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ingoKober 15.08.2026 18:50

So, mal sehen, ob das Forum mitmacht. Der Bilderupload lief zumindest.
Es ging also von Camp Leakey weiter durch wunderschöne Flusslandschaften

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So lob ich mir einen Game Drive

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Auch in der „zweiten Reihe“ ist es noch nett…und sonnengeschützter


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Dann kam zum Glück noch ein lange erwartetes Highlight: Der Sunda-Gavial (Tomistoma schlegelii) ist eines der seltensten Krokodile der Welt. Er kann über fünf Meter lang werden, lebt sehr scheu und fällt durch seine extrem lange, schmale Schnauze auf. Eine Anpassung an das Fischfressen, durch die er dem Ganges Gavial sehr ähnelt, obwohl er nicht näher mit diesem verwandt ist. Im Sekonyer-Flusssystem befindet sich eine der bedeutendsten verbliebenen Populationen der stark gefährdeten Art. Meist sind nur als Augen und Schnauzenspitze knapp über der Wasseroberfläche zu erkennen. Für Naturfotografen gilt eine Sichtung als besonderer Glücksfall, da Sunda-Gaviale deutlich seltener beobachtet werden als Nasenaffen, Orang-Utans oder Warane. Noch toller ist es, wenn man mehr als nur Augen und Nasenspitze sieht und spektakulär ist es, ein Exemplar, wie dieses zu sehen.


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Ein großer Teil des Oberkiefers fehlt. Die Wunde ist aber verheilt und der Gavial findet offenbar auch so noch genug Beute.

Nach diesem Highlight folgten einige alte Bekannte:

Storchschnabelliest


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Nasenaffen


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Und Silberlangur

Abends hatten wir es dann wieder gemütlich


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Obwohl der Tropenregen rauschte.
Ein Falter der Gattung Hypopyra leistete und Gesellschaft


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Früh am nächsten morgen sah ich gleich neben dem Boot einen Mangrovereiher


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Weitere Sichtungen waren ein winziger weiblicher Menintingeisvogel


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Interessant ist das Nest des karminbreitrachens. Es hängt dicht über dem Wasser und tartn sich perfekt als ein Stück hängengebliebenes Geschwemmsel. Selbst der fütternde Vogel am Nest fällt nicht auf


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Leider habe ich den Voge selber nicht wirklich erwischt


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Nach dem nächsten heftigen Tropenguss knipste ich diesen nassen und etwas bedröppelt aussehenden Heckenkuckuck


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Immer wieder überquerten kleine Schwärme von Langschwanzsittichen den Fluss. Sieht man genau hin, erkennt man, dass einer sich Proviant mitgenommen hat


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Manchmal rasteten sie dann in den Uferbäumen


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Am Nachmittag kamen hier an der Rimba Orangutan Ecolodge an.
In Indonesien gelten wir Männer nochwas.
Ich wurde als einziger willkommen geheissen

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Birgit hat das Schild später ergänzt.

Die Hütten waren basic aber sauber


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Und standen auf Stelzen mitten im Dschungelsumpf


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Hier die Aussicht von unserer Terrasse


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Mainecoon 15.08.2026 19:11

Hallo, Ingo,

schön, dass es weitergeht!

Der Heckenkuckuck schaut aus, als sei er in eine Stola eingewickelt - sehr fesch!

Die Gavial-Aufnahme ist toll! Ich glaube, es ist fast 45 Jahre her, dass ich zum ersten Mal von diesen Tieren gehört habe, aber ich habe nie eines gesehen. Weiß man, ob die sehr lange Schnauze des Gavials einen evolutionären Vorteil bringt? Spontan würde ich eher denken, seine Länge ist unpraktisch und die Schnauze schwer.

