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-   -   Energiewende wird abgewürgt (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=114906)

turboengine 12.03.2014 14:44

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1558863)
Sagt einer, der schreibt:


Dann erklär uns doch in einer sachlichen technischen Diskussion,

1. Wie hoch der Schaden ist, der durch die AKW-Unfälle entstanden ist.
2. Wie hoch die Kosten für die Atommüll-Entsorgung sein werden.
3. Wie viel der Strom kosten würde, wenn man diese Kosten dazurechnet.
4. Warum 3. nicht gemacht wird.

Toni, das ist doch keine technische, sondern ein sozio-ökonomisch-politische Diskussion. Die Thema Atomenergie in D A CH ist entschieden, jetzt geht es noch um die Restlaufzeiten und den Ersatz der Energieerzeugung.

@ Toni: Österreich tut sich da natürlich recht leicht, fast 80% der Stromerzeugung kommt aus Wasserkraft.

Aber das Thema des Threads ist doch: Die Energiewende wird abgewürgt. Auslöser war das Streichen von Subventionen.

Auf die Frage was ich bevorzuge? Lasst den Markt das machen. Weg mit dem EEG und Subventionen für vermeintlich "grüne Energie". Die Politik sollte Kernkraft verbieten und für eine sinnvolle Verauktionierung, Allokation und einen funktionierenden Markt von CO2-Zertifikaten sorgen. Hätte man den CO2 Markt nicht kapputtgemacht, hätten wir einige Probleme heute nicht.

Besser der Preis für ein Gut steigt direkt an, als die Subventionen. Dann käme es auch nicht zu solchen Auswüchsen wie weiter oben im Thread, dass man elektrische Durchlauferhitzer mit Solarstrom betreiben will.

Dass mit frühzeitigem, entschlossenem Handeln eine "Energiewende" möglich ist, zeigen z.B die Stadtwerke München. Sie wollen ganz München regenerativ versorgen. Zu meiner Zeit bei den SWM stieg man auch bei Offshore-Windpark Global Tech I ein. Allerdings benutzten sie dabei aber auch Erträge aus dem Atomkraftwerk Isar II dafür. Daher schrieb ich schon oben, die Energiewende sei "atomgetrieben".

Wenn es so weiterläuft wie jetzt, steht man allerdings in zwei, drei Jahren mit einem Scherbenhaufen da.

steve.hatton 12.03.2014 15:02

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1558890)
...
Besser der Preis für ein Gut steigt direkt an, als die Subventionen..

Das ist wohl wahr.

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1558890)
...
Dann käme es auch nicht zu solchen Auswüchsen wie weiter oben im Thread, dass man elektrische Durchlauferhitzer mit Solarstrom betreiben will. ..

Das mag isoliert betrachtet haarsträubend klingen, allerdings gibt es andere Gründe so etwas zu tun, als der subventionierte PV-Anbau.
Es gibt sehr wohl Häuser in denen eben die Warmwasserversorgung noch über Durchlauferhitzer läuft, weil das mal "chic" war. Hier jetzt das ganze Haus aufzureißen und ein zweites Leitungssystem für WW zu verlegen, mit all seinen Kosten und energetischen Herstellungskosten der Bauteile, muss nicht immer sinnvoll sein.
Bei Betrachtung der Gesamtkosten muss der Durchlauferhitzer nicht verlieren !

amateur 12.03.2014 15:11

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass die Betreiber für Atomkraftwerke in UK von der Regierung für Neubauten von Atomkraftwerken für 35 Jahre garantierte Einspeisevergütungen in Höhe von 92,5 Pfund/MWh plus einem jährlichen Inflationsausgleich verlangen und auch zugesagt bekommen haben.

Ist doch merkwürdig, wo doch Atomstrom soviel günstiger sein soll.

Stephan

steve.hatton 12.03.2014 15:14

Nicht alles was meine Landsleute so tun und treiben, ist unter objektiven Gesichtspunkten als "vernünftig" zu bezeichnen.

turboengine 12.03.2014 15:52

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 1558900)
Neubauten von Atomkraftwerken für 35 Jahre garantierte Einspeisevergütungen in Höhe von 92,5 Pfund/MWh

Zitat:

"Dies ist ein Symbol für die nächste Generation der Atomkraft in Großbritannien, die für unseren zukünftigen Energiebedarf und die langfristige Sicherheit bei der Versorgung eine wichtige Rolle spielt"
...sagte Premierminister David Cameron

Die Einspiesevergütung in dieser Höhe zugunsten EDF und zweier Chinesen in Hinkley Point versteht niemand. Auch meine britischen Kollegen nicht.

