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Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die STIKO nicht für die Zulassung von Impfstoffen zuständig ist, das macht auf Ebene der EU die EMA. Die STIKO gibt EMPFEHLUNGEN ab, welche Impfung für wen in welcher Situation nach Abwägung von Nutzen und Risiken zu empfehlen ist. Und dafür ist die STIKO notwendigerweise auf vorliegende Daten zu genau diesen Risiken und dem zu erwartenden Nutzen für den Impfling angewiesen. Wissenschaftlich-methodologisch und statistisch sauber erhobene und ausgewertete Daten idealerweise. :D Dadurch ergibt sich natürlich ein gewisser Nachlauf bei den Empfehlungen, da diese notwendigen Daten ja erst einmal erhoben werden müssen, bzw. bei sehr seltenen Nebenwirkungen (Risiken) diese auch erst bei sehr vielen durchgeführten Impfungen bemerkbar auftreten werden. Übervorsichtig, ich weiss nicht ob ich das so beschreiben würde. Vorsichtig, ja, und im Zweifel eher auf der sicheren Seite irrend?:D Sowohl das medizinische Personal als auch die zu impfenden Personen müssen sich darauf verlassen können, dass eine von der STIKO ausgesprochene Empfehlung auf einer belastbaren Grundlage und sorgfältig abgewogen erfolgt. Auch die STIKO ist natürlich aktuell in einer noch nie dagewesenen Situation. Wenn man auf die Seiten des RKI schaut, findet sich dort der (mittlerweile wohl nicht mehr ganz aktuelle ;)) Hinweis: '...Die Empfehlungen der STIKO werden in der Regel einmal jährlich im Epidemiologischen Bulletin des RKI und auf den Internetseiten des RKI veröffentlicht....' Und zur Mitgliedschaft: '...Die Mitgliedschaft in der STIKO ist ein persönliches Ehrenamt. Die Mitglieder sind bei ihrer Tätigkeit nur ihrem Gewissen verantwortlich und zu unparteiischer Erfüllung ihrer Aufgaben verpflichtet....' Dafür dass es ein Gremium ehrenamtlich tätiger Expertinnen ist, die eigentlich drei- oder viermal im Jahr neben ihrer normalen Arbeit/Pension beratend zusammenkommen, machen sie Ihre Aufgabe doch auch in der aktuellen Situation gar nicht soo schlecht. :D Die Aussagen von Herrn Lauterbach beziehen sich auf die unterschiedlichen Kombinationen von Erst- und Zweitimpfung (das wird im Englischen ja auch als 'heterologous prime - boost'-Regime bezeichnet), oder irre ich da? Dafür wurde aufgrund der Erfahrungen mit anderen Imfungen vorhergesagt, dass eine Kreuzimmunisierung vermutlich einen höheren Schutzeffekt bewirken könne, aber auch diese sehr naheliegenden und wahrscheinlich zutreffenden Erwartungen muss man erst mit sauberen Daten belegen können. Fluch der evidenzbasierten Medizin. :D |
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Was mich viel eher beunruhigt sind die in Heilpraktikerkreisen laufenden Vorbereitungen für die Impfpflicht. Es wird jetzt schon an Handreichungen gearbeitet, welche Diagnosen jetzt zu stellen sind um an ein Attest für die Ausnahme von der Impfpflicht zu kommen. Ein Netzwerk von gefügigen Ärzten wird die wohl sehr schnell ausstellen und dann werden sich damit jahrelang Gerichte beschäftigen. Die Heilpraktiker verdienen derzeit prächtig, da sie Testzentren betreiben. Jeder Ungeimpfte ist da Umsatzträger. |
Moin, moin,
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Dat Ei |
Richtig, es war natürlich der Maya-Kalender. Die Prophezeiung des Weltuntergangs nach Ablauf des Kalenders kam auch nicht von diesen selbst, sondern von neuzeitlichen Spinnern - das möchte ich noch ergänzen.
