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Ernst-Dieter aus Apelern 25.11.2023 13:15

Wer würde als Schlichter in Frage kommen?

Dat Ei 25.11.2023 14:18

Moin, moin,

nun, ob es nur ein Mikadospiel ist, wage ich nicht zu sagen. Ein Bonus-Malus-System wäre auch ein Ansatz, wenn seitens der Politik die Beziehung zu den Verkehrsunternehmen nicht nur eine On-Off-Beziehung wäre, je nachdem wie die aktuelle, politische Stimmungslage ist. Phasen, in denen zu wenig Geld fließt, wechseln sich nahtlos mit Phasen ab, in denen so viel Geld fließt, dass es nicht sinnvoll verplanen und verwenden kann. Aber auch hier fehlt es der Politik an Kompetenz und Realitätssinn. Wenn man sich die Ideen, Überlegungen und Vorstellungen der Ampel anhört, kommt man in der Branche aus dem Schenkelklopfen nicht mehr heraus.


Dat Ei

steve.hatton 25.11.2023 22:39

Da waren die Jahrzehnte bayerischer Verkehrsminister natürlich ein Segen !

Dat Ei 26.11.2023 10:19

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2291569)
Da waren die Jahrzehnte bayerischer Verkehrsminister natürlich ein Segen !

nein, ganz sicher nicht, aber die Ampel weiß noch einen drauf zu setzen. Es ist eine Spitzenidee, bei einem eh schon überlasteten, unterfinanzierten System die Einnahmenseite zu schwächen, ohne sich auch nur ansatzweise der Folgen bewusst zu sein. Der Bund hat es sich da sehr leicht gemacht. Er hat einen Tarif in den Raum gestellt, für den er nicht verantwortlich zeichnet, und an dem er sich nur mit einem gedeckelten Betrag beteiligt. Alle Folgewirkungen sind halt das Problem der anderen Beteiligten.
Hinzukommen illusorische Vorstellungen, welche Zuwächse an Fahrgastzahlen möglich sind bzw. welche Möglichkeiten und Realisierungszeiträume für Infrastrukturmaßnahmen bestehen. Amüsant ist auch das Verständnis für den Deutschlandtakt, seinen Hintergrund und seinen zeitlichen Horizont - da bekleckern sich alle Lager nicht gerade mit Ruhm.


Dat Ei

steve.hatton 26.11.2023 23:00

Also die angeblich notwendigen 25 Mrd sind in 24 Monaten entstanden ?

Die Bahn wurde seit Jahrzehnten kaputtgespart - das ist nicht wegzudiskutieren.

Dat Ei 27.11.2023 09:44

Moin, moin,

vielleicht solltest Du mal lesen, was ich zuvor immer wieder zum Thema On-Off-Beziehung geschrieben habe. Es hilft halt nur nicht, wenn man ins Gegenteil verfällt und aus lauter Aktionismus und Populismus so viel Geld in den Verkehrssektor schei*t, dass es nicht mehr sinnvoll verwendet werden kann. Allein die Erwartungshaltungen in der Politik, dass man nun aber davon ausgehe, dass man binnen ganz weniger Jahre deutliche Verbesserungen im Angebot, der Qualität und der Infrastruktur feststellen werde, zeigt, dass man wenig Einblick in das Thema hat. Man denkt mal wieder in Legislaturperioden.


Dat Ei

Dat Ei 06.12.2023 16:55

Moin, moin,

heute mal ein Artikel zum Aspekt Lokführermangel, der das Unternehmen Metronom nötigt, weiterhin nur einen ausgedünnten Fahrplan anbieten zu können. Das Problem des Mitarbeitermangels trifft nicht nur die Deutsche Bahn, und Geld alleine ist nicht die Lösung...


Dat Ei

XG1 06.12.2023 18:10

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2291539)
Wer würde als Schlichter in Frage kommen?

Hartmut Mehdorn... :cool:

BeHo 06.12.2023 20:24

Zitat:

Zitat von XG1 (Beitrag 2292742)
Hartmut Mehdorn... :cool:

Gute Wahl, wenn der Konflikt noch ein Jahf dauern soll.

