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wus 01.06.2026 17:10

Danke für's Weitermachen, Ingo! Für mich als früheren Sumatra-Besucher gibt's da durchaus das ein oder andere Dejavu. Allerdings erkenne ich auch Dass Du weit mehr von den kleineren Tieren gesehen hast. Dafür habe ich einfach nicht das Auge.

Mit den Kenntnissen (in Biologie) der NP-Führer in Indonesien haderte ich auch schon einige Male. Einzig die im Tankoko NP (Nord-Sulawesi) wussten gut Bescheid. (Extrem gut Bescheid wussten auch die Tauchguides auf Romblon, wo ich im April war. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich bin schon gespannt wohin es auf Borneo geht!

Windbreaker 02.06.2026 09:47

Ingo, herzlichen Dank für deinen interessanten Reisebericht samt Bildern. Dieses reiseziel steht zwar gar nicht auf meiner Liste, interessant sind die Eindrücke für mich aber gerade deswegen. Ich freue mich jetzt schon auf deine nächste reise (samt Bericht).

wus 02.06.2026 18:54

Zitat:

Zitat von Windbreaker (Beitrag 2340826)
Dieses reiseziel steht zwar gar nicht auf meiner Liste,

Mich dagegen reizen Ingo's Bilder doch nochmal nach Indonesien zu düsen. Nach meinem letzten, 10. Besuch dort (2018/19), und nach ingesamt über einem Jahr in Indonesien, dachte ich eigentlich jetzt reicht's.

Aber je mehr Ingo schreibt und zeigt um so mehr kriege ich wieder Lust. Ich habe ja auch längst noch nicht alle 17000 Inseln besucht :crazy:

Eine Freundin ist auch gerade wieder dorthin abgereist - zum 25. Mal! Indonesien ist einfach extrem vielschichtig und deshalb immer wieder neu interessant.

ingoKober 04.06.2026 17:27

ja, Indonesien hat man wohl nie ausgereist....
Nun kommen wir zum entspannten Teil der Reise.
Aber wie so oft umständlich....wir fliegen erst nach Jakarta, übernachten dort und von da geht es nach Borneo

Hier sind wir gelandet


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In Pangkalan Bun haben wir uns aber gar nicht aufgehalten, sondern sind direkt vom Flughafen zum Flußhafen gefahren und haben dort unser Gepäck auf ein Hausboot, in der Region Klotok genannt, verladen:


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Dort gab es erstmal einen Willkommenssnack


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Das Boot war für bis zu 10 Touristen ausgelegt. Wir waren vier und hatten eine Menge Platz. Dieses Boot war unser Heim für fast den ganzen Rest der Reise.



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Um uns kümmerten sich zwei Guides, ein Lehrlingsguide, der Bootsbesitzer mit Sohn und eine Köchin. Wir lebten also im Luxus (dafür war der Trinkgeldaufwand dann am Ende auch signifikant)

Nun ging es also los


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Wir verliessen die Küstenlagune und bogen in den Sekonyer Fluss ein


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Am Anfang waren am Ufer vor allem Nipapalmen zu sehen. Eine besondere Palmenart, die nach Art der Mangroven im Brackwasser wächst.


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Ruhig war es...ab und an trafen wir auf Angler


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Als die Nipapalmen weniger wurden, sahen wir auch erste Tiere.
Hier ein Silberlangur


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...der sehr manierlich sein Mittagessen verzehrte



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Dann begann auch der Bereich des Tanjung Puting Nationalparks


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Und gleich lernten wir, warum das ganze Regenwald heisst


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Am Boot wurden rasch Planen an den Seiten heruntergelassen und so blieben wir trocken...halbwegs


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Aber ..Ira caelo furor brevis est...und schon bald konnten wir die Boostsseiten wieder öffnen.

Zu den Nipa Palmen kamen nun viele andere Ufergewächse, vor allem aber Pandanus


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Bald schon nähertne wir uns der Rehabilitationsstation Tanjung Harapan. Das ist eine der wichtigsten Rehabilitationsstationen für Orang-Utans im Park. Der Name bedeutet übersetzt „Kap der Hoffnung“. Die Station dient heute - wie die anderen auch- kaum noch der Auswilderung von geretteten Orang-Utans, sondern vor allem als Forschungscamp und als Attraktion für Touristen, die die Menschenaffen bei täglichen Fütterungen beobachten können.

