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kilosierra 17.12.2021 22:56

Nur Wind und Sonne und keine Speichermöglichkeit, das kann nicht gehen. Alles hängt am Speicher. Sonne kann man in Pflanzen speichern, Wind eigentlich gar nicht.
Elektrische Energie ist nur über Umwege als chemische , kinetische oder potenzielle Energie speicherbar.
Es hat keine Zukunft, zu glauben, wir könnten so weitermachen, wie in den letzten Jahrzehnten. Es wird nicht funktionieren.

turboengine 17.12.2021 23:18

Zitat:

Zitat von kilosierra (Beitrag 2226382)
Nur Wind und Sonne und keine Speichermöglichkeit, das kann nicht gehen.

Leider unterschätzt Du die Grössenordnung des Problems. Unter realistischen Bedingungen sind in Europa maximal 30 TWh an zusätzlichen Speichern realisierbar.

https://www.sciencedirect.com/scienc...6014811400706X

Das wäre in etwa eine Verdoppelung der existierenden Speicher. Das ist gerade einmal ein Tropfen auf den heissen Stein, denn der Stromverbrauch von Deutschland alleine sind 550 TWh wovon ca. 40% bei einem reinen Sonne / Wind / Wasser Mix saisonal gespeichert werden müssten.

Wir bräuchten also in Europa ca. zehnmal soviel Speicher, wie die Geologie hergibt. Und dass man Hunderttausende Leute umsiedelt wie in China, um grosse Wasserkraftwerke zu bauen, sehe ich nicht.

Schon die Umsiedelung der Zauneidechsen würde Milliarden verschlingen…
https://www.manager-magazin.de/polit...a-1146899.html

Und da sind ja noch die Juchtenkäfer..
https://www.suedkurier.de/ueberregio...10924,10313863

Und die Fledermäuse
https://www.stuttgarter-nachrichten....606bf9c62.html

Komischerweise wird Karl der Käfer nicht gefragt, wenn eine Streuobstwiese in eine Solar- oder Biogaswüste verwandelt wird.

BeHo 18.12.2021 00:59

Deine Kommunikation hier kommt irgendwie digital rüber: Regenerativ bzw. nachhaltig ist 0, Atomkraft, Kohle etc. ist 1.

Ich bin mir eigentlich fast sicher, dass Du das nicht ganz so drastisch siehst, wie Du es vermittelst. Die Nutzung der Sonnen- und Windenergie sowie der Wasserkraft ist natürlich per se kein Allheilsmiitel. Es muss schon sinnvoll geschehen, wobei es schon bei dem Wort sinnvoll ein Problem gibt. Sinnvoll ist kein allgemeingültiges Wort.

Wegen "Der Preis für Strom im Frankreich zur Lieferung im Januar ist auf über 500 EUR/MWh gestiegen.": Gilt dieser Preis nur für die bösen Deutschen ohne AKW, die übrigens immer noch Orte im Rheinland für den Tagebau abreißen werden, oder auch für die Franzosen, deren selbst produzierter Strom zum größten Teil aus AKW kommt?

Apropos AKW: Der moderne EPR-Reaktor in Flamanville ist nach 14 Jahren Bauzeit noch nicht fertiggestellt und die Kosten explodieren: Klick!

Die Infos über die prognostizierenden Gestehungspreise für den erzeugten Strom, klingen jetzt auch nicht so prickelnd.

Aber bei "Der EPR ist auf eine Niederdruck-Kernschmelze ausgelegt; eine Hochdruckkernschmelze wird durch manuelles Öffnen eines Ventils in eine Niederdruckkernschmelze überführt." bin ich zumindest beruhigt, was die Sicherheit bei einer Naturkatastrophe an der Küste angeht. :shock:

turboengine 18.12.2021 01:31

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2226389)
Gilt dieser Preis nur für die bösen Deutschen ohne AKW, die übrigens immer noch Orte im Rheinland für den Tagebau abreißen werden, oder auch die Franzosen, deren selnst produzierter Strom zum größten Teil aus AKW kommt?

Das ist ein Börsenpreis, der gilt für jeden und alle gleich.

Der gilt für jeden, der jetzt für die Lieferung im Höchstpannungsnetz im Januar Strom kauft oder verkauft. Dazu brauchst Du einen Bilanzkreisvertrag mit einem Übertragungsnetzbetreiber, eine Börsenzulassung, eine REMIT-Registrierung bei der Bundesnetzagentur, eine Clearingbank die auch Direct Market Access anbietet, eine Händlerschulung mit bestandener Prüfung und möglichst viel Cash um die Initial Margins und Variation-Margins zu bedienen. 5 Mio. EUR wären ein guter Anfang.
Dann noch bei der BaFin anzeigen, dass man auf eigene Rechnung handelt, sonst gibt‘s Ärger mit MiFID II.

1 MW Januar 22 Bandstrom (1 lot) kostet 372.000 Euro. 1MW Jahr 22 Bandstrom kostet Stand heute 1.9 Mio. EUR.

Der ganze andere Schwurbel ist egal.

