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Verborgene Gesichter der Welt (Mitmach-Thread)
Zitat:
Die obige Antwort bezieht auf einen möglichen Thread zu Fotos aus Nordkorea – ein fraglos wenig bekanntes Land, in dem ich im August 2015 eine Woche war. Ich hatte in letzter Zeit schon zwei-, dreimal Bilder von dort in Kommentare eingebunden und dabei dann die Frage verneint, ob es denn bereits einen Thread zu Nordkorea gebe. Um ehrlich zu sein, will ich diesen auch jetzt nicht eröffnen, jedenfalls nicht explizit zu Nordkorea. Denn kaum ein Land polarisiert hier im Westen politisch wohl stärker. Und das ist hier eben ein Fotoforum. Dennoch finde ich, dass generell Länder, die abseits der gängigen Touristenrouten liegen, hier im Forum etwas sehr kurz wegkommen. In der Galerie findet sich nahezu gar nichts dazu. Da ich im Urlaub viel reise, dabei auch Länder wie Iran, Sudan, Mali, Brasilien, Kongo, die Philippinen oder Afghanistan besucht habe, liegt einer meiner fotografischen Schwerpunkte seit langem auf Street-, People- und Reportage-Fotografie. Neben schönen Landschaften, Altstädten oder Sonnenuntergängen interessieren mich also vor allem auch die ganz normalen Menschen dort. Und ich erlebe stets, dass auch dort überall Leute leben, die lachen, glücklich und selbstbewusst sind und nicht permanent mit ihrem Alltag hadern. Oft sind sie auch überraschend wenig kontaktscheu. Vor allem Kinder sind natürlich dankbare Motive. Eben hierfür möchte nun gern einen Mitmach-Thread eröffnen. Und ich würde mich freuen, wenn sich von den inzwischen 44 683 Usern (!) dieses Forums noch viele weitere finden, die dieses Anliegen teilen. Das müssen weiß Gott nicht nur Fotos aus No-Go-Ländern sein. Auch in der Türkei, in Indien, den USA, Südostasien, Nordafrika oder Südamerika erlebt man oft nur zwei Querstraßen neben den touristischen Glitzermeilen eine ganz andere Welt. Und manchmal muss man auch erst tiefer in Dschungel, Wüste oder Hochgebirge eindringen, um auf interessante Menschen zu treffen – Indianer am Amazonas, namibische San, Beduinen in Jordanien oder dem Oman, Sherpa im Nepal… Beginnen möchte ich jedoch hier noch einmal mit etwas „menschelnden“ Bildern aus Nordkorea, weil sich das aktuell eben anbietet. Zu den meisten Fotos schreibe ich auch ein paar kommentierende Bemerkungen, aber bewusst sachlich und zurückhaltend formuliert (etwa im Stile von Wikipedia). Für politische Schlagabtausche gibt es halt andere Foren… Falls nicht überall Exif-Daten sichtbar werden: Alle Bilder entstanden mit der A6000 plus Tamron 18-200 Di III. Gruß Harald Kinder in einer Kita, die zu einer einer Agrar-Kooperative auf dem Land gehört. Sie haben sich zu einem sportlichen Wettbewerb aufgestellt. In den Kitas findet ab dem 5. Lebensjahr ein obligatorisches Vorschuljahr statt ![]() → Bild in der Galerie Diese Gruppe von Schulkindern mit ihrer Lehrerin traf ich auf dem Vorplatz des Mausoleums für die beiden bereits verstorbenen Präsidenten aus der Kim-Dynastie. Die roten Pionierhalstücher sind Usus bei solchen Aktivitäten ![]() → Bild in der Galerie Rund 2000 junge Leute, zumeist Studenten, versammelten sich auf dem zentralen Platz der Hauptstadt zu einer Massentanzveranstaltung zu Ehren des 70. Jahrestages der Partei der Arbeit Koreas, also der herrschenden Partei in Nordkorea. Frauen tragen dazu zumeist historische koreanische Trachten. Im Norden nennt man diese Chosŏnot, in Südkorea dagegen Hanbok ![]() → Bild in der Galerie Die Metro (U-Bahn) der Hauptstadt Pjöngjang rollt seit 1973. Damals war sie die erste auf der koreanischen Halbinsel. Die Wagenzüge stammen aus (West)Berlin, wo sie seinerzeit ausrangiert worden waren. Das Streckennetz umfasst zwei Linien mit insgesamt 17 Stationen. Die Züge verkehren meist im 5-Minuten-Rhythmus. ![]() → Bild in der Galerie Eine Gästeführerin in der Hafenstadt Namp’o. Im Hintergrund sieht man ein opulentes Staudamm- und Schleusensystem, das das Salzwasser des Südchinesischen Meeres vom Süßwasser des Flusses Taedong trennt, damit dieser für die Trinkwasserversorgung und Felderbewässerung nutzbar bleibt. ![]() → Bild in der Galerie Fußballer des Hauptstadtklubs von Pjöngjang. An diesem Tag spielten sie im 1.-Mai-Stadion gegen die Mannschaft des zentralen Armeeklubs „25. April“ und verloren 0:1 ![]() → Bild in der Galerie Noch einmal junge Pioniere, diesmal mit Strohbesen bei einer etwas ritualisiert wirkenden Straßenputzaktion unweit eines Denkmals, das an den Sieg gegen die Japaner 1945 erinnert. ![]() → Bild in der Galerie Schlange vor einem Straßenkiosk in Pjöngjang. Solche Läden gibt es ziemlich viele inzwischen. Sie sind privat geführt und ergänzen mit ihrem Angebot (z.B. Gemüse aus eigenem Anbau oder chinesische Waren, die im kleinen Grenzverkehr nach Nordkorea kommen) das Sortiment der staatlichen Versorgungsläden. Zugleich dienen sie – wie dereinst bei uns die Tante-Emma-Läden – als Tratsch- und Kommunikationstreffs für Frauen ![]() → Bild in der Galerie Der Junge stand in einer unterirdischen Metrostation und wartete mit grübelndem Blick eine U-Bahn nach der anderen ab. Vermutlich wollte er seine Mama abholen, die einfach nicht kommen wollte ![]() → Bild in der Galerie Diesen Tanzmäuschen begegnete ich völlig überraschend in einem Park nahe der Stadt Sariwon. Sie grüßten und winkten freundlich, während ihre Eltern auf einer freien Fläche mit mitgebrachten Tonbandgeräten und Lautsprechern eine Art private Disco veranstalteten. ![]() → Bild in der Galerie |
Ganz schöne Bilder aus einem für uns so unbekanntem Land.
