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wwjdo? 31.03.2011 15:58

Zitat:

Zitat von André 69 (Beitrag 1162927)
Nun, dann haben sie ja genau richtig reagiert, genau diese Angst weiter zu schüren!
Wenn eine Änderung der zugelassenen Werte nicht notwendig gewesen wäre / notwendig ist, sollte man die Werte ja auch nicht hochsetzen!

Gruß André

So weit ich es weiß, werden die Werte eigentlich deswegen hochgesetzt, um einem möglichen Versorgungsengpass vorzubeugen. Im Moment erscheint dafür eigentlich keine Notwendigkeit gegeben zu sein.

About Schmidt 31.03.2011 16:06

Zitat:

Zitat von Jan (Beitrag 1162939)
Das sehe ich genau wie Du, gegen Angst (die auch somatisch krank machen kann), hilft es nicht, Maßnahmen zu ergreifen, die den Rest an Glaubwürdigkeit unserer Obrigkeit zerstören.

Grenzwerte sollten nach rationalen Erwägungen und mit deutlichem Sicherheitspuffer festgelegt werden. Wenn es neue Erkenntnisse gibt, kann man sie ja lockern (was äußerst selten vorkommt, meist erkennt man mit der Zeit Gefahren, die man ursprünglich nicht kannte, und muss dann Grenzwerte verschärfen). Ich kann beim besten willen keine rationalen Gründe für diese Entscheidung erkennen, oder sind die wirtschaftlichen Interessen der Fischhändler 'systemrelevant'?

Jan

Gestern Abend sprach in den Heutenachrichten ein Fachmann für Strahlenkrankheiten der Ausführte, dass die von der EU verordneten! Grenzwerte zu hoch seien, da selbst kleinste Dosen an Strahlen krank machen könnten. Er plädierte dafür, die vormaligen Grenzwerte weiter herab zu setzen. Ich hoffe dass die Bürger so wie beim E10, auch die möglicherweise Radioaktiv belasteten Lebensmittel boykottieren. Nur so werden unsere Herren Politiker wach und vielleicht auch aktiv.

Gruß Wolfgang

André 69 31.03.2011 16:26

Zitat:

Zitat von wwjdo? (Beitrag 1162950)
So weit ich es weiß, werden die Werte eigentlich deswegen hochgesetzt, um einem möglichen Versorgungsengpass vorzubeugen. Im Moment erscheint dafür eigentlich keine Notwendigkeit gegeben zu sein.

Ahhja, also heiligt der Zweck die Mittel?
Wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, daß ich keine höher verstrahlte Lebensmittel bekomme - bleiben wir mal beim Fisch - und ihn auch nicht selbst testen kann, was bleibt dann? Der Verzicht! Sicher nicht komplett, aber man schaut wo er herkommt.

Ergebnis: Vertrauensverlust und weniger Fischkonsum. Nur die denen es egal ist werden ihre Gewohnheiten nicht ändern.

BSE, Vogelgrippe, Schweinepest, ...

Tira 31.03.2011 19:12

Zitat:

Zitat von André 69 (Beitrag 1162959)
bleiben wir mal beim Fisch - und ihn auch nicht selbst testen kann, was bleibt dann? Der Verzicht! Sicher nicht komplett, aber man schaut wo er herkommt.

Es schadet eh nicht, zu wissen, wo die eigene Nahrung herkommt, wie sie hergestellt wird und wer sie herstellt.;) Wenn man dem mal genauer nachgeht, kommen einem manchmal erschreckende Erkenntnisse.

Aber für die Japaner ist das Nahrungsproblem derzeit sicher wesentlich größer als bei uns, denn sie können einheimischen Nahrungsmitteln im Grunde nur noch sehr eingeschränkt trauen!

Interessant sind natürlich auch die Zustände, die in der japanischen Industrie herrschen, und die vielleicht auch Anteile an der Entstehung dieser Katastrophe haben. Spiegel Online schreibt hier über "Amakudari", "vom Himmel herabsteigen". Finde ich aufschlussreich. Die Methoden der Mafia sind wohl ziemlich global.

Slowlens 31.03.2011 20:35

Zitat:

Zitat von André 69 (Beitrag 1162959)
Ahhja, also heiligt der Zweck die Mittel?
Wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, daß ich keine höher verstrahlte Lebensmittel bekomme - bleiben wir mal beim Fisch - und ihn auch nicht selbst testen kann, was bleibt dann? Der Verzicht! Sicher nicht komplett, aber man schaut wo er herkommt.

Ergebnis: Vertrauensverlust und weniger Fischkonsum. Nur die denen es egal ist werden ihre Gewohnheiten nicht ändern.

BSE, Vogelgrippe, Schweinepest, ...

