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frame 18.03.2024 15:19

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2301229)
Mit einem Wegzug der Industrie, abnehmender Wirtschaftsleistung und abnehmendem Wohlstand sollte sich das erreichen lassen.

Die Einschläge von abgebauten oder wegziehenden Jobs, die ich aktuell mitbekomme, sind jedenfalls Atem verschlagend. Vor allem sind jetzt auch hochqualifizierte Jobs und nicht mehr die reine Produktion dran.

Der Wegzug der Industrie mag zwar "gut" sein für die Klimaziele Deutschlands, aber wenn die Produkte dann woanders produziert werden bringt das dem Planeten nicht wirklich was. Wahrscheinlich im Gegenteil weil sie dorthin ziehen wo die Energie sehr viel billiger ist.

Das mit dem Jobabbau hast du falsch verstanden, das ist der Ampelsche Weg um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Statt dem Angebot kann man nämlich auch die Nachfrage beeinflussen. Das steht wahrscheinlich schon in Kinderbüchern.

turboengine 25.03.2024 19:11

„Die deutsche Vision ist unbezahlbar“
 
…titelt heute die Welt.

Zitat:

Teuer, klimafeindlich, unsicher: Energieforscher André Thess zieht im WELT-Interview eine vernichtende Bilanz der Energiewende. Er kritisiert den Opportunismus von Wirtschaftsmanagern und Medien und erklärt, warum unabhängige Wissenschaftler von der Planung der Energiewende ausgeschlossen wurden.
Prof. André Thess ist Prof. für Energiespeichersysteme am der Uni Stuttgart und kein AfD-Dunkelmann.

Leider hinter der Bezahlschranke. Aber was da im Hintergrund lief, dass sich Einige auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen füllen können, wird jetzt langsam publik. Es ist m.E. einer der grössten Wissenschafts- und Medienskandale der jüngeren Geschichte.

https://youtu.be/b0UbsnQ6On0?si=P9kfRbxRzb0kX_i1

bruno5 27.03.2024 21:37

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2301779)
…
Prof. André Thess ist Prof. für Energiespeichersysteme am der Uni Stuttgart und kein AfD-Dunkelmann. ...

Der scheinbar seriöse unabhängige Wissenschaftler ist vielleicht kein AfD Dunkelmann, aber dafür Mitglied im Kernergie-Lobbyverein Nuklearia, der den Weiterbetrieb und Neubau von Kernkraftwerken für eine sichere und ökonomisch sinnvolle Maßnahme gegen den Klimawandel hält. Von daher sind die Aussagen von Prof. Thess kritisch zu hinterfragen.

Porty 27.03.2024 23:00

Zitat:

Zitat von bruno5 (Beitrag 2301933)
Der scheinbar seriöse unabhängige Wissenschaftler ist vielleicht kein AfD Dunkelmann, aber dafür Mitglied im Kernergie-Lobbyverein Nuklearia, der den Weiterbetrieb und Neubau von Kernkraftwerken für eine sichere und ökonomisch sinnvolle Maßnahme gegen den Klimawandel hält. Von daher sind die Aussagen von Prof. Thess kritisch zu hinterfragen.

Auch wenn es gern verdrängt wird, ist das Problem der Energiespeicherung der Schlüssel bei der Verwendung erneuerbarer Energien- Oder platt gesagt: Was nutzt uns der Energieüberschuss im Sommer in einer kalten Winternacht.

Wenn jetzt ein Lehrstuhlinhaber für Energiespeicherung sagt, dass der Weiterbetrieb von Kernkraftwerken nicht die blödeste Idee ist, sollte einem das zu Denken geben. Das Problem mit der Speicherung scheint nicht so ganz trivial zu sein......

turboengine 28.03.2024 08:26

Zitat:

Zitat von bruno5 (Beitrag 2301933)
Von daher sind die Aussagen von Prof. Thess kritisch zu hinterfragen.

Die Aussagen aller Wissenschaftler sind kritisch zu hinterfragen. Das ist Teil der Wissenschaft. Es sei denn sie wird politisch gelenkt wie das in vielen Bereichen der Fall ist wo nur der Staat der Auftraggeber ist weil die Forschungsergebnisse keine praktischen Nutzen haben oder vorwiegend der Politikberatung dienen wie z.B. beim RKI.

Zitat:

Zitat von bruno5 (Beitrag 2301933)
Der scheinbar seriöse unabhängige Wissenschaftler

Das ist eine Unterstellung - “Scheinbar”?
Welcher Wissenschaftler ist denn für Dich “Seriös”? Z.B. Prof. Quaschning oder Prof. Lesch die seit Jahren nachweisbar Propaganda verbreiten und fachlich Falsches als Realität darstellen? Früher hätte man solche Leute mit der Klobürste aus dem Dekanat vom Campus gejagt. Jetzt sind das “aktivistische” Wissenschaftler.

Zitat:

Zitat von bruno5 (Beitrag 2301933)
Kernergie-Lobbyverein Nuklearia, der den Weiterbetrieb und Neubau von Kernkraftwerken für eine sichere und ökonomisch sinnvolle Maßnahme gegen den Klimawandel hält.