Vielen Dank dafür. Leider bin ich kein Menschen Fotograf, ich trau mich immer nicht. |
Wohltuend, auch mal solche Bilder zu sehen, die man sonst nicht zu sehen bekommt.
Ähnlich erging es mir bei meinen beruflichen Aufenthalten in der damaligen UdSSR nebst Ukraine, Indien, China, Thailand, Südkorea (auch an der Grenze gewesen), Japan, USA, Argentinien, Südafrika, Ägypten .... Leider ist das alles schon mindestens 30 Jahre her, als ich noch mit der Minolta unterwegs war. Bilder kann ich also nicht liefern. Könnte aber jede Menge Bücher schreiben ...Lebenserfahrungen, die ich nie mehr missen möchte. Grüsse Horst |
Tolles Thema. :top:
Dann man ich doch gleich mal mit. Hoffentlich beteiligen sich noch viele andere. Zitat:
Im Urlaub fotografiere ich alles, also auch andere Menschen in deren Alltag. Allerdings bin ich bisher immer nur mit relativ großen Reisegruppen unterwegs. Es ergeben sich dennoch genug Chancen für ein interessantes Bild. Auch wenn es bei dieser Frau nichts mehr zu sehen gab, habe ich sie mal fotografiert. ![]() → Bild in der Galerie Ein Schuhputzer. Sowas habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Leider hat er sehr schnell mitbekommen, dass er fotografiert wurde und begann zu lächeln. ![]() → Bild in der Galerie Das einfache Leben der Menschen in fernen Ländern sorgt meist für ungewohnte Fotomotive. Das Leben findet noch viel stärker auf der Straße statt. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Da auch dort der Wohlstand anwächst, steigt die Anzahl motorisierter Fahrzeuge. Mir wurde gesagt, dass jeder der hier (Saigon) ein Moped fährt vor 20 Jahren noch mit dem Fahrrad unterwegs war. ![]() → Bild in der Galerie Leider hat der starke Verkehr auch negativen Einfluss auf die Umwelt. Luftverschmutzung ist ein echtes Problem. Viele Leute laufen nur noch mit Mundschutz herum. ![]() → Bild in der Galerie Ansonsten ist die Welt in vielen Ländern noch in Ordnung. Während der Mittagspause macht man ganz ungeniert ein Nickerchen in der Öffentlichkeit. ![]() → Bild in der Galerie Und hier hat es sich nicht angehört, als würde jemand klagen. ![]() → Bild in der Galerie |
Danke für die Bilder aus einem weitgehend unbekannten Land, die vor allem eines zeigen: Menschen sind Menschen, egal wo sie leben.
Ich fotografiere sehr selten Menschen und sollte dahingehend mal etwas offener werden. Da muss ich noch mehr auf die Gastgeber zugehen, die mir den Besuch ihres Landes ermöglichen. Bisher war ich nur in Europa unterwegs, wobei es auch hier so einiges zu entdecken gibt. Nachfolgend ein paar ältere Bilder aus den Tiefen des Forenkellers, deren Bildqualität nicht immer State of the Art ist. Auf der Azoren-Insel Flores begegnete ich diesem eingespieltem Paar: ![]() → Bild in der Galerie Acht Jahre zuvor wurden die Kühe durchs Dorf geführt: ![]() → Bild in der Galerie Und anlässlich der Schutzheiligenfeste durfte es an Fleisch nicht mangeln: ![]() → Bild in der Galerie Auch in Griechenland verlässt man sich noch auf Esel: ![]() → Bild in der Galerie Dimitri aus Rhodos ist stolz auf seine Dorfwurst: ![]() → Bild in der Galerie In Bulgarien gab es einenÖko-LKW: → Bild in der Galerie Im Park trifft man sich zum Tratsch: ![]() → Bild in der Galerie Und wenn italienische Männer vor Lipari eine hübsche Schweizerin anschauen, sieht das so aus: ![]() → Bild in der Galerie Zuletzt dann doch noch etwas Exotischeres. Chinesischer Besuch in meinem hiesigen Stammlokal: ![]() → Bild in der Galerie |
Hallo Stephan,
dein letztes Bild mit den ultraorthodoxen Juden schießt für mich den Vogel ab! Einfach toll und unglaublich detailreich! Zumal es für mich eine Reminiszenz an Da Vincis "Letztes Abendmahl" ist. Super! Es zeigt sich hingerissen Mainecoon |
Danke.
