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Ernst-Dieter aus Apelern 12.11.2016 09:34

Autobahnen privatisieren .......
 
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...a-1120897.html
Das ist ein Schildbürgerstreich wenn es so kommt.Schwachsinn

Dat Ei 12.11.2016 10:08

Es gibt schon privatisierte Autobahnen in Deutschland.


Dat Ei

meshua 12.11.2016 12:45

Meine Meinung: Öffentliche Infrastruktur ist das Rückgrat der Wirtschaft eines Landes und sollte daher nicht oder nur unter strengen Auflagen privatisiert werden. In DE habe ich jedoch kein Vertrauen in die Politik: weder in die Legislative noch die Exekutive, daß bei solchen entstehenden Mini-Monopolen ganz ohne Wettbewerb die Investoren keine Schlupflöcher finden, um bei minimalem Invest den maximalen Profit herauszupressen (siehe Raststätten, Krankenhäuser...) und folglich sinkende Qualität bei steigenden Preisen. :flop:

Woanders funktioniert es und es müssen Preiserhöhungen begründet und von der Exekutive genehmigt werden - allein dafür ist die Politik in DE zu stark mit der Privatwirtschaft verflochten, daß dies nicht "zum Wohle des Volkes" funktionieren kann. :roll:

Viele Grüße, meshua

frame 12.11.2016 13:00

Privatisieren heisst natürlich immer dass jemand Profit macht.

Hier sollen es dann wohl die Versicherungen sein - nichtmal die schlechteste Idee, Versicherungen brauchen langfristig stabile Erträge für ihre Investitionen und die sind im derzeitig stabil gehaltenen Mini-Zins Umfeld nicht zu bekommen. Immobilien und Aktien sind für Versicherungen natürlich auch sehr riskant und deshalb nur ganz beschränkt zulässig, wenn die dann mal crashen sind sie übel dran. Also warum nicht so eine stabile Investition.

Für den Staat bedeutet es dass er das Geld nicht selbst ausgeben muss und somit seine Ausgaben reduziert - wobei zusätzliche Ausgaben wenn man Null Zinsen zahlt natürlich auch nicht so ein Elend sind. Aber für die Statistik Werte wie Verschuldung und so ist es gut.

Ach ja - natürlich zahlt jemand dafür am Ende und das sind "wir" - der Staat gibt die Maut an die Investoren weiter und sie machen ein bisschen Gewinn - den der Staat hätte für sich behalten/ausgeben können wenn der die Autobahn selbst finanziert hätte.

Wenn der Investor natürlich dann seine Gewinne maximiert und dabei z.B. Autobahnen baut die bei grosser Hitze auseinanderfliegen so dass man nur noch 80 darauf fahren darf hört der Spass irgendwann auf ...

Giovanni 12.11.2016 13:50

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 1866580)
Ach ja - natürlich zahlt jemand dafür am Ende und das sind "wir" - der Staat gibt die Maut an die Investoren weiter

Das ganze Konzept mit Maut und privatisierten Autobahnen ist vollkommener Schwachsinn und wurde wohl in einem der Türme in Frankfurt durchgerechnet. Ich frage mich echt, ob die Bundesregierung von der Bankenwelt erpresst wird oder wieso die Politiker reihum mit Vehemenz solche für die Allgemeinheit schädlichen Ziele verfolgen.

DonFredo 12.11.2016 15:10

Das Thema ist nicht so ganz von der Hand zu weisen, denn sowas gibt es schon....

https://de.wikipedia.org/wiki/ASFINAG

frame 12.11.2016 16:06

Zitat:

Zitat von Giovanni (Beitrag 1866594)
Das ganze Konzept mit Maut und privatisierten Autobahnen ist vollkommener Schwachsinn und wurde wohl in einem der Türme in Frankfurt durchgerechnet. Ich frage mich echt, ob die Bundesregierung von der Bankenwelt erpresst wird oder wieso die Politiker reihum mit Vehemenz solche für die Allgemeinheit schädlichen Ziele verfolgen.