Nur in Deutschland und in Österreich hält offiziell sich noch der Irrglaube, man könnte in Abwesenheit von grossen Wasserkraft-Ressourcen auf Kernenergie verzichten. Der Preis dafür ist Abhängigkeit von Russengas und Importstrom. Österreich bezieht Strom von den Kernkraftwerken der Nachbarn, Deutschland sowieso. Von den Geschäften der OMV und der Schwesig-Warnig-Schröder-Connection brauchen wir erst gar nicht reden.

Dass es noch Organisationen gibt, die gegen diese Lebenslüge angehen ist ein zartes Zeichen der Reste von Pluralismus in Deutschland. Auf wenn kräftig dagegengecancelled wird.

Und dass ist genau das Problem: Erkenntnisse, welche nicht in mein eigenes Weltbild passen, werden nicht nur ignoriert, sondern mit einem Bann versehen. Das ist Religion - keine Wissenschaft.

ha_ru 28.03.2024 13:11

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2301935)
Wenn jetzt ein Lehrstuhlinhaber für Energiespeicherung sagt, dass der Weiterbetrieb von Kernkraftwerken nicht die blödeste Idee ist, sollte einem das zu Denken geben. Das Problem mit der Speicherung scheint nicht so ganz trivial zu sein......

Weiterbetrieb noch funktionsfähiger AKWs und Neubau sind schon mal verschiedene Themen.

Die frühere Abschaltung der AKWs in Deutschland haben wir der Merkelrregierung (da hat Herr Söder z.B. auch stark drauf gedrängt) zu verdanken. Ich habe da schon mal drauf hingewiesen, das uns das rund 4 Mrd. € extra gekostet hat.

Das in 2023 umzukehren wäre nur schwierig und kostenträchtig möglich gewesen und hätte bei den wenigen % die wir noch von AKWs an Strom bezogen haben nichts geändert, weder an der Versorgungssicherheit noch an den Preisen. Gleiches gilt für die Wiederinbetriebnahme.

Der Neubau müsste erst Mal irgendwo durchgesetzt werden und die würden dann vermutlich erst in 10 Jahren oder noch später Strom liefern, also irgendwann nach 2035 ..... Und wenn ich die Kosten von AKW-Strom aus zuletzt neugebauten AKWs in Europa ansehe, muss die Frage erlaubt sein, ob wir das zahlen wollen (Frankreich hat die Beendigung derSubvention ihres AKW-Stroms beenden, was diesen um 67% verteuern wird, aus die Maus mit billligem AKW-Strom auch in Frankreich).

Und wenn jetzt jemand meint, dass zukünftig kleine SMR-AKW billigen Strom produzieren ist es so, dass die, die bisher gebauten wurden noch teurer in der Erzeugung sind als die bishergen Groß-AKWs und die mit neuer Technlogie, die billiger und weniger problematisch produzieren sollen, nicht marktreif sind.

Die Strategie scheint mir also auch weit weniger erfolgverprechend zu sein, als es machner verkündet.

Leider hinter einer Bezahlschranke Der Traum vom kleinen, sicheren Atomkraftwerk
oder nicht hinter einer Bezahlschranke Faktencheck SMR
zur Frage, ob Minireaktoren bei der Klimawende vorraussichtlich helfen können.


Antwort:
Höchst unwahrscheinlich, weil weder besonders noch günstig genug.

turboengine 28.03.2024 13:47

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2301972)
Frankreich hat die Beendigung derSubvention ihres AKW-Stroms beenden, was diesen um 67% verteuern wird, aus die Maus mit billligem AKW-Strom

Das ist nicht richtig - das bezieht sich nur auf den ARENH-Tarif für Industriestrom in Frankreich. Die Industriestrompreise in Frankreich sind immer noch viel tiefer als in Deutschland wegen der irrsinnigen Netzzuschläge in D.

turboengine 28.03.2024 13:56

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2301972)
Und wenn jetzt jemand meint, dass zukünftig kleine SMR-AKW billigen Strom produzieren ist es so, dass die, die bisher gebauten wurden noch teurer in der Erzeugung sind als die bishergen Groß-AKWs und die mit neuer Technlogie, die billiger und weniger problematisch produzieren sollen, nicht marktreif sind.