Ich musste auch an Da Vincis „Letztes Abendmahl“ denken, als ich dieses Bild entwickelt hatte. Beim Fotografieren hatte ich das gar nicht im Sinn. Aber so sieht es eben aus, wenn man Menschen fotografiert, während sie zu Gott sprechen. Jerusalem hat eine unglaubliche Anziehungskraft und war wirklich faszinierend. Leider war der Aufenthalt dort sehr kurz. An der Klagemauer hatte ich nur 10 Minuten und keine Zeit vernünftige Motive zu suchen und habe stattdessen alles fotografiert was da war. Das Bild, welches ich eigentlich machen wollte, ist nicht ganz so gelungen wie gewünscht. Ich zeig es trotzdem mal: ![]() → Bild in der Galerie |
Moin, moin,
mein Faible, auf meinen Asien-Reisen Menschen zu photographieren, begann 2006 in Kambodscha. Anfangs war ich noch eher schüchtern und oft als "Heckenschütze" unterwegs. Mittlerweile und insbesondere nach der Lektüre des Buches "Auf der Suche nach dem Motiv - ihre Visionen in Bildern" von David duChemin gehe ich vollkommen anders und viel offener an die Sache heran. Das hat in den Jahren zu vielen, vielen netten Gesprächen und bleibenden Erinnerungen geführt. Den nachfolgenden Bildern, die alle 2006 bei besagter Kambodscha-Reise entstanden, sieht man / sehe ich noch ihre Schwächen an: sei es aufgrund des Heckenschützen-Charakters oder der noch mangelnden S/W-Bearbeitung. Aber gut, jeder fängt mal irgendwie an. Nach wie vor fasziniert es mich, auf meinen Reisen den Menschen zu begegnen und sie zu photographieren. Dat Ei |
Allen herzlichen Dank, die dieses Thema, nachdem es anfangs etwas schwer in die Gänge zu kommen schien, inzwischen angenommen haben.
@WildeFantasien, @BeHo, @Dat Ei: Durch die Bank alles super Bilder!! So hatte ich es mir erhofft. So will ich denn auch etwas nachlegen. Denn Fotos von Menschen bilden auf meinen Reisen stets einen Schwerpunkt. Auch wenn ich weiß, dass es oft nicht unkompliziert ist, da eben nicht jeder abgelichtet werden will – oder aber Bares dafür verlangt. Kurioserweise hatte ich in einigen Ländern, wo man das am wenigstens vermutet (Afghanistan, Iran, Sudan), die wenigsten Probleme – zumindest bei Männern. Dazu kommt demnächst noch einiges. Heute vorerst etwas aus Brasilien. @Irmi: Vielleicht versuchst Du es denn mal mit Kindern. Das ist meist ziemlich leicht, da diese in der Regel auch wirklich „mitspielen“. Bei Erwachsenen ist es immer hilfreich, zunächst freundlich, arglos und zurückhaltend-höflich auf die Leute zuzugehen, um erst einmal die Situation etwas zu entkrampfen. Sie müssen sich ernst genommen fühlen, dürfen sich nicht nur als "Objekt der Begierde" empfinden. Oft klappt es dann ganz gut. Die ersten drei Bilder zeigen Kinder und Jugendliche aus dem Armenviertel Guadalupe in Rio de Janeiro. Sie treffen sich wochentäglich im „Instituto Bola pra Frente“, das sich hinter hohen Zäunen direkt im Ghetto befindet. Gegründet wurde dieses Zentrum für Kids zwischen 6 und 17 Jahren von den beiden brasilianischen Fußballweltmeistern Jorginho (Jorge José de Amorim Campos) und Bebeto (José Roberto Gama de Oliveira). Sie kümmern sich hier um derzeit 950 Kinder und Jugendliche, die teils vorher nie einen Schule besucht haben. Sie bieten ihnen kostenlos Sportmöglichkeiten sowie pädagogische Unterstützung an und wollen ihnen zugleich „Liebe, Geborgenheit, Warmherzigkeit und Selbstwertgefühl vermitteln“, so Jorginho, der einst auch bei Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München spielte. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Diese Jungs leben in einer Favela von Rio de Janeiro und trainieren zweimal wöchentlich im Sand der Copacabana mit professionellen Fußballlehrern. Finanziert wird dies über ein Sozialprogramm – und jeder von ihnen hofft, selbst mal ein großer Fußballstar zu werden. ![]() → Bild in der Galerie Diese zwei Fotos zeigen Polizistinnen in der brasilianischen Stadt Mariana im Bundesstaat Minas Gerais. Sie sind weitgehend unbewaffnet und sollen wohl allein durch ihre weibliche Präsenz deeskalierend wirken. Die Stadt ist bekannt für viel barocke Architektur sowie eine aufgelassene Goldmine, die besichtigt werden kann. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Gruß Harald |
Sehr schönes Projekt von Jorginho.
