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steve.hatton 14.11.2016 11:53

Zitat:

Zitat von WB-Joe (Beitrag 1867201)
Der Service bis zum Endkunden sollte schon im Blickpunkt der Post liegen. Und dieser Service ist an Bescheidenheit kaum mehr der Rede wert. Egal in welchem Bereich, die Filialen sind hierfür ein sehr gutes Beispiel.
In Frankreich zahlt man für die Nutzung der Autobahnen horrende Gebühren, das ist bestenfalls ein abschreckendes Beispiel weil der Verkehr auf die Landstrassen ausweicht.

Die Post tut sich aber selbst keinen Gefallen mit der "Vorgabe" einen normalen Brief am nächsten Tag zuzustellen.

2-3 Tage wären adäquat, wer`s schneller haben will soll einen (früher) Eilbrief lösen.
Die Postboten hier bei uns sind immer gut gelaunt und die Pakete kommen sauber und zuverlässig an, allerdings haben wir auch seltenst Aushilfen am Werk. Zudem ist die Sub-Unternehmer Tragödie dort noch nicht massiv eingezogen....

Herr Mehrdorn wollte die Bahn schneller machen als das Flugzeug - das war ein idiotisches Vorhaben. Sauberer, pünktlicher, zuverlässiger hätte gereicht.

Vielmehr wäre eine ordentliche Wartung der Züge angesagt, ich erlebte in meinen zig Fahrten Augsburg-Hannover/Hameln so wiet ich mich erinnere keine einzige Fahrt wo nicht irgendwas kaputt war. Innere Schiebtüren, Toilette, Klimaanlage oder das zugesagte WiFi, wobei ich hingegen beim Preis nie meckern konnte. Bahncard + 1. Klasse waren unschlagbar - deutlich günstiger als mit dem Auto !
Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ich im Zug arbeiten könnte.

Das Autobahnendebakel wäre zu lösen wenn man heute die KFZ-Steuer abschafft oder auf 50-100 € pauschal setzt und 1/2 Jahr später eine gewichtsbezogene = schädigungsbezogene Autobahngebühr für alle einführen würde.
Das Problem EU-seits ist nur die "Bevorzugung" der Inländer und die wäre dann nicht gegeben, wenn dies nicht gleichzeitig erfolgt - aber das traut sich keiner.

Diese wohl kommende "schadstofforientierte" Maut ist wiederum eine versteckte Subvention der Autoindustrie, da man die älteren Fahrzeuge benachteiligt und immer noch die realitätsfremden "Hochrechnungen" der begünstigten Industrie als Basis nimmt.

Fakt ist: Der Lastverkehr ist auf der Straße zu billig und deshalb von der Schiene verschwunden, zumal die Bahn eh der größte LKW-Spediteur in der BRD ist (richtig?)..alles Irrsinn. LKW-Maut deutlich erhöhen, damit wird die Schiene attraktiver udn die Autobahnen werden entlastet, sprich sie halten auch länger und kosten weniger Unterhalt!

Dat Ei 14.11.2016 12:02

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 1867227)
"Ohne den Wunsch aus Berlin hätten wir das Projekt nicht begonnen!"

Und dieser Wunsch wurde von allen großen Parteien formuliert. Selbst die Grünen haben die Pläne unterstützt.


Dat Ei

guenter_w 14.11.2016 12:06

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1867234)
Fakt ist: Der Lastverkehr ist auf der Straße zu billig und deshalb von der Schiene verschwunden, zumal die Bahn eh der größte LKW-Spediteur in der BRD ist (richtig?)..alles Irrsinn. LKW-Maut deutlich erhöhen, damit wird die Schiene attraktiver udn die Autobahnen werden entlastet, sprich sie halten auch länger und kosten weniger Unterhalt!