Porty 06.12.2023 22:39

Eben kam die Meldung, das die A..... der GdL schon wieder streiken wollen. ich muss morgen aber zu meiner Mutter, 300 km einfach. kann ich jetzt Weselski die Rechnung schicken? Langsam hab ich den Eindruck, der Typ ist von der Autolobby gesponsert.
Ich hab von dem Verein die Schnauze voll, D- Ticket wurde soeben gekündigt...:twisted::twisted:

Porty 06.12.2023 23:46

Hier noch recht brisante Informationen zum Schneechaos bei der Bahn:
https://home.1und1.de/magazine/wirts...oblem-38940118


Zitat: "Es ist billiger, bei solchen Lagen nicht zu fahren, als gegen den Schnee und die Witterungsverhältnisse anzukämpfen. Reserven kosten Geld. Deshalb wurden Reserven gestrichen: beim Personal, bei den Zügen und beim Räumgerät", sagt Seeger."
(Heino Seeger, ehemaliger Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn und Eisenbahnbetriebsleiter.)

BeHo 07.12.2023 00:31

Dazu fällt mir gerade wieder diese Karikatur ein: Budget Cuts

steve.hatton 07.12.2023 01:09

Aktuelle Info: Kein Streik der GdL über Weihnachten - bis 7.1. nichts zu befürchten....bis auf den Warnstreik morgen.

BeHo 07.12.2023 01:13

Die Nachrichten-Apps haben sich diesbezüglich noch nicht bei mir gemeldet. Es wäre auf jeden Fall eine sehr gute Nachricht für mich, da ich Ende des Jahres auf die Bahn angewiesen bin. Puh.

Dat Ei 07.12.2023 05:49

Moin, moin,

diese Aussage hat Herr Weselsky gestern gegenüber Journalisten wiederholt.


Dat Ei

frame 07.12.2023 09:35

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2292766)
Zitat: "Es ist billiger, bei solchen Lagen nicht zu fahren, als gegen den Schnee und die Witterungsverhältnisse anzukämpfen. Reserven kosten Geld. Deshalb wurden Reserven gestrichen: beim Personal, bei den Zügen und beim Räumgerät", sagt Seeger."
(Heino Seeger, ehemaliger Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn und Eisenbahnbetriebsleiter.)

Natürlich ist das billiger. Aber zudem auch noch gut für die Statistik - Züge die gar nicht fahren gehen nicht als verspätet in die Statistik ein. Man sieht das ja in den letzten Jahren gefühlt häufiger dass bei Wetter der Bahnverkehr in ganzen Regionen stoppt. Muss die Klimakatastrophe sein.

XG1 07.12.2023 11:53

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2292803)
Muss die Klimakatastrophe sein.

Da ist sicher was dran. Je seltener das "Winterzeugs" gebraucht wird, desto sinnloser erscheint seine Lagerung inklusive der dazugehörigen Bediener...

Dat Ei 07.12.2023 12:26

Moin, moin,

letztendlich unterliegt das Vorhalten von Ressourcen neben der wirtschaftlichen Betrachtung auch der der Wahrscheinlichkeiten. Der Wintereinbruch in der Münchner Region ging mit den höchsten Schneemassen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen einher. Dass so ein Extremfall nicht Maß für die Auslegung der notwendigen Ressourcen sein kann, um jetzt und gleich wieder den Regelbetrieb herzustellen, dürfte einleuchtend sein. Das Problem, das sich aber nun gezeigt hat, ist, dass man auch Tage später nicht in der Lage war, alle S-Bahnlinien wieder in Betrieb zu nehmen. Die Bewertung der Wahrscheinlichkeiten muss vielleicht angesichts des Klimawandels neu vorgenommen werden. Hinzu kommt sicherlich eine notwendige, ehrliche Neubewertung des Zustands der Infrastruktur und des Bestecks, wie es zu Recht seit langem gefordert wird.

