kritik? Wurde das Bild in einer mir bekannten Gegend aufgenommen? Habe ich diese Stelle selbst schon fotografiert? Gefällt mir das Foto sehr gut? Gefällt es mir nicht? Schreibe ich eigentlich immer nur etwas, wenn ich es in Ordnung finde? Oder schreibe ich nur, wenn ich etwas zu meckern habe? Pflichtbewusstsein gegenüber einer Forengemeinschaft? Wichtigtuerei? Bewunderung? Neid? Aufmerksamkeit? - ENTER! Oder nochmals durchlesen? Wirkt meine Kritik primitiv? Kränke ich jemanden damit? Wirke ich belehrend, weil ich wieder mal die gewählte Kategorie anzweifeln muss? Bin ich bevormundend, weil ich anderen Ihre Gedanken vorschreibe? Ja, bezeichnet mich als Pedanten oder als Hirnkrank, aber ich mache mir tatsächlich all diese Gedanken, bevor ich auf Enter drücke. Trotzdem werde ich nicht immer alle Punkte erfüllen, und erkenne mich selbst in einigen negativen Punkten wieder. Aber ich gebe mir Mühe. Wer will, kann seine Gedanken zur Kritik hier niederlegen. LG, Stefan |
Es wäre ÄUSSERST sinnvoll, diesen gut durchdachten Text
als "Vorspann" für Websites wie f/c (foto community) und Konsorten zu nutzen ... aber im Grunde muss man leider desillusioniert feststellen, dass: a) ihn die wenigsten in Ruhe lesen und reflektieren würden und b) er nix daran ändern würde, dass sich "Kommentare" und "Kritiken" auf plakative Worthülsen und Phrasen ohne tieferen Sinngehalt beschränken ... ... so wie heute offenbar 90% der selbsternannten "Gourmets" nur noch die Prädikate "lecker" oder "super-lecker" kennen .... ;--))) Bin gespannt, ob das hier eine konstruktive, inspirierende Diskussion gibt .... |
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Und mit der Unterstellung würdest du möglicherweise öfter ins Schwarze treffen.
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Alles zu kompliziert gedacht. Am Ende gilt auch bei der Bildkritik der kategorische Imperativ als gute Richtschnur (siehe Footer). :cool:
Stephan |
Ganz ehrlich... hört sich gut an, ABER:
selbst wenn man sich damit auseinandersetzt ... was ich für mich in der Regel fast nur mit dem Gebiet der Fotografie mache, welches ich mache, wo ich also glaube mich auszukennen. ....dann ist noch die Frage, kann ich das überhaupt und was kritisiere ich. Oft sind es nur technische Mängel, die eben nicht offensichtlich als Stilmittel eingesetzt worden sind. Ich für mich kritisiere zB NIE Erotik/Nacktbilder.. weil ich 1. den Bereich nicht beurteilen kann (höchstens als Kerl) und 2. nie weiss, kristisiere ich dabei das Model nun oder den Fotografen. Wischer oder Surreales habe ich keine Antenne für.. usw... kein einfaches Thema.. und ja die "Kritik" in der FC ist fast nur peinlich, dass Niveau aber auch oft.. |
Mich stört an Kritik oftmals, das es keine Kritik am eigentlichen Bild ist, sondern eher einem Umbau zu dem gleicht, was einem selber am besten gefällt. Ich unterstelle dem Fotografen zuallererst mal, dass das Bild am Ende so aussieht, wie es ihm, dem Fotografen am besten gefällt. Erst wenn er da um Hilfe bittet, wenn dem nicht mehr so ist, wenn er es nicht so hinbekommen hat wie er es gern möchte, finde ich Kritik und Hilfe angebracht. Kein Mensch, käme auf die Idee, einem Künstler zu sagen, er solle doch jene oder jene Stelle heller oder dunkler malen oder dort was abschneiden oder dort hinzufügen. Das würde niemand machen, da wird akzeptiert, was der Künstler sieht. Dann kann man sagen, gefällt mir oder gefällt mir eben nicht und vielleicht auch noch warum. Das sähe ich als Kritik an.
