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Alles Ätna, oder was?
Sizilien fängt mit dem Ätna an. Dauernd mogelt er sich aufs Bild, irgendwann hab ich mich dabei erwischt, möglichst um ihn herumzufotografieren, weil ich einfach keine Ätnabilder mehr wollte. ![]() → Bild in der Galerie Gut, hier noch nicht, aber jetzt: ![]() → Bild in der Galerie Mist. Ich sehe schon, ich muss anders anfangen: Tag 1, wir, das heisst Pelle, Bernd, Stefan und ich, guckten uns Castelmola an. Das war so etwa so, wie ich mir einen Sizilienurlaub vorstellte. Nettes Dorf, ein Platz mit Ausblick, Pizzeria und bunten Tischdecken und drumherum italienisches Leben. ![]() → Bild in der Galerie Es gab italienische Autos, ![]() → Bild in der Galerie italienische Katzen ![]() → Bild in der Galerie und irgendwie was mit Vögeln, zumindest hatte es Flügel: ![]() → Bild in der Galerie Da wandten sich manche schamvoll ab. ![]() → Bild in der Galerie Auch in Geschäften gab es immer etwas zu entdecken: ![]() → Bild in der Galerie Den nächsten Tag starteten wir am Ende von Messina beim Leuchtturm: ![]() → Bild in der Galerie Ein schöner Blick zurück auf Torre Faro: ![]() → Bild in der Galerie und ein nicht ganz so schöner auf verfallene Lagerhallen in Ufernähe: ![]() → Bild in der Galerie Wenigstens haben sich die Künstler Mühe gegeben und schön buntig gemalt: ![]() → Bild in der Galerie Messina entpuppte sich als nicht so toll, es gab zwar einige schöne Kirchen: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie aber es überwogen hässliche, alte und verfallene Gebäude, kombiniert mit Lärm und leicht überdrehtem Verkehr. Sizilien ist verkehrstechnisch wie Indien, aber ohne Kühe auf der Strasse und mit mehr Schildern. Leider fahren dadurch alle viel schneller und wenn auf dem Schild eine Begrenzung auf 40 zu sehen ist und alle mit 90 bis 120 unterwegs sind, dann erzeugt das mehr Stress als der zwar laute aber gemächliche Verkehr in Indien. Aber soweit ich weiss, haben wir es alle ohne Beule im Auto überstanden, also kein echter Grund zur Klage. Also raus aus Messina, dem Dreck und dem Lärm und ab in die Natur. Also, ab zum Ätna. Das geht ganz entspannt, erst per Seilbahn: ![]() → Bild in der Galerie und dann mit dem Unimog: ![]() → Bild in der Galerie Oben kommt dann fast Islandfeeling auf. Dunkler, fast schwarzer Lavaboden, trotzdem bunte Farbtupfer durch Schwefel- oder Eisenoxidablagerungen, wenn man die Hand auf den Boden legt, merkt man, wie warm der ist und aus Felsspalten dampft es. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Wenn man sich einen Vulkan vorstellt, dann denkt man an so ein Kegeldings mit einem Loch in der Mitte, aus dem manchmal Lava kommt. Das ist beim Ätna anders, bei einem Ausbruch reisst eine Flanke des Berges auf, es bildet sich ein neuer Krater und los gehts. Das führt dazu, dass die Lava an Stellen losfliesst, die weit weg vom Hauptkrater sind. In den Andenkenläden an der Talstation gibt es Fotos vom Ausbruch 2007, an dem mal kurz die Komplette Bergbahn abgeräumt wurde und die Lava dann um das untere Bahngebäude herumfloss. Und wenn ein Haus im Weg steht, dann sieht das hinterher so aus: ![]() → Bild in der Galerie Das ist das obere