Wir legten also an...


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und verzichteten auf ein Bad im Fluß


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Die Station machte einen verlassenen Eindruck


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Wir waren viel zu früh, bis zu Fütterung war es noch lange hin.
Ausser ein paar Hühnern war keiner unterwegs


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Ich fragte unsern Guide, ob ich bis dahin ein wenig allein im Dschungel herumlaufen dürfte....er sagte ja, aber ich solle mich nicht der Fütterungsstation nähermn

Aber offenbar meinte er es nicht ganz ernst denn er schickte mir Maran, den Lehrling als Aufpasser hinterher.
Das war nun nicht das ganz in meinem Sinn, denn alleine im Dschungel, das mag ich sehr.
Zum Glück war Maran ein wenig blauäugig und leicht abzuhängen.

Also war es bald soweit, ich fand einen kleinen Weg, direkt in den Dschungel hinein.


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Dort hatte ich eine beeindruckende Begegnung. Mehr davon beim nächsten Mal...

ingoKober 19.06.2026 20:34

So, das Forum läuft wieder und ich kann weiter machen.

Ich ging also stracks in den Dschungel.
Dort fand ich zuerst noch Überreste aus der Zeit als Auffangstation.


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Malerische Lianen hingen von den Bäumen...


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Ansonsten gab es aber, wie eigentlich immer nicht viel zu sehen. Am Dschungelboden und tagsüber begegnet man fast immer nur wenigen Tieren.
Immerhin flatterten viele nette Schmetterlinge herum.


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Und alles war nett bewachsen


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Ich wollte schon umkehren, da kam ich auf eine nette kleine Lichtung. Dort war ein rotbrauner Haufen am Boden, den ich nicht einordnen konnte. Ich ging näher dran...sehr nah. Da stand der Haufen auf einmal auf.
Ich wie er waren von der Begegnung gleichermaßen erschrocken.

Es war nämlich ein großer Orang Utan Mann, der sich sofort ins Gebüsch schlug. Ich schaffte gerade noch dieses Bild von hinten.



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Aber er lief nicht weit. Er ergriff den nächsten Baum, brach ein paar Äste ab und warf sie nach mir. Aber nach dem ersten Schreck erkannten wir uns beide als harmlos und er beruhigte sich.



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Ich ging wieder etwas näher heran und wir musterten uns eine Zeitlang ausgiebig und freundlich


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Nach kurzer Zeit tauchte dann noch eine sehr alt aussehende Orangdame auf und näherte sich uns hoch im Geäst.


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Da die Orangweibchen in der Regel die Begegnung mit den großen Backenwulstmännchen meiden, vermute ich, dass dieser hier ihr Sohn war. Sie war sehr entspannt

Seinen jüngsten Bruder hatte sie auch dabei


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Der mochte mich aber nicht. Er rüttelte an Ästchen, stopfte sich kleine Zweige in den Mund



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kaute darauf herum....



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Und spuckte sie dann in meine Richtung.

Dem Orangmann wurde es langsam langweilig, er wandte sich ab und verschwand im Wald.



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Ich ging nun auch zurück...es war doch einige Zeit verstrichen.

Auf dem Boot waren alle in heller Aufregung. Sie glaubten mich schon fast orientierungslos im Dschungel verschollen. Den Lehrling, der auf mich aufpassen sollte, hatte ich ja abgeschüttelt.
Aber das wars wert. Diese Begegnung war und blieb echt mein schönstes Erlebnis in diesem Urlaub.

Als nächstes zeige ich die ersten offiziellen Begegnungen mit Borneo Orang Utans.

kedge 22.06.2026 08:29

Eine sehr schöne Reihe mit toller Beschreibung. Bisher habe ich Menschenaffen noch nicht in freier Wildbahn gesehen. Im Zoo kann ich mir das nicht anschauen.
In den Gesichtern und Augen sieht man so sehr unsere Verwandtschaft. Danke Ingo!

kiwi05 22.06.2026 10:28

Welch tolle Begegnung.
Gut , dass du das nötige Fingerspitzengefühl für solch eine Situation hattest.:top:

peter2tria 24.06.2026 15:56

Beeindruckendes Erlebnis Ingo :shock::cool:
Und auch noch prima Bilder geworden, nach dem ersten 'Rücken'.

ingoKober 28.06.2026 16:28

So, nun gehts weiter mit den offiziellen Sichtungen. Die Fütterungszeit nahte und wir machten uns auf den Weg zum Futterplatz


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Natürlich guckte ich rechts und links. Viel gabs wieder mal nicht, aber immerhin.
Hier eine hübsche Macracantha arcuata


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Und hier ein Langschwanzsittich. Leider die einzige Papageienart, die wir auf der Reise sahen.