BeHo 18.12.2021 02:34

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2226396)
[...]Der ganze andere Schwurbel ist egal.

:zuck:

Ansonsten bezieht sich wohl fast alles, was Du geantwortest hast, auf Deutschland. Meine einzige echte Frage war, ob auch die Franzosen (damit meinte ich natürlich nicht die Endkunden) derzeit den gleichen Preis für Strom aus Frankreich, der im Januar bereitgestellt wird, bezahlen müssen. Ist das nur eine Börse, die für ganz Europa verbindlich gilt? Es gibt doch wohl mehrere Strombörsen? Ein großer Teil des Handels wird wohl auch außerbörsichlich stattfinden?

TONI_B 18.12.2021 08:04

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2226396)
Der ganze andere Schwurbel ist egal.

Wenn man Meinungen anderer so abtut, ist es klar, warum ich seit Monaten in diesem thread nichts mehr poste...:flop:

turboengine 18.12.2021 09:02

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2226401)
Wenn man Meinungen anderer so abtut,

Ich springe nicht über jedes Stöckchen, das hingehalten wird. Das ist keine Meinung sondern Whataboutism.
Immer denselben Quatsch im Rondo zu diskutieren habe ich auch keine Lust mehr.

turboengine 18.12.2021 09:24

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2226399)
Ist das nur eine Börse, die für ganz Europa verbindlich gilt? Es gibt doch wohl mehrere Strombörsen? Ein großer Teil des Handels wird wohl auch außerbörsichlich stattfinden?

Es gibt mehrere Strombörsen, die für dasselbe Produkt aber auch dieselben Preise quotieren, ansonsten könnte man Geld durch Arbitrage verdienen. Das regelt der Markt von selbst. Die wichtigste Strombörse ist die EEX mit Sitz in Leipzig.

Der OTC Markt ist durch Broker organisiert, Versuche unsererseits bilateralen Handel per Blockchain darzustellen haben technisch funktioniert, haben sich aber wegen regulatorischer Unsicherheiten und anderer Gründe nicht durchgesetzt. Auch hier ist der Preis durch Arbitrage-Möglichkeit mit den Strombörsen gekoppelt.

Futures an Der Börse und bilaterale physische Geschäfte (Forwards) unterscheiden sich etwas, aber der Preis ist nahezu gleich.

Ein Forward am OTC-Markt wird physisch erfüllt und die Lieferung jeweils eines Monats bis zum 20. des Folgemonats bezahlt. Daher bringt ein OTC Forward Kreditrisiko mit sich, ein Future (theoretisch) nicht.
Der Futurespreis ist daher leicht unterschiedlich als der OTC-Forwardpreis auch aufgrund des Zinseffekts (andere Cashflows).

Wie in jedem Markt zeigt die Strombörse nur an, was das Produkt jetzt wert ist. Habe ich in der Vergangenheit billiger Strom eingekauft, kann und muss ich ihn natürlich auch günstiger weitergeben wenn ich mich gegenüber meinen Kunden vertraglich dazu verpflichtet habe.

Die Preise in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich durch die begrenzten Grenzkapazitäten. Europa ist keine Kupferplatte.

turboengine 18.12.2021 09:52

Warum schreibe ich das ganze? Weil die Energiewende nach Deutscher Methode eine reine Illusion ist. Die Niederlande gehen z.B. einen anderen Weg.

https://www.faz.net/aktuell/politik/...-17687696.html

Bei gesicherter Leistung nur auf Gaskraftwerke zu setzen kommt derzeit extrem teuer.

Wenn nun Versorgungssicherheit das wichtigste ist und jedes Land nun auf sich selbst schauen muss, aber das grösste Land mit Absicht seine Energieversorgung an die Wand fährt, dann ist bald auch der Europäische Energiemarkt Geschichte.

frame 18.12.2021 10:31

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2226401)
Wenn man Meinungen anderer so abtut, ist es klar, warum ich seit Monaten in diesem thread nichts mehr poste...:flop:

In einem Börsenpreis sind die Meinungen der Profis die die besten verfügbaren informationen haben abgebildet, inclusive der Risiken und deren Wahrscheinlichkeit.
Wer da mit gutem Glauben handelt und Probleme ignoriert wird sehr schnell sehr viel Geld verlieren.
Deshalb ist ein Börsenpreis für mich ein Indikator auf den ich sehr viel Wert lege da für mich das Thema viel zu komplex ist um eine wirklich fundierte eigene Meinung zu haben.

Das heisst für MICH ich werde mir nun konkret Gedanken machen was ich tue um mit Stromausfällen besser zurecht zu kommen als heute. Das Problem dabei ist natürlich mit welcher Dauer man da rechnet - das wird exponentiell aufwendiger. Bei wenigen Minuten reicht eine USV für den Internet-Router und die Server, dann geht's los.


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