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berlac 06.06.2020 13:25

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141955)
Ich bin auch nicht direkt eingeschränkt gewesen. Ohne Kinder wäre ich Nutzniesser des Lockdown gewesen. Meine beiden Hoobies mtb und Foto wären dank Zeitgewinn durch home office richtig gediehen. So war es aber nicht.
Meinen Kindern wurde für 3 Monate fast der komplette Alltag geraubt. Abfangen durften wir Eltern dies. Wenn man darüber berichtet wird man hier mit seinen Luxusproblemchen regelrecht fertig gemacht. Danke nochmal. :flop:

Lickerungen? Für mich noch kaum. Meine Kinder gehen bis zu den Sommerferien noch 2x 1 Woche versetzt in die Schule ansonsten sind sie weiter zuhause. Schwimmen in BW nicht möglich. Dankbar, dass wir in der Nähe von RP leben und seit 2 Wochen in Bad Dürkheim ein Familientraining organisieren können.
Eine Verbesserung, aber weit entfernt von normal.

Und ich bin in der luxuriösen Situation das organisieren zu können. Millionen Familien in DE geht es deutlich schlechter.

Entschuldigung, aber für mich bleibt das ein Luxusproblem. Also insbesondere das mit dem Trainingsverzicht.

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141955)
Man konnte gar nix richtig machen. Es kommt ja am Ende nur schlechtes bei heraus. Nur wenn wir uns mit anderen Nationen vergleichen, die es schlimmer erwischt hat, können wir positives entdecken. Ziemlich erbärmlich, würde man normalerweise sagen, wenn man das nötig hat. Hier ist es aber wohl Realität.

Wenn man nichts richtig machen kann, soll ich dann davon ableiten, dass Du der Meinung bist man hätte gar nichts machen sollen? Wobei es auch dann nicht spurlos ohne wirtschaftliche Auswirkungen an Deutschland vorbei gegangen wäre. Und warum sollte man nicht mal über seinen Tellerrand (Grenzen) hinaus schauen? Man kann ja evtl. etwas daraus lernen wenn es da schlechter oder aber auch besser läuft.

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141955)
Grundsätzlich bin ich mit dem Kurs zufrieden. Mir wären schnellere Lockerungen für die Kinder lieber gewesen. Aber das schulische System ist schlimm an die Wand gefahren. Schlimmer, als wir es im Gesundheitswesen vor Corona vermutet hatten.
Die Autoindustrie wird gerettet und für Massnahmen rund um die Schulen gibt es kein Geld. Schulausfall für 4 Monate sind eine Schande.

Wer von denen, die das alles gut gelöst finden muss Beruf und Kinder unter einen Hut bringen?

Bei uns in der Gegend gab es jetzt gerade die erste kleine Ansteckungskette, bei der auch ein Kindergarten betroffen war. Dann kann man schon wieder ins Nachdenken kommen was den richtig ist. Aus meiner Erfahrung ist es mit Kind ab einem gewissen Alter jetzt nicht so problematisch, auch wenn auch hier natürlich auf Sport im Verein verzichtet werden musste. Allerdings kann ich mir vorstellen, das Eltern mit Kindern im Kindergarten oder Grundschulalter hier deutlich höher belastet sind.

MaTiHH 06.06.2020 13:44

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2141970)
Welcher Staat(Regierung) geht verantwortlicher mit der Corona Pandemie um als Deutschland?
Mir fällt kein Staat ein.

Zitat:

Zitat von Dornwald46 (Beitrag 2141978)
Da kann ich nur zustimmen:top:
Ich bin froh, in Deutschland leben zu dürfen!

:top::top:

dey 06.06.2020 13:51

@berlac
Hast du Kinder und Beruf in Einklang zu bringen?

Ihr habt meinen Post schon komplett gelesen und auch komplett verstanden?

Ich habe mich Toni bezogen, dass er persönlich kaum Einschränkungen gespürt hat. Ich habe schlicht ein weiteres mal beschrieben, dass es bei anderen andere Auswirkungen hat.

@berlac 2.
Gerade du solltest mal versuchen, alles zu lesen. Ich schreibe, dass ich die Maßnahmen grundsätzlich richtig finde.
Dass die Einschränkungen extrem die Kinder und Jugendlichen betreffen und diese am längsten von Einschränkungungen betroffen sein werden und nix getan wird das zu ändern ist mehr als ärgerlich.
Das jeder weitere Tag Einschränkungen hinterfragt werden kann und muss steht für mich außer Frage. Das Problem ist jedoch, dass es weder Erfahrung noch Maß gibt, was jetzt noch sinnvoll ist.
Ihr verlangt, dass alle weiter wie eine Herde blöder Hammel diesen Vorgaben hinterherrennen müssen.