Die überregionalen Auswirkungen des Wintereinbruchs im Süden sind den Langläuferlinien, aber auch den ausgelutschten Kapazitäten in Netz geschuldet. Die Dichte des Fahrplans erhöht das Angebot und die Verkehrsleistung, macht ihn aber gleichzeitig auch sensibler für Störungen.


Dat Ei

Porty 07.12.2023 12:51

Seltsam, um den Straßenverkehr wieder ans laufen zu bringen, hat es keine 24 Stunden gebraucht, bei der Bahn geht es immer noch drunter und drüber. Ich war eben auf dem Bahnhof Treuchtlingen (im Teitungskiosk) Dort fährt im Fernverkehr kaum ein Zug planmäßig und einige Zuge wurden komplett gecancelt
Aber so lange die Verantwortlichen Dienstwagen haben und ihr eigenes Produkt nicht nutzen müssen, wird sich da wohl nicht ändern. Und natürlich gehört die Bahn zur kritischen Infrastuktur.....

Dat Ei 07.12.2023 13:36

Moin, moin,

kommt da noch was gehaltvolles?

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2292831)
Seltsam, um den Straßenverkehr wieder ans laufen zu bringen, hat es keine 24 Stunden gebraucht, bei der Bahn geht es immer noch drunter und drüber.

Könnte es sein, dass das Transportsystem Bahn ein klitzekleines bisschen komplexer als das Auto ist? Ich denke da an so technische Einrichtungen wie Oberleitung, Weichen, LZB oder so? Oder gilt im Zug- wie im Straßenverkehr möglicherweise rechts vor links, wenn Signalanlagen ausgefallen sind?

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2292831)
Aber so lange die Verantwortlichen Dienstwagen haben und ihr eigenes Produkt nicht nutzen müssen, wird sich da wohl nicht ändern. Und natürlich gehört die Bahn zur kritischen Infrastuktur.....

Wer sind denn nun die Verantwortlichen? Und welche Dienstwagen fahren sie denn? Du musst ja ein immenses Insiderwissen haben...


Dat Ei

Ernst-Dieter aus Apelern 11.12.2023 17:00

Heute in Spiegelonline:Überfällige Bonizahlungen für Bahn Manager, grenzwertig für meine Begriffe! Politiker darauf ansprechen hat keinen Zweck. Eine Krähe sticht einer anderen Krähe nicht das Auge aus.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/bo...6-fa9bc415d689

Dat Ei 11.12.2023 18:16

Moin, moin,

hast Du überhaupt eine Vorstellung, welche Aufgaben Vorstandsmitglieder erwartet, die ein Unternehmen mit gut 320 Tausend Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von ~56 Mrd. € leiten? Der Umsatz im SPV stellt übrigens nur einen Teil des Konzerngesamtergebnisses da, der unter 30% liegt.

Bevor man sich hier aufregt, sollte man einmal die hier genannten Gehälter mit denen anderer Vorstände in der freien Wirtschaft vergleichen.


Dat Ei

Ernst-Dieter aus Apelern 11.12.2023 18:34

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293228)
Moin, moin,

hast Du überhaupt eine Vorstellung, welche Aufgaben Vorstandsmitglieder erwartet, die ein Unternehmen mit gut 320 Tausend Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von ~56 Mrd. € leiten? Der Umsatz im SPV stellt übrigens nur einen Teil des Konzerngesamtergebnisses da, der unter 30% liegt.

Bevor man sich hier aufregt, sollte man einmal die hier genannten Gehälter mit denen anderer Vorstände in der freien Wirtschaft vergleichen.


Dat Ei

Ich habe geschrieben ich sehe sie grenzwertig!
Was sollte eine Nacht Krankenschwester die für 30 Patienten Nachts mit verantwortlich ist verdienen? Der Vergleich hinkt, ich weiß.

steve.hatton 11.12.2023 22:16

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293228)
...
Bevor man sich hier aufregt, sollte man einmal die hier genannten Gehälter mit denen anderer Vorstände in der freien Wirtschaft vergleichen.
Dat Ei

Mach das mal - sie liegen über dem Durchschnitt der AGs in D.