Vielleicht hilft es ja auch, die Kluften nicht nur vereinzelt überspringen zu können, sondern sie auch insgesamt weniger tief und breit zu machen. Danke für die Bilder. :D Auch Franks Bilder aus einer uns fernen Welt sehe ich mir immer wieder gerne an. :D Ich hoffe mal, dass ich meinen Vorsatz, öfters mal lächelnd auf Personen zuzugehen und dann evtl. zu fotografieren, auch umsetzen kann - auch wenn es wohl "nur" europäische Gesichter sein werden. |
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Laos 2014
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@Dat Ei: Da ist ja ein Bild stärker als das andere! Merken die Menschen, dass Du sie fotografierst oder meist nicht? Bei einigen scheint es mir, dass es anders nicht gegangen wäre. So bei dem s/w-Bild mit den drei Männern in Indonesien. Das beeindruckt mich sehr!
Offenbar ist Asien inzwischen gut vertreten. Ich will mal schauen, dass ich es schaffe, heute noch etwas aus Afrika hinzuzufügen. |
Hier also mal etwas aus Afrika, konkret Äthiopien und noch konkreter die Südregion um den Fluss Omo. Diese Ecke ist noch deutlich unbekannter und isolierter als Nordkorea. Dabei kommt man ohne Probleme hin – im Jeep über staubige Pisten. Übernachtet wird meist im Zelt.
Das Untere Omo-Tal ist so etwas wie ein lebendiges Museum der Menschheit. Denn von dort stammen wir genetisch gesehen alle her. Heute leben dort noch rund 200 000 Menschen, die sich auf ein, zwei Dutzend teils völlig unterschiedlich Völker verteilen. Fast alle haben eine eigene Sprache, eigene Riten und Gebräuche, unterschiedliche Körperbemalungen und Schmuck – und sie reagieren meiste auch unterschiedlich auf Fremde. Männer sind zudem fast immer bewaffnet, inzwischen leider auch schon mal mit einer Kalaschnikow. Ich beginne mal mit einer Handvoll Fotos von Mädchen und Frauen aus einigen der verschiedenen Völker. Als erstes Mädchen vom Volk der Arbore. Von ihnen gibt es nur noch 3.000 Menschen, verteilt auf vier Dörfer. Geld spielt in ihrem Leben wie bei den meisten Völkern am Omo noch keine wirkliche Rolle. Dennoch hat es sich bei einigen dieser Ethnien – so auch den Abore – eingebürgert, Geld zu verlangen, wenn sie fotografiert werden wollen. Pro Foto wollen sie dann ein 1 bis 2 Birr, dann sind 4 bis 8 Euro-Cent. Anfangs stutzt man, erstens weil man das allenfalls aus Marrakesch kennt, zweitens weil man nicht weiß, was sie mit dem Geld wollen. Aber man gibt es gern, auch deshalb, weil es sich so gewissermaßen um einen Deal zum gegenseitigen Nutzen („Win-Win“) handelt. Man ist damit kein Bittsteller und muss auch nicht heimlich aus der Hüfte schießen… ![]() → Bild in der Galerie Das sind Mädchen vom Volk der Beshada. Sie nehmen kein Geld. Ich traf sie auf einem quirligen Markt, auf dem sie sich mit den Hamar und Benna mischen. ![]() → Bild in der Galerie Eine Benna-Frau. Auch sie traf ich auf solch einem Markt. Von den Benna gibt es noch rund 35 000 Angehörige. Sie leben halbnomadisch, weshalb sie von den anderen (sesshafteren) Völkern teils herabgewürdigt werden. Sie bauen sich Hütten aus Holzstangen und Grasmatten. ![]() → Bild in der Galerie Etwas verhärmt und schüchtern, aber dennoch ohne Scheu lassen einen die Dassanech in ihre Dörfer. Sie leben direkt am Omo-Ufer. Auch sie wollen kein Geld, freuen sich einfach, wenn sie fotografiert werden. ![]() → Bild in der Galerie Hier zwei Bilder von Guji-Frauen. Sie gehören zu einer Untergruppe der großen Volksgruppe der Oromo, von denen es noch über 25 Millionen gibt, neben Äthiopien auch in Kenia. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Hamar-Frauen sind – ebenso wie die Männer –sehr schön und rassig, sie erhielten sich aber sehr eigenwillige Traditionen. So lassen sich die Mädchen, wenn sie ins heiratsfähige Alter kommen, von jungen Männern mit Gerten die nackte Haut blutig schlagen. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig für unsereinen. Vorher tanzen sie sich hierzu gruppenweise in Trance. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Die sehr stolzen Kara sind wieder ein Volk, das sich nur gegen einen kleinen Obolus ablichten lässt. Allerdings haben sie auch mit den schönsten Schmuck aller Völker im Omo-Tal. Erwachsene Frauen stechen sich als Zierde zudem Holzstäbchen durch die Unterlippen ![]() → Bild in der Galerie Am bekanntesten sind wohl die Mursi – nämlich wegen der Tellerlippen ihrer verheirateten Frauen. Man erzählt, damit hätten sie einst begonnen, um sich für Sklavenjäger unattraktiv zu machen. Heute steht solch ein (ziemlich schweres) Tontellerchen, für den die Unterlippe erst gelöchert und dann über Jahre langsam gedehnt wird, als Schönheitsideal. Dafür nehmen die Mursi-Frauen dann auch 5 Birr (20 Cent) fürs Foto. Und zwar jede – also 5 Frauen auf einem Foto gleich 1 Euro… ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Die Woylatta sind stärker städtisch geprägt. Hier vier Mädchen in der Stadt Sodo, der Gebietshauptstadt der Region, in der sie am stärksten vertreten sind. Zumeist sind sie übrigens protestantische Christen. ![]() → Bild in der Galerie |