Stockwerk, vom unteren ist nichts mehr zu sehen. Man kann aber im Hausinneren noch nach unten klettern... Auf dem Rückweg nach Hause kamen wir an einem Friedhof mit gigantischen, völlig abgehobenen Gräbern vorbei: ![]() → Bild in der Galerie Irgendwie hatten wir den Eindruck, dass sich die Leute da mehr Mühe geben als bei ihren Häusern, die ja zum Teil in wirklich erbärmlichem Zustand waren. Hier gab es Marmor, so weit das Auge reichte. ![]() → Bild in der Galerie Wir stiessen aber auch auf ein ungepflegtes und verschlossenes Areal: ![]() → Bild in der Galerie Als die Besucher einer gerade beginnenden Trauerfeier das sahen, kamen sofort ein paar zu uns und klärten uns darüber auf, dass Grabmal und Areal verhext wären und wir das Fotografieren doch besser lassen sollten, denn sonst.... Gut, mach ich halt Tierbilder, da kann mir nichts passieren: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Und noch ein paar Eindrücke von der Alka Selzer - öhm - Alcantara Schlucht: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Auf dem weitern Weg kamen wir an wunderschönen kleinen Dörfern vorbei: ![]() → Bild in der Galerie die nicht mehr wunderschön waren, wenn man direkt durch sie durchfuhr und vielleicht sogar noch nach einem Kaffee suchte. Daraus leiteten wir dann eine Regel ab, die sich immer wieder bestätigte. Die 500m Regel: Alles ist schön, so lange man 500m davon entfernt ist. Diese Regel gilt für bebaute Gebiete, also Städte und Dörfer. Natur geht immer, wie sich bei unserem Abstecher nach Milazzo wieder zeigte: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Am nächsten Tag stand Syrakus auf dem Programm. Da gibt es die leicht betonlastige Kirche: ![]() → Bild in der Galerie die errichtet wurde, um der Madonna unten im Bild ein Heim zu geben. Die Madonna zeichnet sich dadurch aus, dass sie 1953 weinte, was als Wunder galt und Syrakus zu einem Wallfahrtsort für Tausende machte. ![]() → Bild in der Galerie Die Kirche ist erstaunlicherweise klar und ohne Pomp, das gefällt mir sehr gut. ![]() → Bild in der Galerie Aber in Syrakus findet man auch eine alte Kirche, die einem doch ein wärmeres Gefühl gibt als es dieses Betonteil schafft: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Und manchmal lohnt ein Blick nach oben: ![]() → Bild in der Galerie Mit ihren Heiligen gingen sie zu Lebzeiten aber sehr unfreundlich um. Das hier ist Lucia von Syrakus (283-304), die sich nicht verheiraten lassen wollte, weil sie Jungfräulichkeit gelobt hatte. Das fand der zurückgewiesene Bräutigam in spe nur so mittelgut und klagte sie an, Christin zu sein, was dann am Ende zu dem Schwert im Hals führte. ![]() → Bild in der Galerie Der Blick von der Altstadt von Syrakus raus aufs Meer: ![]() → Bild in der Galerie und auf ein paar Fische beim Netze flicken: ![]() → Bild in der Galerie Auch in Catania galt die 500m-Regel, aber es gab trotzdem überall Schönheit zu entdecken, wenn man die Augen offen hielt: ![]() → Bild in der Galerie und mal einen Blick in die Innenhöfe warf: ![]() → Bild in der Galerie Und dann kam Enna Catania war der Abschluss unserer Woche im grossen Haus. Pelle und ich wollten noch zwei Tage weiter durch Sizilien tingeln, wofür wir uns noch