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Fotos bei Dämmerung
Hallo Community,
evtl kann mir da mal bitte einer auf die Sprünge helfen, denn daraus werde ich nicht schlau. Habe gestern bei Dämmerung mit meiner A6000 + Sigma 30f2.8 versucht aus der Hand Testbilder zu knipsen. Entweder ist mir die ISO hochgeknalllt, oder die Belichtungszeit war so dermaßen lang, dass das aus der Hand nimmer ging. Nun habe ich mich ja schon im Vorfeld schlau gemacht und man sollte bei solchen Sachen entweder ein Stativ nutzen, oder ein Objektiv, was höher Blendiger ist. Letzteres habe ich nicht. Nun zu meiner Frage: Wie soll das bitte funktionieren? Wo wenig Licht ist, kann auch kein Licht auf den Sensor treffen. Ich sehe im Netz immer Bilder von Landschaften bei Dämmerung, die gut belichtet sind und lese dort überwiegend vom Samyang 12f2.0. Ist dieses Objektiv wirklich so gut für diese Art der Aufnahmen? Würde da nicht auch das Meike 12f2.8 reichen? Ok, da sind wir wieder bei f2.8! Deshalb die Bitte an die Erfahrenen Landschaftsfotografen, die auch bei Dämmerung mit Stativ knipsen...
Ich habe von diesem Samyang nur gutes gelesen und manuell fokussieren ist kein Problem für mich. Aber wenn mit Stativ die Erfolge eh gut sind, würde doch eigentlich auch das Meike reichen? Ich rede nicht von Nachtforografie... Da schlafe ich meistens und habe noch nicht wirklich Interesse Sterne zu fotografieren. Habe auch noch das Sigma 16f1.4 auf dem Zettel, wobei ich nicht mehr wie 300€ ausgeben wollte. Oder doch ein ganz anderes Objektiv? MfG Meph |
Die Möglichkeiten bei wenig Licht den Sensor ausreichend mit "Photonen" zu versorgen hast Du ja prinzipiell schon beschrieben.
Dazu noch folgendes: Blende 2,0 bringt gegenüber 2,8 eine Verdopplung der Öffnung und damit eine mögliche Halbierung von ISO (z.B. 100 statt 200) oder Zeit (z.B. 1/30 statt 1/15) - mehr nicht! In vielen Fällen wird das wohl nicht ausreichen! Zudem werden hochlichtstarke Objektive schnell sehr teuer und der "Gewinn" beschränkt sich halt auf das jeweilige Objektiv. Mit einem Stativ kannst Du prinzipiell jeder längere Verschlusszeit realisieren. Die Blende kann bei Bedarf sogar etwas geschlossen werden und die ISO kann meist auch bei niedrigen Werten bleiben. Das gilt aber nur bei "statischen" Motiven, wie es Landschaften nun mal im allgemeinen sind. Wenn bewegte Objekte im Bild sind wird´s dann schwieriger.... ;) |
Zitat:
Letztendlich bringt dir ein Erhöhung der Lichtstärke oft nur eine bis zwei EV bei der Belichtung. Beispiel: Wenn du also bei ISO 400 mit Blende 2,8 eine Sekunde belichtet hast, dann kommst du bei gleicher ISO und Blende 2,0 auf 0,5 Sekunden Belichtungszeit und bei Blende 1,4 auf 1/4 Sekunden Belichtungszeit. Beides deutlich zu lang für Freihandbilder. Einem "vernünftigen" Stativ hingegen ist es egal, ob du 8 Sekunden, 4 Sekunden oder 1/4 Sekunden belichtest. |
Ah ok, also ist die Lichtstärke der Blende quasi irrelevant, denn mit einem Stativ ist die Belichtungszeit quasi das, was man vorgibt. Denn aus der Hand macht es dann eh keinen Sinn.
