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Itscha 26.07.2011 16:17

Vermutlich verschwindet ein Großteil der Unsicherheit, wenn man die Situation mal durchgespielt hat, wie hier im Thread. Ich finde, Alberich hat es hier treffend zusammengefasst.

hpike 26.07.2011 16:26

Ganz ehrlich? wenn mich jemand so anmachen würde und ich wäre unschuldig, was ich eigentlich von Geburt aus bin ;) und ich ihm auch ausdrücklich gesagt hätte das ich ihn oder sonstwen nicht fotografiert habe, würd ich ihm ziemlich deutlich sagen das er sich verp....... soll und ich bin groß genug das dass wirkt. Das hilft jetzt allerdings der Kerstin wohl auch nicht.:?

alberich 26.07.2011 17:11

Zitat:

Zitat von hpike (Beitrag 1202269)
...soll und ich bin groß genug das dass wirkt. Das hilft jetzt allerdings der Kerstin wohl auch nicht.:?

So eine Größenphantasie hilft Dir aber ebenso nur bis einer entweder größer ist, oder aber es ihm egal ist und er Dir Deine Kamera dennoch zu fressen gibt.
"There is always a bigger Fish"

Also immer schön souverän und locker bleiben. :D

hpike 26.07.2011 17:13

Mir ist es auch egal ob jemand größer ist.

No risk no fun.:lol:

depok 26.07.2011 17:32

Menschenskinder Guido, mit Dir möchte ich auch nicht hintereinander kommen. Da wird mir ganz bange :shock:

hpike 26.07.2011 17:37

Aaaach alles halb so wild.;)

Tim Kimm 26.07.2011 17:51

Zitat:

Zitat von Kerstin (Beitrag 1202133)
Naja, große Kamera mit 70-200 um den Hals hängend stand ich mit meiner Berliner Schwester *g* wartend auf einer Schöneberger Einkaufsstraße, als wie aus dem Nichts ein Mann aufschlägt und sagt: Sie haben soeben mein Kind fotografiert. Ich habe Sie gesehen.
Ich war mir aber keiner derartigen Schuld bewusst und betonte zunächst zweimal, dass ich das nicht getan hätte, weder bewusst noch unbewusst. Er ließ nicht locker und so bot ich, aber schon mit echt zittriger Stimme (warum ist man nur immer so unsouverän??) die Bilder anzusehen. Zu sehen waren 2 oder 3 Bilder, die ich auf 20 cm Entfernung mit dem Tele aus der Hüfte geschossen habe auf eine Hauswand, bzw. es gab Füße einer dort sitzenden Zigeunerin zu sehen mit Ringelsocken) - und zwar nur das Bokeh, also alles komplett unscharf.
Ich zeigte die also und dann kamen schon Bilder meiner Freunde.
Das stellte ihn nicht zufrieden, es schaukelt sich immer mehr auf, ich bot an, sie nochmal zu zeigen, er verlangte, mehr zu sehen.
Daraufhin sagte ich NEIN, das sind private Aufnahmen, die zeige ich Ihnen sicher nicht.
Situation schaukelt sich weiter auf, er sagt, dann mache ich jetzt ein Bild von Ihnen, Sie können hier nicht einfach fotografieren und holt sein iPhone raus (*lol*)
NEIN, Sie machen jetzt definitiv kein Bild von mir, jetzt ist aber echt gut. Ich war schon schwerst hilflos und habe mich dann erstmal rumgedreht. Irgendwie ging es dann noch kurz hin und her und dann bin ich erstmal weitergegangen, und er ging dann wohl auch.
Ach ja, und dann fragte er noch: Was machen Sie hier eigentlich???????????? Daraufhin sagte ich ihm nur noch, dass es ihn nichts angehe und ich ihm keine Rechenschaft darüber ablegen werde.
Naja, es wird sicher ein nächstes Mal geben, da bin ich ganz sicher, das kam dann auch schon gleich am Nachmittag, da verlief die Situation aber sehr kommunikativ, wenn auch da schon etwas merkwürdig.
Am Ende hatte ich zu nichts mehr Lust, so macht es wirklich keinen Spaß mehr und ich lande am Ende doch noch blümchenknipsend auf meiner Terrasse ... :(

Beim nächsten Mal aber bin ich viell. allein und dann muss ich einfach besonnener und bestimmter reagieren können. Denn am Ende haben wir uns wirklich gefragt, ob das nicht auch mal eine fingierte Situation gewesen sein könnte. DAS war es aber nicht. Denn weder Kind noch dazugehörige Mutter waren irgendwo in Sichtweite. Schon sehr merkwürdig.

Analysieren wir doch einfach mal die Situation.

Mann
Anscheinend gab es einen Grund, aus seiner Sicht, dir zu misstrauen. Möglicherweise wollte er sein Kind schützen und verhindern, dass Dritte (du) Aufnahmen seines Kindes machen/haben. Wenn dem so ist, muss er hinsichtlich der Bilder Befürchtungen haben und die können nur in Richtung Missbrauch der Bilder oder des abgelichteten Kindes (zu einem späteren Zeitpunkt) gehen. Sein Handeln ist für ihn also zunächst mal richtig.

Erst, wenn Fotograf seine Befürchtung zerstreuen kann, unabhängig ob nun überhaupt das Kind aufgenommen wurde, wird er Ruhe geben und Fotograf ziehen lassen.