ein paar Ziele vorgemerkt hatten. Als Standort suchten wir uns Enna aus, was für uns zunächst nur ein günstig gelegener Punkt auf der Karte war. Dort angekommen, fanden wir eine grössere Stadt im Tal mit einer wunderschönen Altstadt auf dem Berg, wo sich auch unser B&B befand. Enna ist Universitätsstadt, deswegen voll mit jungen Leuten, am Abend sind die Strassen belebt, es gibt mehrere(!) Pizzerien, die auch offen(!) sind und die Menge an gammeligen Gebäuden ist erfreulich überschaubar. Ich glaube, irgendwie hat mich Enna mit Sizilien versöhnt und die Erinnerung an Messina zurückgedrängt. Am Anfahrtag war wildes Wetter mit Regenschauern und tiefhängenden Wolken. Aber kurz vor Sonnenuntergang riss der Himmel wieder auf und gab einen gigantischen Blick auf das Dorf gegenüber von Enna frei: ![]() → Bild in der Galerie In Enna gibt es eine Kathedrale: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie in der merkwürdigerweise keine Bänke standen. Schön zum Fotografieren.... :) Unser nächstes Ziel war das Velle di Templi. Das ist ein riesiges Areal, in dem man alte griechische Tempel angucken kann. Die sind eh verfallen, passen also irgendwie zu Sizilien, und der Tourist erwartet an dieser Stelle auch keinen Neubau, hier ist die 500m Regel ausser Kraft gesetzt. Dementsprechend gut hat mir das Ganze gefallen. ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Alter Tempel, kombiniert mit Statue von Ikarus: ![]() → Bild in der Galerie Unser letzter grosser Programmpunkt waren die weissen Felsen nicht weit vom Valle di Templi, die wir auch auf unserer Karte entdeckt hatten: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Am Ende ist alles wieder Ätna auf dem Weg zurück Richtung Flughafen gab es noch ein paar Abstecher auf denen sich völlig unerwartet der Ätna noch mal aufs Bild mogeln konnte: ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Aber nicht auf dem letzten Bild! Da gibt es nur Leuchtturm und Meer: ![]() → Bild in der Galerie Sizilien, nein Danke? Und jetzt? Soll man nach Sizilien zum Fotografieren? Ich glaube schon, denn es gibt die Möglichkeit, dass wir einfach in einer etwas doofen Ecke waren. Was wir auf jeden Fall unterschätzt haben, sind die Wegzeiten. Man kommt schlecht voran, es gibt zum Teil wenig Strassen und man muss dicke Umwege fahren - vielleicht ist ein Urlaub, in dem man von einem zum nächsten B&B reist, für Sizilien günstiger als ein Standurlaub an einem Punkt. Ich kann nur sagen, mir hat es gefallen, aber ich mag auch Orangenmarmelade. Viele Grüsse, Michael |
Boah, Obi!!! :top: :top: :top:!
Du siehst mich extrem schwerst begeistert!! Wahnsinn, wundervoll und tolle Kommentare dazu. =) =) =) Am schönsten ist wirklich das GegenübervonEnna-Bild geworden..was für eine Aussicht und was für ein Licht! Drama und hohe Kunst, wunderbar. Toll, dass du auch mal was zeigst und beschreibst...das ist bei dir ja eher selten und freut mich so richtig! Ich bin durch meine Bilder endlich durch und schreibe morgen am Bericht für den nächsten Tag, nachdem ich das WE komplett weg war. |
Hallo Michael, einschüchternd gute Bilder... Ich vermisse in der Galerie die exifInfos dazu - kann man die mit irgendeinem button sichtbar machen?
