Zitat:
Zitat von Yonnix
(Beitrag 2228611)
Höchst zweifelhaftes Vorgehen, damit wird großer Schaden angerichtet. Die Tiere büßen auf diese Art auf Dauer ihren Jagdinstinkt ein ...
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Moin Jannik, bei allem Respekt vor Deinem Wissen (und Deinem Können!!), finde ich, dass Du ein klein wenig überziehst, wenn Du hier vor „großem“ Schaden warnst. Zumindest bezogen auf die von Dir genannten Beispiele:
Braunbären in Polen: Hierzu kann ich etwas aus eigenem Erleben mitreden, weil ich im Mai in Polen zum Bärenansitz war. Ein Bauer, der im Bieszczady-Gebiet Ökotourismus anbietet, hat auch drei mobile Ansitzhütten an eine Waldlichtung gerollt. Wenn er unter seinen Besuchern Tierfotografen hat, streut er Maiskörner auf die Wiese – und mit etwas Glück lassen sich mit der Zeit Bären sehen. Die fressen die Körner dann, wie sie andernorts Beeren oder Pilze naschen. Aber weder macht allein dies sie satt, noch finden solche Zufütterungen täglich statt, schon gar nicht über längere Zeiträume. Mit ihrem Jagdtrieb hat das wohl eher nichts zu tun.
Wie es diesbezüglich bei professionellen Anbietern von Bären/Vielfraß-Ansitzen in Finnland, Estland oder Nordamerika aussieht, kann ich nicht beurteilen.
Seeadler in Mecklenburg: Auch hier werden die Greife lediglich in überschaubarem Maße zugefüttert, vor allem im Frühjahr/Frühsommer, wenn sie zwei, drei Junge haben. Dann muss das Männchen täglich (inkl. des Weibchens und sich selbst) bis zu vier, fünf Adler sattbekommen. Mit zwei, drei Aalen oder anderen Fischen, die dann vom Boot ins Wasser geworfen werden, gelingt das garantiert nicht. Zumal sie in der Regel auch nur bei Bedarf (wenn Besucher da sind), also sehr unregelmäßig zugefüttert werden. Den allergrößten Teil des Jahres suchen sie sich ihr Futter also selbst.
Dass Seeadler stolze Jäger sind, findet allerdings nur in Sagen und Märchenbüchern statt. Es sind jagdfaule Opportunisten. Nachzulesen etwa hier:
https://seeadlerforschung.de/biologie.html, speziell im Kapitel „Nahrung“.
Füchse: Es gibt Füchse, die in Stadtgebieten leben und an Müllplätzen herumwühlen. Die reagieren auch auf Futter, das ihnen zugeworfen wird. Aber dass ein Fuchs in der freien Natur das Jagen verlernt, habe ich noch nicht gehört. Das liegt ihm doch so im Blut, dass er selbst jagt, wenn er gar keinen Hunger mehr hat.
Krauskopf-/Rosapelikane am Kerkinisee: Ich war dort mehrere Tage im Frühjahr 2019, und ich kann mich absolut an keine Situation erinnern, dass sie dort jemand gezielt gefüttert hätte. Die großen Brutkolonien liegen doch innerhalb geschützter Inselbereiche in der Seemitte, die man mit dem Boot gar nicht befahren darf. Aber auch an Randbereichen des Sees habe ich gierig jagende Pelikane erlebt.
Wildtierfotografie, die auch auf Köder/Luder baut, ist legitim. Sie wird aber teils in eigenen Kategorien geführt, beispielsweise „beeinflusste Natur“, so etwa im Naturfotografenforum. Ob man das mag, sei jedem selbst überlassen. Aber wir sind hier doch in einem Fotografieforum, in dem es auch maßgeblich um gute, spannende Bilder geht.