Zitat:
Zitat von Mangfalltaler
(Beitrag 2220940)
Und ich finde es inakzeptabel, wenn eine landesweite Statistik missbraucht wird, um real existierende Probleme in einigen Regionen zu relativieren. Erkläre doch bitte Deinen Standpunkt mal einem Patienten z.B. in Südostbayern, der händeringend auf einen Platz im Krankenhaus wartet und ihm nun mitgeteilt wird, dass die geplante Tumoroperation oder Organtransplation verschoben werden muss.
Natürlich ist im Gesundswesen viel verschlampt worden, aber ein Grund der aktuellen Situation ist auch dadurch begründet, dass viele Pflegekräfte wegen der vermeidbaren Covid-Überlastung ihren Job hingeschmissen haben.
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Auch bei uns in BaWü werden Operationen schon seit Wochen verschoben, weil die Krankenhäuser zu wenig Pflegepersonal haben. Es haben nicht nur etliche Pflegekräfte den Beruf verlassen, weitere haben gekündigt und arbeiten über Zeitarbeitsfirmen für mehr Lohn und gekürzte und geregeltere Arbietszeiten weiter. Geht zu lasten der direkt Angestellten. Marktwitschaft at it's best, aber besser so, als ganz aufhören oder selbst (psychisch) krank werden.
Und wenn z.B. eine junge Frau mit nicht erledigtem Kinderwunsch wochenlang auf die OP einer Eierstockzyste warten muss, dann ist das medizinsch zwar vertretbar, für die Betroffene aber ein hohe psychische Belastung. Vor Corona wäre die OP innerhalb einer Woche erledigt gewesen und sie hätte anch kurzer Zeit gewusst, dass die Zyste wie vermutet gutartig war und sie weiterhin Kinder bekommen. Es trifft nicht nur die schwer kranken Krebspatienten.
Ich kenne mehrere Krankenhausärzte. Die sind frustriert, weil sie den Patienten aufgrund des Pflegepersonalmangels und Coronamaßnahmen wie Freihalten von Notfallbetten nicht optimal helfen können und äußern dazu die Befürchtung das nach Abklingen der Coronawelle nochmals viele Pflegekräfte den Beruf verlassen werden, weil sie aktuell nur aus Pflichtgefühl bei der Stange bleiben und nicht zur "Unzeit" das Handtuch werfen wollen, aber irgendwann der Überlastung Tribut zollen werden.
Dass Leute ohne fundierten Einbilck in Situationen meinen bzw. sich anmaßen diese auch nur annähernd beurteilen zu können, weil sie sich im "Internet" gebildet und aus ein paar Zahlen sich ihre Meinung zurechtgebastelt haben ist leider ein Phänomen, das stark um sich greift.
Hans
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