Moin Perser,
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Deine Bilder werde ich mir gerne anschauen und kommentieren, aber nicht mehr heute Abend. Jetzt ist mal Feierabend angesagt. Dat Ei |
Moin Perser,
erst einmal herzlichen Dank für den Einblick in eine mir fremde Welt und die Infos. Einige Bilder kommen sehr offen und natürlich rüber, bei anderen merkt man, dass die Abgelichteten just für's Photo posen. Was mir photographisch aufgefallen ist, sind zwei Dinge. Zum einen schließt Du bei einigen Bildern sehr weit die Blende. Eine offenere Blende und ein engerer Ausschnitt würden das Bild mehr auf die Person konzentrieren. Das Zweite ist, dass nur 2 von den 13 Bildern im Hochkantformat sind. Ist das Zufall oder ein grundsätzlicher Trend? Zitat:
Des weiteren wirst Du - und das ist meine tiefste Überzeugung - deutlich andere Gesichtsausdrücke in Deinem Sucher zu sehen bekommen, wenn Du einen Kontakt zu den Leuten aufbaust, ein Gespräch suchst und sie dann photographierst. Daher auch nochmal an Dich mein Tipp: besorgt Dir oben genanntes Buch von David duChemin. Dat Ei |
Hallo, Dat Ei,
danke für Deine lange, gründliche Antwort und zunächst für den Buchtipp. Du machst mich denn neugierig. Was, zweitens, die Anmerkung zu den Hochformaten betrifft, gibt es zwei Gründe dafür: einen stilistischen (ich mag in der Tat Querformate, selbst bei Porträts, ist halt eine persönliche Geschmackssache) und im Falle dieses Forum einen pragmatischen: Aufgrund der Höhen- und Breitenbeschränkung für Uploads muss ich Hochformate stärker herunter rechnen, sie werden damit kleiner. Aber, drittens, zu Deinem Haupteinwand: Eigentlich teile ich ihn vorbehaltlos, gerade auch, wenn es um Kinder geht. Ich habe noch nie im Ausland Kindern auch nur einen Cent gegeben, würde es auch nie tun, in den allermeisten Fällen meist fragen sie auch nicht nach. Das gibt es ohnehin nur in sehr, sehr wenigen Ländern, nämlich jenen, in denen sich Pauschaltouristengruppen massieren. Ich überlege schon zweimal, wenn ich ihnen einen Kuli gebe, und auch das dann nur in recht klaren, verbindlichen Situationen, nicht pauschal auf der Straße. Aber auch Erwachsene bekommen normalerweise kein Geld, jedenfalls nicht für Nichts. Nicht einmal Bettler. Und auch das wird (außer bei Bettlern) auch nicht nur nicht erwartet, gar verlangt, sondern zuweilen sogar als Beleidigung empfunden. Denn die Menschen in den meisten uns kaum bekannten Ländern haben weitaus mehr Stolz noch als wir. Ein Beispiel: Als ich vor zwei Jahren mit meiner Frau und einem befreundeten Paar im Sudan war, wollten wir in einer Kleinstadt tief in der Sahara ins Zentrum des Ortes zu einer Drogerie laufen. Unsere Herberge lag außerhalb, so fragten wir einen Mann um die 30 in einem klapprigen Toyota nach dem Weg. Er erklärte es uns, fuhr weiter, kehrte zurück und forderte uns auf, bei ihm einzusteigen: Er würde uns hinfahren. Wir nahmen an, waren aber sicher, dass er auf ein Geschäft aus ist. Doch nichts dergleichen – er schaute uns ganz scheel an, dass wir seine Gastfreundschaft so missverstanden hatten, hätte uns stattdessen eher selbst noch Geld gegeben. Doch all das, was Du in Bezug auf meine Äthiopien-Bilder schreibst, geht er für mein Dafürhalten völlig am Ziel vorbei. Die Menschen diese Völker leben in überraschend intakten gentilen Dorfgemeinschaften, in denen es wenig Privateigentum gibt, man sich selbst versorgt und das, was man hat, auch teilt. Das Geld floss denn in eine Art Dorfkasse, aus der man dann zusammen für das Dorf ein Auto oder ein Moped kauft, wenn man mal jemand zum Arzt in die nächste Kleinstadt bringen oder ausgebüchste Rinder suchen will. Nun gut, vielleicht auch mal ein Gewehr, um die Herden zu beschützen oder ein bissel damit zu protzen. Das macht man am Omo schon seit Menschengedenken so, ist Teil der Kultur... Ich hatte stets den Eindruck, dass es gerade die jungen Leute, Mädchen wie Jungen, als einen Art Sport betreiben, ein paar Birr zu ergattern, so wie andere in dem Alter (in post-smartphonalen Zeiten) halt Briefmarken sammelten. Ich weiß, das Beispiel hinkt, aber es trifft die Sache: Sie sehen es als Hobby, als kleine erheiternde Herausforderung, eine den immer gleichen Alltag unterbrechende Abwechslung – nicht aber als Lebensunterhalt. Wahrscheinlich äußert sich hier, vor allem bei den Mädchen, auch eine gewisse Eitelkeit: Wer ist halt am attraktivsten für bleichgesichtige Gäste? Fragen konnte ich sie danach nicht, sie verstanden weder Englisch noch Amharisch (was unser Guide dann hätte übersetzen können). Und im Übrigen: Warum sollten diese Menschen kein Recht auf das eigene Bild haben (wie