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Ellersiek 07.06.2020 00:00

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2142192)
Ich habe manche Demos, Kundgebungen und Kirchentagsproteste angeführt und verantwortet....

Toll.
Zitat:

...Abwegig ist an meinem Einsatz für Grundrechte gar nichts. Normalerweise zitiere ich nicht aus Wikipedia. Hier jetzt eine Ausnahme zum Stichwort "Berufsverbot":
"Als Berufsverbot wird eine Anordnung eines Staatsorgans bezeichnet, die einer konkreten Person oder Personengruppe bestimmte Tätigkeiten untersagt." Wiki: Berufsverbot
Es wäre wirklich nett, wenn Du nicht immer nur einen Teil zitieren würdest und somit das Zitat aus dem Zusammenhang reisst. Das war schon bei deinem Hysterie-Zitat recht irreführend. Das vollständigere Wikipedia-Zitat zeigt die Bestreitbarkeit deines Standpunktes:
Zitat:

Zitat von https://de.wikipedia.org/wiki/Berufsverbot_(Deutschland)
...Als Berufsverbot wird eine Anordnung eines Staatsorgans bezeichnet, die einer konkreten Person oder Personengruppe bestimmte Tätigkeiten untersagt. Davon abzugrenzen ist das Beschäftigungsverbot, das einem Arbeitgeber auf gesetzlicher Grundlage die Beschäftigung eines Arbeitnehmers – in der Regel zu dessen Schutz – verbietet.

Im juristischen Sprachgebrauch der Bundesrepublik Deutschland ist ein Berufsverbot eine gesetzliche Folge oder Maßregel der Besserung und Sicherung aus der Verurteilung wegen einer Straftat. Berufsverbote greifen unmittelbar und direkt in die Berufsfreiheit des Art. 12 GG ein. Eingriffe in der Berufsfreiheit bedürfen einer gesetzlichen Grundlage.

Beispiele:

Einem Arzt kann nach schweren Fehlleistungen die Ausübung des Arztberufs untersagt werden (siehe Approbationsordnung).
Rechtsanwälte brauchen für ihre Tätigkeit eine Zulassung. Diese kann ihnen von der zuständigen Rechtsanwaltskammer entzogen werden, insbesondere bei Überschuldung (Vermögensverfall) und groben Berufsrechtsverstößen.
Gerichte können bei schweren Straftaten Berufsverbote verhängen (Beispiel: ein Kindergärtner wird wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt). Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil vom 25. April 2013 entschieden, dass für ein Berufsverbot bei Ersttätern besonders strenge Anforderungen gelten....

Bei wohlwollender Auslegung deines Standpunktes könntest Du dich auf den allgemeinen Sprachgebrauch berufen:
Zitat:

Zitat von ...gleiche Quelle, weiter im Text
Im allgemeinen Sprachgebrauch in Deutschland denken viele beim Wort Berufsverbot an eine Praxis aufgrund des Radikalenerlasses von 1972. Bürger durften nicht im Staatsdienst tätig sein, wenn sie einer verfassungsfeindlichen Organisation nahestanden. Zwar durften sie den Beruf an sich weiter ausüben. Dazu hatten sie aber kaum Gelegenheit, wenn es Anstellungen fast nur in staatlichen Institutionen gab (zum Beispiel für Lehrer). Im Nationalsozialismus hingegen durften Menschen, gegen die ein Berufsverbot verhängt worden war, gar nicht in ihrem Beruf tätig sein.

Ich bin nach wie vor zufrieden mit den Entscheidungen der jeweiligen Entscheidungsträger im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Aus beruflicher Sicht bin ich, bis jetzt, nur zum Teil eingeschränkt, mein Freizeitbereich dafür massiv. Und, ist das schlimm? Klar nervt es, aber man kann sich auch mal einschränken und zurückstecken, insbesondere wenn es der Verringerung der Coronaausbreitung dient. Schlimm ist diese Einschränkung meiner "Freiheit" für mich ganz sicher nicht. Wenn diese Einschränkungen dem Wohle und der Gesundheit vieler anderer dient, dann nehme ich diese durchaus in Kauf.