In der Korea JoongAng Daily vom 22. Februar 2024:

Zitat:

An einer Debatte in Changwon in der Provinz Süd-Gyeongsang kündigte Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol am 22. Februar 2024 an, dass die Regierung noch in diesem Jahr Aufträge für nukleare Ausrüstungen im Wert von umgerechnet CHF 2,2 Mrd. erteilen werde und dass die lokale Atomindustrie mit umgerechnet CHF 660 Mio. unterstützt werden soll. «Die Regierung wird ihre volle Unterstützung gewähren, um dieses Jahr zu dem Jahr zu machen, in dem die Nuklearindustrie wieder durchstartet, und zwar über die blosse Normalisierung der Branche hinaus», sagte er. An der Veranstaltung nahmen etwa 100 Personen teil, darunter Industrieminister Ahn Duk-geun, der Gouverneur von Süd-Gyeongsang, Park Wan-soo, sowie Studenten und Absolventen des Studiengangs Kerntechnik. Changwon ist ein wichtiger Industriestandort für den südkoreanischen Nuklearsektor und beherbergt auch Doosan Enerbility, den grössten Entwickler von Kernreaktoren des Landes.
Auch i-SMR fördern
Yoon gab zudem bekannt, dass er die technologischen Kapazitäten des Landes für kleine, modulare Reaktoren (SMRs) ausbauen und bis 2028 das erste SMR-Modell des Landes, den i-SMR, einführen wolle. Der i-SMR wird als integraler Druckwasserreaktor mit einer Kapazität von 170 MWe entwickelt und bietet passive Sicherheitssysteme, wodurch er in einem Notfall nicht auf eine externe Stromversorgung angewiesen ist. «Um sicherzustellen, dass sich die Kernenergieindustrie weiterentwickelt, werden wir ein Sondergesetz zur Unterstützung der Kernenergieindustrie, einschliesslich SMR, erlassen», erklärte Yoon und fügte hinzu: «Wir werden noch in diesem Jahr einen mittel- bis langfristigen Kernkraftwerksfahrplan für 2050 erstellen und finalisieren, um eine angemessene CO2-Neutralität zu erreichen.»
Die Politik des früheren Präsidenten Moon Jae-in bestand darin, die Kernkraftwerkseinheiten Südkoreas, die etwa 30% der Stromerzeugung des Landes ausmachen, stillzulegen und keine neuen zu bauen - wie in Deutschland.

Sein Nachfolger Yoon hatte bereits während seiner Wahlkampagne erklärt, er werde die Politik des Kernenergieausstiegs aufgeben und das Land stattdessen zu einer “nuklearen Triebkraft” im In- und Ausland machen. Unter anderem Polen will koreanische Reaktortechnik kaufen.

https://www.tagesschau.de/ausland/eu...ergie-103.html

Zitat:

Ab 2026 soll gebaut werden, insgesamt sechs AKW sollen es bis Mitte der 2040er-Jahre werden. Die Hälfte aus den USA, die andere aus Südkorea - beides Länder, in denen Polen in den letzten Monaten auch großzügig Waffen, Militärfahrzeuge und Kampfflugzeuge bestellt hat.
Deutschland und Österreich lebt einfach weiter hinter dem Mond. Inklusive der Moralapostel der ZEIT und der “Umweltanwaltschaft” in Wien. Schon spannend welche Bullshitjobs es mittlerweile so gibt :shock:.

Porty 28.03.2024 14:48

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2301972)
.
.
Antwort:
Höchst unwahrscheinlich, weil weder besonders noch günstig genug.

Uns was hat das jetzt alles mit den bisher völlig fehlenden Konzepten für eine tragfähige Energiespeicherung zu tun? Da ist man noch lange nicht soweit, die Kosten irgendwie zu beziffern, weil noch keiner weiß, wie es überhaupt in den nötigen Dimensionen gehen könnte.
Wenn man sich auf SMARD.de die Energiebilanzen anschaut, fehlen z.b. seit vorgestern fast durchgehend 8- 10 GW, in der Spitze 16 GW, die aus dem Ausland gedeckt werden mussten. Sind über den Daumen 500 GWh oder das Speichervermögen von rund hundert großen Pumpspeicherwerken. Was würden die kosten? Wenn man den Platz dafür hätte......
Und das waren nur die letzten beiden Tage, da sah es die letzten Wochen teilweise noch deutlich schlimmer aus. Kohle und Gas liefern aber auch noch 20 GW......
Darüber scheint aber momentan in der Politik keiner nachzudenken, man feiert sich nur, wenn man mal wieder einen Solarpark eröffnet hat, der vermeintlich Strom für ein paar tausend Haushalte liefert - Übers Jahr gemittelt.....

steve.hatton 28.03.2024 15:23

Das wäre wieder das Stichwort für Klaus: "Nicht 100.000 sondern keines" .... Edit: wenn man 100% 24/7 voraussetzt,ist das auch nicht zu verleugnen.
Bei Häusern aber leichter lösbar als bei der Industrie.

Dennoch liefert er gemittelt den Strom und auch ein KKW hat mal eine Revision....

Dennoch bin ich natürlich bei Dir: Es benötigt ein allumfassendes Konzept, realisierbar und bezahlbar. Alle Energieerzeugungsmöglichkeiten einkalkuliert und komplett Well-to-Wheel eingepreist - m.E. nicht nur Well-toWheel, sondern Quelle bis Schrottpresse/Entsorgung, um beim Auto zu bleiben.
Aber daran scheint es zu scheitern.

Sowie die Windstille Nacht zu den EEs gehört, gehören die Gesamtkosten auch zu anderen Energieformen. Auch hier wird ausgeblendet was man nicht beziffern will.


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