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konzertpix.de 07.08.2010 01:32

Das sind die Dinge, die du nur durch viel, viel Erfahrung selber erarbeiten kannst. Für solche Situationen bekommst du niemals ein "Kochrezept" mitgeteilt, wie das geht - da mußt du deine eigenes Können situationsbedingt eben umsetzen, so gut es eben geht.

Ich fotografierte auf Konzerten - eine Situation, in der die denkbar ungünstigsten Lichtverhältnisse an der Tagesordnung sind - praktisch nur manuell, Belichtungszeit nach Schätzwert vorwählen, die ISOs so hoch wie nötig, um nicht nur mit Offenblende zu fotografieren und dann mal schauen, was daraus wird und gegensteuern. Kürzlich auf einem Festival habe ich tagsüber, weil es sehr hell war, auf "S" umgestellt, um mir die Sache ein wenig zu vereinfachen. Ist ja nicht verboten !

Über die Jahre hinweg hat Rotlicht seinen Haßfaktor verloren genauso wie Stroboskoplicht. Ganz im Gegenteil, manchmal freue ich mich sogar, wenn wenigstens Rotlicht intensiv leuchtet - besser rot als gar nichts. Und Strobos kannst du lässig verwenden als "naturgegebenes Blitzlicht". Wenn es dir gelingt, die Frequenz einigermaßen einzuschätzen, erwischt du einen Strobo-Blitz und alles ist perfekt. Wenn nicht - nun, dann gibt es halt nur noch weiß zu sehen. Aber deshalb mitzugeben "1/20s bei Strobos und Blende zu, ISOs runter" macht absolut keinen Sinn, denn die Dinger blitzen mit vollkommen unterschiedlicher Frequenz. Genauso wenig, wie die einen Klamotten schwarz, die anderen weiß sind.

Ist nun "M"anuell das Kochrezept für ordentliche Konzertfotos oder "S" ? Die richtige Antwort lautet einfach: das entscheidest Du, je nachdem, mit welcher Einstellung Du das bessere Bild hinbekommst !

Warum sollte das auf einem roten Teppich also anders sein ? Wie du selber schon schreibst: der eine hat einen schwarzen Hut auf, die andere einen weißen was weiß ich - Du bist dann gefordert, entsprechende Korrekturen an deiner Einstellung zu wählen ! Und wie du auch schreibst, tritt der eine mal einen Schritt nach vorne, der andere hält sich vornehm zurück - auch hier bist du gefordert ! Oder willst du eine Liste von 80 Seiten Umfang mit den Kochrezepten für "Rotes Kleid, hinten im Licht", "Gelbes Kleid, links noch vom Arri gestreift, aber sonst von vorne nicht viel", "Schwarzes Sakko vor den Arris" etc. wälzen, damit das perfekte Bild beim ersten Versuch gelingt ? Oder gar auswendig wissen wollen ? Dann stellst du nur mehr nach Tabellen ein und der Promi ist schon längst über alle Berge.

Ist überspitzt formuliert, klar, aber irgendwie kommt mir deine Bemerkung

Zitat:

Zitat von dieterbecker (Beitrag 1052730)
Prima Rainer, das bei Deinen Red Carpet Events alles bestens ausgeleuchtet ist und der Promi diszipliniert auf seiner Markierung steht.

ein wenig schnippisch vor, also darf es wohl auch erlaubt sein, überspitzt darauf zu antworten.

LG, Rainer

Pittisoft 07.08.2010 05:39

Zitat:

Zitat von konzertpix.de (Beitrag 1052733)
Das sind die Dinge, die du nur durch viel, viel Erfahrung selber erarbeiten kannst. Für solche Situationen bekommst du niemals ein "Kochrezept" mitgeteilt, wie das geht - da mußt du deine eigenes Können situationsbedingt eben umsetzen, so gut es eben geht.

Ich fotografierte auf Konzerten - eine Situation, in der die denkbar ungünstigsten Lichtverhältnisse an der Tagesordnung sind - praktisch nur manuell, Belichtungszeit nach Schätzwert vorwählen, die ISOs so hoch wie nötig, um nicht nur mit Offenblende zu fotografieren und dann mal schauen, was daraus wird und gegensteuern. Kürzlich auf einem Festival habe ich tagsüber, weil es sehr hell war, auf "S" umgestellt, um mir die Sache ein wenig zu vereinfachen. Ist ja nicht verboten !

