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Porty 27.01.2022 11:49

Zitat:

Zitat von eac (Beitrag 2231498)
München Ost: 1 Stromausfall in den letzten drei Jahren; Grund: Terroranschlag.


Bei uns war es ein mal eine hochgegangene Haupteinspeisung der örtlichen Hauptschaltanlage (knapp 10 Stunden) und vor einigen Monaten ein hochgegangener Leistungsschalter in der Trafostation um die Ecke. Ursache jeweils Alterung der Isoliermaterialien, beschleunigt durch zunehmende Oberwellen dank PV im Stromnetz.
Das war aber nicht der Hauptgrund dieser etwas rhetorischen Frage, sondern der Umstand, dass sich die Meisten nicht im klaren sind, wie unmittelbar wir von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig sind.

turboengine 27.01.2022 12:01

Zitat:

Zitat von berlac (Beitrag 2231504)
Deutschland hat … die letzten 20 Jahre[/URL] stets Strom netto exportiert.

Schon oben mehrmals geschrieben, daher kurz:
Mittlerweile exportiert Deutschland vorwiegend Strom den keiner braucht, nämlich Überproduktion aus Wind und Solar. Das führt oft zu negativen Preisen, man sollte als also nicht von „Export“, sondern von „Verklappung“ reden. Das Handelssaldo in Euro ist daher nur noch knapp positiv.

Die von Statista gezeigten 21 TWh Export in 2020 sind daher als solches irreführend, da man mit stündlicher Granularität rechnen muss.

Laut BNetzA war der Nettoexport 18.6 TWh und erzielte nur einen Erlös von rund 340 Mio. EUR., also 18,30 Euro pro MWh. Der Durchschnitts-Preis lag aber bei 30,47 €/MWh., also deutlich höher

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/...les/start.html

Zitat:

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr an der Börse in 298 Stunden (2019: 211 Stunden) negative Day-Ahead Großhandelsstrompreise.

Aufgrund der gesunkenen Nettoexporte und der geringeren Großhandelsstrompreise fiel der Exportüberschuss** mit 337 Mio. € in 2020 geringer aus als im Jahr 2019 (1.096 Mio. €).
Deutschland ist jetzt schon dann immer Nettoimporteur, wenn die Erneuerbaren nicht liefern und das wird sich verstärken. Zum anderen exportieren sie Strom der eigentlich nicht zur Eigenversorgung notwendig ist, aber zwangsweise produziert wird und in Österreich und der Schweiz gerne zum Hochpumpen von Wasser benutzt wird.

Ein typisches Kennzeichen von Planwirtschaft, wenn Angebot und Nachfrage nicht zusammenpassen. Hätte Deutschland tatsächlich einen Überschuss an frei planbarer Kraftwerkskapazität, was Du ja implizit behauptest, wäre der erzielte durchschnittliche Erlös über dem Durchschnittspreis. Er wird aber exportiert „weil man muss und nicht weil man will“.

Und eine im Kalenderjahr energetisch ausgeglichene Bilanz verhindert auch keinen Blackout, dazu muss zu jeder Zeit der Saldo von Produktion und Verbrauch ausgeglichen sein.
Leider werden Politik und Medien aber nicht müde, solche Formulierungen zu wählen wie „Dieser Solarpark kann 2400 Haushalte mit Strom versorgen“.
Richtig wäre: „Dieser Solarpark kann NULL Haushalte mit Strom versorgen“.
Es sei denn, diese akzeptieren nachts und im Winter einen Lieferungsstopp.

Edit: Das Wort „kann“ kann natürlich auch so gemeint sein wie in der Werbung für Haarwuchsmittel („Kann das Haarwachstum verlängern“). Ich liebe Dr. Klenk.
https://youtu.be/o8W0CxWYkbo
…und wenn sie mir immer noch nicht glauben, ziehe ich mit der Maus die Kurve länger.

twolf 27.01.2022 12:29

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2231496)
Zaubern können Ingenieure auch nicht. Es gelten die Hauptsätze der Thermodynamik und auf wetterabhängige Stromversorgung wird man mit wetterabhängigem Verbrauch reagieren müssen.
Klappt bei Klimaanlagen aber leider nicht bei Heizungen.