Das ist ein unrealistischer Wunschtraum, denn die letzten Kilometer gehen immer auf der Straße! Der Schienentransport lässt sich mit der derzeitigen Infrastruktur praktisch kaum mehr erhöhen, da reicht die Kapazität bei weitem nicht. Ein Hauptproblem des derzeitigen Autobahnnetzes ist der Transitverkehr durch Deutschland - da ließe sich vielleicht noch durch Verlagerung auf Huckepackverkehr was tun (siehe Nachbar Schweiz). Billiger ist der Lkw-Transport vor allem durch den unschätzbaren Zeitgewinn, der sich auf der Schiene niemals egalisieren lässt. Jegliche Erhöhung einer Maut schlägt sich auf die Wettbewerbsfähigkeit und auf die Preise durch, denn nicht die Logistik-Unternehmen zahlen, sondern der Verbraucher! Gemeinschaftsnützlich lässt sich unser Verkehrsproblem nicht durch Privatisierung lösen, nur durch staatliches Handeln, das nicht von Lobbyarbeit bestimmt wird!

dey 14.11.2016 12:13

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 1867206)
Die Infrastruktur ist eine der Kernaufgaben des Staates und einer der Gründe für die Erhebung von Steuern!

Die Privatisierung von öffentlichen Aufgaben hat noch nie die dafür erforderliche Entlastung bei den Steuern gebracht. Gerade mit Ausbau und Erhaltung der Infrastruktur hat die öffentliche Hand (Bund, Länder und Kommunen) ein hervorragendes Instrument zur Beeinflussung des Beschäftigungsgrades auf dem Arbeitsmarkt und damit der Konjunktur. Bei sachgerechter Investition fließen die Investitionen zum größten Teil wieder in den Haushalt zurück durch Steuereinnahmen (Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Gewerbesteuer usw.), zudem erhöhen die Investitionen das Vermögen.

Das sehe ich genauso.
Zu überlegen wäre, wie man privatwirtschaftliche Anreize für die Optimierung schaffen könnte.
Z.B. Reformierung des Beamtentums in diesen Bereichen, um mehr innerbetrieblichen Wettbewerb zu schaffen.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1867234)
Das Autobahnendebakel wäre zu lösen wenn man heute die KFZ-Steuer abschafft oder auf 50-100 € pauschal setzt und 1/2 Jahr später eine gewichtsbezogene = schädigungsbezogene Autobahngebühr für alle einführen würde.
Das Problem EU-seits ist nur die "Bevorzugung" der Inländer und die wäre dann nicht gegeben, wenn dies nicht gleichzeitig erfolgt - aber das traut sich keiner.

Bist du sicher, dass sich die EU diese Trickserei gefallen lassen wird?

Dat Ei 14.11.2016 12:17

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1867234)
Herr Mehrdorn wollte die Bahn schneller machen als das Flugzeug - das war ein idiotisches Vorhaben.

wieso sollte das ein idiotisches Vorhaben sein?

Bei Reisezeiten bis zu 4h ist die Bahn sehr konkurrenzfähig. Das liegt zum einen daran, dass Flughäfen i.d.R. außerhalb des Stadtzentrums liegen, und des weiteren der Kunde die Reisezeit im Zug deutlich besser und durchgängiger nutzen kann, als bei der gestückelten Reisekette des Luftverkehrs. Seit der Einführung des ICEs vor 25 Jahren erreicht der Kunde innerhalb des 4h-Zeitfensters immer weiter entferntere Ziele innerhalb der Republik. Der Nutzen des inländischen Flugs geht zurück, was umweltpolitisch auch nicht das Dümmste ist.


Dat Ei

dey 14.11.2016 12:34

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 1867249)
wieso sollte das ein idiotisches Vorhaben sein?

Weil zu langsam nicht der größte Schwachpunkt der Bahn ist und war!? Sondern die Punkte von Steve.

Da wirkt das Thema Geschwindigkeit eher wie "Reisen, wie Fliegen, nur in einer kaputten Müllhalde."

Die Bahn hat ihre Vorteile sehr regional ganz automatisch und die wären zu pflegen.

Vorteile oder Gleichstand überregional wären zu erarbeiten. Das hat etwas von typischen Großkonzernexpansionsträumen auf Kosten der Stammkundschaft.

Dat Ei 14.11.2016 14:06

Moin, moin,

Steve schrieb:

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1867234)
Herr Mehrdorn wollte die Bahn schneller machen als das Flugzeug - das war ein idiotisches Vorhaben.

das Vorhaben ist ganz und gar nicht idiotisch. Die nach wie vor steigenden Fahrgastzahlen im Fernverkehr belegen das eindeutig.

