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jqsch 15.06.2024 14:55

Hallo Harald,

entschuldige meine verspäteten Antworten zu den letzten beiden Welterbestätten Insel Kishi (Russland) und Fort São Jorge da Mina (Ghana)

Ich bin im Juni auch etwas sehr eingespannt.

Beeindruckend finde ich die Holzkirchen. Die Verklärungskirche ist der absolute Wahnsinn. Einfach wunderschön. Obwohl in s/w geben deine Bilder diese Baukunst wunderbar wieder.

Die (architektonischen) Bilder von Fort São Jorge da Mina gefallen auch. Aber am meisten beeindruckt mich das Köpfe Bild. Und bei den Street Bildern ist es Bild 2, zeigt es schön wie viele Fischer noch vom Fischfang leben und wie es um das Fort aussieht.

Viele Grüße

jqsch 15.06.2024 15:12

Danke Harald, dass Du momentan den Thread alleine am Leben hältst. Ich hoffe Ende Juni/Anfang Juli hier wieder ein paar neue Bilder beisteuern zu können. Und ich hege die stille Hoffnung, dass der eine oder andere Sommerurlauber einige neue Bilder von Welterbestätten beisteuern kann.

VG

perser 18.06.2024 23:37

Weltkulturerbe: Qusair ʿAmra (Jordanien)
 
Danke für Deine Bewertungen, Jürgen! :)

Bevor wir uns denn wieder aus dem Staub machen, diesmal Richtung Baltikum, noch eine Welterbestätte aus dem Orient.

Qusair heißt „kleiner Palast“, und 'Amra ist ein Wüstenort, 70 km östlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Der Bau aus dem frühen 8. Jh. gehört zu den zwölf Wüstenschlössern oder Umayyaden-Schlössern in Jordanien - und als einziges hiervon seit 1985 zum Welterbe. Bewohnt wurde Qusair ʿAmra vom Prinzen und späteren Kalifen al-Walid ibn Yazid. Er nutzte diese so genannte Scheinfestung als Jagdschloss mit integriertem Badehaus im römischen Stil.

Das Besondere am Qusair 'Amra ist die reiche Wandbemalung, die selbst nach 1300 Jahren noch vergleichsweise gut erhalten blieb. Wiederentdeckt wurde diese 1898 vom tschechischen Orientalisten Alois Musil. Es handelt sich um Fresken, die u.a. Jagdmotive, Badeszenen, unbekleidete Frauen, Handwerk, Astralkörper, Tiere, Akrobaten, erotische Szenen sowie königliche Figuren darstellen.

Damit zeigt sich übrigens, dass das Verbot, naturgetreue Bildnisse – etwa von Menschen – anzufertigen, erst eine spätere Entwicklung des Islam bildet.



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Melde mich im Juli wieder... ;)

XG1 19.06.2024 13:30

Da biste platt. Solche Wandmalereien aus dem 8. Jahrhundert :?: :!: - in der Qualität und in dem Erhaltungszustand? Außerordentlich, Harald, außerordentlich. Nix weiß man von so was, absolut rein gar nix. Fast schon peinlich.

Zitat:

Damit zeigt sich übrigens, dass das Verbot, naturgetreue Bildnisse – etwa von Menschen – anzufertigen, erst eine spätere Entwicklung des Islam bildet.
Würde heute zutage von den Taliban sicher platt gemacht... :roll:

Wird es dann im Juli noch weiteres, vielleicht sogar neu erstelltes Weltkulturerbematerial von Dir geben?

Noch zu dem OT-Thema:
Zitat:

Das Gute wurde exportiert (und im Westen teils fast verschleudert), die zweite Wahl blieb im Lande...
ein weiteres, persönlich erlebtes (da davon profitiert) Beispiel: Es gab eine Zeit, da hat die DDR-Möbelindustrie für IKEA gefertigt und diese Produkte auch (oder dann wahrscheinlich nur) im Westen verkauft. Zu der Zeit hatten IKEA-Möbel eine Qualität, wie sie später nie wieder erreicht wurde!

perser 07.07.2024 18:37

Weltkulturerbe: Altstadt von Tallinn (Estland)
 
Im Juni waren wir privat im Baltikum unterwegs, vor allem in Lettland und Estland. Hier besuchten wir natürlich auch ausführlich die Altstädte von Riga und Tallinn, die beide zum Weltkulturerbe zählen. Das lettische Riga hat Jürgen hier ja schon präsentiert, so beschränke ich mich auf Tallinn – womit ein weiteres Land in unserer Tabelle auftaucht.
*

Vanalinn nennen die Esten die Altstadt von Tallinn und meinen damit jenen im 13./14. Jahrhundert errichteten historischen Kern, der seit 1997 auf der Welterbeliste rangiert. Ihre Ursprünge gehen auf eine Burg zurück, die die Ritter des Deutschen Ordens vor über 700 Jahren errichteten. Deren Einfluss war seither so nachhaltig, dass Deutsch noch bis 1885 Unterrichts- und Behördensprache im heutigen Estland war. Tallinn hieß damals noch Reval. Erst danach wurde das Deutsche langsam durch Russisch verdrängt. Heute ist Estnisch alleinige Amtssprache, auch wenn dies die Hälfte der rund 1,3 Mio. Bewohner nicht oder nur rudimentär beherrscht.

Vanalinn besteht im Grunde aus zwei Teilen, dem hochgelegenen Domberg um Burg, Schloss, Dom und den mittelalterlichen Turm Langer Hermann, sowie der Unterstadt rund um den Rathausplatz. Beide Bezirke trennte einst eine teils noch heute gut erhaltene Mauer, ehe sie 1878 vereinigt wurden.

