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Schnöppl 08.09.2023 20:29

Zitat:

Zitat von wehkah (Beitrag 2285268)
Nettes Haustierchen. :D

Mit welcher Kamera hast Du die getroffen?

Mit meiner maximalen Makrokonfiguration:
A7R III + LA-EA3 + Kenko MC4 1,4x Telekonverter + Sigma 105 HSM F2.8 Macro + Raynox DCR-250. Aufgehellt mit dem Godox V1 + Objektiv-Aufsteckdiffusor.
Das geht bis maximal 3:1, ich kann allerdings nicht mehr sagen ob ich mit dem Fokus voll am Anschlag war, die kleine Springspinne war jedenfalls ziemlich winzig. ;)
Der Ausschnitt ist auf ca. 3000x2000 Pixel gecroppt.

RMB 10.09.2023 09:08

klasse Foto ! Und das Freihand, Chapeau !!! :top:

In voller Auflösung betrachtet simuliert die Reflexion von weißem Reflektor und schwarzer Linse ja beinahe eine Pupille in den Frontaugen, dann schielt sie leicht :lol:

Zitat usch
Zitat:

Mich fasziniert eher, wie man eine Springspinne dazu bringt, so lange ruhig sitzen zu bleiben
3 weitere Möglichkeiten :
1. Wenn sie gerade Beute bearbeiten sind sie abgelenkt. Dann kommt man bei entsprechend vorsichtiger Annäherung in Zeitlupe sehr gut an sie ran.
2. MF, Linse auf Minimaldistanz und ganz vorsichtig (siehe 1., nur diesmal in Superzeitlupe) annähern. Springspinnen sind als aktive Sichtjäger sehr neugierig und an ihrer Umgebung interessiert. Klar, könnte ja ein potentielles Opfer sein, oder auch eine Bedrohung. Das kann aber, je nach Köperhaltung, nicht gerade rückenschonend sein.
3. Meine Spezialmethode, nur für Freaks :lol:. Nr. 2 etwas erweitert, kurze Belichtungszeit oder Blitz erforderlich. Manchmal fotografiere ich einhändig und bewege die linke Hand langsam hinter meinem Kopf auf und ab. Die Spinne sieht eine unscharfe Bewegung und findet das überprüfenswert, ...oder haut einfach ab ;). Das schaut total bescheuert aus, aber die Erfolgsquote beträgt mit etwas Übung je nach Art zwischen 30-50 %.

Beste Grüße

Rainer

Schnöppl 10.09.2023 15:50

Zitat:

Zitat von RMB (Beitrag 2285420)
2. MF, Linse auf Minimaldistanz und ganz vorsichtig (siehe 1., nur diesmal in Superzeitlupe) annähern. Springspinnen sind als aktive Sichtjäger sehr neugierig und an ihrer Umgebung interessiert. Klar, könnte ja ein potentielles Opfer sein, oder auch eine Bedrohung. Das kann aber, je nach Köperhaltung, nicht gerade rückenschonend sein.

Genau das ist auch meine bevorzugte Vorgehensweise. DIe Schärfeebene bestimme ich über die Bewegung des Körpers, oder anders formuliert - wenn ungefähr der gewünschte Bereich scharf ist während die Schärfeebene unkontrolliert über das Motiv wandert drücke ich 5-10 mal ab und schaue dann ob ein Treffer dabei war.

wehkah 13.09.2023 11:25

Zitat:

Zitat von JoZ (Beitrag 2284519)
Mal vier konkrete Beispiele um über 1:1 zu kommen:
...

Danke für die beeindruckenden Demonstrationen! Was mich noch interessieren würde: welchen Aufbau bzw Unterbau hast Du bei der Kamera verwendet? Sprich: wie hast Du die Kamera dazu überredet, still zu halten? ;)

Für zu Hause verwende ich ein sehr festes und schweres ehemaliges Videostativ, auf dem ich eine Arca-Swiss Platte montiert habe. Trotz der der Stabilität habe ich bei der Vergrößerung auf dem Monitor Bewegungen sehen können, wenn ich nur das Gewicht von einem Bein aufs andere verlagert habe. Ich muss wohl mit meiner Vermieterin mal über Statik am Bau reden. :D

Mit meinen bisherigen Möglichkeiten bin ich auf einen Maßstab von 2:1 gekommen: Sigma 105 Macro + Zwischenringe, Blickrichtung senkrecht:


Bild in der Galerie

Das Bild ist ein Stack aus ca 20 Bildern, und da ist noch viel Potential für Verbesserung. So sieht man an bestimmten Stellen immer noch Unschärfe, und ich habe auch noch nicht rausgefunden, welche Einstellungen ich an der Kamera oder in der Nachbearbeitung nehmen kann, um die Blendwirkung der Sandkörner zu unterbinden. Insgesamt, wenn ich meine "primitive" Anordnung und Ausrüstung bedenke, bin ich mit dem Ergebnis aber schon zu 90% zufrieden. :)

Diese Blendwirkung ist übrigens auch etwas, das mich bei normalen Fotos von Insekten stets stört, egal ob Makro oder nicht. Chitinpanzer und Insektenaugen können wirklich sehr stark blenden und zu stellenweiser Überbelichtung führen! Bisher umgehe ich das, indem ich Insekten nur noch im Schatten oder bei bewölktem Himmel fotografiere. Falls jemand Tips hat, wie das Problem auch bei Sonnenschein gelöst werden kann, wäre ich dankbar!