Wieder so ein Quatsch, Hole Hülsen ohne Inhalt.

Der Satz umschreibt alles und Nichts! Und ich bin bei einer Firma, die nichts anderes macht als Energie.

Das Große Manko ist bei der Deutschen Industrie die Mangelnde Bereitschaft Neue Wege zu gehen.
Siehe Elektromobilität, Da muss erst ein Gekloppter Ami eine neue Firma gründen und die deutsche Industrie Vorführen.
Alle Probleme, die du Jahrelang gehörst hast, hat Tesla mal locker gelöst.
( Akkuladezeiten, Lade Netz, Batteriekapazität, Software................... )
Dabei sind fast alle Grundlagen in Deutschland gelegt worden.

Und was höre ich von Dir? Bedenkenträger!, Gestern war alles so Gut. Typisch Schweizer. :cool:

turboengine 27.01.2022 12:30

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2231537)
Und was höre ich von Dir? Bedenkenträger!, Gestern war alles so Gut. Typisch Schweizer. :cool:

Du kennst mich nicht. Das merkt man.

Ellersiek 27.01.2022 12:31

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2231530)
...Zum anderen exportieren sie Strom der eigentlich nicht zur Eigenversorgung notwendig ist, aber zwangsweise produziert wird und in Österreich und der Schweiz gerne zum Hochpumpen von Wasser benutzt wird....

Also das sehe ich komplett anders: Aus Umweltsicht sollte es doch klar sein, dass regenerative Energiequelle zur Stromversorgung bevorzugt werden sollten. Somit ist der Strom, der aus nicht-regenerativen Quellen kommt und dann produziert wird, wenn noch Energie aus regenerativen Quellen ungenutzt ist, falsch produziert und nicht umgekehrt.

Und ja: mir ist klar, dass das alles nicht einfach und simpel ist. Mir sind jedoch Solaranlagen, Windräder, Wasserkraftwerke und was sonst noch alles regenerativ ist, tausendmal lieber als Kohle-, Gas- und ganz besonders Atomkraftwerke.

Und ja: Auch die regenerativen Energiequelle haben Nachteile. Aber in den nicht-regenerativen Energiequellen liegt nicht die Zukunft. Das wir sie als Übergangstechnologie und womöglich sogar einen Teil davon als Reserve-Energiequelle benötigen ist sicher richtig. Aber es ist das Auslaufmodell, welches bevorzugt nicht genutzt werden sollte.

Lieben Gruß
Ralf

twolf 27.01.2022 12:36

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2231524)
Bei uns war es ein mal eine hochgegangene Haupteinspeisung der örtlichen Hauptschaltanlage (knapp 10 Stunden) und vor einigen Monaten ein hochgegangener Leistungsschalter in der Trafostation um die Ecke. Ursache jeweils Alterung der Isoliermaterialien, beschleunigt durch zunehmende Oberwellen dank PV im Stromnetz.
Das war aber nicht der Hauptgrund dieser etwas rhetorischen Frage, sondern der Umstand, dass sich die Meisten nicht im klaren sind, wie unmittelbar wir von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig sind.

Genau das, Wir haben Probleme mit unserer Infrastruktur, Und vor allen mit der von Gestern.
Aber Investieren , Von wegen, das kostet Geld und die Gewinnmargen.

Es wird Zeit sich denn neuen Herausforderungen zu Stellen.