In Fotoforen ist das nicht so. Aber dafür gibt es einige Bereiche in denen Verbesserungsvorschläge ausdrücklich erwünscht sind, da ist das auch ok. In anderen Bereichen ist das nicht erwünscht, nichtsdestotrotz, scheint das für einige nicht zu gelten und sie legen trotzdem los. Mir ist das auch schon passiert, lag aber an meiner fehlenden Aufmerksamkeit, das ich mich im Cafe befand. Ansonsten habe ich kein Problem damit, mir jegliche Kritik im Cafe zu verkneifen. Im übrigen finde ich die immer wieder auftauchenden Hinweise im Cafe, also meine Bilder kannst du auch ruhig im Cafe kritisieren, vollkommen deplatziert und sie konterkarieren vollkommen den Sinn des Cafes. Wenn man Kritik will, geht man in den Rahmen, da ist es angebracht und erwünscht. Im Cafe nicht, ist doch ganz einfach. |
Guido, das ehrt Dich..
aber manche Bilder (ich spreche jetzt nur für den Naturbereich) sind einfach nicht ganz da, wo sie sein könnten und das liegt sehr oft NICHT am Equipment. Sie wird extrem gecroppt, die falsche iso/verschlusszeit kombi gewählt, der HG ist zum motiv zu hell und es wird versucht zu kompensieren, es fehlt schärfe ist es verwackelt.. usw etc.. wenn der Fotograf das so will, ok. :twisted: das dann aber noch zu loben, würde mir im traum nicht einfallen. ist der fotograf anfänger, ist es etwas anderes.. dann gehört es aber auch in den anfängerbereich |
Zwingt dich doch keiner etwas zu loben, was dir nicht gefällt. Wenn mir was nicht gefällt, im Cafe, schreib ich auch nichts dazu.
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Ich versuche immer (klappt natürlich nicht immer) ein Bild unabhängig davon zu betrachten und bewerten, wer es gemacht hat. Vielleicht (sogar ziemlich sicher) versuche ich bei einem Anfänger mehr Positives wie bei einem anerkannten "Superfotografen" zu finden (vielleicht war die Aussage ja auch so gemeint), aber ich käme nicht auf die Idee etwas gegen meine eigene Anschauung als positiv darzustellen. Eine Kritik ist immer subjektiv, aber sie sollte meiner Meinung nach immer ehrlich und dabei sachlich und auf keinen Fall verletzend sein. Und nicht vergessen: auch die Kritik wird beurteilt (kritisiert), mindestens von dem das Bild veröffentlichenden Fotografen, meist aber auch von allen Lesern des Threads - wenn auch häufig eher unbewusst. Ich halte es für einen Trugschluss, dass der Kritiker es tatsächlich immer besser machen würde. Die Kritik soll dem Kritisierten etwas bringen, also z. B. Gründe nennen, weshalb dem Kritiker etwas gefällt oder weshalb es ihm nicht gefällt. Ein "toll" oder "nicht toll" oder Daumen hoch/runter ohne weitere Hintergrundinfos hilft da wenig. Übrigens: die Kritik, genaues Anschauen des Bildes, eigene Meinung bilden und diese definieren/formulieren hilft auch dem Kritiker. vlG Manfred |
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Der Bereich Bilderrahmen wäre der Bereich, steht doch auch extra dabei. Für mich ist Kritik nicht, Bilder so zu verändern bis sie dem eigenen Geschmack entsprechen. Wenn das Bildkritik sein soll, wäre ich raus. Ganz abgesehen davon, wenn Bildkritik den Sinn haben soll, das ich etwas zu schreiben habe, dann brauche ich sie nicht.