Das home schooling ist komplett fürn Arsch. Ohne uns Eltern gäbe es exakt gar kein home schooling.
Arbeitsblätter per email zu verteilen hat mit Schule und Lehre mal gar nix zu tun.
Irgendwann muss das wieder aufgeholt werden. Zu wessen lasten? Zu euren? Ne, meine Kinder und werden das leisten.

Ich wiederhole die Frage: wer von euch, die ihr das alles uneingeschränkt für sinnvoll haltet muss Beruf und Kinder in Einklang bringen.

guenter_w 06.06.2020 14:11

Wie war das nochmal in Vor-Corona-Zeiten? Lehrerdasein - morgens hat man recht und nachmittags frei, dazu noch 11 Wochen Ferien! So manche Eltern haben inzwischen gemerkt, dass dieses Lehrervolk soo schlecht nun auch wieder nicht ist, ebenso haben etliche gemerkt, wie sie ihren Nachwuchs verzogen haben und nun mal selbst den ganzen Tag bespassen dürfen. Übrigens haben Kinder in dieser Zeit keine Sekunde ihres Lebens verloren, sondern knallhart Erfahrungen sammeln dürfen, die sie in ihrer Lebenszeit hoffentlich durch positive Verstärkung aus dem Elternhaus verwerten können. Viele Eltern haben die Erziehung ihres Nachwuchses auf Kita-Erzieher und Lehrer ausgelagert - plötzlich müssen sie selbst tätig werden und Verantwortung übernehmen.

Meine Elterngeneration wurde durch eine Diktatur mit ihren Folgen um ihre Jugend betrogen, meine Eltern haben daraus gelernt und diese Erfahrungen an meine Brüder und mich weitergegeben. Sie haben uns Verantwortung und Mitarbeit abgefordert, aber auch begründet. Wie oft kam in den vergangenen Jahrzehnten der Seufzer bei Kolleginnen und Kollegen aus dem Lehrerkreis, dass es einen Elternführerschein geben müsse...

Erziehungsziel Selbstverantwortung, Hilfsbereitschaft und Toleranz - Kinder sind dafür eigentlich sehr empfänglich und konditioniert. Warum müssen viele ihnen das aberziehen?

dey 06.06.2020 14:14

Und, musst du Beruf und Kinder in dieser Situation in Einklang bringen?

roschi 06.06.2020 14:17

"Das home schooling ist komplett fürn Arsch. Ohne uns Eltern gäbe es exakt gar kein home schooling.
Arbeitsblätter per email zu verteilen hat mit Schule und Lehre mal gar nix zu tun."
Diese Aussage finde ich sehr allgemein und sie wird der Arbeit und dem hohen Engagement vieler (möglicherweise nicht aller) Lehrerinnen und Lehrer aus meiner Sicht nicht gerecht.
Meine Tochter ist Realschullehrerin und ich habe miterlebt, wie sie in den vergangenen Monaten noch sehr viel stärker gefordert war und unter Strom stand, gerade auch wegen Homeschooling.
Gut, dass es Eltern wie Dich/Euch gibt, die sich mit so viel Engagement einbringen, aber auch das ist nicht überall so, im Gegenteil! Auch davon kann meine Tochter nicht nur ein Lied singen.

berlac 06.06.2020 14:27

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141999)
@berlac
Hast du Kinder und Beruf in Einklang zu bringen?

Ja. Allerdings nur ein schon älteres Schulkind. Habe ich doch im Prinzip schon geschrieben. Du bist tatsächlich nicht der einzige. Bei uns ist das relativ problemlos. Ich habe ja aber auch schon geschrieben, dass dies mit jüngeren Kindern sicher ein ganz anderes Thema ist.

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141999)
Dass die Einschränkungen extrem die Kinder und Jugendlichen betreffen und diese am längsten von Einschränkungungen betroffen sein werden und nix getan wird das zu ändern ist mehr als ärgerlich.

Also erstens sind nach wie vor auch andere betroffen. Ich kenne z.B. aus eigener Erfahrung, dass Besuche im Pflegeheim auch noch stark limitiert sind.

Und zweitens, dass gar nichts getan wird ist ja nun mal so auch nicht richtig. Das es mit der Schule nach den Ferien "besser" weitergehen muss, da bin ich aber bei dir.