Die Idee ist sogar besser als eine Idee die lange Jahre als genial galt in Deutschland - das private public partnership. Infrastruktur: Wasserversorgung, ÖPNV, Elektrizitätsunternehmen in Gemeindebesitz an Investoren verkaufen. Das bringt natürlich kurzfristig Geld in klamme Kassen, aber man braucht keinen Taschenrechner um zu verstehen dass die Bürger am Ende viel mehr zahlen.

Nichtsdestotrotz wurde das alles lange bejubelt und kaum einer hat protestiert - und heute wird zum Teil mühsam versucht die Sachen wieder zurückzukaufen ...

Mit dieser Autobahnidee wären ja immerhin deutsche Unternehmen die eine Investitionsmöglichkeit brauchen versorgt - das private public partnership waren ausländische Unternehmen, oft amerikanische die aus solchen Investitionen Steuervorteile hatten.

Giovanni 12.11.2016 16:11

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 1866616)
Mit dieser Autobahnidee wären ja immerhin deutsche Unternehmen die eine Investitionsmöglichkeit brauchen versorgt - das private public partnership waren ausländische Unternehmen, oft amerikanische die aus solchen Investitionen Steuervorteile hatten.

Eine Investitionsmöglichkeit, deren Dividende von der Allgemeinheit übernommen wird. Das geht auch ganz ohne Investitionen: Einfach die Unternehmenssteuern senken und die privaten Steuern erhöhen. Hat sogar einen noch positiveren Effekt auf den Standort und für die Bürger ist es am Ende auch nicht teurer.

Außerdem brauchen "deutsche Unternehmen" (= Banken und Versicherungen) keine staatlich geförderte "Investitionsmöglichkeit" auf Kosten der Bürger. Andere Unternehmen ließ der Staat - verzeih' mir "verrecken", z.B. in der Solarbranche - aber wenn die Banken mit den Scheinen wedeln, wird ein bürokratisches Monster zusammengebastelt, um ihnen die Werte, die der Allgemeinheit gehören, in den Ar... zu schieben.

meshua 12.11.2016 16:37

Zitat:

Zitat von Giovanni (Beitrag 1866617)
Eine Investitionsmöglichkeit, deren Dividende von der Allgemeinheit übernommen wird.

Oder in anderen Worten: eine Vermögensumverteilung von Vielen (Volk) zu Wenigen (Shareholder). Ist es dass, wofür die aktuelle Regierung steht? Im Grunde doch unwählbar!:flop:

Viele Grüße, meshua

turboengine 12.11.2016 16:59

Nicht jammern, schreibt einen Brief an Euren Bundestagsabgeordneten. Wenn der Angst bekommt, in der nächsten Legislaturperiode keinen Platz mehr auf der Hinterbank zu bekommen, bewegt sich vielleicht was. Ansonsten wird es alternativlos und Mutti macht wieder mal die Raute.

RainerV 12.11.2016 17:10

Privat finanzierte Autobahnen gibts schon länger.

Wenn ich mich erinnere, in welch erbärmlichen Zustand die A8 zwischen Ulm und München war, welch elendigliche Dauerstaus es gab und wie es heute aussieht, dann bin ich ehrlich gesagt sehr froh um diese Lösung. Dreissig Jahre lang wird die Autobahn privat betrieben, der Staat beteiligt den Betreiber an der LKW-Maut: https://www.welt.de/regionales/bayer...tautobahn.html

Die Infrastruktur in Deutschland ist nunmal in nicht unerheblichem Maße in einem schlimmen Zustand. Wenn der Staat das nicht stemmen kann, da irgendwann die Schuldenlast nicht mehr tragbar ist, dann halte ich es durchaus für sinnvoll, dass Investoren, die dringend Anlagemöglichkeiten für ihr Geld suchen, es am Kapitalmarkt aber kaum noch finden, unsere Infrastruktur sanieren. Dass sie dafür Profit erwarten liegt in der Natur der Sache.

Gerade im Bereich der Versicherungen gibt es erhebliche Kundengelder, die zum Beispiel der Altersvorsorge dienen. Kapitalerträge aus diesen Geldern kommen den Versicherten in Form höherer und vor allem sichererer Renten zugute, aus herkömmlichen Anlagen kann vielfach die Garantieverzinsung bei weitem nicht mehr erwirtschaftet werden. Und natürlich profitiert auch der Shareholder.