Im übrigen sind die Bereiche hier doch ausreichend beschrieben, eigentlich müsste man doch gar nichts mehr dazu sagen. Bildkritik = Bilderrahmen, keine Bildkritik= Cafe. Einfacher gehts doch wirklich nicht. Im übrigen lege ich persönlich auch überhaupt keinen großen Wert darauf, die Bilder anderer zu kritisieren. Ich schaue sie mir an und versuche zu verstehen was der Fotograf sich dabei gedacht hat und warum das Bild so geworden ist wie es geworden ist. Dann überlege ich, was ich anders gemacht hätte, damit es zu meinem Bild werden würde. Aber in dem Moment ist es sein Bild und zwar so wie es ist und so lasse ich es in der Regel auch. Ich glaube das liegt zum großen Teil auch an dem was ich selber fotografiere. Da hab ich eine Chance etwas zu erwischen, wenn ich alles richtig mache, wird es so, wie ich es mir wünsche, wenn nicht, kann ich nur hoffen noch eine Chance zu bekommen, um es dann besser zu machen. Naturfotografie ist sehr oft der eine Augenblick, der tolle Moment. Entweder ich erwische ihn, oder eben nicht. Hat das Tier nicht die Haltung, das Licht, die Umgebung und und und, kann ich es nicht ändern für den Moment. Das weiß ich auch bei anderen Fotografen und deren Bildern. Da kann ich eine kürzere oder längere Belichtungszeit oder eine andere Blende empfehlen, allenfalls noch einen anderen Ausschnitt. Das wars aber auch schon. An der Situation im Wald, auf dem Feld oder was weiß ich wo, ändere ich nichts. Auf das Licht, das Wetter ect. hab ich keinen Einfluss, was soll ich da kritisieren? Ok, ich könnte ihm sagen, er soll auf besseres Wetter warten, aber ich schätze, das weiß er auch selber. Kritik zu anderen Themen, spare ich mir. Ich hab keine Ahnung von Architekturfotografie, keine Ahnung von Street oder Porträt. Da halt ich bis auf grundsätzliche Dinge, besser die Klappe, ansonsten laufe ich bloß Gefahr, mich zu blamieren. |
Nennen wir das Ganze mal anders: Feedback
Warum stellen die meisten hier Bilder ein? Man erwartet ein Feedback. Feedback kann auch Kritik sein, wenn es dem Empfänger weiter hilft. Sie sollte dann aber bedacht formuliert sein. Zum Glück gibt es hier, wie überall ganz unterschiedliche Charaktere. Und manchmal treffen halt ganz unterschiedliche aufeinander. Ich glaube nicht, dass man das mit weiteren Regeln ändern kann. Mich stört es überhaupt nicht, wenn einer einen Verbesserungsvorschlag zu meinen Bilder macht, egal in welcher Rubrik. Ich bin aber auch verglichen zu manch anderen hier ein Laie, der halt schon lange fotografiert, sich aber viel zu wenig Zeit dazu nimmt. Und es ist doch toll, wenn so jemand von Profis oder sehr sehr guten Hobbyfotografen den einen oder anderen Tipp bekommt. Und wenn er mir nicht passt, muss ich ihn ja nicht annehmen. Aber da ticken halt alle anders und das ist auch gut so. |
Auch wenn Stefan sich mit seinem Intro in diesen Thread viel Mühe gemacht hat und viel Richtiges zusammengetragen hat, nehme ich mir heraus, innerlich nicht bei jeder Bildkritik solch eine Liste abzuarbeiten, bevor ich mich äußere. Da geht für mich jede Spontaneität verloren und im Zweifel lasse ich es dann ganz sein.
