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DiKo 07.04.2015 20:26

Hallo Stuessi,
danke, dass Du Deine Messreihen hier zeigt.
Die Grafik Auflösung vs Blende zeigt sehr gut die Grenzen beim Abblenden auf.
Die Grafik mit Auflösung vs ISO macht mich aber auch stutzig.
Kann es sein, dass das Programm zur Auswertung Rauschen als Kontrast interpretiert?
Kannst Du auf die schnelle ein Bild aus der JPG-Messreihe mit niedriger ISO mit Rauschen überlagern und dann nachsehen ob sich im Auswerteprogramm die Auflösung erhöht?

Gruß, Dirk

Dewus 07.04.2015 20:46

Zitat:

Zitat von Stuessi (Beitrag 1694061)
Der erwähnte Test misst nicht das Rauschen, sondern nur die Auflösung.
Dazu einige 100% Ausschnitte vom oberen Bildrand.

Erstaunlich, wie relativ wenig die Auflösung von dem doch heftigen Farbrauschen beeinflusst wird.

Wäre interessant zu sehen wie sich die Auflösung in den einzelnen Primärfarben R, G, B verhält. Du hast nicht zufällig Farbfilter? Dazu den Siemensstern in der passenden Farbe ausdrucken, das müsste doch gehen. Notfalls die monochromen Aufnahmen nachträglich wieder in S/W umwandeln.

Grüße, Dewus

Nachtrag:

Oder den Siemensstern in der Primärfarbe mit schwarzem Hintergrund drucken, dann sollte es auch ohne Farbfilter gehen.

Dewus 07.04.2015 21:13

Zitat:

Zitat von wus (Beitrag 1693837)
Wie schon geschrieben habe ich als ich die A77 neu hatte mal einen recht intensiven Vergleich gemacht, mit der A55 (16 MP) und etlichen verschiedenen Objektiven, darunter auch einige Minoltas aus der analogen Ära. Bei einigen von denen war zwischen 16 und 24 MP wirklich kaum ein Unterschied zu sehen; bei 100% Pixelpeeping waren die 24 MP Fotos sichtbar unschärfer als die mit 16 MP. Wenn man jetzt berücksichtigt dass 24 MP nur etwa 22% mehr sichtbare Auflösung bedeuten als 16 MP, was eigentlich kein so großer Unterschied ist, dann folger(t)e ich daraus dass diese Objektive ihre Auflösungsgrenze wohl schon deutlich unter 16 MP haben müssen. Dagegen zeigte sich mit dem Macro AF 100/2.8 eine sichtbare Verbesserung an der 24 MP Kamera, was ich als Bestätigung für meine Erkenntnis ansehe dass die anderen mit 24 MP auf APS-C überfordert sind.

Ich kann mir gut vorstellen dass Superzooms die schon aus der digitalen Ära stammen und für APS-C Sensoren gerechnet wurden in so einem Vergleich besser abschneiden, aber diese alten Minoltas, soviel war für mich nach dem Test klar, haben eine optische Auflösung die deutlich niedriger ist als man braucht um das Optimum aus einem 24 MP APS-C Sensor herauszuholen.

Das lässt dem Nutzer zwei Möglichkeiten: Entweder das Altglas entsorgen und in neue bessere Objektive investieren, oder sich bei der Sensorauflösung beschränken.

Kamera- und Objektivhersteller bevorzugen sicher die erste Variante. Als Hobbyfotograf kann ich mit der zweiten gut leben, wenn ich keine großen Drucke oder starke Ausschnittsvergrößerungen mache.

Die Frage nach der "sinnvollen Auflösung bei APS-C" ist damit letztendlich keine technische Frage mehr.

benmao 07.04.2015 23:58

Zitat:

Zitat von Stuessi (Beitrag 1693709)
NEX-5N: 1240 Linienpaare / Bildhöhe --- 9,3 MP

A6000: 1510 Linienpaare / Bildhöhe --- 14 MP


Ich nehme an, beides war mit dem selben Objektiv Sigma 50 mm?
Demnach bleibt jeweils 76 % der Sensorauflösung vertikal übrig sowohl beim 16 MPixel als auch beim 24 MPixel-Sensor.
So ein Ergebnis war eigentlich nicht zu erwarten, oder?

Oder war da noch ein anderer Effekt beteiligt? Welche Blende?