Rainer

frame 13.11.2016 11:06

Zitat:

Zitat von RainerV (Beitrag 1866641)

Die Infrastruktur in Deutschland ist nunmal in nicht unerheblichem Maße in einem schlimmen Zustand.

Rainer

Stand nicht vor kurzem irgendwo dass derzeit Geld genug da ist, aber die Länder nicht mit der Planung hinterherkommen und es deshalb nicht ausgegeben werden kann? Ok, die Autobahnen sind natürlich bundesthema.

Zitat:

Zitat von RainerV (Beitrag 1866641)

Gerade im Bereich der Versicherungen gibt es erhebliche Kundengelder, die zum Beispiel der Altersvorsorge dienen. Kapitalerträge aus diesen Geldern kommen den Versicherten in Form höherer und vor allem sichererer Renten zugute, aus herkömmlichen Anlagen kann vielfach die Garantieverzinsung bei weitem nicht mehr erwirtschaftet werden. Und natürlich profitiert auch der Shareholder.

Rainer

Völlig richtig. Wenn man als Kunde den Shareholder nicht profitieren lassen will steht es ja frei die Versicherung bei einem Verein auf Gegenseitigkeit abzuschließen, der steht zumindest nicht vor dem Dilemma die Überschüsse zwischen Aktienbesitzern und Versicherungsnehmern aufteilen zu müssen.

Äussrst frech finde ich nur Schäubles Aussage "das hätte sich ja schon bei Post und Telekom bewährt". Autobahnen sind ja ein bisschen was anderes als Telefonleitungen und dass es in Zukunft Konkurrenz in Form von nebeneinanderlaufenden Autobahnen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Fahrkomfort und Kosten geben aus denen der Fahrer wählen wird halte ich erstmal für recht unwahrscheinlich ...

Aber man könnte natürlich die Maut anhand der gefahrenen Geschwindigkeit und der Fahrspur berechnen - je weiter links desto teuer - und schwupp wäre man das Problem mit den sturen Linksfahrern los.

Dat Ei 13.11.2016 11:25

Moin Frank,

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 1866841)
Stand nicht vor kurzem irgendwo dass derzeit Geld genug da ist, aber die Länder nicht mit der Planung hinterherkommen und es deshalb nicht ausgegeben werden kann? Ok, die Autobahnen sind natürlich bundesthema.

wenn man sich die richtigen Zeilen des Bundesverkehrswegeplans durchliest, weiß man, wie es um das Thema Infrastruktur gestellt ist.

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 1866841)
Äussrst frech finde ich nur Schäubles Aussage "das hätte sich ja schon bei Post und Telekom bewährt". Autobahnen sind ja ein bisschen was anderes als Telefonleitungen und dass es in Zukunft Konkurrenz in Form von nebeneinanderlaufenden Autobahnen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Fahrkomfort und Kosten geben aus denen der Fahrer wählen wird halte ich erstmal für recht unwahrscheinlich ...

Die Autobahnen sind eher mit dem Schienennetz zu vergleichen, das im Rahmen der Privatisierung der Deutschen Bahn an DB Netz überging.

Aus meiner Sicht finde ich es bedenklich, wenn Infrastruktur privatisiert wird. Beim Thema Netzneutralität und auch Zwangsverkabelung sieht man, welche Stilblüten, Monopole sowie technischen Einschränkungen und Hemmnisse entstehen können. Ich bevorzuge es, die Infrastruktur beim Staat zu lassen und den Betrieb der Infrastruktur auszuschreiben.


Dat Ei

Ernst-Dieter aus Apelern 13.11.2016 11:38

Die DB ist seit der Privatisierung ein Trümmerhaufen geworden, genau wie die Post.
Vom Gesundheitswesen mal ganz abgesehen.Privatisierung ist immer gleichbedeutend mit Bevormundung.

Dat Ei 13.11.2016 11:42

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 1866855)
Die DB ist seit der Privatisierung ein Trümmerhaufen geworden, genau wie die Post.

Und das machst Du woran fest?