Ich möchte auch mal nur einen kleinen Einwurf anbringen dürfen, ohne gleich eine Dissertation zu dem Bild einzureichen. Wir sind hier im Hobby und Freizeitbereich, der ohne zu viele Spielregeln möglichst vielen Usern Spaß machen soll. |
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Es kann und soll niemand gezwungen werden, jedes mal Stefans aufwendige Matrix zu durchlaufen. Aber gerade bei Usern, die persönlich (noch) nicht so gut kennt, wäre es wohl sinnvoll. Ich bin wirklich gespannt, wie ich die Hürde "das ist Kunst" in Zukunft meistere. |
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Ich finde, es würde schon reichen, wenn man sich an normale, freundliche, Umgangsformen hält. Ich muss mich nicht wie die Axt im Walde benehmen um eine Kritik anzubringen. Wenn ich hier so den ein oder anderen immer wieder keulenschwingend durchs Forum toben sehe, da wird mir ehrlich etwas schlecht. Es sind nur 2 oder vielleicht auch 3 Leute die das immer wieder, obwohl mehrfach drauf hingewiesen, machen und auch immer wieder alles verharmlosend nachfragen, ob den unehrlich besser wäre. Nein unehrlich muss man nicht sein, aber respektvoll und daran fehlts den angesprochenen offensichtlich. Da krieg ich ehrlich einen Brechreiz wenn ich deren Entgleisungen manchmal lesen musste. Musste deshalb, weil ich sie jetzt nicht mehr lesen muss. Aber mit ein wenig mehr Höflichkeit und Freundlichkeit, bräuchte es so eine Diskussion überhaupt nicht und man könnte alle Bereiche so lassen wie sie sind. Die Mods haben damals, wie dey schon erwähnte, eine recht gute Wahl getroffen. Das einige wenige, den Frieden immer wieder durch ihre polternde, rücksichtslose Art stören würden, konnten sie ja damals nicht ahnen.
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ist es das nicht, gebe ich Dir vollkommen recht. konstruktive Kritik sollte es sein. |
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Da könntest du Recht haben. Verstehen denke ich aber schon, nur sie ignorieren das, weil sie sich im Recht fühlen. Keine Ahnung warum, Verrohung, schlechte Erziehung, vielleicht beides, ich weiß es nicht und ich verstehe auch nicht warum man sich immer wieder so verhalten muss. Man hat es ihnen ja mehrfach, nicht nur ich, gesagt ohne auch nur den Hauch von Einsicht zu erreichen, im Gegenteil, das Ganze endete jedesmal in weiteren, kleinen Arroganzanfällen. Da ist wahrscheinlich Hopfen und Malz verloren. Leider.
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Ein Selbstzitat für alle die glauben, den Inhalt meiner gedanklichen Ausführung gelesen und verstanden zu haben, und diese nun für eine Art "abzuarbeitende" Liste halten:
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Als Ergänzung zu "gute Umgangsformen", Freundlichkeit noch folgendes:
Formulierungen wie: Ich meine ... meiner Ansicht nach ... für mich sieht ... drücken aus, dass der Betrachter seine eigene Ansicht äußert und nicht seine Meinung zur Allgemeingültigkeit erklärt. Halte ich für wünschenswert. Beispiel wie man das konterkariert. Generell: Eine gut durchdachte Rahmengebung für Kritik. Finde ich toll. Ich gebe noch zu bedenken, dass ein Bild in jedweder Form etwas im Betrachter hervorruft und zwar in jedem Betrachter auch etwas anderes. Diesen emotionalen Effekt in seiner Kritik zu berücksichtigen bevor man etwas schreibt, finde ich enorm wichtig. Ich würde mir wünschen, dass es in den Köpfen von Kritikern auch das Bewusstsein gibt, dass Fotografie ein weitläufiges Genre als das im eigenen Kopf ist, in dem durchaus auch Landstriche zu finden sind, von denen man nicht nichts gehört oder mit denen man sich nicht auseinandergesetzt hat. |
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Auch wenn ich diese Ausdrucksweise nicht mag, im Bilderrahmen geht es ja weniger um mangelnde Technik, sondern, welche Wirkung mein Kunstwerk hat. Somit macht er alles richtig, oder. |