Grüße von Anne |
Immer wenn ich die Reiseberichte so anschaue wird die Liste der Orte die man sich anschauen sollte länger..*seufz*
Wunderbare Einzelberichte und Eindrücke von euch. Dazu noch die tollen Aufnahmen...könnte man euch auch als Fototeam für den eigenen Urlaub buchen? Müsste ich net Kamera schleppen :crazy: Grüßle Jürgen |
Zitat:
Das Dorf gegenüber heißt Calascibetta und diesen Aussichtspunkt hatte ich mir auch auf der MapsMe-Karte markiert. War aber leider doch so weit weg, dass wir es nie bis dahin geschafft haben, bzw. überhaupt nur in Erwägung gezogen haben, dorthin aufzubrechen. Das Bild vom Leuchtturm Torre Faro gefällt mir auch sehr gut - sehr schöne Perspektive. |
Zitat:
Ich stimme dir zu, die Taormina-Ecke ist nicht alles – wir haben ja noch eine Woche an der Südküste angehängt, und das hat den Blickwinkel nochmal deutlich erweitert. Ich hoffe auf Annes Bilder, die ja auch immer für ganz besondere, farben- und formenreiche, oft witzige Perspektiven gut sind... und diesmal hatten wir sogar noch Zitronenmarmelade! |
Ja, vielleicht sollten wir irgendwann dem Landstrich nochmals eine Chance geben... ;) Das Problem ist halt, dass man wirklich sehr schwer große Häuser bekommt...in unserer Größenordnung gab es nur zwei... :(
So, nun mal weiter im Text! Do, 7.4.2016 „Ich hab nen Eisprung!“ Der Donnerstagmorgen war ein sehr lebhafter. ;) Irgendwie waren alle gut ausgeschlafen und sehr stark zu Scherzen aufgelegt. Gab es letztens noch das „Ziehschnupsi“ am Fenster der Gondel, gab es jetzt das „Drehschniewupsi“ am Toaster, ein kleiner Haken, der fort war und man deshalb mit dem Messer (mal wieder) nachhelfen musste, damit der Toaster keine schwarzen Placken ausspuckte. Es gab Spring-Eier, die einfach so vom Toast hüpften, worauf philosophiert wurde, dass dies Eier von Springhühnern gewesen sein mussten…worauf Gottlieb beim nächsten Ei-Fall laut schrie: „Ich hab nen Eisprung!“ Hachja…luschdisch. :D Heute ging es zur Alcantara-Schlucht. Das Wetter war zwar sehr mäßig, mit grauem Himmel und einer größeren Regenwahrscheinlichkeit, aber hey, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Andreas schloss sich heute uns an, da Ditmar, mit dem er fuhr, einen Tag richtige Erholung einschieben wollte (es war ihm gegönnt!), so packten wir ihn bei uns mit hinein und ab ging’s! Zuerst hielten wir an der Straße, weil uns ein großes, schönes Viadukt begegnete, das aber wohl keinen Namen hat:
Hier hielten wir uns nicht lange auf, denn die Alcantara-Schlucht wartete und recht bald fuhren wir dort auf den Parkplatz. Sie ist ja nicht weit vom Haus entfernt, nur ein paar Kilometer. Bevor wir dort los liefen, war die Frage „was ziehen wir an??“…das war gar nicht so leicht zu beantworten. Es war kühl…aber nicht zu kühl…kaum Wind, aber könnte regnen…ich pokerte, nahm KEINE Jacke mit, aber meinen Schal, so dass ich zur Not wenigstens etwas Wärme um den Hals haben konnte. Ich kenne mich, wenn ich hoch und runter laufe, wird mir meistens warm genug…und dem war auch so. =) Wir bekamen ein schmuckes Bändchen am Eingang, das aufwies, dass wir 13 Euro Vollpreis bezahlt hatten und all-inclusive überall hin kamen, dann fuhren wir mit dem Aufzug in die Tiefe. Ui, das war schön!
Wir stapften munter drauf los und ich musste mit meinen wasserfesten Schuhen natürlich auch gleich wieder ins Wasser. Ich plantschte da herum und machte meine Bilder, ging wieder hinaus, während Eva hinein ging…und gleich darauf erschrillte ein Pfiff einer Trillerpfeife. Wir sahen nicht, woher der kam, aber Eva bezog ihn auf sich und huschte rasch traurig aus dem Wasser. Ich glaube ja nach wie vor, die Trillerpfeife meinte einen Typen, der sich etwas dreist über die Felsen mit einem deutlichen Verbot dran gerobbt hatte und in einem Terrain stand, in dem er nichts zu suchen hatte. *Eva tröst* Das Wasser und die dauernden Ablagerungen hatten wunderbare Muster gemalt und die Lava hatte tolle Muster…geschmolzen oder so ähnlich.