Schlimm sind eher die Folgen für diejenigen, die wirtschaftlich von dieser Krise massiv und nicht nur kurzfristig betroffen sind. Und diejenigen haben definitiv mein Mitgefühl. Ich kann mir aktuell noch nicht einmal im Ansatz vorstellen, wie ein Konzertbetrieb wieder aufgenommen werden kann*. Jedoch wird es für diese Bereiche keine einfachen Antworten und Lösungen geben.

Lieben Gruß
Ralf

* und da gibt es noch x andere Beispiele

hajoko 07.06.2020 00:31

Zitat:

Zitat von Ellersiek (Beitrag 2142196)
Schlimm sind eher die Folgen für diejenigen, die wirtschaftlich von dieser Krise massiv und nicht nur kurzfristig betroffen sind. Und diejenigen haben definitiv mein Mitgefühl. Ich kann mir aktuell noch nicht einmal im Ansatz vorstellen, wie ein Konzertbetrieb wieder aufgenommen werden kann*. Jedoch wird es für diese Bereiche keine einfachen Antworten und Lösungen geben.
Lieben Gruß
Ralf
* und da gibt es noch x andere Beispiele

Da gibt es durchaus erfolgreiche Ideen und ich weis wovon ich rede. Ich veranstalte (ehrenamtlich) mit Freunden Jazzkonzerte. Seit der Pandemie sind für die Musiker übernacht die Einnahmen massiv weggebrochen. Aber Kreativität hilft auch hier. Die Jazzfederation Hamburg hat mit Unterstützung eines Tonstudios und Videoübertragungstechnikern die Reihe "Hamburg Stream" ins Leben gerufen. Mehrmals pro Woche treten hier Jazzmusiker und Bands virtuell online auf und die Konzerte werden online ins Netz gestreamt. Die Zuschauer/hörer werden gebeten (und machen das wirklich beispielhaft gut und gerne) eine Art Eintrittsgeld per Spende zu überweisen. Namhafte Musiker, die nicht auf diese Art der Unterstützung angewiesen sind, machen Werbung mit Benefizkonzerten für die lokalen Künstler. Das hat sich inzwischen so gut eingespielt, dass im Durchschnitt pro Streamkonzert ca. 1000 EUR an Eintrittsspenden reinkommen. Die Benefizkonzerte bringen sehr viel mehr und gehen voll an die lokalen Künstler, die es benötigen.

Link zur Info hier https://hamburg.stream/

Aus meiner Sicht zeigt dieses Beispiel, dass in den schweren Coronazeiten Kreativität das viel bessere Mittel ist, als Schuldzuweisungen, Beschimpfungen oder Märchen über Berufsverbote in die Welt zu setzen ... feundlich ausgedrückt.

TONI_B 07.06.2020 06:08

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2142192)
Friseure durften keine Haare schneiden. Sie durften ihren Beruf nicht ausüben.

Ja, aber nicht aus Jux oder Tollerei oder weil sie politisch auf der falschen Seite stehen. Doch einzig und allein aus Schutz für die Bevölkerung. Und der Schutz des Lebens muss doch über all diesen Rufen nach Freiheit stehen!

Und ja, nochmals - ich bin absolut dafür dass diesen Leuten ein Großteil ihres Verdienstentganges gezahlt wird: die, die ihr Gehalt weiter bekommen haben und vor allem, die die durch die Globalisierung (die uns letztlich diesen Sch... eingebrockt hat) reich geworden sind und lange profitiert haben, solange dazu beitragen.

Und wenn du den Beweis erbringen kannst, dass ab April eine Öffnung keinen Toten zusätzlich gebracht hat, wirst du auch erfolgreich klagen können. Ich nehme aber an, dass die Regierung wissenschaftlich haltbare Simulationen vorlegen wird können, die zeigen, dass es eine erhöhte Sterblichkeit gegeben hätte.