bei uns so ganz selbstverständlich) und sich so zumindest einen gewissen Gegenwert für das Posieren geben lassen? Ich finde das absolut nachvollziehbar. Ohnehin müssen wir uns davor hüten, so zu tun, als müssten wir ihnen unter allen Umständen ihre prähistorische Lebensform erhalten – notfalls gegen ihren Willen. Wir leben auch nicht mehr in Hütten im Wald, tanzen im Bärenpelz singend ums Lagerfeuer und ernähren uns nur von dem, was im eigenen Vorgarten wächst. Heute muss doch in unseren so überlegenen Gesellschaften für jedes kleine Fingerkrummmachen gelöhnt werden. Das ist für mich ein wenig vergleichbar mit unserem Gutmenschentum (ich weiß, dieses Un-Wort ist gefährlich), mit dem wir, nachdem wir unsere Wälder abgeholzt haben, unsere Luft, Böden und Gewässer für grenzenloses Industriewachstum verpestet haben, anderen vorzuschreiben versuchen, dass sie all das bitteschön zu unterlassen haben – am Ende gar bei Androhung von Strafe. Dabei bilden wir EU-Europäer gerade einmal 8 Prozent der Weltbevölkerung… Beste Grüße in den Norden – mit der Bitte denn um weiteren vor allem natürlich fotografischen Austausch. |
Moin Harald,
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Doch all das, was Du in Bezug auf meine Äthiopien-Bilder schreibst, geht er für mein Dafürhalten völlig am Ziel vorbei. Die Menschen diese Völker leben in überraschend intakten gentilen Dorfgemeinschaften, in denen es wenig Privateigentum gibt, man sich selbst versorgt und das, was man hat, auch teilt. Das Geld floss denn in eine Art Dorfkasse, aus der man dann zusammen für das Dorf ein Auto oder ein Moped kauft, wenn man mal jemand zum Arzt in die nächste Kleinstadt bringen oder ausgebüchste Rinder suchen will. Nun gut, vielleicht auch mal ein Gewehr, um die Herden zu beschützen oder ein bissel damit zu protzen. Das macht man am Omo schon seit Menschengedenken so, ist Teil der Kultur... Ich hatte stets den Eindruck, dass es gerade die jungen Leute, Mädchen wie Jungen, als einen Art Sport betreiben, ein paar Birr zu ergattern, so wie andere in dem Alter (in post-smartphonalen Zeiten) halt Briefmarken sammelten. Ich weiß, das Beispiel hinkt, aber es trifft die Sache: Sie sehen es als Hobby, als kleine erheiternde Herausforderung, eine den immer gleichen Alltag unterbrechende Abwechslung – nicht aber als Lebensunterhalt. Wahrscheinlich äußert sich hier, vor allem bei den Mädchen, auch eine gewisse Eitelkeit: Wer ist halt am attraktivsten für bleichgesichtige Gäste? Fragen konnte ich sie danach nicht, sie verstanden weder Englisch noch Amharisch (was unser Guide dann hätte übersetzen können). Zitat:
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Dat Ei |
Danke, „Südländer“,
für Deine klugen Anmerkungen. Ich denke mal, wir schwimmen schon auf einer ziemlich vergleichbaren Wellenlänge. Lassen wir es erst einmal so stehen! Und was Deine Gedanken zum Hochformat betrifft: Wahrscheinlich sollte ich da wirklich in mich gehen (obgleich ich natürlich nicht beim Fotografieren an das SUF denke, sondern erst später beim möglichen Bescheiden für die Galerie). Lade denn bitte mal was zu Indien hoch. Das ist eins der spannendsten Länder der Welt. Leider war ich seit 1993 nicht mehr dort – damals noch mit einer popligen Analogkompakten, deren Ausbeute ich hier beim besten Willen nicht zeigen mag. Stattdessen folgt hier etwas anderes aus Asien: Afghanistan. Ich flog dort mal mit der Bundeswehr hin, wohnte aber nicht in deren Camps, weil ich kein Soldat bin, sondern beispielsweise zwischen den hohen Lehmmauern der Einheimischen in Kundus. Die Bilder entstanden beim Bummel durch die Gassen, Märkte und Hinterhöfe der nordafghanischen Stadt – sowie in einer Dorfschule im Umland. Und natürlich wollte niemand Geld von mir dafür haben. Zuerst einige Bilder, die im Basaralltag von Kundus entstanden. Ladenstraßen gibt es entlang aller großen innerstädtischen Alleen ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Stoffhändler in ihren Ständen ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Eine Mädchenschule im Dorf Katachel bei Kundus. Das Geld hierfür kommt zum Teil auch von einem rührigen Verein in Niedersachsen ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Straßenkinder sind nicht zwingend Waisen oder von daheim ausgebüchste Jungen. Teilweise sind es einfach die Kinder von Markthändlern. Manche müssen aber auch selbst arbeiten, etwa als Schuhputzer, um ihre Mütter (Kriegswitwen) und jüngeren Geschwister über Wasser zu halten ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Dieser ältere Mann gehört zu einer Karawane, die Waren nach Kundus auf den Markt brachte und nun wieder heimwärts in die Berge zog. ![]() → Bild in der Galerie |
Ich habe den Thread jetzt endlich mal in Ruhe durchlesen und -sehen können. Ganz ganz starke Bilder! Ich bin ja schon etwas neidisch auf eure Reiseziele...