Sah einfach super aus. Wir hatten nun die Wahl, mit dem Aufzug wieder hoch zu fahren – oder zu laufen. Auch ungefähr 250 Stufen. Gottlieb war ganz im Erklärbärmuster, das sah man, als man ihn mit Andreas hinten fachsimpeln sah. Meine Beine juckten aber dolle, ich wollte gerne wieder meine Kräfte messen und die Stufen hinauf steigen. Vera schloss sich an, Eva und Tim waren noch beschäftigt, die Wassermassen zu knipsen. Auch hier war es wieder ein Fest, ich kam einfach locker diese Treppe hoch! Nun konnte man einen langen Weg entlang laufen, der einen quer über und durch die Schlucht führte, an Orangenbäumen entlang und anderer Vegetation, an komischen Plastikfiguren (Tiere, die wohl in der Hochsaison auch irgendwas „konnten“, sie waren alle an Strom angeschlossen) und an vielen Kakteen vorbei. Tino war schon etwas weiter vorne und winkte uns, wie immer blendender Laune: ![]() → Bild in der Galerie Wir hielten immer wieder mal an und machten ein paar Fotos:
Es war toll, wie das Wasser da durch peitschte – und ich stellte wieder mal fest, dass ich einfach ein faules Stück war. Statt mein Stativ die ganze Zeit mit rum zu schleppen und einen Graufilter zu verwenden, drehte ich nur die Blende zu und legte die Kamera auf Stein auf…aber die Bilder sind dafür echt ok geworden. :D
Mich faszinierten ja die Kakteen. Ich hatte gehört, dass die Früchte sehr lecker sein sollten, man aber aufpassen musste, da sie starke Stacheln hatten. Ich reckte mich, um eine wenigstens mal zu berühren… ![]() → Bild in der Galerie AUTSCH! ![]() → Bild in der Galerie (Dieses Bild hat natürlich Vera gemacht. :D) Wir verloren uns in der Schlucht ein wenig und Gottlieb, der aufgeschlossen hatte, und ich waren schneller durch als die Anderen. Wir setzten uns in die inzwischen wieder existente Sonne und genossen ein wenig das Nichtstun. Dann wollte ich nochmals zurück, nach den Anderen gucken und ließ meine Kameras bei Gottlieb – was ich bereute, denn die Eidechsen fingen an, sich auf der langsam wärmenden Mauer zu tummeln. So rannte ich zu ihm zurück, griff mein Tele und rannte nochmals den Weg zurück (ich wusste am Abend, was ich getan hatte!), wurde aber auch belohnt.
Danach meldete sich der Hunger. Den rüden Tonfall meiner Eingeweide gebe ich jetzt mal nicht wieder, aber es war deutlich, dass er intensiv über Füllung nachdachte und dies lautstark mitteilte. So liefen wir durch Blauregen durch: ![]() → Bild in der Galerie in Richtung Restaurant. Aber natüüüürlich kamen wir dort erst einmal nicht an, denn es gab ja SO viele schöne Blumen zu gucken…und einen Frosch! In einem angelegten Gartenbereich konnte man sich wirklich wohlfühlen und nochmals von ganz oben in die Schlucht gucken.