Dat Ei

Lightspeed 13.11.2016 11:54

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 1866858)
Und das machst Du woran fest?


Dat Ei

  • Unpünktlichkeit
  • Abbau der Versorgung gering besiedelter Gebiete
  • Konzentration allein auf lukrative Angebote und Konzepte
  • damit einhergehend Abbau des Auftrages für alle in der Bevölkerung ein preiswertes und zuverlässiges Transportmittel zu sein.
  • Mangelnde Investition in das Schienennetz
  • Sinnlose Geschäftsbereiche im Ausland (Busunternehmen auf iberischen Ferieninseln)
  • Vernachlässigung des Nahverkehrs und der Zusammenarbeit mit den regionalen Verkehrverbünden.

Die Übernahme von Aufgaben für die Gesellschaft (Transport, Gesundheit, Verkehr etc.) an private Wirtschaftsbetriebe kennt meist nur einen Gewinner - den Wirtschaftsbetrieb.

Ernst-Dieter aus Apelern 13.11.2016 12:03

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 1866858)
Und das machst Du woran fest?


Dat Ei

Lightspeed hat das Wesentliche gesagt!Besonders für ältere Menschen fehlt der Mann oder die Frau am Schalter.

Dat Ei 13.11.2016 12:05

Moin, moin,

bei allem, was den Nahverkehr angeht, darfst Du Dich an Deine Landespolitiker wenden, die den Nahverkehr bestellen. Wer hier seinen Aufgaben nicht nachkommt, oder das entsprechende Geld nicht auf den Tisch legt, darf sich nicht wundern. Der Nahverkehr wird auch nicht nur durch die Deutsche Bahn bestritten. Schau mal, wieviele Eisenbahngesellschaften in Deutschland existieren: clickclack!


Dat Ei

Ditmar 13.11.2016 12:18

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 1866865)
Moin, moin,
… Der Nahverkehr wird auch nicht nur durch die Deutsche Bahn bestritten. Schau mal, wieviele Eisenbahngesellschaften in Deutschland existieren: clickclack!


Dat Ei

Hi Frank,
und wenn dem so wäre das es nur die DB geben würde, dann würden die Menschen auf dem Land schon seit Jahren ohne öffentlichen Nahverkehr leben müssen. Ich habe es miterleben dürfen, wie erst Bahnstrecken und dann Buslinien eingespart wurden, und jeder der kein Auto besaß sehen konnte wie Er/Sie von A nach B kommt.
Die kleinen Privaten bedienen jetzt die Strecken bei uns zu Hause, wozu die DB nicht imstande war. Liegt wohl auch an dem aufgeblähten Apparat z. B. hier in Berlin, ein riesiger Büroturm mit lauter Nieten, wo die linke nicht weis was die rechte macht.

Ernst-Dieter aus Apelern 13.11.2016 12:32

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 1866869)
Ich habe es miterleben dürfen, wie erst Bahnstrecken und dann Buslinien eingespart wurden, und jeder der kein Auto besaß sehen konnte wie Er/Sie von A nach B kommt.

Zustimmung, besonders auf einem Dorf ist man praktisch eingesperrt ohne Auto.
Schon 1976 wurde bei uns die Bahnstrecke Haste-Hameln geschlossen.
Dann sind noch eine Weile Bahnbusse gefahren, seit 15 Jahren in etwa hat man kaum noch eine Chance im Schaumburger Land nach Hameln zu kommen, die kürzeste Zeit mit dem Bus ist 4 Stunden.Für etwa 30-35 km Entfernung.Wenn ich mal den Führerschein für einige Zeit abgeben müßte, könnte ich meine Arbeitsstelle nicht erreichen.

meshua 13.11.2016 13:08

Guten Morgen,

Hier werden interessante Ideen skizziert: Fahrspuren mit unterschiedlichen Preismodellen. Am schnellsten umsetzbar wäre die dritte Spur als Business-Tarif und die beiden rechten Spuren für Economy-Fahrer. Doppellinie zur Trennung. Schilder aller 5km. Ähnlich den Carpool-Lanes in den USA. :crazy:

OT: Dass man bereit ist, die Lebensadern der Gesellschaft (Straße, Schiene, Telefon) am ehesten zu privatisieren, anstatt z.B. das deutsche öffentlich-rechliche Fernsehgebührenmonster, zeugt schon von der Ausrichtung unserer Politik(er).

