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Fotoekki 29.10.2009 21:03

Sorry Leute, ich habe diesen Thread erst eben entdeckt und würde meinen Senf auch gerne noch loswerden:

Zitat:

Zitat von Hansevogel (Beitrag 912584)
Da ich einzig und allein nur in meiner Wohnung das Maß aller Dinge bin, gestehe ich freimütig, daß ich den Namen Leibovitz hier und jetzt erstmalig vernommen habe. :oops:

Werde ich jetzt entlassen? :lol:

Gruß: Joachim

Natürlich nicht! Du musst in Hamburg wohnen, das ist Strafe genug. ;)

Zitat:

Zitat von eiq (Beitrag 912662)
(...)
Insgesamt würde ich mich Andreas anschließen.
Beim einen Fotografen ist es Kunst, beim anderen wird es verrissen.

Gruß, eiq

Kunst, sagt der Volksmund, kommt von Können. Während ich das schreibe hat sich die Meinung durchgesetzt, dass hier großes Können zum Zwecke der Anbiederung bewußt "glitches" produziert hat.
Insofern ist sowohl der Begriff Kunst erlaubt als auch ein Verriss der Ausführung, wenn man ein technisch einwandfreies Bild erwartet. Ich kenne einen Fotografen, der bei der Abschlußbesprechung seiner Kurse früher kein vernichtenderes Urteil als "technisch einwandfrei" finden konnte...

Zitat:

Zitat von roli_ch (Beitrag 912702)
(...)
Ich denke also das Bild ist, in Anbetracht der Aussage das es machen soll, wirklich gelungen.

Bin Deiner Meinung.

Zitat:

Zitat von Giovanni (Beitrag 912839)
Etwas möchte ich doch noch anmerken:
(...)
Hierzulande ist finanzielles Scheitern ein derartiger gesellschaftlicher Makel, dass eine Fotografin in einer entsprechenden Situation wohl kaum mehr repräsentative öffentliche Aufträge bekommen würde. Dass es in den USA anscheinend anders ist und die persönlichen Leistungen sowie die künstlerische Reputation gewürdigt werden, ohne dass die aktuellen geschäftlichen Umstände etwas daran ändern können, ist wohltuend und vorbildhaft.
(...)

Ich unterstelle, dass die Entscheidung für Fr. Leibovitz von Michelle Obama kam.
Sie hat ja auch diesen "besonderen" Kleidergeschmack und scheint sich generell für Künstler zu interessieren. Hr. Obama unterstelle ich, dass ihm der Fotograf egal war, solange ein Bild entsteht, dass die beabsichtigte Wirkung entfaltet.

Zitat:

Zitat von Kerstin (Beitrag 912924)
Würde ich im Kundenauftrag solche Bilder machen, würde ich mich selbst schämen ;)
Sorry - Interpretation hin oder her: Ich finde es ist Tinnef ;)
So Bilder macht Mutti mit ihrer Canon A70 auf der Familienfeier.
Nichts desto trotz finde ich die Familie einfach unheimlich natürlich.
Unter einer "Leibovitz" stelle ich mir einfach etwas Herausragenderes vor.

Es kommt schon auch darauf an, was der Kunde will. Die großen Maler vergangener Epochen haben jede Menge nicht weiter erwähnenswerte Portraits produziert, um etwas zu Essen kaufen zu können...
Muttis A70 fällt aber auf die weißen Hemden und das von ihnen reflektierte Blitzlicht herein und macht zu früh zu. Ergebnis: 4 Schwarze in einer dunklen Kammer. :shock:
Da ist schon kurz über die Belichtung nachgedacht worden...

Zitat:

Zitat von harumpel (Beitrag 913016)
Eine Ausstellung von Leibovitz war vor kurzem im C/O in Berlin zu bestaunen. Die Frau hats echt drauf :top: Ihre Bilder haben manchmal technische Mängel, überzeugen jedoch durch die Motive.

In der Photographie war kürzlich etwas über einige ihrer Starfotos. Die waren abseits einer handwerklich ordentlichen Mache deshalb beeindruckend, weil die Stars wie "normale Leute" herüber kamen. Dazu stelle ich mir vor, man muss entweder schnell einen guten Draht zu diesen Leuten entwickeln oder sie schon länger persönlich kennen. Auf jeden Fall geht die Vorbereitung solcher Bilder zeitlich weit über das Zusammenpacken von ein bisschen Ausrüstung und Ein-paar-Bildchen-machen hinaus.
Die Frau ist schon nicht zu Unrecht bekannt. :top:


Auf jeden Fall freut es mich, dass binbald dieses Bild zur Diskussion gestellt hat, denn man kann daran sehr schön sehen, dass Bilder weit mehr sein können, als die Dokumentation von fotografischen Fähigkeiten.
Wir sind mit 5 Sinne ausgestattet, aber was wir sehen, beeinflusst uns offenbar am stärksten. Wie wir sehen, kann man diese Tatsache ausnutzen...

Gute Nacht,
Ekki

binbald 29.10.2009 21:07

Zitat:

Zitat von K.A.. (Beitrag 913031)
Also ich glaube nicht daß das Bild nur hier so kontrovers diskutiert wird

Das ist ja das Interessante: In den Fotoforen der Welt wird sie zerrissen, in der Öffentlichkeit, bei flickr, in der Presse (Süddeutsche, etc.), in der US-Presse, in allen möglichen Blogs, etc. eigentlich überall außerhalb der Fotoforen wird das Bild gelobt und geschätzt.