In beiden Altstadtbereichen entstanden indes zahlreiche öffentliche Gebäude und Kirchen, die heute den besonderen – oft noch mittelterlichen – Reiz von Tallinn ausmachen. Im Grunde ist die Altstadt ein einziges spektakuläres Freilichtmuseum. Es war meine inzwischen dritte Tour nach Tallinn, und die Restaurierungsfortschritte sind beeindruckend. Es gibt kaum noch Brachen in der Altstadt. Und obwohl ich hier diesmal schon mehr Bilder zeige, als überhaupt erlaubt (seitens TO Jürgen), hätte ich noch zwei-, dreimal so viele ähnliche Motive in petto.



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Die Kehrseite der wiederkehrenden Schönheit Tallinns sind die Touristenmassen. Häufig legen im fußläufig nahen Hafen drei, vier Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig an, und ihre Passagiere überschwemmen dann geradezu die Altstadt. Diese zählt bei 1,1 Quadratkilometern Fläche offiziell 4746 Einwohner – aber auf jeden von ihnen kommen (zumindest im Sommer) gefühlt zehn Touristen, darunter überreichlich besoffene Briten. Entsprechend sind auch die Preise und leider auch das Niveau der Gastronomie.

Anders als in Riga, wo wir bunte Volkfeste zur Mittsommernacht erleben und damit farbenfrohe Letten fotografieren konnte, entdeckt man in Tallinn praktisch nichts Authentisch-Estnisches mehr, allenfalls historisch gewandetes Restaurantpersonal. Schade.

XG1 11.07.2024 11:01

Die baltischen Staaten sind definitiv ein interessantes Reiseziel - auch ohne Weltkulturerbe. Mit diesen Bildern jetzt wird dieser Eindruck noch verstärkt... ! Ob es für solche Stätten wirklich sinnvoll ist, sich dem Kreuzfahrttourismus hinzugeben, ist eine sehr grundsätzlich Frage. In Venedig scheint sich die Erkenntnis zu bilden, dass das eher schädlich als nützlich ist...

Volksfestbilder aus Riga an Weltkulturerbestätte wären doch eine schöne Ergänzung zu den bisher hier eingestellten Bildern von Riga.

jqsch 12.07.2024 11:52

Hallo Harald,

Ich komme erst jetzt dazu, mich zu deinen Bildern zu äußern. In Talinn war ich 2003. Und vieles aus der Altstadt habe ich wiedererkannt.

In Talinn habe ich den stärksten Wolkenbruch meines Lebens erlebt. Der Marktplatz stand unter Wasser, das dann in Fluten sich in die anderen Straßen ergoss. Aus den Toiletten unseres Hotels am das wieder hoch, was eigentlich in die Kanalisation gehört hätte.

Die langen Worte mit den vielen Vokalen war eine Sache an die ich mich gut erinnere. Und die Landschaft um Talinn. Wunderschön.

DU kannst gerne Bilder aus Riga beisteuern.

VG

perser 16.07.2024 11:30

Zitat:

Zitat von XG1 (Beitrag 2308773)
Volksfestbilder aus Riga an Weltkulturerbestätte wären doch eine schöne Ergänzung zu den bisher hier eingestellten Bildern von Riga.

Hier denn zunächst, wie von Egbert erbeten, ein paar Bilder vom diesjährigen Mittsommerfest in der lettischen Hauptstadt Riga - deren Altstadt zum Weltkulturerbe zählt.


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Obwohl der längste Tag des Jahres eigentlich der 21. Juni ist, begehen die Letten Mittsommer vom 23. Juni (Ligo-Tag / Kräutertag) auf den 24. Juni (Jäni-Tag / Johannnistag). Beide sind auch nationale Feiertage.

Man setzt sich Blätterkronen oder extragante Hüte auf und schmückt teilweise selbst Häuser, Autos usw. mit Zweigen von Eichen, Vogelbeerbäumen und Birken. Es soll das Böse vertreiben.

Begleitet wird alles von Volkstänzen, Konzerten, und traditionellen Jahrmärkten. Dummerweise habe ich das allermeiste hiervon nur auf Video festgehalten, kann es hier drum leider nicht zeigen.

XG1 16.07.2024 12:16

Ja, sie sind doch schon etwas anders als Russinen, die Lettinnen. Eindrucksvolle Portrait-Momentaufnahmen. Auf Bild 6 ist etwas Altstadt zu sehen - als Alibi für das Posten in einem Welterbestättenthread... :mrgreen:

perser 16.07.2024 17:48

Zitat:

Zitat von XG1 (Beitrag 2308980)
Auf Bild 6 ist etwas Altstadt zu sehen - als Alibi für das Posten in einem Welterbestättenthread... :mrgreen:

Natürlich habe ich auch noch mehr Weltkulturerbe aus der Rigaer Altstadt zu bieten! ;) Aber Jürgen hatte ja schon mal gut vorgelegt...

SchlossDomSchwarzhäupterhausDomplatz

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Drei BrüderLivu-PlatzBlaskapellePulverturm

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Riga wirkt architektonisch weniger kompakt als etwa Tallinn, dafür aber authentischer und lebenspraller. Zudem waren uns die unkomplizierten Letten spürbar angenehmer als die etwas steifen Esten.

Freiheitsdenkmal Kaleju ielaSt. PetriKreuzgang Dom

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Echt beeindruckend ist in Riga überdies das Jugendstil-Quartier. Das sieht man kaum ein zweites Mal in Europa in dichter Dichte. Das Viertel liegt indes kurioserweise nicht mehr in der welterbegeschützten Altstadt.


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