Ich zitiere mal aus einem anderen Forum: "Und der Vergleich ist völlig unpassend. Denn ein DAX Unternehmen, das so unzuverlässig seine Dienstleistung erbringt, würde an der Börse recht schnell abgestraft werden (und somit massiv seine Marktkapitalisierung verlieren. Und irgendwann aus dem DAX fliegen).

Zumal der Pünktlichkeitswert seitens der DB fast schon betrugsartig ermittelt wird: es werden nur Züge dort berücksichtigt, die zu spät ankommen (über 6 bzw 16 Min am Bahnhof). Alle Züge die ausfallen, werden in dieser Statistik jedoch nicht berücksichtigt!..."


FAZ:
"Laut Bericht übertraf die Bahn die eigenen Ziele im Bereich „Frauen in Führung und Mitarbeitenden-Zufriedenheit“ 2022 geringfügig. Der Bonus für diesen Bereich sei aber offenbar deutlich erhöht worden, auf einen Wert von 175 Prozent, heißt es weiter. Die damals neun Konzernvorstände sollen demnach allein für dieses Ziel rund 1,6 Millionen Euro erhalten."


https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-19376227.html


Jetzt fehlt nur noch das Argument, dass man ohne derartige Boni kein gutes Personal bekäme......also Leute wie Profalla ?

Soeben in den ARD Nachrichten:

Pünktlichkeit - kein Einfluß auf Boni-Berechnungen.

Kundenzufriedenheit - kein Einfluß auf Boni-Berechnung.

Schön die Boni-Regulatien öffentlich werden....gut so.

Gute Nacht Deutschland.

Porty 12.12.2023 00:32

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293228)
Moin, moin,

hast Du überhaupt eine Vorstellung, welche Aufgaben Vorstandsmitglieder erwartet, die ein Unternehmen mit gut 320 Tausend Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von ~56 Mrd. € leiten? Der Umsatz im SPV stellt übrigens nur einen Teil des Konzerngesamtergebnisses da, der unter 30% liegt.

Bevor man sich hier aufregt, sollte man einmal die hier genannten Gehälter mit denen anderer Vorstände in der freien Wirtschaft vergleichen.


Dat Ei


Einen Mittelständler der seinen Laden an die Wand fährt, geht es ans Privatvermögen, versagende Manager klagen ihre Bonizahlungen ein. Und wenn es ganz schlimm kommt, werden sie mit einer fetten Abfindung in die Politik abgeschoben. Oder in den Ruhestand versetzt, um dan das nächste Unternehmen an die Wand zu fahren. Siehe Mehdorn.....

Ernst-Dieter aus Apelern 12.12.2023 00:42

Wenn ich nur den Namen Profalla in dem Zusammenhang DB lese werde ich "fünsch".
Gleichzeitig sagt der neunmalkluge FDP Vize Johannes Vogel, 41 Jahre alt.
"FDP-Vize fordert Kürzungen für Rentner - „Rente ist der Elefant im Raum“
Die Hypokrisie nimmt immer mehr zu Deutschland. Erbärmlich!

Porty 12.12.2023 01:26

Kleines technisches Detail am Rande:
Ich hatte vor ein paar Tagen das Vergnügen mit einem nagelneuen Simens Desiro HC (der mit den Doppelstockwagen in der Mitte) zu fahren. Bis auf fehlende Gepäckablagen und Kleiderhaken! eigentlich ganz nett und halbwegs komfortabel. Außer die Geschwindigkeit nähert sich der Höchstgeschwindigkeit von 160. Ab 150 schaukelt sich der Wagon auf wie ein Kutter auf hoher See. Und das an Stellen, wo ein 445 von Bombardier ganz smooth drüber gleitet. Da ist wohl was bei der Abstimmung der Drehgestelle gründlich schief gelaufen....

Ich fürchte, da ist der nächste Ärger schon wieder im Anmarsch.