Fotograf
Fotograf (ist hier immer die Fotografin) macht Bilder aus Hüfte, Fotograf weiß nicht, was auf Bildern ist. Beide Dinge tragen wesentlich zur Unsicherheit von Fotograf bei. Fotograf ist mit der eigenen Unsicherheit beschäftigt und analysiert das aggressive Vorgehen von Mann als Angriff gegen die eigene Person statt die Befürchtung von Mann zu erkennen. Letztere Erkenntnis hätte Fotograf in die Lage versetzt Manns Befürchtung zu entkräften, indem Fotograf sie gezielt angesprochen und besänftigend auf Mann eingewirkt hätte: "Ich kann mich nicht entsinnen Kinder fotografiert zu haben. Sollte es unbeabsichtigt geschehen sein, werde ich die Bilder natürlich gerne bei Durchsicht löschen."

Mit so einer Aussage bleiben Fotograf mehrere Reaktionen übrig. Sollte Mann nicht einlenken, kann Fotograf die Taktik der klaren rechtlichen Abtrennung verfolgen und Front machen oder Fotograf kann technische Gründe vorschieben, warum ein Durchsehen der Bilder aktuell nicht möglich ist. Also, genügend Möglichkeiten, um ein Gespräch zu beenden, das aus dem Ruder zu laufen droht. Die technischen Gründe sind natürlich immer recht praktisch, der der Verursache nicht habhaft zu machen ist, die "Wut" des "Angreifers" also ins Leere läuft.

Souveränität
Souverän zu bleiben ist eine grundsätzliche Einstellungssache. Man bleibt souverän, solange man den Handlungsstrang vorgibt. Sollte die Gegenseite den Handlungsstrang vorgeben bzw. übernehmen, sind Gegenfragen ggf. ein gutes Mittel, um die Handlung wieder zu leiten. So schwer ist das mit der Souveränität nicht mehr, wenn man Situationen vorher einfach mal durchspielt und sich vergegenwärtigt wie man die Handlung in der Hand behält.

chefboss 26.07.2011 23:45

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1202054)

Also,
wenn man mit der Diskussion nicht mehr weiter kommt, einfach mal eine höhere Instanz ins Spiel bringen, das ändert die Diskussionsgrundlage meist schlagartig. ;)

Stimmt!

Ein gut Alkoholisierter wollte meine Kamera. Er gab sich jedoch mit der Gehäusenummer zufrieden, welche ich Ihm auf einem Notizzettel übergab, mit dem Hinweis, er könne mit dieser Nummer bei der Polizei mich anzeigen, sofern er sein Bild irgendwo veröffentlicht sehe. Gruss, frank.

GBayer 27.07.2011 06:19

Zitat:

Zitat von Kerstin (Beitrag 1202029)
Irgendwann trifft es ja jeden von uns - wir werden damit konfrontiert, dass uns jemand anspricht, ob wir Bilder von ihm (seinen Kindern, seiner Frau o.ä.) gemacht haben.
Insbesondere geht es mir hier darum, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält. .....
Wie verhält man sich kurz und knapp ausreichend richtig?

Du meine Güte!

Ich habe jetzt hier alles durchgelesen und bin entsetzt. Dieser Themenstrang ist wunderbar als typisch deutsche Paranoia vorzuführen!

Wie man sich in solchen Situationen richtig verhält ist doch sonnenklar:
Sage Deinem Kontrahenten einfach er soll Dich verklagen, reiche ihm eine Visitenkarte und laß ihn stehen! Wenn Du weiterhin belästigt wirst brülle ihn an, errege Aufmerksamkeit und rufe eventuell laut nach Polizei. Ich bin überzeugt das wirkt in den allermeisten Fällen.

Ich würde niemals irgendwelche Bilder zeigen oder gar löschen. Gegen Querulanten bin ich allergisch. Insbesondere, wenn ich ganz klar in meinen Rechten beschnitten werden soll.

Servus
Gerhard

jqsch 27.07.2011 06:54

Um die Sache zu verkomplizieren Kerstin. Es hängt vieles davon ab in welchem Staat Du dich aufhälst. Oder einfach: Andere Länder, andere Sitten.

Nach meinem Recherchen - über die USA gibt es dort so etwas wie das Recht am eigenen Bild nicht. Dort ist es -- wohl auch von Bundesstaat nach Bundesstaat unterschiedlich - verboten, Polizisten bei der Arbeit zu fotografieren.

Ich glaube, ich hätte in deiner Situation, vorgeschlagen / angedroht, die Polizei zu holen. Gerade bei seinem Versuch, dein Recht am eigenen Bild zu missachten.

Möglicherweise hätte es in deiner Situation anfänglich auch gereicht, ihn zu fragen, wann ich sein Kind fotografiert haben soll und dann über die Exifs - der wenn auch privaten Bilder nachzuweisen, dass sein Kind nicht zu entdecken ist. Außer vielleicht die Bilder sind zu privat.

Was ich auch in USA gelernt habe. Ein 70/200 oder 70/400 fällt immer auf. Und führt manchmal zu Diskussionen ohne Ende. In USA war schon das Fotografieren eines Brunnens vor dem Lincoln Center Anlass für Überprüfung mit Security. Bridgekameras mit hohem Telefaktor fallen da gar nicht auf.

VG

Jürgen


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