Viele Grüße

Mainecoon

ingoKober 15.08.2026 21:06

Die lange, schmale Schnauze des Sundagavials ist genau wie die des Ganges Gavials eine hochspezialisierte Anpassung an die Fischjagd. Beim schnellen Seitwärtsschlag durch das Wasser erzeugt eine konventionell breite Krokodilschnauze viel Widerstand. Die schmale Gavialschnauze kann dank viel geringerem Wasserwiderstand deutlich schneller beschleunigt werden und so auch schnellere Fische noch erwischen.

ingoKober 31.08.2026 21:10

Das Forum macht es einem leider immer noch sehr schwer. Aber nach mehrfachen Hochladesessions, kann ich nun wieder Bilder zeigen. Wie immer ging ich in der Lodge auf Entdeckungstour.
Zuerst begegnete mir dieser nette Mangrovenskink, Emoia atrocostata

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Auf einem Blatt saß ein großer Falter

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Und auch eine beeindruckend große, schillernde Grabwespe traf ich an

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Ein Highlight war der auf Borneo endemische Skink Dasia vittata. Eigentlich ein scheuer Baumbewohner, kletterte er hier an den Häuserwänden herum


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Direkt vor unserer Tür hing ein sehr filigranes hübsches Nest einer Solitärwespe. Leider kann ich nicht sagen, welcher.

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Nun warteten wir, bis es dunkel wurde und gingen dann im angrenzenden Dschungel auf eine geführte Tour.

Überall saßen schlafende Schmetterlinge

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Hier wage ich mal zu sagen, Gattung Prothoe

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Und hier Hemiplecta humphreysiana


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Dieses sollte eine Amblychia Art sein


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Am Boden saß eine große schillernde Vogelspinne.

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Ich vermute Cyriopagopus doriae, bin mir aber nicht sicher.
Dann passierte das, was ich Birgit immer versprochen habe, dass es auch in den Tropen nicht passiert. Eine Riesenkrabbenspinne der Art Heteropoda boiei mit gut 12 cm Spannweite, liess sich von einem Ast fallen…fast…zum Glück nur fast auf Birgits Kopf


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Mehrere Vertreter weiterer Arten dieser „Huntsman Spider“ saßen immer mal wieder an Bäumen.


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Eine Wolfsspinne liess sich eine Schabe schmecken


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Und ich fand einen prächtig gefärbten Tausendfüßer


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Bei genauem Hinsehen konnte man auch die eine oder andere Stabschrecke entdecken


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Hübsche Schnecken gibt es da: Hemiplecta humphreysiana


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Nachts sollten sei eigentlich herumflattern, aber wir fanden eine schlafende Hufeisennase

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Mehrfach trafen wir auch auf große Raubwanzen der Gattung Amulius

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Diese Wanzen bestreichen sich die Vorderbeine mit Harz. Daran bleibt ihre Beute kleben und wird so ohne große Anstrengung gefangen. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch den Harzüberzug auf dem Bild.

Zurück bei den Hütten sahen wir dann einige Geckos. Hier ein leider unscharfes Bild, es ist aber das einzige von einer Gehyra mutilata. Eigentlich ein häufiger Hausgecko, der mir auf dieser Reise aber nur einmal begegnet ist.


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Mit bis zu über 35 cm ist Gekko smithii, Smiths Grünaugengecko, einer der größten Geckos der Welt. Ich habe die schöne Art viele Jahre gepflegt und vermehrt. Er hat einen ähnlich lauten Anzeigeruf wie der Tokeh, aber einfacher gestaltet.
Hier saßen die Tiere gut sichtbar aussen an den Hütten.


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Nun setzte ich die Suche allein fort und blieb dabei weitgehend auf dem Gelände der Lodge. Dazu später mehr.

Windbreaker 31.08.2026 21:23

Vielen Dank für deine Fortsetzung und deine Hartnäckigkeit! Ich lese weiter und interessiert mit

ingoKober 08.10.2026 15:41

Tja Hartnäckigkeit...da ging das Forum wieder gut......dann gar nicht und nun seit ein paar Tagen wieder flott.
Also versuch ichs und machen wir in der selben Nacht weiter, in der ich aufgehört habe.
Nachdem sich die Gruppe aufgelöst hatte, ging ich noch ein wenig alleine umher. Überall quakte es, laut und durchdringend. Aber im Umkreis um 5 Meter um mich verstummten die Frösche sofort. Also war es schwer, irgendeinen zu finden. Nach längerer Suche fand ich diesen hübschen Hylarana baramica:



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Aber war diese Art wirklich der Urheber des Lärms?
...ja, sie war es:


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Die einzige andere Froschart, die ich fand, war der nette Baumfrosch Polypedates ellioti:


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An Schlangen fand ich zwei Exemplare der hübschen - und recht harmlosen - Scheinviper, Psammodynastes pulverulentus


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An unserer Hütte begrüßte mich dann der schone große Eulenfalter Erebus ephesperis...selbst der Name ist schön


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Dieses Bild hier zeige ich trotz der starken technischen Schwächen, da es das einzige Mal war, das mit der in den Tropen weltweit verschleppte Vierkrallengecko, Gehyra mutliata begegnete.


