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steve.hatton 07.05.2023 09:47

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2275099)
...

Deutschland ist sowohl Vizeuropa- wie auch Vizeweltmeister bei der Abgabenquote. Nur Belgien ist weltweit noch höher bei der Abgabenlast. Leider zahlen EU-Beamte keine Steuern - ich wäre überzeugt dann sähe die Politik auch anders aus.


Das Wort zum Sonntag - da hast Du wohl recht.

Dummerweise schicken wir auch noch unsere "Restposten" in die EU.....

turboengine 07.05.2023 10:09

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Die Quartalsfixierung der BWler lässt für "Zukunft" keinen Raum.

Auf BWLer zu schimpfen ist immer gerne gesehen aber wohlfeil. Viel Unsinn wäre aber dann auch nicht möglich wenn man die Grundsätze der Wirtschaft beachten müsste:

Z.B. hier:

Rom fährt Müll zur Verbrennung nach Amsterdam - und die EU und die Schweiz subventionieren das Ganze.

Zitat:


Roms Abfall rollt jetzt durch den Gotthard

Seit Anfang April werden wöchentlich 900 Tonnen gemischter Abfall zur Verbrennung nach Amsterdam transportiert – durch den Gotthard-Basistunnel.
https://www.nzz.ch/schweiz/die-stadt...ard-ld.1736636

Das subventioniere ich indirekt mit, da von der Strassenverkehrsabgabe der Bahnverkehr mitfinanziert wird. Soviel zum Sinn von Staatswirtschaft vs. BWL.

Schweine mit Brot füttern…
https://www.forum-ddr-grenze.de/t148...n-der-DDR.html

steve.hatton 07.05.2023 23:11

Ja den Mülltransport las ich auch grad in der NZZ - Kurioses zum Wochenede?

Dat Ei 08.05.2023 08:21

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Und das war in den Jahren nach Mehdorn besser ?

wie ich hier bereits mehrfach schrieb, war und ist die Finanzierung der Bahn seit Jahrzehnten eher eine On-/Off-Beziehung und nicht von Konstanz und Strategie geprägt. Die Mehdorn-Zeit fällt in die Rot-Grüne-Zeit und zeigt, dass hier genauso schwach agiert wurde, wie in den Zeiten konservativer Regierungen.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Das wäre sinnvoll.

Die Arbeitsthese, dass Bahnverbindungen, die kürzer als 4h dauern, Verkehr von der Luft auf die Schiene verlagern, haben Experten bereits im letzten Jahrtausend gepredigt. Dennoch haben sich insbesondere die Grünen mit dem Thema HGV sehr schwer getan und diesen, wo es ging, torpediert. Erst seit wenigen Jahren ist auch bei ihnen die Erkenntnis angekommen, dass der HGV ein probates Mittel gegen den Wahnsinn der inländischen Flüge ist. Der Bedarf, lange Distanzen in kurzer Zeit zu bewältigen, ist einfach gegeben, insbesondere im Bereich der Geschäftsreisenden. Dieses Reisendensegment bekommt man mit prohibitiven Preisen für Flugreisen nicht weg definiert, sondern muss ihnen bessere Alternativen bieten, wie z.B. den HGV. Bei gleicher Reisedauer ist die Zugfahrt viel entspannter und kann produktiv genutzt werden. Flugreisen bestehen aus vielen, kurzen
Abschnitten (Anfahrt Flughafen, Einchecken, Boarding, Start-/Flug-/Landephase, Aussteigen, Fahrt vom Flughafen zum Ziel), die nur wenig produktive Zeit erlauben.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Komisch, dass dennoch Autobahnen gebaut werden können....

Bahn- und Autobahnnetz haben seit der Wende eine unterschiedliche Entwicklung genommen. Im Schienennetz haben wir eine Konsolidierung und Neuausrichtung gesehen, dass rein kilometrisch zu einer Reduktion der Streckenkilometer geführt hat. Den Streckenstilllegungen unwirtschaftlicher Strecken, insbesondere im zu dichten Netz der Deutschen Reichsbahn, stehen die großen Neubaustrecken gegenüber, von denen einige im Rahmen der VDE-Maßnahmen (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) erfolgten. Das Autobahnnetz ist in 26 Jahren ca. 18% gewachsen, wobei der Zuwachs in den neuen Bundesländern überproportional war.
Man wird auch zukünftig einen weiteren Ausbau des Autobahnnetzes benötigen, um den Bedarf decken zu können. Das hat die zuletzt vorgestellte Langfristprognose wieder gezeigt.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Das kannst DU so klar verifizieren - respekt.

Schein nur ein kleiner Respekt zu sein, aber immerhin Respekt. Ist aber nicht nötig - ist schlicht beruflich bedingt.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2275079)
Zu den Sparplänen weise ich nur mal auf Eschede hin. Das Unterlassen von Wartungen ist m.E. grob fahrlässig und hätte bei unbeeinflusster Rechsprechung sicher zu massiven Problemen geführt....das hat sich der Eigener möglicherweise selbst gerettet und den Vorstand vor einen m.E. gerechtfertigten Haftstrafe bewahrt.

Das ist aber auch knapp am Aluhut vorbei, oder?