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141999)
Das jeder weitere Tag Einschränkungen hinterfragt werden kann und muss steht für mich außer Frage. Das Problem ist jedoch, dass es weder Erfahrung noch Maß gibt, was jetzt noch sinnvoll ist.
Ihr verlangt, dass alle weiter wie eine Herde blöder Hammel diesen Vorgaben hinterherrennen müssen.

Nein, das verlange ich nicht. Aber ich halte es für sinnvoll, dies vorsichtig angehen zu lassen. Wenn man z.B. jetzt ein paar Tage mehr nicht wie gewohnt trainieren kann, ist das verkraftbar. Bei meinem Sohn konnte das Vereinstraining wieder beginnen. Man war kreativ hat es nach außen verlegt und muss halt mal noch Abstand halten.

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2141999)
Das home schooling ist komplett fürn Arsch. Ohne uns Eltern gäbe es exakt gar kein home schooling.
Arbeitsblätter per email zu verteilen hat mit Schule und Lehre mal gar nix zu tun.
Irgendwann muss das wieder aufgeholt werden. Zu wessen lasten? Zu euren? Ne, meine Kinder und werden das leisten.

Du kannst natürlich dieser Meinung sein, ich bin es nicht. Es ist sicher weit weg von optimal und klar ist, dass bei Kindern im Grundschulalter die Eltern auch hier stärker gefordert sind als bei Kindern in weiterführenden Schulen. Da ich im familiären Umfeld auch gleiche mehrere Lehrer habe, sehe ich es auch von dieser Seite. Es gibt Lehrer die sich extrem schwer tun, aber es gibt auch die mehr las nur EMail machen. Und ja es gibt in RLP auch andere Plattformen, bzgl. digitalen lernen, die gab es allerdings auch schon vor Corona. Insgesamt sind die Schulen da schlecht darauf vorbereitet und haben moderne Techniken schon vorher zu wenig genutzt, was ja auch bekannt war. Dies in wenigen Wochen abzustellen, ist kaum möglich. Ich hoffe man lernt daraus für die Zukunft.

Dornwald46 06.06.2020 14:29

Zitat:

Zitat von guenter_w (Beitrag 2142008)
So manche Eltern haben inzwischen gemerkt, dass dieses Lehrervolk soo schlecht nun auch wieder nicht ist, ebenso haben etliche gemerkt, wie sie ihren Nachwuchs verzogen haben und nun mal selbst den ganzen Tag bespassen dürfen. Übrigens haben Kinder in dieser Zeit keine Sekunde ihres Lebens verloren, sondern knallhart Erfahrungen sammeln dürfen, die sie in ihrer Lebenszeit hoffentlich durch positive Verstärkung aus dem Elternhaus verwerten können. Viele Eltern haben die Erziehung ihres Nachwuchses auf Kita-Erzieher und Lehrer ausgelagert - plötzlich müssen sie selbst tätig werden und Verantwortung übernehmen.

Das sind mal wahre Zeilen!:top:

TONI_B 06.06.2020 14:40

Nachdem dey hier sehr starke Worte für das home schooling verwendet hat, muss ich schon noch meinen Senf dazu geben: das mag für seine Kinder gelten! Ich habe als Betroffener (Lehrer) eine gänzlich andere Erfahrung gemacht: bei uns hat es super geklappt. Innerhalb von 48 Stunden wurden mehr als 1000 Teams in MSTeams erstellt und für 10 Wochen waren wir mit 1500 Schülern online damit. Im Nachhinein hat keiner meiner knapp 200 Schüler irgendwie gemeint, dass es nicht machbar wäre (oder sogar "fürn Ar..." wie dey meinte) oder dass sie sich irgendwie eingesperrt gefühlt hätten. Gerade die jüngeren lebten vielfach ihre sozialen Kontakte auch vor Corona schon online. Auch wenn ich das nicht unbedingt gut finde!

Und die bereits angesprochene Wertschätzung unserer Arbeit ist ein durchaus angenehmer Nebeneffekt, weil wirklich viele Eltern gemerkt haben wie anstrengend die Betreuung sein kann.

dey 06.06.2020 14:53

Ich korrigiere: UNSER home schooling ist fürn Arsch.
Ich habe gerade meine Töchter interviewt: ca 25% der Lehrer haben eine gute Performance gezeigt. Im Bekanntenkreis waren wir wohl die letzten mit Video-Kontakt. Unterricht kann man es leider nicht nennen.

Es ist noch nicht vorbei. Irgendwann muss das verpasste wieder nachgeholt werden. Was der Einzelne verpasst hat, ist komplett unklar. Was angesprochen, aber nicht verinnerlicht ist auch.
Wir Eltern werden in jedem Falle eine Art zweite Welle erleben.


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