Da ich ja quasi Schuld an diesem Thread bin ;-), hier was von mir, aus wesentlich "banaleren" Reisezielen: 1. Montreal, Kanada: ![]() → Bild in der Galerie 2. Vancouver, Kanada: ![]() → Bild in der Galerie 3. Funchal auf Madeira: ![]() → Bild in der Galerie |
Danke, Joachim! Alle drei Bilder finde ich sehr ausdrucksstark. Sie passen auch wirklich gut zusammen, gewissermaßen als Serie. Das unterstreichst Du auch noch, indem Du sie alle drei in s/w hältst. Zugleich verstärkt das noch eine gewisse Dramatik bzw. Trostlosigkeit.
Zitat:
Der Thread war auch nie nur für besonders exotische bzw. No-go-Länder gedacht, sondern ganz generell für die Menschen und Gesichter hinter den Kulissen, Schlagzeilen, Glitzermeilen, Strandpromenaden, Touri-Schauplätzen - egal ob auf Mallorca, in Marokko oder Mali. |
![]() → Bild in der Galerie Stephan, wenn das Bild im Bilderrahmen stehen würde, würde ich es für die Ausstellung nominieren... Super Street Aufnahme! |
Erster Versuch
Da mich das Thema interessiert und ich auch gerne in nahe und ferne Länder reise, überwinde ich meine Scheu, eigene Bilder zu veröffentlichen und mich in Foren zu beteiligen, obwohl ich schon lange "passiver" Nutzer dieses Forums bin.
Diese neugierigen Kinder habe ich nach einer Trekkingtour durch das Langtang-Tal in Kathmandu fotografiert. Noch analog mit Minolta! ![]() → Bild in der Galerie Bei einem Spaziergang kamen wir an diesem Schuhputzer vorbei. ![]() → Bild in der Galerie Bei einer Reise durch Tibet entstanden diese Fotos: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Herzliche Grüße Frank |
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@WildeFantasien: Ich denke, das war sicher auch gar nicht so einfach, hier unbehelligt zu fotografieren. Hast Du vorher gefragt oder eben mal aus der Hüfte abgedrückt? @fklesen: Danke, Frank, für die Fotos - und willkommen im Klub! (Zumal wir ja so viele noch nicht sind...) Sie sind sehr lebensprall, vermitteln genau diese unbefangene, authentische Atmosphäre, wie ich sie auch schon in Kathmandu und Pokhara erlebt habe. Das vierte Foto gefällt mir am Besten. Es bringt für meine Begriffe gut jene Mischung aus Anmut, unaufdringlichem Stolz und zurückgenommenen aber sehr wohl spürbarem Selbstbewusstsein zum Ausdruck, die ich bei den Asiat(inn)en Leider hat ja das schlimme Erdbeben 2015 gerade das Langtang-Tal übel getroffen. Ich muss mal sehen, dass ich Zeit finde, dann lade ich auch etwas zu Nepal hoch. |
Ich trau´ mich dann auch mal........obwohl ich nur bis Italien und Spanien gekommen bin
... ![]() → Bild in der Galerie (auch in Italien aufgenommen) ![]() → Bild in der Galerie (Verona/Giulia-Statue) ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie |
Ich habe dieses Bild zwar schon gezeigt, möchte es aber auch den "Gesichtern" zufügen: Was hat diese sehr alte Dame wohl alles erlebt ...
![]() → Bild in der Galerie PS: Auch ich würde das letzte Bild von Stephan ggf. für die Ausstellung vorschlagen :top: |
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Ein grandioses Foto :top: |
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Bitte mehr davon! |
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Gestatte, dass ich hierzu auch noch ein paar Bilder beisteure. Die beiden ersten zeigen zwei Greisinnen vom Volk der Ifugao, einer kleinen Ethnie im Norden der philippinischen Hauptinselgruppe Luzon. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Und hier noch eine alte Frau in einem Dorf in der Nähe von Kathmandu (Nepal). Sie zaubert sich offenbar täglich ihre eigene blaue Stunde... ![]() → Bild in der Galerie |
Moin, moin,
wie bereits angedroht folgen nun meine Gesichter Indiens.