Zitat:

Zitat von harumpel (Beitrag 913030)
David LaChapelle [...] Nan Goldin

Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass die *kontrovers* seien, eher dass da die Meinung einhellig ist :twisted:

Hansevogel 29.10.2009 21:12

Zitat:

Zitat von Fotoekki (Beitrag 913037)
Du musst in Hamburg wohnen, das ist Strafe genug. ;

[OT]
Ja, die Millionen Touristen vermiesen einem die ganze Lebensfreude. :lol:
Ich werde HH verlassen. :D Wohin? 4x darf geraten werden. ;)
[/OT]

Gruß: Joachim

Xwing15 29.10.2009 21:13

So musste das Bild auch mal betrachten aufgrund der tollen Meinungen hier. :roll:

Für mich ist es ein sehr 'warmes', sympatisches und herzliches Bild. Der Ausdruck und die Haltung unterstützen die Aussage. Von dem her galube ich das Ziel wurde erreicht... genau das sollte mit dem Bild wohl ausgedrückt werden. Egal ob perfekt oder nicht. Es kann noch so perfekt sein und denoch wenn der 'Inhalt' nicht rauskommt, ist das Perfekte Bild für nix. Zu küstlich, zu geschliffen, zu glatt wie aus einer Phantasie Welt. Erlebe das sehr oft aufgrund Meldungen meiner Bilder an Anlässen.. Bilder die mich im nachhinein ärgerten, weil sie eben nicht 'perfekt' (soweit das jeweils möglich ist) sind. Und sehr oft werden diese Bilder von den 'Betroffenen' als wunderbares Bild und sogar als 'Lieblingsbilder' bezeichnet. Ja die Ansichten sind verschieden.. und hier unter den 'Profis' im SUF wird ab und zu nicht ganz auf den Inhalt, die Aussage des Bildes eingegangen, sonder viel mehr geht es nur um 'Perfektion' in Schärfe, Belichtung und dergleichen und nicht selten sogar um die Cam die das Bild aufgezeichent hat.

Ein grosser Teil der 'Jahrhunderbilder' sind meilenweit weg von Perfektion und würden hier und in anderen Foren nur so verissen da bin ich überzeugt.

Hoffe durch mein Geschreibsel keinem zu nahe getreten zu sein :D

René

binbald 29.10.2009 21:15

Zitat:

Zitat von Fotoekki (Beitrag 913037)
Auf jeden Fall geht die Vorbereitung solcher Bilder zeitlich weit über das Zusammenpacken von ein bisschen Ausrüstung und Ein-paar-Bildchen-machen hinaus.

Und genau das macht den Unterschied zwischen dem Profi und dem Amateur aus. Ich habe von ein paar Profis mal die Skizzenbücher gesehen. Wie viele Seiten da für minutiöse Planungen von Setup, Lichtmengenberechnungen, Auslösefestlegungen, etc. draufgehen, ist schon erstaunlich. Da steckt auch schlichtweg Wissen dahinter, das der Amateur gar nicht hat.


Zitat:

Auf jeden Fall freut es mich, dass binbald dieses Bild zur Diskussion gestellt hat, denn man kann daran sehr schön sehen, dass Bilder weit mehr sein können, als die Dokumentation von fotografischen Fähigkeiten.
Ja, das ist etwas, was mir in diesem Forum sehr fehlt: Die Diskussion um die Ergebnisse der großen Fotografen, um von denen zu lernen. Das bringt bisweilen mehr Erhellung als die Kritik bei/von anderen Amateuren.

Edit:
@René: Ich sehe es ganz ähnlich wie Du. Deswegen habe ich es auch eingestellt.

K.A.. 29.10.2009 21:37

Ironie/witzigmodus an (ich habs ja versprochen !!;))>>
Wenn ich also jetzt ein irgendwie verpeiltes Bild von ein paar Leuten die sich nahestehen in dieser Form ablichte, weil ich keinen bock habe mich mehr anzustrengen , kann ich dann doch mit fug und recht behaupten "Das ist Leibovitz-Style ihr Banausen !" ODER ?
Ironie/witzigmodus aus<<< :lol::lol::lol::evil:

freakbrother 05.11.2009 17:56

Im Kunsthaus Wien ist derzeit eine Ausstellung von Annie Leibovitz "A Photographers Life" bis
31.Jänner zu sehen. Eine Doku über sie (Life trough a Lens) war auch kürzlich auf ORF2.
Ich kannte sie bis jetzt nicht. Bin aber durch die Doku neugierig geworden und werd mir die
Ausstellung ansehen.

Tobi. 05.11.2009 19:22

Zitat:

Zitat von dumpster (Beitrag 912479)
Normalerweise würde ja der Mann in der Mitte sitzen und der Rest der Familie irgendwie drum angeordnet sein. Zudem ist hier die Familie durch die Linienführung der Arme und Hände miteinander verbunden.

Ich finde eigentlich, dass die Familie geteilt wirkt. Die beiden Arme in der Mitte sind wie eine Barriere zwischen Mutter und Tochter. Dass sie sich bei den Händen fasse, fällt dagegen deutlich weniger auf.

Tobi

binbald 05.11.2009 19:28

Zitat:

Zitat von Tobi. (Beitrag 915963)
Ich finde eigentlich, dass die Familie geteilt wirkt. Die beiden Arme in der Mitte sind wie eine Barriere zwischen Mutter und Tochter.

Man beachte auch die Kleidung...


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