Über die Jahre hinweg hat Rotlicht seinen Haßfaktor verloren genauso wie Stroboskoplicht. Ganz im Gegenteil, manchmal freue ich mich sogar, wenn wenigstens Rotlicht intensiv leuchtet - besser rot als gar nichts. Und Strobos kannst du lässig verwenden als "naturgegebenes Blitzlicht". Wenn es dir gelingt, die Frequenz einigermaßen einzuschätzen, erwischt du einen Strobo-Blitz und alles ist perfekt. Wenn nicht - nun, dann gibt es halt nur noch weiß zu sehen. Aber deshalb mitzugeben "1/20s bei Strobos und Blende zu, ISOs runter" macht absolut keinen Sinn, denn die Dinger blitzen mit vollkommen unterschiedlicher Frequenz. Genauso wenig, wie die einen Klamotten schwarz, die anderen weiß sind.

Ist nun "M"anuell das Kochrezept für ordentliche Konzertfotos oder "S" ? Die richtige Antwort lautet einfach: das entscheidest Du, je nachdem, mit welcher Einstellung Du das bessere Bild hinbekommst !

Warum sollte das auf einem roten Teppich also anders sein ? Wie du selber schon schreibst: der eine hat einen schwarzen Hut auf, die andere einen weißen was weiß ich - Du bist dann gefordert, entsprechende Korrekturen an deiner Einstellung zu wählen ! Und wie du auch schreibst, tritt der eine mal einen Schritt nach vorne, der andere hält sich vornehm zurück - auch hier bist du gefordert ! Oder willst du eine Liste von 80 Seiten Umfang mit den Kochrezepten für "Rotes Kleid, hinten im Licht", "Gelbes Kleid, links noch vom Arri gestreift, aber sonst von vorne nicht viel", "Schwarzes Sakko vor den Arris" etc. wälzen, damit das perfekte Bild beim ersten Versuch gelingt ? Oder gar auswendig wissen wollen ? Dann stellst du nur mehr nach Tabellen ein und der Promi ist schon längst über alle Berge.

Ist überspitzt formuliert, klar, aber irgendwie kommt mir deine Bemerkung


ein wenig schnippisch vor, also darf es wohl auch erlaubt sein, überspitzt darauf zu antworten.

LG, Rainer

Und hier noch ein paar Beispielbilder von mir und einen mit Topausrüstung.

Von mir:


-> Bild in der Galerie

Mit Topausrüstung, der ballert volles Rohr drauf das die Schwarte kracht. :)


-> Bild in der Galerie

wolfram.rinke 07.08.2010 08:59

Zitat:

Zitat von Pittisoft (Beitrag 1052746)
Und hier noch ein paar Beispielbilder von mir und einen mit Topausrüstung.

....

Mit Topausrüstung, der ballert volles Rohr drauf das die Schwarte kracht. :)

Super Beispiel. :top:

....Fotograph wird man nicht bzw. fotographisches Können kauft man nicht durch eine Topausrüstung ;)

mrieglhofer 07.08.2010 11:38

Zitat:

Erkläre das bitte mit dem High ISO manuell und den sichtbaren Leuchten etwas genauer.
Meinst Du das die Fotografen bei wechelnder (Event)Beleuchtung jeweils mit ISO manuell rauf oder runtergehen ?
Falsch verstanden. High ISO manuell einstellen, sodass die Beleuchtung passt. Dann den Blitz dazu, dass die Aufhellung passt. Und danach wir draufgehalten. Das Umlicht ändert sich ja normal nicht und den Blitz regelt er nach Gefühl und Displayanzeige nach. Ich habe mich selbst gewundert, dass der Out of Cam nahezu alle Aufnahmen korrekt belichtet hatte. Und ich mit A und automatischem Blitz im Raw mit Nachbearbeitung alles ausgleichen mußte. Da spielt halt Übung ein ganz große Rolle.
War eh ganz lustig, schaut auf mein Display und sagt, deine Aufnahme sind ein wenig dunkel. Ich aufs Histo, passen. Zuhause, schön zu dunkel, weil Gegenlicht durch Fenster der rechts Peak war. Das zur Übung.