Dann gab es aber endlich die ersehnte Labsal für unsere Innereien, in Form von Arrancini, Kaltgetränken und Eis. Haaachja, so lecker. Die Sonne zeigte sich nun von ihrer schönsten Seite und wir saßen eine Weile und ruhten aus. Da Tom und Tino viel, viel schneller als wir gewesen waren und schon eine Stunde dort ausharrten, fuhren wir recht schnell weiter. Es ging über Felder und Wiesen, an kleinen Bergdörfchen und Häuschen vorbei:
nach Castiglione, einem kleinen Dorf am Hang. Doch bevor wir da ankamen, gab es wieder mal einen DSP und obwohl das andere Auto vorfuhr, bog es automatisch dort ab. :D DSPs scheinen sich also auch per automatisch eingebautem WLAN zu übertragen. ;) Uiiii, war es dort schön! ![]() → Bild in der Galerie Auf Sizilien ist momentan alles recht trocken. Viele Flussbetten sind komplett ausgetrocknet und nur manchmal fließt noch ein Mini-Rinnsal durch große, breite Becken. In der Alcantara-Schlucht war massig Wasser, etwas, das für uns hier also Seltenheitswert hatte. Hier war nun auch richtig reißendes Wasser unterwegs, das sah prima aus! Ich denke mir fast, dass es sich hier um denselben Fluss handelt, der durch die Schlucht fließt, aber ich weiß es nicht genau. Wir parkten und liefen vor zum Wasser, jeder an eine andere Stelle, totale Begeisterung in den Gesichtern. Für mich war es wieder ein wundervolles Gefühl, fit zu sein. Früher hätte ich nie und nimmer auf diesen Steinen rumturnen können, springen, mich drehen, Gewicht verlagern…alles kein Problem mehr. Einfach wunderbar. So entstanden einige Bilder des Wassers:
Dazwischen ein kurzer Fotokrieg mit Gottlieb: ![]() → Bild in der Galerie Und dann setzte ich mich auf einen Stein und freute mich einfach ein wenig. „Hm…..mir ist jetzt ETWAS frisch…“ Ich schaute mich nach Vera um, die das gesagt hatte. Auweh. Sie stand da mit einer völlig bis oben hin vermatschten Hose. „Och neee! Was ist dir passiert??“ „Hingelegt hab ich mich…“ Sie war auf einem Stein mit „Belag“ ausgerutscht und konnte sich nicht halten. Glücklicherweise war ihr nichts passiert und den sämtlichen an ihr dran baumelnden, teuren Geräten auch nicht. Gut, die Hose war an dem Tag nicht mehr zu retten, dazu triefte sie zu sehr vor Matsch – was für Vera bedeutete, in Castiglione nicht mit durch die Stadt zu gehen. Wir wanderten zurück zum Auto und genossen nochmals den Überblick über die Landschaft: ![]() → Bild in der Galerie Kurz, bevor ich mich ins Auto setzen wollte, krächzte es in der Luft dolle:
Das war ein schönes Erlebnis! Castiglione, in das wir nun ohne Zwischenstopp einfielen (ok, es waren auch nur noch ein paar hundert Meter bis dort hin), ist ein recht illustres Bergdörfchen und, obwohl genauso alt und verfallen, doch mit mehr Leben und Lebenslust gefüllt. Hier machte es deutlich mehr Spaß, durch die Gassen zu schlendern. Da Vera nicht ausgehtauglich war, wollte sie eigentlich im Auto bleiben, aber Andreas überredete sie, mit ihm ein Café zu suchen, um sich bei einem Eis von dem Schrecken zu erholen. Wir anderen hatten noch Abenteuerlust und stiefelten los.
