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Für mich war es deutlich, dass hier kein Lobeshymnus gesungen werden soll, sondern das Ganze in einer "ironischen" (im ursprünglichen Wortsinne) Wendung dargestellt wird, auch wenn das für manche vielleicht nicht sofort erkennbar sein mag. Zitat:
Insofern finde ich es durchaus deutlich, aber es ist vielleicht, für manche auch ein wenig zu sehr eine Gratwanderung, dass man es auch positiv deuten könnte. Schwierig, aber sicherlich anregend - wenn auch nur für diejenigen, die davon nicht betroffen sind. Wie wird eine Person mit Anorexia wohl solche Bilder betrachten? Sind die nicht evtl. wunderschöne Darstellungen der eigenen Idee von sich selbst? |
Hallo Christoph,
vielen Dank für deine Information. Ich könnte jetzt nicht behaupten bisher groß über Magersucht nachgedacht zu haben, aber der Gedanke, daß ein Mensch gezwungen ist immer weniger zu werden bis er im Extremfall ganz verschwunden, sprich verhungert ist, ist schon sehr bedrückend. Kunst, richtig aufgefasst kann schon einiges bewirken und einige Kommentare hier waren mir dann doch ein wenig zu hauruckartig. Gruß Thomas |
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Da kann ich dir nur zustimmen. Und nun stell dir erst mal die Personen in der näheren Umgebung (z.B. die Angehörigen, Freunde, der Arzt, etc.) vor. Was geht in denen alles vor, wenn sie sehen und genau wissen, dass sich ein Mensch zu Tode hungert, dieser das aber nicht einsehen will resp. unfähig ist, es einzusehen... Wenn ich es mir recht überlege, wurde sogar das in die Bilder mit eingebracht. Denn die Bilder sind ja - bis auf die abgebildete Person - ziemlich leer. Und eben diese Leere empfindet man ja bekanntermassen bei Hilflosigkeit. Gruss Christoph |
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Gruß Thomas |
hinterfragen
@ Christoph: sicherlich bin ich keine Medizinerin und es geht auch nicht darum medizinische Berichte abzugeben (Androgyn etc.) die Formulierungen stammen teilweise aus Platons "Gastmahl" und es geht hierbei "auch" um einen kunstgeschichtlichen Ansatz
Zur Serie "pro ana" sei gesagt. Ich kann viele betroffene Meinungen über Magersucht hier auch teilen, was mich unter anderem zum Entschluss bewegte zum Phänomen "Pro Ana" eine Serie zu machen. Ich bin der Meinung, wenn niemand etwas dazu sagt oder sich bildlich äußert wird sich nicht sehr viel ändern. Die Serie ist keineswegs kommerziell angelegt, im Gegenteil ich kritisiere sehr stark die Modeindustrie, da gerade Models ein großer Anreiz für Pro-Ana Anhänger sind. Man sollte sich immer, über all diese Empfindungen wie schön, abstoßend, verherrlichend hinaus überlegen, was das ganze bewirkt. Denn auch eine starke Abneigung wie sie hier auch teilweise formuliert wurde, ist genau das was ich zu erreichen versuche. Das zeigt doch nur, dass man ein gesundes Körperbewusstsein hat. Allerdings bin ich etwas endsetzt darüber, wie unbegründet und scheinbar ohne nach zu denken von Verherrlichung gesprochen wird, und das einige Leute wirklich der Meinung sind, dass diese Seite für dieses Phänomen wirbt. Ein bisschen mehr darüber nachzudenken, was man auch auf den zweiten Blick erst "sieht" und versteht hilft da manchmal! Gruß und fröhliches nachdenken Ivonne Thein |
Du bist davon zurecht erschrocken, zeigt es doch ein problematisches Kunstverständnis.
Es ist legitime Aufgabe von Kunst Dinge zu zeigen. Nur zu zeigen. Auszudrücken in der Sprache der kunst. Das ist docjh gerade der Witz daran. Wer dabei keine klare Position bezieht oder äußert - udo - der bewegt viel mehr, weil er Überlegungen anstößt. Und es des Betrachters Sache, was er für sich draus macht. Das ist Freiheit, liebe Freunde des guten Bildes ;) :) Die Tendenz, überall Bekenntnis ab zu legen, möglichst demonstrativ, ist kein notwendiger Aspekt der Kunst. |
@Ivonne:
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Zumindest ein Hinweis, dass diese (durchaus als medizinisches Faktum zu verstehende) Aussage keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit hat und als Kunst zu verstehen ist. Es gibt schon zu viele Seiten im Netz, die medizinischen Schwachsinn verbreiten und nicht darauf hinweisen, dass die dort angebotenen "Fakten" keine solchen sind. Und dann kommen die Leute wieder angerannt und man ist wieder eine halbe Stunde lang damit beschäftigt, das zu erklären... Gruss Christoph |
Noch ein kleiner Nachtrag zur Diskussion. Ich beziehe mich hier sinngemäß auf den Artikel in der Welt am Sonntag vom 16.03.2008.
Die Models sind normalgewichtige Personen, deren Gliedmaßen allerdings am Computer künstlich verschlankt wurden und auch farbretuschiert/verblasst wurden. Die fast durchgängige Reaktion der jungen Damen: Sieht doch gar nicht soo schlecht aus; während die Männer das durchgehend abstoßend fanden. (erinnert mich an eine korrekt gemachte wissenschaftliche Umfrag vor einigen Jahren, derzufolge die befragten Deutschen in der Regel leicht pummelige Frauen bevorzugten) |
Und noch ein Nachtrag:
Ich habe gerade gesehen, dass die (neue) Ausstellung "Incredible me" noch bis 27. Februar in der Galerie Voss in Düsseldorf läuft. Link zur Info |
Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:03 Uhr. |