Ich werde das heute Abend mal bei Dämmerung mit verschiedenen Belichtungszeiten testen. Aber ich denke mal mehr wie 1/30s und ISO 200 ist unlogisch? Ich denke mal, wenn die untergehende Sonne mir drauf soll/kann, spielt auch die Schnelligkeit eine Rolle. Unser Planet bewegt sich ja nunmal und die Kamera kann das bei einer hohen Belichtungszeit nicht kompensieren. Eine hohe ISO würde wahrscheinlich wieder zum rauschen führen. Also wenn 2.8 Blende reicht, würde quasi auch das Meike reichen. Wobei die beiden Objektive sich nicht viel vom Preis nehmen. LG Meph €dit: ich meine 30sec. |
Kollege,
alle deine Gedanken gehen in die richtige Richtung, aber warte mit dem Kauf lieber bis du mehr Erfahrung hast, sonst kauft man schnell das Falsche und ist enttäuscht. Die untergehende Sonne ist so hell, dass du dir da keine Sorgen wegen der Erdrotation machen muss, die kann man bequem aus der Hand fotografieren. Ob 1/30s geht hängt von der Kamera und der Brennweite des Objektives ab. Am besten stellst du mal ein Bild ein :) |
Zitat:
Hier dürfte die Belichtungszeit ja noch im Bereich von Sekunden- Bruchteilen oder max. 1 Sek liegen... Bei Sternen- Aufnahmen in der Nacht wird das ab Zeiten von 20 - 30 Sekunden dann eher zum Problem (Sterne werden nicht mehr als kreisrunde Punkte dargestellt); je nach verwendeter Brennweite. Ups- "Alison" war schneller! ;) |
Kollege^^ :lol:
Ich werde mal heute Abend ein paar Bilder mit dem Sigma knipsen und hier dann mal unbearbeitet posten. Das mit den Sternen wusste ich, aber dachte auch, dass dies bei der Sonne genauso ist. Wieder was gelernt! Danke erstmal an alle für die Hilfe + Tipps. LG Meph |
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Ich würde so vorgehen: Das Wahlrad auf 'A' stellen. Die Blende auf Bl. 4 (oder 5,6) stellen und die ISO fest auf 200. Die dann jeweils dazu nötige Zeit wählt die Kamera selbst. Dann zeig hier mal deine Ergebnisse. ;) |
Ja, mach das und probiere mal aus, welche Zeit bei z.B. ISO 100 und Blende 8 herauskommen würde.
Vielleicht kannst Du die Kamera ja (mangels Stativ) dann zu Aufnahme irgendwo stabil hinlegen (Mauer oder dergl.) und mit Selbstauslöser auslösen. Ist zwar umständlich und die Kamera ist schwierig auszurichten, kommt einer Stativ- Aufnahme aber ziemlich nahe. (Manche basteln oder besorgen sich für solche Situationen extra einen sogenannten "Bohnensack" als Immerdabei- Notfall- "Stativ".) |
Hö?
Habe doch ein Stativ! Ein Objektiv mit größerer Blende als 2.8 habe ich net und da will ich schauen, ob ich sowas für Landschaft + Dämmerung brauche. Ein WW brauche ich mit Sicherheit. Weil die 30mm alias 45mm werden wohl nicht reichen. Aber das teste ich erstmal aus. Wenn tatsächlich der Blendenwert keine Rolle spielt, kann ich auch das Kit mit den 16mm nehmen. Dann sind die Ränder zwar ein wenig matschig, aber somit bin ich flexibler und könnte schon vorher das Motiv so ausrichten, dass ich links und rechts was wegschneide. LG Meph |
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Von ISO an der (persönlichen) Schmerzgrenze gehe ich sowieso aus. Da bin ich mit meiner Kamera bei ISO 6400. Da rauscht es schon deutlich. Aber mit Nachbearbeitung und erst recht auf dem Ausdruck bis A4 ist davon nichts mehr zu sehen. |
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Aber da muss man sich selber rantasten und sehen, was einem ganz persönlich genügt oder ob man mehr Lichtstärke "braucht". |
So, hier nun die unbearbeiteten *jpg Bilder.
Blende 5.6/1sek → Bild in der Galerie Blende 8.0/2sek → Bild in der Galerie Blende 11/4sek → Bild in der Galerie Blende 16/8sek → Bild in der Galerie Vom Stativ mit 2sec Auslöser und Smartphone als FB. Verkleinert mit dem Tool "Online-Picture" von Traumflieger. Da dies nur Testbilder sind, ist das Motiv nicht wirklich toll. Hoffe man kann trotzdem damit was anfangen. LG Meph |
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Wozu soll der wolken- und sonnenlose helle Himmel "gut" sein? Halte die Kamera niedriger und die Automatik belichtet dir dein Motiv "richtig". Der zu grosse helle Bereich macht nur die Messung der Durchschnittshelligkeit unbrauchbar. Oder du bedienst gleich manuell.... ;) |
Das habe ich am Histogramm auch gesehen. Rechte Seite voll ausgeschlagen.