Ernst

TONI_B 08.04.2015 08:42

Stuessi ist zwar ein hervorragender Tester, trotzdem sollte man vorsichtig sein bei der Interpretation der Ergebnisse: dieses Programme zur Bestimmung der MTF-Auflösung lassen sich sehr gerne durch die Nachschärfung per EBV beeindrucken. Es hängt also sehr stark von der internen oder externen Schärfung ab, wie viele LPH man bekommt. Und damit auch diese ominösen Prozentwerte zur Ausnutzung der Pixelzahl. Also, ob man da jetzt 60 oder 80% ausnutzen kann, hängt mehr von der EBV als vom Sensor/Objektiv ab.

ddd 08.04.2015 12:02

moin,
Zitat:

Zitat von benmao (Beitrag 1694117)
jeweils 76 % der Sensorauflösung

theoretisch liefert ein Bayer-Sensor 1/√2 = ca. 71% der Pixelauflösung, und der AA-Filter begrenzt ebenfalls auf diesen Wert.
Daher ist Tonis Hinweis auf die Effekte der Nachschärfung zu beachten.

Es gibt einige Objektive, die bei jedem aktuell lieferbaren APS-C oder Kleinbild-Sensor bei mittleren Blenden (f/4-f/8) beugungsbegrenzt sind, zumindest in der Mitte.
Ein runtergerechnetes Bild eines höher auflösenden Sensors liefert fast immer ein besseres Ergebnis als ein von vorn herein mit niedrigerer Auflösung aufgenommenens Bild, selbst wenn das Objektiv Schwächen hat.

helgo2000 08.04.2015 13:42

Die Frage lag mir schon lange auf dem Herzen: was passiert eigentlich, wenn man in der Kameraeinstellung die 24MP auf 12 oder 6MP reduziert?

Hat man da automatisch einen 12MP rauschärmeren Sensor? Oder ist das nachträgliche "herunterrechnen" besser?

Oder hat die Einstellung mit der Kamera nur den Effekt, dass die Dateigrößen entsprechend kleiner werden?

Gruß
helgo

Dewus 08.04.2015 21:12

Zitat:

Zitat von ddd (Beitrag 1694234)
Ein runtergerechnetes Bild eines höher auflösenden Sensors liefert fast immer ein besseres Ergebnis als ein von vorn herein mit niedrigerer Auflösung aufgenommenens Bild, selbst wenn das Objektiv Schwächen hat.

Wie ist in diesem Zusammenhang "besseres Ergebnis" definiert? Im Sinne von "höhere gemessene Auflösung"?

Gilt das dann auch für feine Strukturen mit geringen Farbkontrasten (wie Haare, Gras etc), oder nur für Testcharts mit harten s/w Kontrasten?

Hier konkurriert m.E. der Gewinn durch Oversampling gegen ein schlechteres Signal-Rausch-Verhältnis des einzelnen Pixels. Ist schon mal gemessen / untersucht worden, was in welcher Situation gewinnt?

dey 08.04.2015 21:49

Zitat:

Zitat von Dewus (Beitrag 1694384)
Ist schon mal gemessen / untersucht worden, was in welcher Situation gewinnt?

Gemessen nicht, aber ich habe ja schon öfter geschrieben, dass ich bei den Vergleichs-RAWS auf dpreview festzustellen glaube, dass Sony besser die hartkontrastigen Details (Siemensstern) kann und Nikon die feinen (Haarpartien).

aidualk 08.04.2015 22:15

Als ich die A7R neu hatte, habe ich sie natürlich gegen meine vorhandenen Kameras getestet. Sie zeigt sich beim pixelpeepen, herunter gerechnet, allen 24MP Kameras erkennbar überlegen (A99, A900, A65). Sogar meiner A850R gegenüber ist sie dann noch ganz leicht, aber erkennbar, besser. Die Bilder wirken minimal sauberer, die Details feiner.
Rechne ich die Bilder alle auf 12 MP herunter, kann ich zwischen der A7R und der A850R keinen Unterschied mehr sehen. Den 'stock' Kameras gegenüber hat sie an manchen Stellen dann noch einen geringen Vorteil.
Auf die 16MP der NEX-6 herunter gerechnet, ist der Vorsprung der A7R sehr deutlich (wobei mit Sicherheit auch einiges auf das Konto des nicht vorhandenen AA-Filters geht).

edit: Meine Aufnahmen sind outdoor mit Entfernungen zwischen 30 und 50m, keine Testcharts.


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