Ich denke, die japanische Industrien werden insgesamt in der Phase des Wiederanlaufs nach der Katastrophe , die so wichtig dafür ist, dass das Land wieder auf die Beine kommt, unter Vorurteilen oder realen Begebenheiten bez. der radioaktiven Produktverseuchung leiden. Bei Lebensmitteln mag es Kontrollen geben, Gütertranspotschiffe aus Japan werden auf Radioaktivität untersucht und zurückgewiesen werden. Japanische Elektronikkomponenten wandern in für Verbraucher nicht nachvollziehbarer Art und Weise in Konsumartikel aus aller Herren Länder.
In fünf Jahren werden wir alle in unseren Haushalten kleine Strahler beherbergen, von denen wir nichts ahnen.
Ich hoffe für die Japaner, dass sie diese Problematik in den Griff bekommen, durch transparente Aufklärung (Produktion in China, Malaysia etc.).

Viel wichtiger im Moment ist für mich, dass der Super Gau doch noch eingedämmt werden kann, und sich die unmittelbaren Gefahren kontinuierlich von den japanischen Menschen abwenden.

André 69 01.04.2011 08:39

Hallo Slowlens,

... Du benutzt da zwei wunderschöne Wörter: transparente Aufklärung

> Denkpause<

Pffft, genau da ist das Problem! Mir geht es ja noch nicht einmal um die genauen Grenzwerte die ich 1. nicht einschätzen kann, und 2. nicht kontrollieren kann.
Aber jeder normal denkende Bürger erwartet doch, daß nun Importware aus Japan besser kontrolliert wird als vorher (oder überhaupt), und NICHT, daß Regeln und Werte geändert werden, die zur Folge haben daß ich mich WENIGER geschützt fühle.
Da fühlt man sich doch glatt verar***t! Mal wieder, eigentlich wie immer ...

Aber um mal wieder den Blick nach Japan zu wenden, das sind die Betroffenen, nicht wir:

Die werden auch nur verar***t, von Tepco und der Regierung.
Ich verstehe nicht, wie die ihre eigene Bevölkerung desinformiert der Gefahr überlassen. Ich meine speziell die Sperrzone ...

... und den SuperGAU noch abwenden? Der ist doch schon längst da, scheibchenweise presentiert, verteilt über 14 Tage. Was kann denn noch abgewendet werden?
Die haben kein Ass mehr im Ärmel. Umgebung verseucht, Grundwasser verseucht, Meer verseucht.

Zitat Spiegel:
Fest steht: In dem durch das Erdbeben und eine 14 Meter hohe Flutwelle zerstörten Atomkraftwerk wurden in mindestens drei der sechs Reaktoren Brennstäbe beschädigt. Erstmals gaben die Behörden am Dienstag zu, dass die Schutzhüllen der Blöcke 1, 2 und 3 nicht mehr dichthalten. Dies war schon am 13. März kurz nach einer Wasserstoffexplosion im Reaktor 1 vermutet, aber offiziell nicht bestätigt worden.

Reaktor 3: Plutonium, strahlt nicht nur, ist auch hochgiftig ...

Ich bin trauriger Erwartung was sonst noch alles scheibchenweise bekannt wird, die Auswirkungen für das Gebiet sind jedenfalls immens, allein der menschliche Aspekt macht mich tieftraurig, der rest eher wütend.

Gruß André

Dat Ei 01.04.2011 08:49

Hey André,

Zitat:

Zitat von André 69 (Beitrag 1163147)
Ich bin trauriger Erwartung was sonst noch alles scheibchenweise bekannt wird, die Auswirkungen für das Gebiet sind jedenfalls immens, allein der menschliche Aspekt macht mich tieftraurig, der rest eher wütend.

ich verweise ungern auf eigene Postings, insbesondere wenn meine Äusserungen bei so einer Tragödie und Katastrophe auf so dramatische Art bestätigt werden. Das Posting ist gute 2 Wochen alt:

Posting vom 16.03.2011


Dat Ei

André 69 01.04.2011 09:01

Hallo Dat Ei,

... wann war die eine Woche rum? Was wird zur Stunde noch für ein Spiel gespielt?

Gruß André

Dat Ei 01.04.2011 14:15

Moin, moin,

zu der EU-Eilverordnung gibt es mittlerweile ein paar Artikel, die ein wenig Licht in die Angelegenheit bringen.

Clickclack!

@André: Die Woche war am 18.3. vorbei. Die Tatsache, daß nach wie vor Infos tröpfchenweise bekannt und verteilt werden, zeigt, daß man zum einen noch nicht den umfassenden Überblick hat, und zum anderen immer noch Katastrophenmanagement betreibt.


Dat Ei

About Schmidt 03.04.2011 19:03

Hier gibt es eine wie ich finde, recht interessante und wichtige Website!

http://atomfree-eastwest.com/

Gruß Wolfgang


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