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Vielen Dank |
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Ein Smiley war nicht notwendig, weil ich den Abatz mit "Auch wenn ich diese Ausdrucksweise nicht mag," begonnen habe. Und es auch so gemeint habe. Wenn wir wollen, dass wir uns auf die Emotionen einlassen, die Bilder auslösen sollen, ist es tatsächlich fragwürdig, ob wir verlangen sollen, diese zu unterdrücken. Das ist übrigens auch fuexline's Denke. Vielleicht sind wir zu empfindlich für "wirkliche" Bilderrahmen-Besprechungen. Es gibt Bilder, die Schocken sollen. Wenn ich nicht geschockt aggressiv reagiere, beleidige ich den Fotografen, oder? :? |
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Kein Bild löst, insofern ich nicht ein Makro meines haarigen Hinterns einstellen würde, derartige Emotionen aus, das ein Betrachter heulend die Tür hinter sich zuschlägt. Emotionen entstehen meist durch die Nichtakzeptanz der Kritiken der Bildbesprecher untereinander. Und auch hier ist zu differenzieren, ob es sich um Emotionen oder BEWUSSTE Provokation handelt. Würdest Du noch ein Bild zur Verfügung stellen wollen, wenn die ganze Besprechung deines Werkes auf überhebliche Bevormundung, Schlammschlachten, zynischen Zitaten und Beleidigung beruht? Das Vorhandensein von Besprechungsmaterial beruht einzig und allein darauf, dass der Einsteller sich einiger seriöser User gewiss sein darf, die den nebenher laufenden Zirkus erträglich machen. Würden ALLE jegliche Konstruktivität beiseite legen, gäbe es hier keine Bilder mehr, keine Diskussionen, und auch dieses Forum nicht. Wie gerne hätte ich bei einer gestrigen Bildbesprechung einem Schreiber mit nicht bildbezogenem Gefasel einen verbalen Arschtritt verpasst, weil ich glaube (berechtigt oder unberechtigt), dass er in einer Aussage eine Anspielung auf sich selbst nicht erkannt hat. Aber wo bleibt dann das Niveau des Forums? |
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Würden wir konsequent, die Emotion, die wir Provokation empfinden ignorieren, gäbe es tatsächlich kein Problem. Zitat:
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Ich erkenne für mich gerade immer mehr, dass die Positionen von fuexline und mrrondi innerhalb meiner beschriebenen Interpretation so falsch nicht sind. Freilich, andere sind auch in der Lage ihre Sicht auf eine Bild in eine angenehme Umschreibung zu verpacken. Und es würde absolut einfacher funktionieren, wenn sie sich anpassen würden. Aber, ändern könne wir immer uns selbst, nur selten den anderen. |
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Ich wünschte mir von den Fotografen mehr Realitätssinn dafür, dass sie in aller Regel scheisse und untalentiert sind - auch die mit 20 Jahren Erfahrung und einem 600GM. Netzwerke wie Instagram, mit Millionen von Mitgliedern, Abermilliarden Bildern und gnadenlos aussiebenden Algorithmen, öffnen einem die Augen dafür ziemlich gut. Ich empfehle allein deshalb jedem Fotografen, sich ein Insta einzurichten, anstatt in Foren um Bildkritik anzufragen. Das bringt einem mehr Erkenntnisse zum Niveau der eigenen Bilder. |
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Insta: sehr interessanter Gradmesser. Vielleicht versuche ich das auch mal.
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OT: Somit macht er alles richtig, oder.
Heute ging es um die Frage, ob ein Fragezeichen am Ende des Satzes steht. Aussage von Germanisten (ich habe vorhin mehrere getroffen): Hier liegen zwei Hauptsätze vor. Der zweite ist ein, auf ein Wort („oder“) verknappter Satz. Es handelt sich um eine Bestätigungsfrage. Diese wird mit einem Fragezeichen abgeschlossen. Ein weiterer Hinweis: Beim Sprechen des Satzes wird die Stimme am Ende bei „oder“ gehoben. *Klugsch.....modus aus* ;) |
Ah, super Nele. Da tut gut, wenn Rechtschreibung nach Gefühl ab und zu doch noch funktioniert.