P.s. Ich vergaß, im ganzen Zug waren die Toiletten außer Betrieb......

Koenich 12.12.2023 08:53

Eine Frechheit mit den DB Boni......

ich gehe davon aus, dass die GDL den Elfmeter volley nimmt.....

perser 12.12.2023 10:20

Der Zustand der deutschen Staatsbahn ist offenkundig gewollt, zumindest grob fahrlässig in Kauf genommen von Leuten, die sie ganz sicher nicht benutzen. Jedes Land hat halt die öffentlichen Verkehrsmittel, die es sich leisten will.

Ich sitze gerade im Intercity von Leipzig über Berlin nach Hamburg. Jeder einzelne Platz ist besetzt, trotzdem stehen allerhand zahlende Kunden. Die Bahn hatte den Zug kurzerhand halbiert. Im Gegenzug sind alle Toiletten dicht. Kein Wunder, dass der Wanderkellner seinen Kaffee nicht los wird... ;)

Gestern auf der Herfahrt ein ähnliches Bild: Halbierter ICE, 55 Minuten "zu spät bereitgestellt", knackevoll, Totalausfall der Anzeigeelektronik. Weder die Wagonnummern leuchteten, noch die Überkopfanzeigen an den Sitzen, die beispielsweise Platzreservierungen kundtun. Man musste also immer damit rechnen, dass jemand kommt und einen hochjagt. Andererseits frage ich mich, was mit jenen reservierten Plätzen wird, die sich in der kurzerhand gecancelten Zughälfte befinden...

Eine Freundin meinte gestern, jene opulenten 4,50 Euro pro Platzreservierung (die ja auch ersatzvoll verfallen, wenn ein Zug so viel Verspätung hat, dass man auf einen anderen ausweichen muss) dienten nur dazu, den Bahnmanagern die Boni zu erhalten...

Meine eigentlich eher etwas links-grün gepolten Kinder fahren, seit sie selbst Familien haben, übrigens nicht mehr Zug: Sie wollen den eigenen Kindern dieses Dauerchaos ersparen.

Und zugleich schmiert übrigens gerade die deutsche Autoindustrie in bisher nie gekannter Dramatik ab. Aber das ist schon wieder ein neues EdT-Sonderthema... :shock:

Dat Ei 12.12.2023 10:27

Moin, moin,

da ist er wieder - der deutsche Sozialneid. Schön, wie einfach er sich triggern lässt. Wie schrieb François Lelord sinngemäß: "Zu vergleichen ist der erste Schritt, sich unglücklich zu machen."

Nochmals: weniger als 30% des Konzernumsatzes stammt aus dem Schienenpersonenverkehr. Daher ist das vollkommen nachvollziehbar, dass die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des SPVs nicht das einzige Ziel des Konzerns und Kriterium für das Management sein kann und darf.

Zum Thema Gehälter: hier eine Übersicht der Vorstandsgehälter der DAX30-Unternehmen. Der Vorstand der Bahn bezog für 2022 ca. 4 Mio. € Gehalt. Hinzu kommen nun 5 Mio. € an Bonuszahlungen. Das macht pro Kopf im Schnitt 1 Mio. €. Und nun bitte mit den DAX30-Unternehmen vergleichen!

Man kann sicherlich über die Zielvereinbarungen und ihre Gewichtungen diskutieren. Hier ist insbesondere der Eigentümer dann gefordert.

Um eine weitere Steilvorlage zu liefern: warum ist der Kunde nicht bereit, den Kosten deckenden Fahrpreis zu bezahlen?

Die Ausstattung von Bestecken wird nicht vom Hersteller vorgegeben, sondern vom Besteller vorgegeben. Wenn der keine Gepäckablagen und Kleiderhaken möchte, dann liefert die Industrie auch keine. Das Gleiche gilt für andere Komfortfeatures wie die Federung. Um die Sicherheit muss man sich aber keine Sorgen machen, weil ohne EBA-Zulassung (ein mehrjähriger Zulassungsprozess) geht nichts auf die Schiene.