Viele Grüße, meshua

Dat Ei 13.11.2016 13:37

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 1866869)
und wenn dem so wäre das es nur die DB geben würde, dann würden die Menschen auf dem Land schon seit Jahren ohne öffentlichen Nahverkehr leben müssen.

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 1866880)
Zustimmung, besonders auf einem Dorf ist man praktisch eingesperrt ohne Auto.

nochmals: die Nahverkehrsleistung wird bei den Nahverkehrsgesellschaften bestellt bzw. die Leistung wird ausgeschrieben. Perspektivisch darf DB Regio, also die Nahverkehrsgesellschaft der Deutschen Bahn, nur noch 60% der Nahverkehrsleistung bundesweit erbringen. Die Länder, die im übrigens den Tarifen zustimmen müssen bzw. vermehrt ihre eigenen Tarife machen, sind es, haben es in der Hand, die Verkehrsleistung zu bestellen, die sie für ihre Bevölkerung wollen. Sie müssen dann aber auch bereit sein, das Geld dafür auf den Tisch zu legen. Dass private Verkehrsunternehmen nicht defizitär arbeiten wollen, ist doch wohl nachvollziehbar.

Übrigens zeichnet die Entwicklung der Fahrgastzahlen ein anderes Bild, als das eines Trümmerhaufens.

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 1866869)
Die kleinen Privaten bedienen jetzt die Strecken bei uns zu Hause, wozu die DB nicht imstande war. Liegt wohl auch an dem aufgeblähten Apparat z. B. hier in Berlin, ein riesiger Büroturm mit lauter Nieten, wo die linke nicht weis was die rechte macht.

Nun, dass das Unternehmen Deutsche Bahn deutlich größer ist, liegt aber auch daran, dass sie in Teilen dazu verpflichtet sind, aufgrund ihrer Historie und Größe Aufgaben für die Kleinen erledigen muss. Zudem ist es eine vollkommen andere Herausforderung, ein Netz statt einer Linie zu betreiben. Dass das Geschäft kein einfaches ist, zeigt der Fakt, dass einige andere Privatunternehmen, die ambitioniert und lauthals gestartet sind, mittlerweile recht kleine Brötchen backen bzw. wieder verschwunden sind.


Dat Ei

turboengine 13.11.2016 14:23

Die Deutsche Bahn mal aussen vor, das ist ein Kapitel für sich. Der Skandal ist hier, dass in letzter Zeit der Bürger durch Niedrigzinsen und kalte Steuerprogression durch den Staat heimlich und allmählich enteignet wird. Und nun sollen die Banken und Versicherungen für die negativen Folgen der Niedrigzinspolitik entschädigt werden, indem man ihnen zum günstigen Tarif das übereignet, was der Steuerzahler schon mehrfach mit seiner Mineralöl- und KFZ-Steuer bezahlt hat. Jetzt soll er ein weiteres Mal dafür bezahlen und die Taschen der Finanzindustrie füllen und nicht nur die z.B. der Rentenkasse.

Lightspeed 13.11.2016 20:22

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1866952)
Die Deutsche Bahn mal aussen vor, das ist ein Kapitel für sich. Der Skandal ist hier, dass in letzter Zeit der Bürger durch Niedrigzinsen und kalte Steuerprogression durch den Staat heimlich und allmählich enteignet wird. Und nun sollen die Banken und Versicherungen für die negativen Folgen der Niedrigzinspolitik entschädigt werden, indem man ihnen zum günstigen Tarif das übereignet, was der Steuerzahler schon mehrfach mit seiner Mineralöl- und KFZ-Steuer bezahlt hat. Jetzt soll er ein weiteres Mal dafür bezahlen und die Taschen der Finanzindustrie füllen und nicht nur die z.B. der Rentenkasse.