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Aber, bevor für Rudi und fuexline aufgrund der wiederkehrenden namentlichen Nennung ein falscher Eindruck entsteht, verdeutliche ich an dieser Stelle, dass der gesamte Thread meinerseits NICHT gezielt an die beiden gerichtet ist, sondern sich auf das Thema Kritik im allgemeinen bezieht. Ich lege sehr wohl auch in Zukunft Wert darauf, von beiden Bildkritiken zu bekommen, da beide immer sagen was sie denken. Die Art und Weise ist ein anderes Thema. Du vollziehst also eine Kehrtwendung, bzw. bist für Kompromisse bereit, da, wenn ich das richtig verstanden habe, Du Emotionalität mittlerweile als etwas Positives siehst. Akzeptiere ich, aber nicht mehr. Trotzdem sehe ich in Deiner Argumentation die Gefahr eines Freibriefes für jene, die in Zukunft jetzt noch eins draufhauen. Die tiefergehende Denkweise bei der Erstellung meines Themas habe ich dargelegt, und mag von einigen belächelt werden, von anderen verstanden und anerkannt. Dennoch ist unverkennbar, dass unsere Diskussionskultur, vornehmlich so in der Altersklasse 30-50, mit etwas spitzerer Zunge verläuft und zeitweilig diebische Freude bereitet, wie es wohl bei uns beiden der Fall ist. Die Frage ist, wie sieht das dann so in 20-30 Jahren aus? Besteht nach beendetem Arbeitsleben und einer Menge Lebenserfahrung dann wirklich der Wunsch nach einem Umgang, wie er fast täglich in diesem Forum zu finden ist? Gerade in der Fotografie, einem Hobby, dass eigentlich Freude bereiten und zum Abschalten verleiten soll? Ich habe mich in sehr kurzer Zeit an den Umgang hier gewöhnt, und rege mich darüber auf, mich aufgeregt zu haben. Aber sensible und des negativen Umgangs überdrüssige Gemüter bleiben auf der Strecke. Das finde ich egoistisch. Und es ist einfacher sich selbst ein wenig im Zaum zu halten, als für empfindsamere User das Akzeptieren schlechter Manieren. |
Um Grunde sollte eine Bildkritik zu einem Dialog zwischen dem Kritiker und demjenigen, der das Bild gemacht hat, führen. Dementsprechend sollte der Ton der "Unterhaltung" sein.
Eine Frage beschäftigt mich: Muß ein Theaterkritiker selbst auf der Bühne gestanden haben? Muß ein Literaturkritiker selbst Romane schreiben? Muß also einer, der Fotos beurteilt, selbst fotografieren? Bei letzterem erscheint es hilfreich zu sein, wichtiger aber erscheint mir, dass beim Kritiker ein umfassendes Wissen darüber vorhanden ist, was Fotografie alles sein kann. Damit meine ich nicht nur technisches Wissen, sondern auch das künstlerische Rüstzeug. Was wir in Fotoforen vielfach erleben, ist die offensichtlich kaum in Einklang zu bringende Dissonanz zwischen der sog. Wettbewerbsfotografie und der künstlerischen Fotografie. Fotografie kann ja so vieles sein und jede Erscheinungsform hat ihre Anhänger und ihre Berechtigung. Es muss einem nicht jedes Bild gefallen. Aber der bei manchen beliebte Stehsatz: "... für die Tonne!" bringt eigentlich keinen weiter. Dagegen könnte man schreiben: "Dieses Bild gefällt mir persönlich nicht, weil ... ". und damit wäre der Schreiber schon gezwungen, selbst nachzudenken, welche Gründe zur Ablehnung des Bildes führen und diese auch zu formulieren. Der Fotograf hinwiederum findet damit eine für ihn nachvollziehbare oder auch nicht nachvollziehbare Begründung. Daraus könnte sich eine durchaus fruchtbringende Diskussion entwickeln, aus der beide und ggfls. auch der Mitleser etrwas für die Zukunft gewinnen können. Aber gut, ich denke, dem TO - und nicht nur ihm - kommt es auch darauf an, wie diese Bildkritik formuliert wird. LG Harald |