Robert Auer 07.06.2020 07:59

@Toni_B: Danke für die klare Antwort! :top:

guenter_w 07.06.2020 09:32

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2142192)
Ich habe manche Demos, Kundgebungen und Kirchentagsproteste angeführt und verantwortet.

Abwegig ist an meinem Einsatz für Grundrechte gar nichts. Normalerweise zitiere ich nicht aus Wikipedia. Hier jetzt eine Ausnahme zum Stichwort "Berufsverbot":
"Als Berufsverbot wird eine Anordnung eines Staatsorgans bezeichnet, die einer konkreten Person oder Personengruppe bestimmte Tätigkeiten untersagt." Wiki: Berufsverbot

Und ich bleibe dabei (weil es unbestreitbar ist): Berufsverbote wurden ausgesprochen gegen etwa 80 Prozent der knapp 200.000 Menschen, die mittels der Künstlersozialkasse versichert sind (Schaffende in den Bereichen Wort & Bild, Darstellende & Bildende Kunst, Musik). Mit Berufsverboten wurden außerdem belegt: Friseure; VHS-Dozenten; Betreiber und Besitzer von Gastgewerbe-Einrichtungen, Hotels, Kinos, Fitness-, Tattoo- und Physio-Studios; Schausteller; Inhaber von Geschäften mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche.
Allen diesen Menschen wurde die Möglichkeit untersagt, durch Ausübung ihres Berufs ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ersatzgelder für den Lebensunterhalt wurden (bis auf geringe Ausnahmen) nicht zur Verfügung gestellt.
Es handelte und handelt sich um Anordnungen eines Staatsorgans, die einer (...) Personengruppe bestimmte Tätigkeiten untersagen. Rechtswidrige Einschränkung des Grundrechts auf Gewerbefreiheit - spätestens ab Ostern / Mitte April nicht mehr gerechtfertigt durch das Infektionsschutzgesetz.
Friseure durften keine Haare schneiden. Sie durften ihren Beruf nicht ausüben.

Leider Fullquote! Durch Wiederholung wird aus einer falschen Aussage keine richtige! Nochmal das ganz konkrete Beispiel aus meiner Firma: durch den Wegfall der meisten Jobs hat sich der Umsatz um 90% verringert. Aber Geschäftsführer und Büro haben in der umsatzarmen Zeit mehr als je zuvor zu tun in Ausübung ihres Berufs! Bislang ist noch kein Staatsorgan aufgetaucht, das die Ausübung der wichtigen Tätigkeiten verboten hätte! Die MA in Kurzarbeit bekommen teilweise Aufstockung, die Geschäftsführer verzichten auf Auszahlung der vollen Gehälter, das Bundesland gab Soforthilfe, das Finanzamt Stundung, weitere Förderungen und zumindest teilweiser Ersatz des Umsatzausfalls sind im Kommen (unser Büro rotiert deshalb gemeinsam mit dem Steuerberater). Egal wie, in harten Zeiten wie diesen ist auch unternehmerische Kreativität gefragt für das Überleben. Das beweisen unzählige Firmen in vielen Bereichen tagtäglich. Und das hilft mehr als Falschbehauptungen und infektionsgefährliche Protestaktionen!

felix181 07.06.2020 11:03

Zitat:

Zitat von nex69 (Beitrag 2142180)
Ein Sänger der seit 20 Jahren schlechte Musik macht und ein Koch der mir beweist, dass vegane Ernährung gaga macht. [/SIZE]

Danke - ich kannte die beiden Namen nicht :top:

berlac 07.06.2020 11:07

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2142156)
Heute kämpfen und protestieren wenige 100 Menschen gegen die mit den Corona-Maßnahmen verknüpften Berufsverbote (die viel weitreichender sind als Willy Brandts Verbote) aber Millionen vor den Fernsehern und in den Online-Medien begrüßen die Verbote und beleidigen die Protestierenden als Dummköpfe und Nazis.