Dieser gut komprimierten Darstellung gibt es kaum etwas hinzuzufügen.:top:

Zitat:

nochmals: die Nahverkehrsleistung wird bei den Nahverkehrsgesellschaften bestellt bzw. die Leistung wird ausgeschrieben. Perspektivisch darf DB Regio, also die Nahverkehrsgesellschaft der Deutschen Bahn, nur noch 60% der Nahverkehrsleistung bundesweit erbringen. Die Länder, die im übrigens den Tarifen zustimmen müssen bzw. vermehrt ihre eigenen Tarife machen, sind es, haben es in der Hand, die Verkehrsleistung zu bestellen, die sie für ihre Bevölkerung wollen. Sie müssen dann aber auch bereit sein, das Geld dafür auf den Tisch zu legen. Dass private Verkehrsunternehmen nicht defizitär arbeiten wollen, ist doch wohl nachvollziehbar.
Der VRR in NRW hat letztendlich den Nahverkehrsvertrag mit der DB kündigen müssen, weil die DB wiederholt und trotz Mahnung nicht in der Lage war, saubere, pünktliche Züge im Nahverkehr zur Verfügung zu stellen. Ich denke, dass es hier ganz klar nicht darum geht, was die Länder zahlen können/wollen, sondern inwieweit die Db ihren Pflichten nachkommen kann. Und hier ging es noch nicht mal um kleine Dörfer sondern den Ballungsraum Rhein-Ruhr.

mekbat 13.11.2016 20:37

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1866952)
... Der Skandal ist hier, dass in letzter Zeit der Bürger durch Niedrigzinsen und kalte Steuerprogression durch den Staat heimlich und allmählich enteignet wird. Und nun sollen die Banken und Versicherungen für die negativen Folgen der Niedrigzinspolitik entschädigt werden, indem man ihnen zum günstigen Tarif das übereignet, was der Steuerzahler schon mehrfach mit seiner Mineralöl- und KFZ-Steuer bezahlt hat. Jetzt soll er ein weiteres Mal dafür bezahlen und die Taschen der Finanzindustrie füllen und nicht nur die z.B. der Rentenkasse.

Kurz - aber sehr treffend formuliert :top::top::top:

About Schmidt 13.11.2016 20:48

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 1866855)
Die DB ist seit der Privatisierung ein Trümmerhaufen geworden, genau wie die Post.
.

Und was bitte ist bei der Post ein Trümmerhaufen? Da bin ich nun mal gespannt? Und bitte komm mir nun nicht mit den Agenturen, diese sind in so zu sagen in privater Hand und wenn die Leute vor Ort unfähig sind, kann dafür die Post nichts.

Zum Thema Autobahn. In Frankreich sind, meines Wissens, die Autobahnen doch schon länger in privater Hand und das funktioniert doch scheinbar recht gut. Marode Autobahnbrücken wie in Deutschland kenne ich dort jedenfalls nicht.

Gruß Wolfgang

Giovanni 13.11.2016 22:43

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1867110)
In Frankreich sind, meines Wissens, die Autobahnen doch schon länger in privater Hand und das funktioniert doch scheinbar recht gut. Marode Autobahnbrücken wie in Deutschland kenne ich dort jedenfalls nicht.

Stimmt, die sind großteils in gutem Zustand. Aber was zahlst du dafür, einmal das Land zu durchqueren? Die Billigflieger reiben sich die Hände.

Außerdem ist es ganz einfach so: Die Autobahnen und das Land, auf dem sie gebaut wurden, gehören der Allgemeinheit. ich will gefragt werden, vor so was verscherbelt wird.

steve.hatton 13.11.2016 23:02

Die Billigflieger sind, wie alle Flieger subventioniert - das ist eine ganz andere Baustelle.

Giovanni 13.11.2016 23:21

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1867147)
Die Billigflieger sind, wie alle Flieger subventioniert

Die sind nicht subventioniert, sondern nur nicht so krass besteuert wie die Autofahrer.

Dat Ei 13.11.2016 23:35

Kerosin ist steuerfrei.


Dat Ei

Giovanni 14.11.2016 00:29

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 1867154)
Kerosin ist steuerfrei.