Auch ein sehr niedliches Gesicht fand ich: ![]() → Bild in der Galerie Besonders angetan hatte es mir eine Szene mit einem alten, italienischen Mann: ![]() → Bild in der Galerie Das ist etwas, das mir öfter auffiel. Ganz junge Burschen hielten am Straßenrand, um sich lautstark und fröhlich mit den ältesten Uromis zu unterhalten, die dort des Weges humpelten…großartig. Ist mir mehrfach vor die Augen gekommen. Auch schöne andere Szenen gab es noch:
An einer Mauer hatte sich ein Künstler verewigt: ![]() → Bild in der Galerie Weiter ging es, die Straßen entlang. Es tröpfelte. Ich stöhnte. „Och nee…jetzt regnet das auch noch…“ Eva blickte mich streng an: „NEIN…es regnet NICHT.“ „DOCH…es reeeegnet.“ „NEIN….tut es NICHT!“ „Doch…“ „Neeeiiin….“ „Dohoooch….“ „NEEHEIIIN“ Das Spielchen trieben wir eine ganze Weile. Dann hörte es auf zu regnen. Eva: „Siehste…es regnet NICHT. Man muss das nur oft genug sagen.“ Es fing sofort wieder an. Ich seufzte… „Siehste…es regnet doch nichtnicht…“ Wir liefen die Straße weiter, als plötzlich ein italienischer Kleinwagen mit sicher 80 Sachen durch die enge Straße gedonnert kam! Ich sprang zur Seite und war völlig baff…und blickte geradewegs in die Augen eines älteren Mannes, der zu schimpfen anhob. Auch wenn ich kein Wort italienisch kann, war völlig klar, wie sehr er sich über dieses unmögliche Benehmen aufregte. Tja, was so feurige, italienische junge Burschen sind…eieiei. Tsss. Kurze Zeit später lernten wir das Wort „Petrichor“, denn es roch in der Stadt herrlich nach „Regen auf Erde“…und Tom wusste tatsächlich, dass es dafür ein Wort gibt! Petrichor…benennt den Geruch von regennasser Erde. Ein toller Geruch! Und nun wissen wir sogar den Namen… Da wir eine Runde gelaufen waren und es wieder anhub zu regnen, suchten wir schnell die Ecke, wo das Café mit Vera und Andreas sich befinden sollte. Ich lief auf die Ecke zu, an deren Mauer drei ältere italienische Herren standen, alle wunderbar mit ausgebeulten Hosen, aber Sakkos drüber und Hosenträgern…und so schöööön wild! Ich traute mich nicht, ein Bild zu machen, muss aber eine Runde ZU lange geguckt haben, denn die drei stießen sich an und grinsten…und als ich vorbei war, gab es einige „Pfiffe“… :lol: Und NEIN, ich hatte sicher NICHT verliebt geguckt. ;) Im Café war es warm und trocken und es gab hervorragendes Eis! Eine Kugel Schoko-Eis ging sicher noch in mich hinein, daher holte Gottlieb eine, mit einer Waffel drunter. So lecker. Allerdings auch wieder viiiieeel zu viel, weshalb Gottlieb dann den zweiten Teil selbst essen musste. :D War aber sicher keine zu große Bürde. Wir fuhren wieder los und fuhren aus Versehen falsch…was uns aber eine schöne Sicht auf Castiglione bescherte:
Dann aber endlich ab nach Hause! Heute wollte Sascha kochen, etwas Ur-Sizilianisches, wir waren gespannt. Vorher sollten aber noch meine Karten eingeworfen werden und wir machten uns auf die Suche nach einem Postkasten. Gar nicht so einfach…auch hier wieder…ist ein Postkasten irgendwo verzeichnet, MUSS er da nicht unbedingt auch sein… ;) Vera fand dann einen und ich versenkte mein Geschreibsel in der Metallbox. Irgendwie kamen wir auf Wein zu sprechen…weil es abends bei uns immer welchen gab und er starken Zuspruch erfuhr. Vera erzählte uns, dass die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts über Italien hergefallen war, was den Wein damals zu großen Teilen vernichtet hatte. Tino machte große Augen: „Des habbisch ja gar net mit gekriegt…“ „Ähm…Tino…lass dich aufklären…“ Ich lache heute noch über die süße Verwechslung der Jahrhunderte. :lol: Daheim angekommen, war Sascha mitten im Vorbereiten, allerdings hatte er sich zeitlich ziemlich vertan und es war noch einiges an „Vorfreuzeit“, bevor es Essen gab. So beschloss ich, einfach mal endlich alle meine Bilder zwischen zu sichern und auf mein Netbook zu laden, sowie sie mal im Schnelldurchgang durchzugucken und zu löschen, was mir sofort als löschenswert auffiel. „Oh klasse!