Zitat:

Beim Red Carpet kommen pro Fotograf locker einige hundert Shots zusammen.
Bei Becker und Co. wird hemmungslos mit 10 Bildern draufgehalten
.
Verstehe ich, aber nicht den Sinn. Ich denke, auch Becker und Co haben normale Geschwindigkeit und damit sollten eigentlich 3-4 Bilder locker reichen. Unabhängig davon ist nicht der Blitz das Problem. Keine Sony kann 10 B/S und keine Sony würde es heute schaffen, diese mit dem vorhandenen AF modul scharf zu stellen. Und du mußt zwischen den Bilder scharfstellen, da du sonst ev. eine ganze Serie mit falscher Schärfe hast.

Unabhängig davon: "In der Ruhe liegt die Kraft". Wenn du das Umgebungslicht knapp und die Aufhellung halbswegs stark hast, ist es egal, ob der im Schatten oder im Licht steht, es paßt halbwegs. Bei RAW ist es soundso kein Thema und dauert auch nur die Zeit, die du zum Ausmisten und finden der guten Aufnahmen brauchst. Dann ziehst halt Gamma ein wenig hoch und passt. Und bei JPG kannst ein wenig ausgleichen und mußt halt an der Kam nach Gefühl ein wenig drehen. Ich habe nicht so die Übung, daher mache ich alles in RAW.

dieterbecker 07.08.2010 22:38

Zitat:

Zitat von mrieglhofer (Beitrag 1052824)
Falsch verstanden. High ISO manuell einstellen, sodass die Beleuchtung passt. Dann den Blitz dazu, dass die Aufhellung passt. Und danach wir draufgehalten. Das Umlicht ändert sich ja normal nicht und den Blitz regelt er nach Gefühl und Displayanzeige nach. Ich habe mich selbst gewundert, dass der Out of Cam nahezu alle Aufnahmen korrekt belichtet hatte. Und ich mit A und automatischem Blitz im Raw mit Nachbearbeitung alles ausgleichen mußte. Da spielt halt Übung ein ganz große Rolle.
War eh ganz lustig, schaut auf mein Display und sagt, deine Aufnahme sind ein wenig dunkel. Ich aufs Histo, passen. Zuhause, schön zu dunkel, weil Gegenlicht durch Fenster der rechts Peak war. Das zur Übung.

Also noch mal für mich zum kapieren: Mit "er" meinst Du den anderen Fotografen, der mit manueller Regelung bessere Ergebnisse als Du mit Blendenvorwahl hatte?
Erkläre mir bitte kurz noch "Out of Cam".

mrieglhofer 08.08.2010 10:21

Genau.
Der Kollege hat als Profi keine Zeit zur Nachbearbeitung, daher liefert er Jpg unbearbeitet "Out of Cam"= so wie sie aus der Kamera rauskommen.

Bei uns in der Kirche haben wir fast überall Gegenlicht und daher ist es für die Kamera rcht schwer, richtig zu belichten. Und wenn du da manuell einstellst, sind die Bilder in Summe gleichmäßiger. Ich habe mich das auch früher nie getraut. Beim Blitz traue ich mich auch derzeit noch nicht, da ich in der Hektik immer wieder was falsches einstelle ;-)
Aber auch da ist es z.B. so, dass der Blitz, wenn ein Fenster in den Blick kommt, extrem rückregelt und unterbelichtet. So daneben kannst manuell fast nicht liegen.

gpo 08.08.2010 12:20

Zitat:

Zitat von mrieglhofer (Beitrag 1053121)
da ich in der Hektik immer wieder was falsches einstelle ;-)

Aber auch da ist es z.B. so, dass der Blitz, wenn ein Fenster in den Blick kommt, extrem rückregelt und unterbelichtet. So daneben kannst manuell fast nicht liegen.

schönes Praxisbeispiel....
was Hobbyisten aber wohl nicht hören wollen :P:top::cool:
Mfg gpo

Melodylion 11.08.2010 11:47

Um meinen Senf auch noch dazu zu geben als nicht Profi:

Neueröffnung eines modernen Gebäudes, viele Fenster usw. Blitz Kaputt also nur HVL36 und minolta 5400hs. Nach zehn Bildern den 36er durch den "analogen" 5600hs ersetzt, da jedes Bild anders aussah als das letzte. Ohne viel Erfahrung mit dem manuellen Einstellen viel bessere und wie schon erwähnt viel regelmässigere Bilder erhalten. Blitz oder Blende hoch oder runter je nach Situation. Klappte viel besser ;) (Und die Distanzanzeige auf dem Blitz hilft enorm...)

Gruss
Melody


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