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turboengine 05.03.2014 22:20

Energiewende wird abgewürgt
 
Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1556615)
Wasserkraft da wo sie z.T bereits bestand und eingeschläfert wurde, weil es billiger ist Strom zu kaufen, als das eigene Kraftwerk zu nutzen, zu betreiben !!! Siehe Kraftwerk bei UPM Papierfabrik in Augsburg !

Sprich Strom ist für manche offenbar so billig...dass jegliche resourcenschonende und realistische Rechnung ad absurdum geführt


Steve, das ist jetzt ein ganz schlechtes Beispiel. UPM Kymene braucht als Papierfabrik Prozessdampf und Energie in der Grössenordnung von 10 MW, das sind 10.000 kW. Dein Kraftwerkchen bringt wegen der geringen Fallhöhe des Stadtbachs von 2.3 m gerade mal 230 kW. So manches Auto hat da mehr Leistung. Zum Granteln am Stammtisch in Anwesenheit von technisch Ahnungslosen mag Dein Beispiel taugen, ansonsten eher nicht.

Um das Kraftwerk zu reaktivieren, müsste wegen der umfangreichen Wasserbauarbeiten so ca. 1 Mio. Investiert werden - eher 2. Selbst bei niedrigen Zinsen amortisiert sich sowas erst am St. Nimmerleinstag.

Hier ist eine sehr schöne Übersicht der Anlagen in Augsburg.

http://www.hs-augsburg.de/medium/dow...kraftinA_2.pdf

Auf S. 36 steht deutlich, warum das nicht lohnt. Irrsinnige Kostenrisiken.

In der Papierindustrie gibt es ganz andere Möglichkeiten, um Energie zu sparen. Schau mal hier...

http://www.ptspaper.de/fileadmin/PTS.../AiF_14700.pdf

Viel besser ist da ein GuD Kraftwerk mit Kraft-Wärmekopplung, das UPM gerade in Schongau baut.

http://www.upm.com/de/medien/pressem...gung-fort.aspx


Wenn Du genaueres wissen willst, ruf' Herrn Wurster von UPM an und richte ihm schöne Grüsse von mir aus ;)

Dr. Hartmut Wurster, Executive Vice President, Technology, UPM, Tel.: +49 821 3109 264

steve.hatton 05.03.2014 23:09

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1556649)
Steve, das ist jetzt ein ganz schlechtes Beispiel.... Zum Granteln am Stammtisch in Anwesenheit von technisch Ahnungslosen mag Dein Beispiel taugen, ansonsten eher nicht.

Um das Kraftwerk zu reaktivieren, müsste wegen der umfangreichen Wasserbauarbeiten so ca. 1 Mio. Investiert werden - eher 2. Selbst bei niedrigen Zinsen amortisiert sich sowas erst am St. Nimmerleinstag.

Hier ist eine sehr schöne Übersicht der Anlagen in Augsburg.

http://www.hs-augsburg.de/medium/dow...kraftinA_2.pdf

Auf S. 36 steht deutlich, warum das nicht lohnt. Irrsinnige Kostenrisiken.

Diese Studie von 2003 kenne ich und wenn Du weiter lesen würdest, also nicht bei Kostenrisiko gleich "irrsinnig" hineininterpretieren würdest, könntest Du erkennen, dass man durchrechnet und daran arbeitet. Das Kostenrisiko ein Haus ohne zu wissen was darunter ist zu bauen ist auch irrsinnig. Bis man den Untergrund untersucht hat und weiß was auf einen zukommt. Von vorne herein auf "irrsinnig" zu plädieren, solltest Du Dir für die AKW Thematik aufheben - dort ist es angebracht !

Die Schlussfolgerung des von Dir verlinkten Papiers zum Thema UPM hast Du schon weit links liegen gelassen.

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 1556649)
In der Papierindustrie gibt es ganz andere Möglichkeiten, um Energie zu sparen. Schau mal hier...
...
Viel besser ist da ein GuD Kraftwerk mit Kraft-Wärmekopplung, das UPM gerade in Schongau baut.

Ja toll, aber ich sprach erst mal von Energieerzeugung. Die Ersparnis kann doch trotzdem eingeleitet werden. Zusätzlich KWK - auch gut
Warum immer schwarz-weiss denken. Einsparen ja und das vorhandene nutzen!
So kommt man weiter - nicht "unrentable" Dinge die laufen abschalten und neues generieren, wo man das bittere Ende gar nicht abschätzen kann.