Wenn man Nazis Nazis nennt, beleidigt man sie dann? Offensichtlich waren ja einige bei diversen Protestaktionen dabei.

Auf so einigen Bildern diverser Protestaktionen sieht man dann auch Schilder die von einigen hochgehalten werden. Unter anderem auch über die "Gates Verschwörung". Bei so manchem Sprachbeitrag kam dann auch nichts besseres. Mir fällt da dann hierfür auch spontan die Bezeichnung Dummköpfe ein.

dey 07.06.2020 11:56

@Toni_B
Ich habe ja korrigiert, dass es bei uns extrem enttäuschend verlaufen ist.
Es hat sch on bei Kleinigkeiten angefangen. Nach der ersten Woche wurden die Lehrer gebeten ein einheitliches Format für die Bezeichnung der Dateien zu schaffen. Umgesetzt? Nur zu 80%.
Sauberes gerades einscannen damit Leserlichkeit gegeben ist.
Dateiformate verwenden, die auf dem Smartphone auch verarbeitet werden können, wenn diese über die App verteilt werden.
25% der Lehrer werden von meinen Töchtern als engagiert bewertet. Beim Rest hatte man nicht das Gefühl, dass sie sich der Situation stellen.

Man liesst es ja auch hier: wenn du in der Krise nicht dein Leben für dein Kind geben willst, solltest du nicht Elternteil werden wollen.
Und genau so kommt mir das seitens der Schule vor: jetzt seid ihr Eltern mal dran. Ein wöchentlicher Dankesbrief wird schon reichen.
Für alles wird hier Verständnis gezeigt, nur nicht für die Eltern.

Edit: ach so, ja, nicht vergessen: LUXUSPROBLEMCHEN

kiwi05 07.06.2020 12:45

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2142299)
Für alles wird hier Verständnis gezeigt, nur nicht für die Eltern.

Edit: ach so, ja, nicht vergessen: LUXUSPROBLEMCHEN

Ich hoffe mal du hast dich freiwillig und bewusst zum Elter-werden entschieden.
Leider klingt es bei dir zumeist nach Pflichtprogramm.

Und bevor du nachfragst: Ich muss nicht Kind und Job unter einen Hut bringen.

TONI_B 07.06.2020 13:18

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2142299)
Ein wöchentlicher Dankesbrief wird schon reichen.
Für alles wird hier Verständnis gezeigt, nur nicht für die Eltern.

Sorry, aber solche Allgemeinplätze sind immer falsch! Nicht ALLE Lehrer sind faul, genau so wenig wie ALLE Eltern überfordert sind.

Bei uns war es teilweise umgekehrt: wir haben ein einheitliches Format usw. eingefordert und ca. 5-10% der Schüler haben es anfangs nicht geschafft und Handy-Bilder geschickt, die unleserlich oder zumindest verdreht waren usw. Und? Sollen wir jetzt ALLE Schüler als unfähig oder unwillig bezeichnen? Hat sich irgendwann eingeschliffen. Wirklich ein absolutes Luxusproblem!

Der wöchentliche Dankbrief ist im Mittel wirklich aufgetaucht: ich habe in den knapp 10 Wochen in Summe 10-12 emails bekommen, die mir/uns gezeigt haben, dass die Eltern unsere Arbeit schätzen. Nochmals: das tut gut! Und zeigt auch, dass mit gegenseitigem Respekt vieles einfacher wird, denn wir Lehrer haben uns natürlich auch erkundigt, wie es zu Hause so geht mit dem Lernen und haben wo es nur ging, Hilfestellungen geleistet. z.T. hat unser EDV-Team stundenlang per Fernwartung die PCs auf Vordermann gebracht oder wir haben Notebooks aus der Schule an Schüler weitergegeben (war aber nur bei 7 von 1500 Schülern notwendig).


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