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Ich gehöre - treffend beschrieben - zu der zweiten, von Dir genannten Fraktion. Ich winde mich jedesmal innerlich, wenn eine interessante Diskussion ab Seite 2 hier in ein Schulhofgerangel ausartet. Zigmal habe ich überlegt, ob ich das Forum nicht schlichtweg verlassen soll, weil mir die Vertreter einer bestimmten Fotoästhetik, der immer-größer-besser-Tendenz oder auch schlichtweg die Markenfetischisten ganze Threads beherrschen und mir die Lust an der gemeinsamen Beschäftigung mit dem Medium vergällen. Meine eigene relative "Ruhe" damit, resultiert allein aus der mir auferlegten Zurückhaltung in bestimmten Diskussionen. Manchmal platzt es aber auch aus mir heraus ... was dann auch nicht gerade zur Beruhigung beiträgt. Und dann plötzlich, erscheinen aus dem Untergrund Leute, die einfach kompetent helfen - die aus eigener Erfahrung etwas beitragen oder zumindest unter Einhaltung einer freundlichen Kommunikation eine Meinung oder Haltung hinzufügen, die aus einer Diskussion etwas schillernd Vielfältiges macht. Meistens die, die man beim Durchlesen der vielen Threads eben nicht auf jeder Seite findet. Vielleicht, weil es eben die sind, die sich auch eher zurückgezogen haben, aufgrund der Müdigkeit mit diesen Umständen. Oder sie sind einfach in Ihren Zen-Meditationen weiter als ich und haben eine Gelassenheit entwickelt, die mir noch abgeht. Bilder zeigen? Hier? Nun, zum ersten fotografiere ich viele private Portraits und habe zu einer Veröffentlichung hier schlicht nicht die rechtliche Grundlage. Dazu kommt aber auch, dass bei mir etwas greift, was viele hier vllt als Empfindlichkeit abtun würden. Etwas zu fotografieren oder zu gestalten hat sehr viel mit mir und meinem Innersten zu tun. Zeige ich dies anderen Menschen, öffne ich einen Kanal in diesen Bereich, der dann relativ ungeschützt da liegt und es tut nunmal weh, wenn dann jemand, den ich nur anhand eines Avatars "sehe" und kenne, schmerzhaft in diesen Kanal reinhaut. Mein bester Freund ist langjähriger, professioneller Fotolaborant und digitaler Bildbearbeiter und mein härtester Kritiker. "Fotografen können einfach nicht ausflecken" ist noch seine harmloseste Äußerung. Aber wir stehen zumindest gemeinsam physisch vor einem Print eines meiner Bilder und haben eine Verbindung zueinander - in der digitalen Anonymität hat das eine ganz andere Qualität. Abschließend möchte ich sagen, dass, wenn ich mir meine Historie hier so anschaue, immerhin viele Jahre, auch ich mich nicht immer an den Kodex gehalten habe und auch schon mal aus einer Wut heraus provoziert habe. Es ist gerade auch deshalb, weswegen ich diese Diskussion als so wohltuend erlebe. Danke dafür. |
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Aber diese Zeilen möchte ich gerne mal heraus heben. Gerade momentan bin ich mit einem unglaublich lieben Menschen genau an diesem Thema. Dieses Schulterzucken "leb damit und nimm es nicht so ernst" geht mir SO schwer über die Lippen, wenn ich sehe, wie diese Person unter mancher Ruppigkeit leidet. Ich MÖCHTE NICHT, dass sensiblere Menschen hier gehen müssen, nur weil manche meinen, sie könnten ihre Impulskontrolle komplett ausschalten. Muss ja jeder damit irgendwie klarkommen. Nein, muss nicht! Danke daher für diese paar Worte da oben. Wir sind hier eine Gemeinschaft. Und da sollte jeder auf jeden achten und Respekt groß schreiben. Wenn wir das hier in diesem kleinen, im Gesamtzusammenhang völlig nichtigen Umfeld nicht packen, wie soll es die Welt schaffen. |
Hab ich was verpasst ? :-)
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