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Der Fütterungsplatz bestand aus einer Platform, einer Absperrung und in einigem Abstand einigen Bänken. Bilder dazu zeige ich im Rahmen einer anderen Station.
Dazu kamen Schilder die darauf hinwiesen, wie man sich zu benehmen habe und dass man nicht enttäuscht sein solle, wenn gar kein Orang käme.
Wie schon gesagt, die Stationen wildern nicht mehr aus und die Orangs sind selbstständig. Als Futter gibts immer nur Süßkartoffeln und Bananen und wenn in der Nähe leckere Früchte reif sind, wird das manchmal für die Orangs einfachcinteressanter.

Aber heute war es nicht so. Die Ranger schütteten säckeweise Futter aus und riefen laut in den Wald hinein.

Und siehe da, so nach und nach kamen einige Orang Utans aus dem Dschungel herangehangelt.

Diese Dame hatte sich noch rasch die Lippen geschminkt. Immerhin war ja Publikum da


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Alle waren nass, denn es hatte gerade geregnet


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Alte Männer kamen keine....dazu sagte ich ja schon was



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Die jüngeren Orangs sind alle schon in Freiheit geboren


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Der eine oder andere zeigte, wie unangenehm ihm das nasse Wetter war....


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Orangs sind langsam, Hörnchen sind schnell....darum war der erste Gast am Futterplatz ein Bananenhörnchen


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Wie gesagt, die Orang Utans sind Einzelgänger. Nur an diesen Futterplätzen sieht man so viele zusammen. Da interagieren sie dann durchaus und sind freundlich. Vor allem die Kinder spielen auch viel Miteinander.

Nun geniesst einfach mal die verschiedenen Typen, Gesichter, Gestalten der Orang Gesellschaft und die Interaktionen:


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Aber auch trauriges sieht man, wie dieses kranke Baby



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Die meisten Kinder haben aber einfach Spaß



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ingoKober 05.07.2026 19:43

Das Forum machts einem mal wieder schwer...na versuchen wir mal eine kurze Fortsetzung. Wir verlassen also die Orangs und schippern den Sekonyer weiter flussaufwärts


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Ein Bindenwaran relaxt auf einem Ast und hofft auf einen unvorsichjtigen Vogel


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Diese Waranart wird sehr groß. Der längste je vermessene Waran war kein Komodowaran, sondern ein Bindenwaran von 321cm Länge.
Komodowarane wiegen bei gleicher Länge allerdings erheblich merh, als Bindenwarane.

Bald stoßen wir auf Nasenaffen. Die leben nur auf Borneo und sind immer in Trupps unterwegs mit einem großen Männchen und 5-20 Weibchen und Jungtieren.

Hier ist so ein Boss


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Die große Nase der Männchen ist bei Fressen oft hinterlich und muss mit der Hand beiseite geschoben werden. Sie ist offenbar aber attraktiv für die Damen und dient vielleicht auch der Verstärkung der Rufe. Nasenaffenernähren sich hauptsächlich von Blättern, Früchten und Samen. Dank ihres mehrkammerigen Magens können sie schwer verdauliche Pflanzen gut verdauen. Das machen sie ähnlich wie Wiederkäuer - oder die afrikanischen Stummelaffen- und wegen der vielen dabei entstehenden Gase wirken sie immer etwas aufgebläht.
Außerdem sind sie ausgezeichnete Schwimmer und nutzen ihre Schwimmhäute zwischen den Zehen, um Flüsse zu überqueren.

Die Nasen der Weibchen sind nicht so groß und wirken netter.


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Jungtiere und Babies haben noch niedliche Stupsnasen


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Abends werden auf dem Boot Betten aufgebaut, die Seiten herabgelassen und es gitb auch Moskitonetze


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So schläft man gut und entspannt, bis die Sonne aufgeht


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Morgedn ist e snoch ruhig und diesig auf dem Fluß


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Aber schon bald geht es weiter....


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