Und wenn`s so "irrsinnig" wäre dieses UPM-Kraftwerk wieder zu nutzen, warum verscherbeln sie es dann nicht für einen Euro und lassen Leute ran die Potential nutzen wollen und die Sache nicht nur steuerrechtlich durchrechnen.

Ich hätte da vielleicht sogar einen Kunden....

turboengine 05.03.2014 23:50

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1556667)
Und wenn`s so "irrsinnig" wäre dieses UPM-Kraftwerk wieder zu nutzen, warum verscherbeln sie es dann nicht für einen Euro und lassen Leute ran die Potential nutzen wollen und die Sache nicht nur steuerrechtlich durchrechnen.

Ich hätte da vielleicht sogar einen Kunden....

Leider bist Du nicht bereit, unteres Stammtischniveau zu verlassen -schade.
Wenn man nachrechnet, kommt ma so auf ca. 10...25 TEUR Ertrag pro Jahr. Das lohnt keine Investition von 1Mio oder mehr.

Den Kunden will ich sehen... Muss ein Idealist sein.

steve.hatton 06.03.2014 00:10

Ansichtssache.

ZumThema:

Aber andere rechnen vielleicht anders, wieviel Geld, denkst Du liegt zu 1-2 % auf den Banken rum ?

Bei den von Dir prognostizierten Max. 2,5% Anfangsrendite und ständig steigenden Strompreisen, sehe ich da keine absolute Unwirtschaftlichkeit.

Zumal es Investoren gibt die nicht nur die Rendite vorne anstellen sondern inländische Investitionsmöglichkeiten suchen und trotzdem nicht Pleite gehen! Nennt sich dann Mischkalkulation.

turboengine 06.03.2014 00:29

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1556679)
Bei den von Dir prognostizierten Max. 2,5% Anfangsrendite und ständig steigenden Strompreisen

Ständig steigende Steuern und Abgaben meinst Du wohl?

steve.hatton 06.03.2014 00:33

Folge: Steigendes Interesse an steuermindernden Investitionen mit Langzeiteffekten.


Noch ein kleiner Nachtrag: Wer wäre denn bereit, für "saubere" Energie, z.B. 10% mehr auszugeben?

RoDiAVision 06.03.2014 22:51

Zitat:

Zitat von Robert Auer (Beitrag 1556210)
wobei Braunkohle zu Lasten der jeweiligen Bewohner der Fördergebiete international zu Dumpingpreisen gefördert und importiert wird.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 1556224)
Ist mir aber neu, das Braunkohle importiert wird!
Die Kraftwerke stehen gleich neben dem Tagebau und die Kohle geht direkt per Bandanlage in den Kessel. Bei dem lausigen Heizwert wäre der Transport viel zu teuer.
l

Das mag bei Braunkohle so sein, aber bei Steinkohle sieht die Sache schon ganz anders aus:ZDFzoom Doku: Böse Mine, gutes Geld - Das schmutzige Geschäft mit der Kohle

Kaum zu glauben was da beim Steinkohleabbau abgeht :flop:

RoDiAVision 06.03.2014 23:06

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1556686)

Noch ein kleiner Nachtrag: Wer wäre denn bereit für "saubere" Energie, z.B. 10% mehr auszugeben?

Ich habe vor einigen Jahren zu Greenpeace Energy gewechselt, war im ersten Jahr läppische 5,- Euro teurer als mein alter Anbieter RWE, seit einiger Zeit habe ich den Ökostrom sogar günstiger.

Eine Liste mit 4 empfehlenswerten Anbietern findet sich z.B. hier: atomausstieg-selber-machen
Diese 4 Ökostrom Anbieter finden sich bei fast allen Institutionen die sich mit Ökostrom befassen.

turboengine 06.03.2014 23:06

Ausserdem strahlen Steinkohlekraftwerke...
 
http://www.kontra-kohle-kraftwerk.de...20Isotopen.pdf

turboengine 11.03.2014 08:08

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1556686)
Wer wäre denn bereit, für "saubere" Energie, z.B. 10% mehr auszugeben?


Da wirst Du sowieso bald Gelegenheit haben. Sogar 20% wenn es so kommt...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-957654.html

Viel für Strom zahlen zu wollen, kommt mir wie der mittelalterliche Ablasshandel vor.


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