“ Pelle war begeistert, er sitzt gerne hinter mir und guckt mir dabei über die Schulter. Leider war das eine „Aufforderung“ an fast alle Anwesenden, es ihm gleich zu tun, weshalb ich ein paar Sekunden später mit einer riesigen Menschentraube im Rücken da saß und meine Bilder durchforstete, andauernd erklärend, dass da noch zwei Löschvorgänge kämen und das doch jetzt noch nix sei, wo man gucken könne oder müsse! Egal, was ich gesagt hatte, es schien für Fishing for Compliments gehalten zu werden, es blieb dabei…alle möglichen Leute guckten mit, gaben Kommentare ab und wägten das eine gegen das andere Bild ab. :D Super, überhaupt kein Druck! :lol: Beate beugte sich nach vorn: „Was ist denn das für ein weißes Licht in deinen Bildern??“ „Hä…? Wo?“ „Ja…eigentlich so mittig irgendwie…“ „Ähm…der Cursor??“ „Oh…äh…ja….“ :lol: Was hammwer gelacht. Zu niedlich. :umarm: Das Essen war dann doch fertig und Sascha ebenso. Aber es war SO lecker! Es waren so eine Art Rouladen…einfach nur hammermäßig gut! Aber es war sehr aufwändig gewesen und Sascha hatte dann insgesamt sicher vier Stunden oder länger in der Küche rotiert. Ich hatte mir ein Problem eingehandelt, ich hatte nämlich zu schnell gegessen…und mein Magen erklärte mir sehr deutlich, dass er das nun übel zu nehmen gedenke. Ich musste eine Weile an die frische Luft, damit er sich beruhigte und saß da eine Zeit lang auf unserer Veranda. Eine der drei Katzen kam und rieb ihren Kopf an meinem Bein, sprang dann hoch und ließ sich kraulen. Seltsam. Ob sie merkte, dass es mir nicht gut ging? Denn eigentlich war keine der Tiere wirklich schmusig. Das bewies sich auch etwas später, als Gottlieb die Katze fütterte und anschließend streichelte. Sie biss zu. Gott sei Dank nicht so stark, aber verarztet musste es werden…und da Gottliebs Tetanusimpfung schon Grünspan angesetzt hat, hielten wir alle den Atem an, doch die Verletzung war nur oberflächlich und am nächsten Tag schon wesentlich abgeheilt. Da hatte ich wohl Glück gehabt, denn MEINE Tetanus-Impfung würde wahrscheinlich hellauf jubeln, hätte sie überhaupt noch etwas, worauf sich Grünspan setzen könnte… Memo: Impfungen dringend auffrischen! Man weiß ja nie, was einen beißt… Danach das Übliche: Wein, Weib, Gesang, Bett. ;) |
Da sind aber ein paar Kunstwerke gelungen. Die Muster in der Alcantaraschlucht gefallen mir ausgesprochen gut.
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Vielen Dank für die tollen Berichte, Bilder und Eindrücke!
Die Schlucht ist ja voll dä Hammä :top: Sieht ja ganz so aus, als hättet ihr trotz des einen suboptimalen Tages viel Schönes gesehen und eine Menge Spass gehabt. Das ist doch toll :top: |
Und hier kommen noch ein paar Bilder zu Danas letztem Bericht, zuerst zur Alcantara Schlucht
![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Auch Monster (unten :-) ) waren dort zu sehen ![]() → Bild in der Galerie Und dann hat auch dort schon die Unsitte mit Schlössern um sich gegriffen ![]() → Bild in der Galerie In Castiglione waren wir auch, zum Beispiel in der Kirche mit dem neuen Gemeindehaus ![]() → Bild in der Galerie In der Kirche "Stairway to the organ" ![]() → Bild in der Galerie und auf dem Boden eine Jahreszeitenuhr (gegen Mittag fällt durch ein kleines Loch in der Wand - wir waren leider zu spät dran - auf diese Uhr) ![]() → Bild in der Galerie Zum Schluss noch ein paar Eindrücke aus diesem Städtchen ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie ![]() → Bild in der Galerie Ulrich (ein paar Bilder sind von Anne - zu erkennen in den Kamera-Dateien) |
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:59 Uhr. |