Und Atom noch Erdöl, Erdgas oder Kohle sind die Lösung.

twolf 27.01.2022 12:39

Zitat von turboengine Beitrag anzeigen
...Zum anderen exportieren sie Strom der eigentlich nicht zur Eigenversorgung notwendig ist, aber zwangsweise produziert wird und in Österreich und der Schweiz gerne zum Hochpumpen von Wasser benutzt wird....

Und die Schweiz Verdient sich eine golden Nase mit den Geschäftsmodell. Und baut das aus.:D

twolf 27.01.2022 12:41

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2231539)
Du kennst mich nicht. Das merkt man.

Das ist Richtig, Aber deine Argumentation ist nicht frei von genau solchen Argumenten !

Porty 27.01.2022 13:07

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2231541)
Genau das, Wir haben Probleme mit unserer Infrastruktur, Und vor allen mit der von Gestern.
Aber Investieren , Von wegen, das kostet Geld und die Gewinnmargen.

Es wird Zeit sich denn neuen Herausforderungen zu Stellen.

Und Atom noch Erdöl, Erdgas oder Kohle sind die Lösung.


Entschuldige bitte, aber du hast offensichtlich nicht allzuviel Ahnung, wie unser Stromnetz funktioniert und wie sehr wir von einer zuverlässigen Energieversorgung abhängig sind.
Nimm einfach mal einen Taschenrechner und rechne die verschiedenen Speichermöglichkeiten durch, denn mit Bauchgefühl kommt man da nicht weit. Daher noch mal für dich:
"Kleines Rechenexempel:
Gundremmingen B und C hatten eine Nettoleistung von je 1,3 GW. Will man diese Energie für nur 14 Tage Dunkelflaute zwischenspeichern, braucht man bei 100% Wirkungsgrad einen Speichersee von 3,2 Milliarden m³ und eine Fallhöhe von 100 m. Im Vergleich, der Edersee hat knapp 200 Millionen m³, der Chiemsee rund 2 Milliarden m³
Leider beträgt der Wirkungsgrad von PSW nur 75-80% und die Umweltschützer sehen bei dem Thema auch rot......
Und wir hatten nicht nur Gundremmingen....."

Aber du kannst auch gern bei einen Infrastrukturbetreiber anheuern und dich dann mit diversen Bürgerinitiativen rumärgern, die noch weniger Peilung haben, da ja schließlich der Strom aus der Steckdose kommt und man schließlich zu den Guten zählt, da man 100 m² Solar auf dem Dach hat. Seltsamerweise ist von denen keiner bereit, seinen Stromanschluss zu kündigen und es mal mit autark zu probieren.
Mein Schwiegersohn ist in verantwortlicher Position bei einen großen Netzbetreiber...

Porty 27.01.2022 13:17

Wie groß der Aufwand für ein Inselnetz, basieren auf erneuerbaren Energien ist, sieht man an dem Aufwand, der auf der Hebrideninsel Eigg getrieben werden muss:

Zitat Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Eigg
"Bis 2008 versorgten sich die einzelnen Haushalte mit Dieselgeneratoren. Seit 2008 wurde ein Energieversorgungsunternehmen als Gemeinschaftsprojekt der Bewohner gegründet und ein Inselnetz aufgebaut, das die Insel zu 95 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt. Hauptbestandteile sind drei Wasserkraftwerke mit 100, 9 und 8 kW, vier Windkraftanlagen mit je 6 kW und Photovoltaikanlagen mit 50 kW. Ein für 24 Stunden dimensionierter Batteriespeicher stellt Energie in Zeiten mit fehlenden regenerativen Energien zur Verfügung. Zwei Dieselgeneratoren mit je 80 kW stehen als Notfallvariante bereit. Um das Angebot an erneuerbaren Energien möglichst nicht zu überschreiten, ist die maximale Leistung für Haushalte auf 5 kW und für Firmen auf 10 kW begrenzt. Die Länge des Hochspannungsnetzes beträgt 11 km.[7][8]"

Auf der Insel leben gerade mal 108 Menschen.


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