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hanito 18.10.2021 16:45

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2218309)
Mit Wind und Sonne alleine kann die notwendige Energiemenge nicht produziert werden.

Wie auch, die Mühlen sind gestern fast den ganzen Tag nicht gelaufen und heute auch nicht. Und das sind nicht wenige. In meinem Sichtfeld 14 Stück. Momentan (16:44) wieder Stillstand.
:evil:

BeHo 18.10.2021 17:01

Hauptsache, die eigenen Vorurteile werden gut gepflegt.

Natürlich gibt es unter den Grünen-Anhängern viele Leute, für die Naturwissenschaften ein Fremdwort sind. Das gilt aber auch für viele Anhänger aller anderen Parteien von ganz links bis ganz rechts.

Die nächste Regierung wird wohl unter Beteiligung der Grünen stattfinden. Da wird es um Realpolitik gehen. Unrealistische Traumvorstellungen werden da wohl eher keinen Platz finden (siehe z.B. Baden-Württemberg).

Da werden sich nach den Verhandlungen der Koalitionspartner auch Umsetzungsszenarien für eine ökologischere Wirtschaft (inkl. Chemie und Co.) finden lassen. Und es wird garantiert auch den einen oder anderen Streit innerhalb der einzelnen Parteien geben. Warum sollte ich realistische Szenarien als Antwort auf Polemik liefern? Dafür sind die Fachleute aus Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Politik zuständig. Und da erwarte ich auch einiges. Polemik ist erlaubt, aber Kritik daran nur, wenn man die Antworten auf alles hat? Vielleicht sollte ich dann ja auch mal mit Polemik in der anderen Richtung anfangen? Mache ich aber nicht.

Apropos Chemie: Alleine zu Green Chemistry gibt es unzählige wissenschaftliche Artikel in den diversen Fachmedien, wobei bei der Umsetzung natürlich die Gesamtbilanz zu berücksichtigen ist. Biodiesel sehe ich z.B. für den allgemeinen Einsatz sehr krititisch.

Porty 18.10.2021 17:08

Gerade die Zementindustrie ist doch ein deutliches Beispiel dafür, wieweit die Energieeinsparung bereits getrieben hat. Inzwischen hat man die Energieverluste auf ein Minimum reduziert, die Abgase werden so weit ausgenutzt, dass es gerade noch nicht zur Kondensation von Wasser kommt. Als Brennstoff werden fast ausschließlich "Sekundärbrennstoffe", in der Regel alte Autoreifen und brennbare Industrieabfälle verwendet. Die verbleibenden CO2 Emissionen entstehen, da Kalkstein nun mal die Hauptkomponente des Zementes ist und CO2 zwangsweise bei beim Brennvorgang zum Zementklinker frei wird. Man kann die CO2- Emissionen zwar durch die Zumischung von Hochofenschlacke verringern, aber diese Industrie ist ja auch Böse.....
Ich weis nicht, wie man ohne Zement, Kalk und Mauersteinen bauen will. Theoretisch ginge noch Lehmfachwerk, aber das dafür notwendige Bauholz wird ja momentan im großen Stil zur CO2- Einsparung als Öko- Brennstoff verheizt. Klingt jetzt polemisch, aber frage mal einen Häuslebauer, der gerade Balken für seinen Dachstuhl braucht.......
Abgesehen davon, ich hab einige Jahre in so einem Haus gewohnt, das war ein Biotop.
Kann man gut finden, dann muss man aber mit Ameisen und anderen Getier im Küchenschrank und Silberfischen und Kellerasseln im Bad und Schlafzimmer klar kommen.


Völlig daneben finde ich Vorschläge, man solle einfach den Strom abschalten, wenn er gerade nicht reicht. Hatten wir hier erst unlängst.
Nicht nur, dass das das Ende für Deutschland als Wirtschaftsstandort bedeuten würde, da nun mal der weit überwiegende Teil aller Industriellen Prozesse auf eine störungsfreie Stromversorgung angewiesen und oft Stunden oder gar Tage notwendig sind, Anlagen nach einen Stromausfall wieder in Betrieb zu nehmen, und das mit oft hohen Material- und Energieverlusten. Auch der Örtliche Biomarkt kann seine Kassen nicht ohne Strom betreiben. Viel lustiger wird es aber, wenn die hohen Herren in ihren Führungsetagen von Politik und Wirtschaft zu Fuß aus der 30. Etage herunter steigen müssen oder gar für ein paar Stunden im Aufzug stecken bleiben. Wie man sich in einer gut gefüllten U- Bahn bei Stromausfall zwischen 2 Haltestellen fühlt, stelle ich mir lieber nicht vor.........