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Eine etwas andere Perspektive auf die derzeitigen Probleme:
https://taz.de/Regierungsversagen-in...emie/!5812408/ Und noch ein Artikel zur Langzeitwirksamkeit. zu Auffrischungsimpfungen und mangelnden Impfkapazitäten: https://www.n-tv.de/wissen/Impfschut...b-global-de-DE |
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Und den Schaden den in so einer Situation eine zu langsame Entscheidung bringt betrachtet sie auch nicht, sie wartet bis es genug Daten gibt und dann entscheidet sie oder revidiert Entscheidungen. Die Leute die in der Zwischenzeit erkrankt und womöglich geschädigt sind betrachtet sie nicht. Natürlich würde ein anderes Vorgehen bedeuten dass sie noch viel öfter Empfehlungen ändern muss. Aber die Stiko ist ein Konstrukt das es mal wieder nur in Deutschland gibt und dass die Haftungsfrage von Ärzten an Stiko-Empfehlungen angelehnt wird ist ein Unding. Deshalb weigern sich viele Ärzte ausserhalb der Sitko-Empfehlung zu impfen obwohl es eigentlich IHRE Aufgabe ist zu bewerten ob die Impfung in der Situation der Einzeöperson angemessen ist - solange eine Zulassung vorliegt und sie es begründen können sind sie "sicher". Dass Leute die sich explizit impfen lassen WOLLEN mit einem für sie zugelassenen Impfstoff von Ärzten weggeschickt werden weil die Stiko es noch nicht empfohlen hat ist für mich einfach unsinnig. Zitat:
Vorsicht passt halt nicht zur einer laufenden Epidemie - auch ZÖGERN erzeugt Schäden. Und wenn man sieht dass in anderen Ländern schon Millionen geimpft sind dann könnte man auch mal etwas schneller sagen vielleichte geht das für die Deutschen auch. "Wir" sind genetisch nun nicht so anders und das Image der Deutschen als lieber erstmal zögern und nochmal nachdenken ist auch nicht immer richtig. Zitat:
ich denke da irrst du dich, Lauterbach hat sich auf die Booster-Impfung und bereits vorliegende Zahlen bezogen die eine etwas stärkere Antikörper-Produktion bei heterlogem Schema zeigen. Das sagt natürlich nicht viel, aber davon ABZURATEN und damit die Leute zu verunsichern wie die Stiko das heute mal wieder tut ... die anderen Ländern sagen einfach man soll irgendeinem mRNA Impfstoff nehmen. |
Danke, Jürgen.
Das scheint wohl diese Arbeit hier zu sein. Tatsächlich über Auffrischungsimpfungen (Booster) mindestens 12 Wochen nach abgeschlossener Grundimmunisierung (2x Comirnaty oder 2x Spikevax oder 1x COVID19 Vaccine Janssen). Da bei uns in D bislang die allermeisten vollständig geimpften 2x Comirnaty erhalten haben, können die wohl bei Drittimpfung mit Spikevax sogar noch ein kleines bisschen höhere Schutzwirkung als mit der dritten Dosis Comirnaty erwarten.:top: Noch im preprint-Stadium, muss also noch durch die sog. peer-review, aber das ist doch vielversprechend, wenn es sich so bestätigt. :D Und am allermeisten profitieren die mit einer Johnson+Johsnson Einmaldosis-Immunisierten. Egal ob Comirnaty oder Spikevax! :top: :D Aber da in USA keine Zulassung für Vaxzevria halt auch keine Mix-Daten Vax/Com/Spi bzw. Vax/Com/Com. |
Gibt noch mehr Daten dazu. z.B. :
Borobia, A. M., Carcas, A. J., Pérez-Olmeda, M., Castaño, L., Bertran, M. J., García-Pérez, J., . . . CombiVacS Study Group. (2021). Immunogenicity and reactogenicity of BNT162b2 booster in ChAdOx1-S-primed participants (CombiVacS): A multicentre, open-label, randomised, controlled, phase 2 trial. The Lancet, 398(10295), 121-130. Die hier ist auch frei zugänglich: Hillus, D., Schwarz, T., Tober-Lau, P., Vanshylla, K., Hastor, H., Thibeault, C., . . . EICOV/COVIM Study Group. (2021). Safety, reactogenicity, and immunogenicity of homologous and heterologous prime-boost immunisation with ChAdOx1 nCoV-19 and BNT162b2: A prospective cohort study. The Lancet Respiratory Medicine, 9(11), 1255-1265 https://www.sciencedirect.com/scienc...00357X?pes=vor Viele Grüße Ingo |
Zitat:
Das mit der Haftungsfrage ist allerdings wirklich ärgerlich und sollte auch mMn geändert werden. Zitat:
Unser Junior wurde im Juli auch wieder nach Hause geschickt, weil die Impfung die er wollte zwar absolut möglich, aber laut STIKO (noch) nicht allgemein empfohlen war. :roll: Zitat:
Zitat:
Ich bin jetzt leider nur auf dem Stand der Pressemitteilung vom Donnerstag (gibt es da schon wieder was Neues? Diese beschleunigten Stellungnahmen der STIKO bin ich noch nicht gewohnt ;)), das lese ich nicht direkt als 'Abraten': ...Die Auffrischimpfungen soll in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden. Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, soll für die Auffrischimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden.' [Hervorhebung durch mich] und wie in #7895 geschrieben: Zitat:
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