Dat Ei

Ernst-Dieter aus Apelern 12.12.2023 10:38

Es geht nicht um Sozialneid, man will sich nur nicht mehr auf hohem Niveau verarschen lassen. Man hat die Faxen dicke!

perser 12.12.2023 10:40

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2293284)
Es geht nicht um Sozialneid, man will sich nur nicht mehr auf hohem Niveau verarschen lassen.

:top::top:

Dat Ei 12.12.2023 11:09

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2293284)
Es geht nicht um Sozialneid, man will sich nur nicht mehr auf hohem Niveau verarschen lassen. Man hat die Faxen dicke!

Dann hör mal auf, Fußball zu schauen. In dem Business gibt sich keiner mit einer Mio. € zufrieden, und dabei werden damit nicht mal ansatzweise so viele Menschen in Lohn und Brot versetzt oder Leistungen erbracht, die dem Gros der Gesellschaft dient. Und hinten herum bezahlst Du als Verbraucher die absurden Gehälter dann auch noch über die Produkte der werbenden Unternehmen.


Dat Ei

Ernst-Dieter aus Apelern 12.12.2023 11:30

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293289)
Dann hör mal auf, Fußball zu schauen. In dem Business gibt sich keiner mit einer Mio. € zufrieden, und dabei werden damit nicht mal ansatzweise so viele Menschen in Lohn und Brot versetzt oder Leistungen erbracht, die dem Gros der Gesellschaft dient. Und hinten herum bezahlst Du als Verbraucher die absurden Gehälter dann auch noch über die Produkte der werbenden Unternehmen.


Dat Ei

Mein Fußballkonsum existiert im TV kaum noch! Fast nur noch in Form Werder Bremen.
Fußball kann man aussperren, die Abhängigkeit von der DB nicht im Falle der Benutzer.
Die DB nutzt Ihre Stellung schamlos aus zum Nachteil der Benutzer.

Dat Ei 12.12.2023 13:51

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2293292)
Mein Fußballkonsum existiert im TV kaum noch! Fast nur noch in Form Werder Bremen.
Fußball kann man aussperren, die Abhängigkeit von der DB nicht im Falle der Benutzer.

Als Verbraucher finanzierst Du über die Produkte trotzdem das Sponsoring für den Fußball mit - egal ob Du Fußball schaust oder nicht.

Zitat:

Zitat von Ernst-Dieter aus Apelern (Beitrag 2293292)
Die DB nutzt Ihre Stellung schamlos aus zum Nachteil der Benutzer.

Die Leistungen im Nahverkehr werden ausgeschrieben. Da steht DB Regio im Wettbewerb. Die geforderten Leistungen, aber auch Tarife werden maßgeblich durch die Besteller geregelt. Die notwendigen Subventionen für den Nahverkehr, der einfach nicht Kosten deckend oder gar mit Gewinn seine Leistungen erbringen kann, werden wiederum im Wesentlichen von Bund und Ländern geregelt. Die Bahn hängt im Bereich Nahverkehr am Tropf. Und "What you get is what you pay for...".

Im Fernverkehr sieht die Geschichte ein wenig anders aus. Dieser kann Gewinn orientiert betrieben werden. Hier hat DB Fernverkehr den Tarif auch selber in der Hand, wobei natürlich auch da der Eigentümer ein Wörtchen mitredet.

Und wie bereits geschrieben erwirtschaften die beiden Töchter weniger als 30% des Konzernumsatzes. Warum sollte ein Vorstand, der für DB Schenker verantwortlich zeichnet, nicht eine Prämie bekommen, wenn sein Unternehmensbereich floriert?


Dat Ei

steve.hatton 12.12.2023 16:37

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293310)
..... Und "What you get is what you pay for...".

Im Fernverkehr sieht die Geschichte ein wenig anders aus. Dieser kann Gewinn orientiert betrieben werden. Hier hat DB Fernverkehr den Tarif auch selber in der Hand, wobei natürlich auch da der Eigentümer ein Wörtchen mitredet.