Stimmt (derzeit noch). Aber es gibt in D eine Luftverkehrsabgabe (Ticketsteuer) pro Fluggast und Flug. Und diverse Gebühren, z.B. für die Flugsicherung.

Also wie gesagt nicht subventioniert, aber weniger besteuert als PKW.

steve.hatton 14.11.2016 02:10

Zitat:

Zitat von Giovanni (Beitrag 1867163)
...
Also wie gesagt nicht subventioniert, aber weniger besteuert als PKW.

:roll:

WB-Joe 14.11.2016 10:26

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1867110)
Und was bitte ist bei der Post ein Trümmerhaufen? Da bin ich nun mal gespannt? Und bitte komm mir nun nicht mit den Agenturen, diese sind in so zu sagen in privater Hand und wenn die Leute vor Ort unfähig sind, kann dafür die Post nichts.
Zum Thema Autobahn. In Frankreich sind, meines Wissens, die Autobahnen doch schon länger in privater Hand und das funktioniert doch scheinbar recht gut. Marode Autobahnbrücken wie in Deutschland kenne ich dort jedenfalls nicht.

Gruß Wolfgang

Der Service bis zum Endkunden sollte schon im Blickpunkt der Post liegen. Und dieser Service ist an Bescheidenheit kaum mehr der Rede wert. Egal in welchem Bereich, die Filialen sind hierfür ein sehr gutes Beispiel.
In Frankreich zahlt man für die Nutzung der Autobahnen horrende Gebühren, das ist bestenfalls ein abschreckendes Beispiel weil der Verkehr auf die Landstrassen ausweicht.

Dat Ei 14.11.2016 10:37

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Lightspeed (Beitrag 1867091)
Der VRR in NRW hat letztendlich den Nahverkehrsvertrag mit der DB kündigen müssen, weil die DB wiederholt und trotz Mahnung nicht in der Lage war, saubere, pünktliche Züge im Nahverkehr zur Verfügung zu stellen. Ich denke, dass es hier ganz klar nicht darum geht, was die Länder zahlen können/wollen, sondern inwieweit die Db ihren Pflichten nachkommen kann.

wie ich bereits schrieb, steht auch die Landespolitik in der Pflicht:

Zitat:

Zitat von Dat Ei
Wer hier seinen Aufgaben nicht nachkommt, oder das entsprechende Geld nicht auf den Tisch legt, darf sich nicht wundern.

D.h., sie hat adäquate Mittel zur Verfügung zu stellen, aber auch die Pflicht, die gelieferte Leistung zu kontrollieren.

Zitat:

Zitat von Lightspeed (Beitrag 1867091)
Und hier ging es noch nicht mal um kleine Dörfer sondern den Ballungsraum Rhein-Ruhr.

Das Ballungsgebiet kann hier auch Ursache des Problems sein, denn mit der hohen Anzahl Fahrgäste steigt die Verschmutzung, mit einer hohen Taktdichte und Vernetzung die Anfälligkeit des Systems, bei kleinen Ursachen große Wirkungen zu zeigen.

Hier in München sieht man seit Jahren zunehmende Probleme im S-Bahnbereich durch Fahrgastzahlen, die weit jenseits der Fahrgastzahlen sind, für die das System ausgelegt wurde, durch unverschuldete Störfälle wie "Personen im Gleis" oder "Notarzteinsätze", oder durch die Problematik der Stammstrecke, über die alle S-Bahnlinien laufen. Eine zweite Stammstrecke wird seit Jahren sehr kontrovers diskutiert. Zu guter Letzt fehlt neben dem unbedingten Wille dann auch noch das Geld.


Dat Ei

guenter_w 14.11.2016 10:44

Die Infrastruktur ist eine der Kernaufgaben des Staates und einer der Gründe für die Erhebung von Steuern!

Die Privatisierung von öffentlichen Aufgaben hat noch nie die dafür erforderliche Entlastung bei den Steuern gebracht. Gerade mit Ausbau und Erhaltung der Infrastruktur hat die öffentliche Hand (Bund, Länder und Kommunen) ein hervorragendes Instrument zur Beeinflussung des Beschäftigungsgrades auf dem Arbeitsmarkt und damit der Konjunktur. Bei sachgerechter Investition fließen die Investitionen zum größten Teil wieder in den Haushalt zurück durch Steuereinnahmen (Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Gewerbesteuer usw.), zudem erhöhen die Investitionen das Vermögen.