So viele Bilder von Menschen habe ich zuvor in keinem Urlaub gemacht. Es dürften auch noch einige auf der Platte schlummern. Auch hier sind noch Bilder dabei, die aus der Situation heraus entstanden, aber das entstand nach oder während Gesprächen mit den Menschen. Und gerade daran hängen viele, viele Erinnerungen... Dat Ei |
@Dat Ei: Es gibt weiß Gott schlimmere Drohungen… :)
Ich habe sie mir alle inzwischen zweimal angeschaut und bin noch dabei, sie auf mich wirken zu lassen… Ein wirklich starkes Bilderbuch! Und ähnlich, wie ich es auch einst in Indien erlebt habe, spielen die Leute wirklich mit – was für ihr in sich ruhendes Selbstbewusstsein spricht. Asiaten eben! Kannst Du etwas zur Kamera und zum Objektiv sagen? Und vermutlich hast Du keins in Schwarzweiß aufgenommen, sondern sie später nur so abgespeichert? Also gern noch mehr davon! |
Moin Harald,
vielen Dank für Dein Feedback. Zitat:
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Die S/W-Konvertierung habe ich natürlich erst daheim gemacht. Dafür setze ich Nik Silver Efex ein. Neue Bilder werden vielleicht Ende des Jahres entstehen. Da stecken wir noch in den Planungen mit unserer Agentur. Dat Ei |
Hallo Dat Ei,
beeindruckende Porträts... Kannst du dich noch an das Gespräch mit der jungen Mutter erinnern? Ist es ohne weiteres möglich (ich war noch nie dort), als Fremder eine verheiratete Frau anzusprechen? Zweite Frage: Warum hast du dem Kricket-Foto den Sepialook verpasst? Ich dachte sofort an die Kolonialzeit. War das auch deine Assoziation? fragt Mainecoon |
Danke, Dat Ei, für Deine ausführlichen Antworten.
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Was Du dann allerdings in der Fototasche trägst, nötigt mir Respekt ab: Vier Objektive! Vermutlich machst Du das professionell. Mir wäre es aber zu schwer, weshalb ich für Stadttouren inzwischen auch die A6000 viel benutze – und dann zwar auch drei oder vier Objektive dabei habe, aber nie auf einmal. Je nach Situation sind das mal das Zeiss 4/1670 oder Tamron 18-200 (als tägliches Immerdrauf), das 1,8/35 am Abend und das 2,8/20 für Situationen, wo man nicht groß auffallen will. |
Moin, moin,
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Da es früher Morgen war, und mein Anliegen sehr offensichtlich und nicht zweideutig, habe ich mir auch nicht mal ansatzweise einen Kopf darum gemacht, ob es Ärger geben könnte. Ihre Innehalten im Türrahmen, Hochhalten des Kindes und Lächeln war international verständlich genug, dass sie mit dem Photo einverstanden sei. Zitat:
Dat Ei |
Moin Harald,
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Nein, zum Glück ist die Photographie nur ein Hobby. Ich kann und darf ihr nachgehen, aber ich muss ihr nachgehen, nicht erfolgreich sein und auch nicht Themen beackern, die mich nicht interessieren. Zitat:
Dat Ei |
Hallo, Dat Ei,
vielen Dank für die Erklärungen! Es dankt Mainecoon |
Der Iran ist ein Land, wo ich auf jeden Fall noch einmal hin möchte. Selten habe ich (jenseits aller offiziellen Politik und Religion) so umgängliche, selbstbewusste und offenherzige Menschen erlebt. Nahezu niemand hatte Probleme mit dem Fotografiertwerden. Immer wieder kamen stattdessen sogar Menschen auf uns zu, weil sie sich zusammen mit uns ablichten wollten – etwa mit ihrem eigenen Handy.
Einziger Nachteil für unsereinen: Nirgendwo bekommt er sein abendliches Schlummerbier. Zwar soll es ausreichend „schwarze Theken“ geben, meist im geschützten Privatbereich, aber die kennt man als Ausländer natürlich nicht. Auch in diesem absolut schrägen Teehaus Azedegan in einem Kellergewölbe unter einem großen Basar in Isfahan gibt es nur Nullpromilliges. Doch der Laden ist einfach eine Wucht – rappelvoll mit antikem Tand und Plunder. Hier der Chef in seiner Koje neben der Küche. ![]() → Bild in der Galerie Diese Frauen sprachen mich tuschelnd von hinten an, als ich unter einer Brücke in Isfahan Studentinnen fotografierte, die es sich im Schatten der Bögen bequem machten. „Ja, junge Mädchen fotografiert er, aber solche alten natürlich nicht…“, raunten sie mir glucksend zu. Und dann stellten sie sich blitzschnell in Pose… ![]() → Bild in der Galerie Ein etwas eitler Konfektionshändler im Basar neben der Freitagsmoschee von Isfahan. ![]() → Bild in der Galerie Die nächsten Bilder entstanden auch im Straßengeschehen von Isfahan. Ohne Tschador, schulterlangem Schal oder wenigstens einem Kopftuch sieht man praktisch keine Frau. Vor allem jüngere binden den Stoff dann aber so, dass man noch möglichst viel von Gesicht, Schmuck, Make-up und Frisur sehen oder zumindest erahnen kann. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Vor allem Schülerinnen und Studentinnen – hier Mädchen in Shiraz bzw. in einer Moschee in Yazd – sind sehr aufgeschlossen gegenüber europäischen Besuchern. Und sie sprechen auch alle gut Englisch. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Und Omis kämpfen sich derweil an die moderne Technik heran… ![]() → Bild in der Galerie … während ältere Herren lieber dem plauschenden Müßiggang frönen. ![]() → Bild in der Galerie Neugierig und ein wenig vorlaut sind Kinder und halbwüchsige Burschen wohl überall auf der Welt – hier Jungs in der Wüstenstadt Nain. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Zum Schluss noch ein Bild aus dem abendlichem Yazd, eine der schönsten Städte des Iran mit einer noch weitgehend intakten Altstadt ![]() → Bild in der Galerie |
Nochmals: Gesichter aus Laos
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