Das ist Politik - Herr Mappus lässt grüssen.

TONI_B 12.03.2014 15:55

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1558890)
Toni, das ist doch keine technische, sondern ein sozio-ökonomisch-politische Diskussion. Die Thema Atomenergie in D A CH ist entschieden, jetzt geht es noch um die Restlaufzeiten und den Ersatz der Energieerzeugung.

Das sind doch Ausflüchte, denn Tatsache ist dass es - außer aus A genug Atommüll gibt. Also hätte ich gerne deine Lösung dafür gehört.

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1558890)
Auf die Frage was ich bevorzuge? Lasst den Markt das machen. Weg mit dem EEG und Subventionen für vermeintlich "grüne Energie"...

OK! Wenn der "Markt" das regeln soll, dann aber unter fairen und gleichen Bedingungen für alle. D.h. keine Subventionen für AKWs und die Subventionen, die es gegeben hat, zurückzahlen oder in den Strompreis einrechnen. Sofort Haftpflichtversicherungen für alle KW-Betreiber - egal ob WKA oder AKW! Dann schauen wir was der "Markt" macht! Die "Münchner Rück" würde liebend gerne alle AKWs versichern, denn das wäre ein Milliardengeschäft.

turboengine 12.03.2014 16:34

Es gibt keine Subventionen für AKWs im eigentlichen Sinn. Es gab Forschungsförderung usw. Das hatten wir schon.
Du verwechselst das mit der Brennelementesteuer. Die gibt es.

Die Kasperle-Rechnungen von Greenpeace et. al. sind reine Propaganda.

TONI_B 12.03.2014 17:03

Ich wiederhole meine Fragen: was soll mit dem Atommüll passieren? Wer wird das bezahlen? Wird das in den Strompreis hinein gerechnet?

Und du irrst bei der Subvention! Auch wenn wir in A kein AKW im Betrieb haben, wurde der Bau massiv vom Staat gefördert - wie auch jedes "normale" Kraftwerk zb. an der Donau auch (Stichwort: stranded costs bei KW Freudenau bei Wien).

Und das Beispiel von England wurde dir schon vorgelegt...

A.B.U. 12.03.2014 17:34

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1558924)
Ich wiederhole meine Fragen: was soll mit dem Atommüll passieren? Wer wird das bezahlen? Wird das in den Strompreis hinein gerechnet?

Für Rückbau und Endlagerung gibt's Rückstellungen durch die Betreiber der AKWs. Ob die reichen weiß allerdings kein Mensch, was daran liegt, dass unbekannt ist was Endlagerung (ökonomisch und ökologisch) wirklich kostet. Ich habe auch noch keinen seriösen Kostenvergleich aller herkömmlichen Arten der Stromerzeugung gesehen, der nachvollziehbar auch alle langfristigen Kosten mit einbezieht. Wahrscheinlich kann es ihn auch nicht geben.

Ohnehin ist das für Deutschland ja kein Thema mehr. Beim Atomausstieg nochmals zurückzurudern will sich politisch ja keiner leisten, d.h. er ist beschlossen. Jetzt muss man gute ökonomische, technische und infrastrukturelle Lösungen finden, um die Versorgung bis zum Zeitpunkt x sicherzustellen. Es sollte ja Studien und Berechnungen zum optimalen Kraftwerksmix und der benötigten Netzstruktur geben, idealerweise auch für eine Vielzahl von Szenarien. Hat da jemand etwas handfestes?

BeHo 12.03.2014 17:58

Zitat:

Zitat von A.B.U. (Beitrag 1558932)
Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 1558924)
Ich wiederhole meine Fragen: was soll mit dem Atommüll passieren? Wer wird das bezahlen? Wird das in den Strompreis hinein gerechnet?

Ohnehin ist das für Deutschland ja kein Thema mehr.

Das wird auch für Deutschland noch lange ein Thema bleiiben.

Von insgesamt 37 Reaktorblöcken laufen 9 noch bis zu fast 9 Jahre lang und gerade mal 4 sind bisher zurückgebaut. Und mit der Endlagerung des Atommülls werden wir wohl noch sehr lange unseren "Spaß" haben.


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