JoZ 13.09.2023 19:07

Beim Aufbau habe ich nichts besonderes gemacht. Normales, mittelgroßes Stativ, Kamera schaut senkrecht nach unten. Die Objekte lagen auf einem Tisch.
Auslöseverzögerung war aktiviert (meine ich). Das Bild ist geblitzt, daher kann es bei der Aufnahme selbst keine Verwackelungen geben. Vielleicht ist bei uns der Boden auch stabiler...
War auch nur gedacht, um mögliche Abbildungsmaßstäbe konkret zu zeigen.

Stacking habe ich bisher für mich nicht zufriedenstellend hinbekommen. Dein Bild sieht doch recht brauchbar aus. Ich habe es schon mit toten Insekten versucht, aber durch die Perspektivveränderungen bei wechselndem Abstand habe ich immer Fehler an irgendwelchen Details gehabt. Irgendwie muss es gehen, aber ich habe es nicht hinbekommen. Daher hoffe ich auf eine Kamera mit (brauchbarem) Fokusbracketing. Die OM1 hat mich da beeindruckt, aber den Rest des Systems mag ich nicht so sehr.

Und dass eine geeignete Beleuchtung einer der Knackpunkte ist, mit dem ich auch Schwierigkeiten habe, hatte ich ja schon geschrieben. Am besten finde ich bisher einen Diffusor, den man vorne über das Objektiv klemmen kann. Das klappt dann sogar mit dem eingebauten Blitz ganz ordentlich und der kostet nicht viel.

Gruß, Johannes

wehkah 13.09.2023 19:21

Zitat:

Zitat von JoZ (Beitrag 2285691)
Vielleicht ist bei uns der Boden auch stabiler...

Bestimmt! ;)

Zitat:

Stacking habe ich bisher für mich nicht zufriedenstellend hinbekommen. Dein Bild sieht doch recht brauchbar aus. Ich habe es schon mit toten Insekten versucht, aber durch die Perspektivveränderungen bei wechselndem Abstand habe ich immer Fehler an irgendwelchen Details gehabt.
Beim Stacking brauchst Du eine Fokusier-Schiene, mit welcher Du die Kamera und damit die Fokusebene verschieben kannst, ohne am Objektiv drehen zu müssen. Denn bei einem Makro bedeutet das auch immer eine Änderung des Abbildungsmaßstabes, und nicht jede Software kann das später ausgleichen.


Zitat:

Schwierigkeiten habe, hatte ich ja schon geschrieben. Am besten finde ich bisher einen Diffusor, den man vorne über das Objektiv klemmen kann. Das klappt dann sogar mit dem eingebauten Blitz ganz ordentlich und der kostet nicht viel.
Die Reflexionen an Kristallen oder Insektenkörpern, die mich stören, stammen vom Tageslicht, nicht vom Blitz. Da hilft wohl leider nur der ganz große Diffusor, der den ganz großen Scheinwerfer verdeckt: eine Wolkenfront. :D

JoZ 13.09.2023 20:26

Zitat:

Zitat von wehkah (Beitrag 2285694)
Bestimmt! ;)

Beim Stacking brauchst Du eine Fokusier-Schiene, mit welcher Du die Kamera und damit die Fokusebene verschieben kannst, ohne am Objektiv drehen zu müssen. Denn bei einem Makro bedeutet das auch immer eine Änderung des Abbildungsmaßstabes, und nicht jede Software kann das später ausgleichen.

So einen Makroschlitten habe ich auch verwendet. Durch die Abstandsänderung der Kamera zum Objekt verändert sich aber auch die Perspektive und das hat bei mir zu Bildfehlern geführt. Bei massiven Objekten eher nicht, aber bei Haaren, Fühlern, etc.

Natürliches Licht bei bewölktem Himmel hat natürlich den Vorteil, dass es recht gleichmäßig ist und dadurch nicht die von dir angeführte Blendwirkung entsteht. Andererseits hatte ich oft das Gefühl, dass die Bilder dann etwas flau und dadurch eher unschärfer wirkten, als wenn mit einem Diffusor geblitzt wurde. Ist aber nur mein subjektiver Eindruck.

kiesrudi 14.09.2023 09:06

Frage an den TO
 
Hallo,

Ich mische mich kurz auch mal in die Runde ein... an den TO: du möchtest ja mit einem Abbildungsmaßstab jenseits von 1:1 mir a-mount arbeiten. Genau dafür gibt es doch das Minolta AF 3x-1x Macroobjektiv. Das würde doch deine Wünsche im großen und ganzen erfüllen oder? Es kommt sogar mit Dreibein und Schlitten daher. Ich hatte dieses Objektiv selbst vor einer Weile und war von den Fähigkeiten sehr überrascht und auch überzeugt.

Wäre das eine Option für dich?

Gruß kiesrudi

usch 14.09.2023 15:03

Zitat:

Zitat von kiesrudi (Beitrag 2285729)
Das würde doch deine Wünsche im großen und ganzen erfüllen oder?

Bis auf den Preis. ;)

wehkah 15.09.2023 11:07

Zitat:

Zitat von kiesrudi (Beitrag 2285729)
Genau dafür gibt es doch das Minolta AF 3x-1x Macroobjektiv. Das würde doch deine Wünsche im großen und ganzen erfüllen oder?

Ja, meine fotografischen Wünsche würde es erfüllen. Aber wie Usch schon sagte: meine finanziellen Wünsche erfüllt es eher nicht. ;)

Ich finde es auf die Schnelle gerade für 1.000 Euro gebraucht, und bei dem Gedanken, was das wohl mal neu gekostet hat, wird mir ein wenig schwindelig. Das ist für mich einfach zu viel. Besonders jetzt, da gestern der Kartenslot meiner a77ii den Geist aufgegeben hat, was nach meinen bisherigen Recherchen dann wohl einen Totalschaden bedeutet, da der Austausch des Mainboards sehr teuer wird. Ich bin auf den Kostenvoranschlag gespannt...


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