Wenn ich tiefer gestellt hätte, hatte ich Angst, dass des garnix wird. Ich teste das morgen nochmal und stelle die Kamera tiefer (ohne Himmel) ein. Aber danke für den Hinweis. Nur so lernt man die Fotografie. :top: LG Meph |
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Wenn man mit noch längeren Belichtungszeiten arbeitet und kein Verlaufsfilter hat, hilft auch der Postkartentrick. So wie hier: click oder hier : click PS: Sehe gerade erst, dass du fast in der Nachbarschaft wohnst. Die Bilder sind zwischen Lindenberg und Eiche entstanden. |
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Siehst Du einen Unterschied zwischen den Bildern? Nein, ich auch nicht. Evtl. einen größeren Bereich der scharf abgebildet ist durch die veränderte Blende. Daraus kannst Du etwas entscheidendes lernen: Für solche Aufnahmen benötigst Du kein lichtstarkes (meist teures) Objektiv. Meist ist eine Blende 8 am förderlichsten, d.h. die meisten Objektive bilden bei diesem Blendenwert sehr gut ab. |
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@Andronicus Förderliche Blende bei der A6000 ist tatsächlich die Blende 8. Habe ich zumindest in einem Blog gelesen. Bis 11 ist noch ok, aber danach wirds immer schlechter. LG Meph |
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Kompliziert ist das wirklich nicht. Es erfordert nur ein wenig grundsätzliches Wissen und etwas Übung. Das war mein erstes derartiges Vorgehen und das Bild entstand wohl beim 3. oder 4. Versuch mit einer relativ kurzen und somit eher "zeitkritischen" Belichtungszeit. Diese war für das Monatsthema nun mal vorgegeben. ;) Das Motiv habe ich spontan entdeckt und konnte zuerst kein befriedigendes Ergebnis erzielen. Da fiel mir ein, wie mein Vater bei der Ausbelichtung von Fotos im heimischen Fotolabor zu helle Bereiche "abgewedelt" hat. Da ging es um Belichtungszeiten im Bereich von 1 -2 Minuten. Ich habe genau dieses Prinzip einfach bei der Aufnahme direkt angewendet. Natürlch ist eine Wiederholgenauigkeit kaum gegeben. Man hat dafür ggf. eine Reihe unterschiedlicher Ergebnisse, die alle ihren eigenen Reiz haben. Je länger die Belichtungszeit ist, desto unkritischer sind kleinere Abweichungen und umso genauer kann man kalkulieren. Man kann dann auch eine Stoppuhr zu Hilfe nehmen. Tatsächlich kann man mit dem "Postkartentrick" Effekte erzeugen, die man auch mit einem Verlaufsfilter nicht hinbekommt. Zu nennen wären da z.B. sanftere und variable Übergänge oder auch unregelmässig geformte Linien, die man einfach aus der Pappe ausreisst oder ausschneidet oder die Pappe entsprechend bewegt und "ins Bild taucht". Das muss sich nicht auf den oberen Bildteil beschränken. Das kann genauso auch z.B. (zusätzlich) eine "zu stark" glitzernde Wasseroberfläche im Vordergrund sein. Klar könnte man das auch mit Mehrfachaufnahmen in der EBV "verwursten". Für mich besteht der Reiz und die Herausforderung beim Fotografieren auch darin, ein möglichst "fertiges" Bild direkt mit der Aufnahme zu erzeugen und mich auch mit den Limitierungen von "nur" JPG zu arrangieren. |
Hallo,
ich bin ja ein wenig spät dran ... dennoch: Wenn du mit dem Stativ arbeiten magst, dann ist das natürlich die schönste Lösung. Einfach auf eine sinnvolle Blende (5,6 / 8 o.ä.) Iso auf 100 und solang belichten, wie es braucht. Nur bei Wind o.ä. wird es dann schwieriger. Ich hingegen ziehe auch gerne mit kleinem Besteck los. Da hilft mir immer ein lichtstarkes Objektiv und ein Stabi! Mit Stabi kann man auch mal 1/10 s Belichtungszeit erreichen. Zusammen mit einem Weitwinkel mit f1,4 geht da schon was. Das Problem ist dann nur, das man oft - der Schärfentiefe wegen - bei Landschaft wieder gerne abblenden möchte. Und dann ist die Lichtstärke wieder für die Katz'. Hier mal ein Bild bei f1,4. Wollte man den Himmel scharf, dann hätte man abblenden müssen: https://farm5.staticflickr.com/4516/...9b5ed9c7_b.jpg 65006647-LR-3000 by H S, auf Flickr Gruß, Heiko |
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