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Dann waren da noch Weibchen


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Und Männchen


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Des großen Malaiischen Hausgeckos, Gekko monarchus

Und mehrere Grünaugengeckos, Gekko smithii


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Deren lauter Ruf mich noch zweimal weckte...dabei kannte ich den doch schon von früher von zu Hause

Trotzdem schleifen wir gut, bis dem , äh der Morgen graute


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Wobei "graute" den Farben nich tgerecht wird.

Mal sehen ob das Forum eine zeitnahe Fortsetzung zulässt...wir nähern uns dem Ende, ein wenig kommt aber noch

wus 09.10.2026 15:28

Wow, das wird ja immer besser! Ich glaube ich muss da nochmal hin. Ich war ja auch schon mal ein paar Tage am Sekonyer, habe aber nicht annähernd so viel gesehen wie Du. Hast Du das alles selbst entdeckt - oder wieviel davon geht auf das Konto der Guides?

Danke für die Hartnäckigkeit mit der Du es trotz der Forumsaussetzer schaffst Deinen Bericht fortzusetzen!

ingoKober 09.10.2026 16:37

Also bei den Kleintieren schätze ich, 70% ich, 30 % Guides. Fast alles vom Boot aus geknipste habe ich selber gefunden, da war ich schneller als der Guide. Ich hatte aber auch die bessere Sitzposition zum spotten und er hat nicht permanent Ausschau gehalten.

steve.hatton 09.10.2026 16:57

Trotz der besseren Sitzposition - man benötigt schon ein "geschultes Auge" um die Tiere zu entdecken und dann auch noch so gekonnt, wie zB beim Menintingeisvogel abzulichten.

Ist das eine asiatische Art des Einvogels ?

Vielen Dank auf jeden Fall - in diesen Zeiten ist das ja wirklich ein enormer Aufwand!:shock:

ingoKober 11.10.2026 09:20

So, auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem ersten Beitrag nähern wir uns dem Ende dieses Berichtes . Wir wenden und fahren den Sekonyer nun stromabwärts.

Vor dem Boot kreuzte ein schwimmendes Tier den Fluss. Zuerst dachte ich ein Otter, aber nein, es war ein Javaneraffe


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Die meisten Affen können bekanntlich nicht schwimmen und ersaufen kläglich, wenn sie ins Wasser fallen. In dieser amphibischen Landschaft aber kommt man ohne Schwimmkünste nicht weit und so können die dort ansässigen Javaneraffen alle schwimmen. Ausstiegsmöglichkeiten gibt es auch genug.


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Zwischendurch zeige ich mal, was unsere Köchin so leckeres auf den Tisch brachte. Jeden Tag was anderes.


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Unter Deck wurde alles vor- und zubereitet


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Im Verlauf des Tages änderte sich langsam die Ufervegetation und die Zunahme von Nipapalmen war ein deutlicher Hinweis, dass das Wasser brackiger wurde und wir uns der Mündung näherten


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Dann wurde der Fluss auch sehr breit


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Und schliesslich tauchte am Horizont Pangkalan Bun auf


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Jeder Quadratzentimeter am Ufer ist bis ins Wasser hinein bebaut



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Nun hiess es Abschied nehmen:


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V.l.n.r.: Faisal, unser Wildlife Guide, der Bootseigner und Kapitän, unsere Köchin, die beiden Mitreisenden, meine Frau Birgit, ich, der Sohn des Koches und Kenny, unser non Wildlife Guide. Vorne sitzt Maran, Student und Guide Lehrling.

Trotz des Abschieds sind wir immer noch nicht ganz fertig und darum entlasse ich Euch mit einem Rätsel: welchen Zweck haben wohl diese bunkerartigen Gebäude?


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