BeHo 18.10.2021 17:23

Da gebe ich Dir in den meisten Punkten Recht, was aber nicht im Widerspruch zu meinen Äußerungen steht.

frame 18.10.2021 18:08

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2218329)
Warum sollte ich realistische Szenarien als Antwort auf Polemik liefern?
Polemik ist erlaubt, aber Kritik daran nur, wenn man die Antworten auf alles hat? Vielleicht sollte ich dann ja auch mal mit Polemik in der anderen Richtung anfangen? Mache ich aber nicht.

Apropos Chemie: Alleine zu Green Chemistry gibt es unzählige wissenschaftliche Artikel in den diversen Fachmedien, wobei bei der Umsetzung natürlich die Gesamtbilanz zu berücksichtigen ist. Biodiesel sehe ich z.B. für den allgemeinen Einsatz sehr krititisch.

du sollst natürlich keine Szenarien ausarbeiten, aber ich erwarte von dir als intelligentem Menschen dass du nicht einfach so blauäugig hinnimmst "wir wollen das beste und werden sowohl die Wirtschaft als auch die Welt retten und es kostet nichts" sondern dir anschaust WIE sie das machen wollen. Das muss ja direkt im nächsten Absatz des Wahlprogramms stehen das du zitiert hast.
Und bevor du dieses Zitat gepostet hast hast du garantiert gelesen WIE sie sich das denken, sonst würdest du uns sowas nicht einfach präsentieren.

Natürlich macht Polemik Spass, mir besonders, aber es ist halt manchmal nicht so konstruktiv.

Das mit dem Biodiesel ist ein sehr gutes Beispiel. Der Biodiesel mag in irgendeiner Form für EINEN Aspekt nützlich sein, wahrscheinlich doe Co2-Bilanz. Aber wenn man sich anschaut was da für riesige ökologisch tote Landschaften entstehen dann kann das z.B. für das Ökosystem an sich, Insekten und aufwärts, niemals gut sein.

Man kann sich da einfach verrennen in Themen und da bin auch ich der Meinung dass die grüne Klientel da besonders empfindlich ist. Wenn der Zug mal in eine Richtung fährt wird nicht mehr nachgedacht. Atom, SUV, Verbrenner, sobald man ein Feindbild hat wird losgerannt.

Zum Beispiel ein Thema das mich schon länger beschäftigt. Die meisten Co2 Emissionen in Deutschland kommen nichts aus dem Verkehr sondern aus Heizungen. Das heisst der derzeit so gehypte Wohnungsbau ist natürlich völlig kontraproduktiv für das Klimathema. Sagt aber keiner.

Ein Deutscher hat heute im Schnitt eine Wohnfläche von fast 50qm. Über 10qm mehr als 1990. Ein Engländer hat knapp über 30qm. Diese Fläche muss gebaut und geheizt werden. Warum kommt kein deutscher Politiker und sagt das mal offen - Leute, ihr lebt auf zuviel Raum? Weniger Wohnraum wäre für das Klima besser, das Mietenproblem würde sich reduzieren, es müsste nicht soviel gebaut werden. NUR Vorteile.

Und eine Regierung könnte das ganz einfach fördern. z.B. Entfall der Grunderwerbssteuer wenn jemand ein kleineres Objekt kauft und ein grösseres verkauft. Zuschüsse wenn jemand in eine kleinere Wohnung zieht. Es gibt so viele Möglichkeiten die Leute zu motivieren auf weniger Raum zu wohnen.

Aber man erstmal müsste in der Gesellschaft das Bewusstsein schaffen dass man damit was gutes tut, für das Klima und das Land. Das traut aber sich kein Politiker und keine Partei weil natürlich der deutsche Bürger sehr empört sein wird wenn man ihm sagt sein Haus ist zu gross.

BeHo 18.10.2021 18:25

Dass ich alles blauäugig hinnehme, ist eine Unterstellung. Und dass ich Sätze wie "wir wollen das beste und werden sowohl die Wirtschaft als auch die Welt retten und es kostet nichts" gut heiße oder sogar selbst schreibe, ist erst recht eine Unterstellung.

steve.hatton 18.10.2021 20:42

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2218337)

Zum Beispiel ein Thema das mich schon länger beschäftigt. Die meisten Co2 Emissionen in Deutschland kommen nichts aus dem Verkehr sondern aus Heizungen. Das heisst der derzeit so gehypte Wohnungsbau ist natürlich völlig kontraproduktiv für das Klimathema. Sagt aber keiner.

Ein Deutscher hat heute im Schnitt eine Wohnfläche von fast 50qm. Über 10qm mehr als 1990. Ein Engländer hat knapp über 30qm. ....