Und wie bereits geschrieben erwirtschaften die beiden Töchter weniger als 30% des Konzernumsatzes. Warum sollte ein Vorstand, der für DB Schenker verantwortlich zeichnet, nicht eine Prämie bekommen, wenn sein Unternehmensbereich floriert?


Dat Ei

Beim Fussball muss ich Dat Ei wirklich mal recht geben.
Hunderttausende wenn nicht gar Millionen tragen zu dem unsäglichen Spektakel bei finanzieren unter andrem auch mangehafte Beihilfe bei der Strafverfolgung von Schlägern und Brandstiftern mit und zudem aberwitzige Spielergehälter.

Brot und Spiele.....passt doch.

Hab grad eine Anfrage eines grad mal 20-jährligen Bürscherls zu eines fast 300qm Haus hier liegen....das ist krank.

Im Vergleich hierzu sind Eishockeyspieler unterbezahlt und riskieren viel mehr:shock:

ABER: "You get what you pay for" stimmt leider bei der Bahn schon lange nicht mehr.

Man zahlt fürstlich und erhält erbärmliches.

Vielleicht sollten sich die Herren etwas mehr um die Bahn kümmern, wo einiges im Argen liegt und weniger um Schenker.
Ich halte es eh für desaströs, dass die "nachhaltige Bahn" offensichtlich erfolgreicher ist mit seiner Tochter Schenker seit Jahren Verkehr von der Schiene auf die Straße zu bringen, als die Bahn ordentlich am Laufen zu halten.

Ernst-Dieter aus Apelern 12.12.2023 16:42

Die Bahn ist nur noch in einem Fall nützlich. sie dient als schlechtes Beispiel, welches noch vom Staat zu 32% Anteil unterstützt wird.

steve.hatton 12.12.2023 16:53

Übrigens: Heute hat die Bahn in Neusäß gewütet.

Statt wie früher einen regelmäßigen Beschnitt der Bäume und Strächer am Rande der Bahnstrecken durchzuführen, hat man die "Share-Holder"-Variante gewählt und die Bäume so zugeschnitten, dass nur noch kahle Stümpfe rumstehen - ein grausiges Bild....

Vielleicht kann ich gleich ein Foto machen und hier posten.

Porty 12.12.2023 17:53

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293282)

Nochmals: weniger als 30% des Konzernumsatzes stammt aus dem Schienenpersonenverkehr. Daher ist das vollkommen nachvollziehbar, dass die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des SPVs nicht das einzige Ziel des Konzerns und Kriterium für das Management sein kann und darf.

Natürlich ist der Güterverkehr auf der Straße die Stütze des Unternehmens. Wirklich?
Die Preise im Speditionsgewerbe sind ruinös, da tobt ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb.
Aber vielleicht ist es ja wirklich so, dann gilt das was mal ein Bahnmitarbeiter zu mir sagte:
"Das Leben könnte für die Bahn so einfach sein - Ohne die ewig unzufriedenen und ständig maulenden Fahrgäste"
Oder wie heißt es bei den Piloten von Frachtflugzeugen: Fracht kotzt nicht, Fracht motzt nicht.....

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293282)
Um eine weitere Steilvorlage zu liefern: warum ist der Kunde nicht bereit, den Kosten deckenden Fahrpreis zu bezahlen?

Weil ich dann gleich den Weg der Gütersparte der Bahn nehmen könnte: Straße statt Schiene. Oder gleich das Flugzeug.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 2293282)
Die Ausstattung von Bestecken wird nicht vom Hersteller vorgegeben, sondern vom Besteller vorgegeben. Wenn der keine Gepäckablagen und Kleiderhaken möchte, dann liefert die Industrie auch keine. Das Gleiche gilt für andere Komfortfeatures wie die Federung. Um die Sicherheit muss man sich aber keine Sorgen machen, weil ohne EBA-Zulassung (ein mehrjähriger Zulassungsprozess) geht nichts auf die Schiene.
Dat Ei

Ja natürlich, die Räder mit Gummizwischenlage für den ICE waren auch getestet und zugelassen - Bis Enschede. Oder die Radsatzwellen im ICE 3 - Bis zur Entgleisung im Kölner Hauptbahnhof. Da hat man ein Riesen Glück gehabt, wäre das auf der nur ein paar km entfernten Schnellfahrstrecke bei 300 km/h passiert.....