Zudem gehen die Ziele nicht nur auf Herrn Mehdorn (ohne "r" vor dem "d") zurück, sondern sind in Teilen deutlich älter. Die VDE 8, eines der großen Bahnprojekte der Wiedervereinigung, das zur Reduzierung der Fahrzeit München - Berlin dient, geht Ende nächsten Jahres in den Betrieb über. Stuttgart 21 hat seine Wurzeln übrigens ebenfalls in den 80er/90er Jahren.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1867234)
Sauberer, pünktlicher, zuverlässiger hätte gereicht.

Das sind Punkte, an denen die Bahn kontinuierlich arbeitet, aber auch arbeiten muss, weil sie Defizite hat. Dennoch liegt die Behebung der Defizite nicht in ihrer alleinigen Hand.


Dat Ei

About Schmidt 14.11.2016 14:47

Zitat:

Zitat von WB-Joe (Beitrag 1867201)
Der Service bis zum Endkunden sollte schon im Blickpunkt der Post liegen. Und dieser Service ist an Bescheidenheit kaum mehr der Rede wert. Egal in welchem Bereich, die Filialen sind hierfür ein sehr gutes Beispiel.

Sorry wenn ich das etwas anders sehe. Da es nicht zum Thema gehört will ich das nicht zu sehr ausweiten. Aber gerade das Angebot für den Endkunden beim Zusteller hat mächtig zugenommen. Von Paketen die Mitgenommen werden (war vor Jahren undenkbar) so wie die Ausführung von Postident Service, Regelabholung und Abendzustellung, nur um mal einige zu nennen.

Welcher Zustelldienst arbeitet besser und zuverlässiger? Ich sage nicht, dass bei der Post alles perfekt läuft. Aber die Zahlen die mir vorliegen, sagen etwas anderes als das, was hier bemängelt wird.

Gruß Wolfgang

Robert Auer 14.11.2016 16:54

Ich halte inzwischen nichts mehr von Privatisierungen, zu oft zahlte dabei der Steuerzahler doppelt und der Staat verschleuderte oft auch noch sein/unser Eigentum. Ferner stört mich die hohe Korruptionsanfälligkeit solcher meist Public-private-Partnership (PPP) genannten Lösungen.
PPP ist eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen der Privatwirtschaft in einer Zweckgesellschaft. Siehe z.B.: http: //www.dokumentation.landtag-mv.de/Parldok/dokument/34388/korruption-beim-%C3%B6pp-projekt-justizvollzugsanstalt-jva-waldeck-.pdf Man kann sagen ein Politik Programm für Privatgewinne.:oops:

turboengine 15.11.2016 09:10

"Niemand hat die Absicht die Autobahn zu privatisieren"
 
Interessant für die Politik ist die Gründung solcher Gesellschaften deshalb, weil man so die Schuldenbremse unterlaufen kann. Die Verbindlichkeit der Autobahngesellschaft läuft nicht unter Schuldenmachen. Sondervermögen und solche staatlichen Gesellschaften werden in den nächsten Jahren erheblich zunehmen, wenn man die Politiker nicht rechtzeitig einbremst.

Ausserdem gib es viele nette Repräsentationsposten für abgehalfterte Politiker. Man muss nur mal einen Blick in die Zusammensetzung der Aufsichtsräte von städtischen Messegesellschaften usw. werfen. Die Herrschaften sind meist fachlich komplett unbeleckt, weisen dafür aber eine umso grössere Wissbegierigkeit auf, was sich vor allem in umfangreicher Reisetätigkeit äussert.

Schreibt an Eure Abgeordneten, dass Ihr nicht einverstanden mit der Entwicklung seid. Der Anfang für die Verramschung der Öffentlichen Infrastruktur ist schon gemacht, denn die PkW-Maut ist die notwendige Voraussetzung dafür. Politische Versprechen haben heutzutage ein Halbwertszeit von Wochen, wenn es dem eigenen Vorteil dient, da hilft nur das Korrektiv mit dem Wahlzettel.


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