Wie die Privatisierung schief laufen kann, erleben die Bewohner des Großraumes Stuttgart gerade täglich am eigenen Leib: die Bahn AG hat den Nahverkehr verloren und als unmittelbare Folge wird für den Restzeitraum Personal abgebaut und überaltertes, marodes Zugmaterial verwendet mit der Folge von fast regelmäßigen Ausfällen im Berufsverkehr. Gleichzeitig hat Stuttgart mit der Feinstaubbelastung zu kämpfen und mit dem unsäglichen Prestigeobjekt Stuttgart 21, das als reines Staatsprojekt niemals auch nur begonnen worden wäre!

Crimson 14.11.2016 10:50

Zur Bahn mal ganz platt gesagt: mir als (potentiellem) Endkunden ist es vollkommen wurscht, wer für was zuständig ist. Ich will für für mich vertretbaren Preis eine adäquate Leistung. Deshalb fahre ich seit gut 10 Jahren nur in absoluten Notfällen Bahn bzw. ÖPNV.

Zur Privatisierung von Infrastruktur: ich sehe Infrastruktur in privater Hand äußerst kritisch. Wenn wir als Gesellschaft uns nicht mal mehr die notwendigste Infrastruktur (Erstellung + Erhaltung) leisten können, dann stimmt was sehr grundlegendes nicht.

Harry Hirsch 14.11.2016 10:52

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 1867206)
... und mit dem unsäglichen Prestigeobjekt Stuttgart 21, das als reines Staatsprojekt niemals auch nur begonnen worden wäre!

Unsinn. Hat auch nichts mit Privatisierung und mit Autobahnen zu tun.:flop:

guenter_w 14.11.2016 11:03

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 1867211)
Blödsinn. Hat auch nichts mit Privatisierung und mit Autobahnen zu tun.:flop:

Aber jede Menge mit der Privatisierung von Infrastruktur und deren Folgen! Ist alles andere als Blödsinn, denn Bauherr von S 21 ist die privatisierte Bahn AG, die sich mittlerweile als Getriebene das rein politisch Gewollte aus öffentlichen Mitteln (Steuergeldern) jenseits jeder Rentabilitätsberechnung finanzieren lassen muss! Auch kein Blödsinn ist, dass das jede Menge mit den Autobahnen zu tun hat, denn die Bahn hat als hoheitliche Aufgabe die Beförderungspflicht! Wie viele Autofahrer würden mit Freuden auf ein funktionierendes, rentables Verkehrsmittel umsteigen, so es denn eines gäbe? Wie viele Pendler benutzen die Autobahnen statt des ÖPNV?

Mal den Ball ganz flach halten, anstatt mit "Blödsinn" um sich zu werfen!

Harry Hirsch 14.11.2016 11:21

S21 ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bahn, Land, Stadt und Region. Staatlicher geht's kaum.

"Unsinn" bezog sich auf deine unnützen Füllworte wie "unsäglichen" und "Prestigeobjekt".

guenter_w 14.11.2016 11:34

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 1867221)
S21 ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bahn, Land, Stadt und Region. Staatlicher geht's kaum.

Na denn - zeige mal die Rechtsgrundlage dafür im Grundgesetz...

Das Projekt blockiert mit seinem finanziellen Umfang existentiell Restrukturierung und Finanzierung der Bahn AG! Nur dadurch, dass die Bahn AG Bundeseigentum ist, wird die Pleite verhindert! Wie sagte Grube doch so schön in etwa: "Ohne den Wunsch aus Berlin hätten wir das Projekt nicht begonnen!"

Mal sehen, wie das mit den Autobahnen dann geht! Die Maut ohne jegliche Erleichterung auf der Gegenseite kommt so sicher wie das Amen in der Kirche!

Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert! Die wirklich Steuerzahlenden sind die Gelackmeierten, auf dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehe und die Mittelschicht abgeschafft wird. Ein richtiger Schritt in die Staatspleite!


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