Bei dem Desiro HC war es kein normales Schaukeln auf unebenen Geleis, das waren irgendwelche Resonanzen, bei der der ganze Wagenkasten zwischen 10 und 20 cm hin und her schwankte und alle Fahrgäste fleißig mitschunkelten. Das fing bei 150 km/h an und blieb auch bei 160 so, mit gefühlt konstanter Frequenz. Die Geschwindigkeiten hab ich aus dem bei mir mitlaufenden GPS.
Was passiert, wen die ganze Technik schon etwas verschlissen ist, oder gar der eine oder andere Schwingungsdämpfer ausfällt, mag ich nicht beurteilen


Was dieses Jahr auch nicht wirklich breitgetreten wurde Die Bahn hat sich dieses Jahr von Arriva getrennt. Mit 1,2 Milliarden Verlust, inflationsbereinigt vermutlich noch ein paar 100 Mio mehr
https://de.wikipedia.org/wiki/Arriva..._Deutsche_Bahn
Warum der Verlust ? Zitat aus Wikipedia: "Aufgrund bis dahin unbekannter Pensionsverpflichtungen von 432 Millionen Euro sowie eines mehrjährigen Investitionsstaus zeigten potentielle Investoren ein geringes Interesse an dem Unternehmen"

Dat Ei 12.12.2023 21:34

Moin, moin,

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2293366)
Natürlich ist der Güterverkehr auf der Straße die Stütze des Unternehmens. Wirklich?

Was wirklich? Diese These stammt nicht von mir, also was soll diese Rückfrage?!? Wenn Du die Jahreszahlen der einzelnen Töchter wissen willst, dann google sie. Ist nicht so schwer.

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2293366)
Aber vielleicht ist es ja wirklich so, dann gilt das was mal ein Bahnmitarbeiter zu mir sagte:
"Das Leben könnte für die Bahn so einfach sein - Ohne die ewig unzufriedenen und ständig maulenden Fahrgäste"
Oder wie heißt es bei den Piloten von Frachtflugzeugen: Fracht kotzt nicht, Fracht motzt nicht.....

Dieser Bahnmitarbeiter war bestimmt einer aus dem Management... Polemik, Polemik, Polemik...

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2293366)
Weil ich dann gleich den Weg der Gütersparte der Bahn nehmen könnte: Straße statt Schiene. Oder gleich das Flugzeug.

Unser Ökoaktivist, der sonst reflexartig nach jedem SUV schnappt, wählt jetzt die umweltschädlichere Variante, weil es um seinen Geldbeutel geht...

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2293366)
Ja natürlich, die Räder mit Gummizwischenlage für den ICE waren auch getestet und zugelassen - Bis Enschede. Oder die Radsatzwellen im ICE 3 - Bis zur Entgleisung im Kölner Hauptbahnhof. Da hat man ein Riesen Glück gehabt, wäre das auf der nur ein paar km entfernten Schnellfahrstrecke bei 300 km/h passiert.....

Und kamen die Probleme nun von der Industrie oder der Bahn? Selbst regelmäßige Hauptuntersuchungen sind kein 100%iger Garant dafür, dass technische Probleme auftreten. Sieht man übrigens auch bei anderen technischen Einrichtungen, wie z.B. dem Auto.

Weil Du wirtschaftliche Probleme durch Pensionsverpflichtungen angesprochen hast: Du weißt, warum die lange Jahre anhaltende Niedrigzinsphase etliche Unternehmen an den Rand des Riuns oder gar in den Ruin getrieben hat?


Dat Ei

PS: Übrigens bin ich weder bei der Bahn, noch bei Siemens beschäftigt.


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