Dat Ei

frame 08.05.2023 14:23

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275169)
Bei gleicher Reisedauer ist die Zugfahrt viel entspannter und kann produktiv genutzt werden. Flugreisen bestehen aus vielen, kurzen
Abschnitten (Anfahrt Flughafen, Einchecken, Boarding, Start-/Flug-/Landephase, Aussteigen, Fahrt vom Flughafen zum Ziel), die nur wenig produktive Zeit erlauben.

du vergisst dabei dass Geschäftsreisen sehr oft ausserhalb des Landes beginnen oder enden und es dann um Zubringer- oder Anschlussflüge geht - da ist das Umsteigen in den nächsten Flieger halt sehr viel einfacher. Viele deutsche Flughäfen sind nur sehr umständlich an das HGV-Netz angebunden ...

frame 08.05.2023 14:31

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2275099)
Es ist mir ein Rätsel wie man angesichts dieser desaströsen Zahl auch noch weitere Subventionen für die Energieversorgung beschließen kann. Die dümmste Energiepolitik der Welt ist schon teuer, aber offenbar noch nicht teuer genug.

Da denke ich nun komplett anders. Die deutsche Bevölkerung will diese Energiewende, nicht die Industrie. Dann soll die Bevölkerung gefälligst auch die Party bezahlen und sich nicht beklagen wenn die bösen Unternehmen nicht mitmachen.

Wir haben sehr hohe Arbeitskosten, unsägliche Regulierung und Bürokratie, wie sollen Unternehmen die auf dem Weltmarkt agieren nun auch noch mit den höchsten Energiepreisen zurechtkommen? In einem grossen Teil der deutschen Wirtschaft laufen Pläne um Standorte zu verlagern.

Und wenn das dann so ist dann haben wir kein Kostenproblem mehr mit dem Strompreis sondern ein Einahmeproblem - keine Arbeitsplätze mehr. Wer kein Geld verdient kann auch keine Wärmepumpe kaufen. Zumindest der Fachkräftemangel ist dann erledigt. Die schönen Steuereinnahmen aber auch.

z.B. Viessmann und Bosch bauen nicht aus Versehen die neuen Fabriken für die Wärmepumpen in Polen wo sie mit zuverlässigem Kohlestrom und bald auch mit Atomstrom versorgt werden.

frame 08.05.2023 14:36

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2274916)
Am besten mit Kernkraft? Da ja dezentral und Keine Gefahr, Da ja die sichersten Kernkraftwerke der Welt. ( Im Kriegsfall? )
Vorsicht Satire

Natürlich sind Kernkraftwerke im Kriegsfall gefährdet - aber ein Supergau in einem Kernkraftwerk verursacheffektiv einen viel höheren Schaden als ein Atombombenabwurf. Die Strahlung einer Atombombe hat eine vergleichbar kurze Halbwertszeit.

Wenn eine Atommacht im Krieg grossen Schaden anrichten will wirft sie viel schneller und gezielter eine ihrer Bomben statt ein AKW hochzujagen.

Bei einem Eroberungskrieg wo man das Gelände später zum eigenen Staatsgebiet integrieren will ist aber beides ziemlich sinnfrei.

Dat Ei 08.05.2023 14:54

Moin Frank,

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2275208)
du vergisst dabei dass Geschäftsreisen sehr oft ausserhalb des Landes beginnen oder enden und es dann um Zubringer- oder Anschlussflüge geht - da ist das Umsteigen in den nächsten Flieger halt sehr viel einfacher. Viele deutsche Flughäfen sind nur sehr umständlich an das HGV-Netz angebunden ...

ich habe Reisen mit Reisezeiten unter 4h betrachtet. Damit fällt das Gros der internationalen Flugreisen weg, wenn man die Fahrten zum und vom Flughafen oder Umstiege zwischen Flügen oder Flug-Zug berücksichtigt.

Flughäfen direkt an das HGV-Netz anzuschließen, halte ich im Vergleich zum Potential der Städte, für suboptimal. Meiner persönlichen Meinung nach hält der ICE bereits heute an viel zu vielen Milchkannen.


Dat Ei

frame 08.05.2023 16:53

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2275215)
ich habe Reisen mit Reisezeiten unter 4h betrachtet. Damit fällt das Gros der internationalen Flugreisen weg, wenn man die Fahrten zum und vom Flughafen oder Umstiege zwischen Flügen oder Flug-Zug berücksichtigt.

Flughäfen direkt an das HGV-Netz anzuschließen, halte ich im Vergleich zum Potential der Städte, für suboptimal. Meiner persönlichen Meinung nach hält der ICE bereits heute an viel zu vielen Milchkannen.

Das ist richtig, aber wenn man innerdeutsche Flüge KOMPLETT abschaffen will, das sollte ja das Ziel sein, dann muss man auch die anderen Reisen berücksichtigen. Wenn Geschäftsreisen sich durch sowas um Stunden verlängern und umständlicher werden (wie kommt man vom Bahnhof Stuttgart mit Gepäck zum ICE?) dann schafft man einen zusätzlichen Standortnachteil.

Und ein innerdeutsches Flugnetz mit Kurzstrecken in Betrieb zu halten NUR für Reisende die länger als 4h unterwegs sind wäre auch abwegig.

in Frankfurt funktioniert der Fernbahnhof ja sehr gut, da ist natürlich auch entsprechend Fahrgastaufkommen.

Dat Ei 08.05.2023 17:37

Moin, moin,

in Zeiten einer sinkenden Anzahl Beschäftigter und zunehmenden Zahl Online-Meetings sollte man Verkehrsaufkommen und Verkehrsleistung von Geschäftsreisen per Flieger mal nicht überschätzen. Die Verkehrsleistung der Luft wird sich perspektivisch in Richtung ~7% über alle Verkehrsmittel entwickeln. Die geschäftlich induzierte Verkehrsleistung liegt bei ~16% über alle Fahrtzwecke.


Dat Ei


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