Doch doch, das sagt schon der ein oder andere - nur nicht laut genug.

Das wäre aber so als würdest Du dem S-Klasse-Fahrer vorschlagen in eine C-Klasse umzusteigen - hat auch 4-5 Sitze.
Die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner wirst Du nicht so schnell nach unten bekommen. Schlimmer noch - viele Wohnungen werden gar nicht oder seltenst genutzt, weil Geld in Immobilien in D zu parken - insbesondere Schwarzgeld - so einfach ist.....man kann Häuser sogar bar bezahlen !
Das verzerrt teil die Statistiken!

Grundsätzlich hast Du recht: Weniger ist mehr:
1,5° weniger Raumtemperatur, 130 statt 200 oder wirklich nur 80 statt 95 beim LKW auf der Bahn brächte schon einiges. 400 statt 700 Abgeordnete wäre auch ein Ansatz -)))

Nachsatz zum Engländer: Selbst wenn der Brite nur 20qm im Durchschnitt bewohnen würde ist das Energy-Rating dort meist im roten Bereich (Energieskala F ist oft "normal") - somit kein gutes Beispiel! Ich bin zwar wirklich ein Dämm-Gegner und Plastikfenster-Feind, aber Einfachverglasung, Abflussrohre außen eine Durchlässigkeit von Hauseingangstüren die hierzulande nicht mal bei Scheunentoren akzeptiert würden sind wirklich nicht zeitgemäß.

Meine Mutter sagte zu ihrem England/Wales Aufenthalt 1948-1958 sie hätte dort immer gefroren - viel hat sich nicht geändert.
(Ausnahme Neubauten)

frame 19.10.2021 08:48

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2218343)
Dass ich alles blauäugig hinnehme, ist eine Unterstellung. Und dass ich Sätze wie "wir wollen das beste und werden sowohl die Wirtschaft als auch die Welt retten und es kostet nichts" gut heiße oder sogar selbst schreibe, ist erst recht eine Unterstellung.

du bist echt gut darin in jedem Statement Teilsätze rauszufiltern und als persönlichen Angriff zu werten, anscheinend damit man nicht merkt dass du keine sachlichen Argumente bringen willst oder kannst? Ehrlich, dafür ist mir meine zeit zu schade, es gibt schon genug die das Spiel mitspielen.

frame 19.10.2021 08:57

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2218356)
Nachsatz zum Engländer: Selbst wenn der Brite nur 20qm im Durchschnitt bewohnen würde ist das Energy-Rating dort meist im roten Bereich (Energieskala F ist oft "normal") - somit kein gutes Beispiel!

Natürlich hast du völlig recht,man kann das nicht einfach so verallgemeinern. Wie die Investorenwohnungen im Durchschnitt gezählt werden weiss ich natürlich nicht, aber die gibt es ja z.B. in London auch sehr häufig.

Aber ganz unten anfangend denke ich es gibt in D viele die auf mehr Raum wohnen als sie benötigen oder sich auch nur wünschen. Einfach weil sie z.B. ein Haus für eine Familie gebaut haben die nun ausgezogen ist ist, als Pensionär oder aus anderen Gründen sich die Situation geändert hat.

Das wird dadurch befeuert dass es sehr aufwendig ist umzuziehen, vor allem bei Eigentum - z.B. durch immer höhere Grunderwerbssteuer und Nebenkosten.

Deshalb denke ich ein politisches Werbeprogramm dafür sich zu verkleinern und damit etwas für das Klima zu tun, zusammen mit finanzieller Unterstützung, würde keinem weh tun aber könnte einiges an quick win erzielen. Und das würde noch nichtmal Wähler verschrecken weil ja keiner gezwungen oder angeprangert wird.

BeHo 19.10.2021 09:01

Bei einem Satz mit "Ich erwarte von Dir, dass ..." impliziert der Teil hinter "dass", dass ich den Teil derzeit nicht erfülle. Sorry, aber Fehler in der Kommunikation machen immer nur andere?

Nochmals zum Ausschnitt des Wahlprogramms: Das war ein Absatz, der genau den polemischen Unterstellungen des Beitrags davor widerspricht, mehr nicht. Ob und wie das umgesetzt werden kann, wird sich zeigen.

Aber schön, dass Polemik gut geheißen wird, aber kurze Antworten darauf nicht.

P.S.:

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2218307)
[...]Da fehlt aber der wichtige Teil in dem Zitat und ich habe gerade keine Lust das Wahlprogramm selbst rauszusuchen[...]

Das komplette Wahlprogramm als PDF war bzw. ist in meinem Beitrag von Anfang an verlinkt!


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