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Man 22.03.2021 15:08

Fotografie mit Smartphone oder Kompaktkamera ist praktisch (immer dabei, gute Ergebnisse, man kann wenig falsch machen) - trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) fotografieren viele hier im Forum (auch ich) mittels Kameras mit Wechselobjektiven.

Für Einstieg unter 600 Euro mit flottem AF (für Tierfotografie) kommt man mit Gebrauchtgeräten weiter. Vielleicht (ganz bestimmt sogar) hat man damit nicht die aktuellste und beste Technik (z. B. Tieraugen-AF fehlt dann), aber das ist zum Lernen auch nicht unbedingt nötig.

Beispiel mit A-Mount:
Kamera Sony A58 (200 Euro) oder A77 (250 Euro). Dazu als Objektive ein 17-50 F/2,8 Tamron (150 Euro) oder 16-50 F/2,8 SSD Sony (250 Euro) als Immerdrauf (Landschaft, Schnappschüsse, Familie, Feiern....) und ein Tamron 70-300 F/4,0-F/5,6 USD (120 Euro) für Teleaufnahmen (Tiere, Zoo, Sport...).
Beim Tamron 70-300 darauf achten, dass es die USD-Version (Ultraschallmotor) und nicht die LD-Version (Stangenantrieb) ist - die LD-Version gilt als eher langsam im AF (ganz blöd für Tierfotografie) und optisch eher mittelmäßig.

Beispiel mit E-Mount:
A6000 (200 Euro) oder A6300 (300 Euro). Dazu als Objektive ein Sony 16-50 F/3,5-F/5,6 OSS (150 Euro) als Immerdrauf (Landschaft, Schnappschüsse, Familie, Feiern....) und ein Sony 55-210 F/4,5-F/6,3 OSS (150 Euro) für Teleaufnahmen (Tiere, Zoo, Sport...).

Allgemein ist die genannte A-Mount-Ausrüstung optisch hochwertiger (höhere Lichtstärke, mehr Telebrennweite) wie die E-Mountausrüstung für einen ähnlichen (etwas höheren) Preis.
Auch bei E-Mount wären Verbesserungen drin, z. B. Sony 16-55 F/2,8 (neu 1.020 Euro) oder Sony 70-350 F/4,5-F/6,3 (neu 750 Euro) - das würde die Preisgrenze von 600 Euro für das Gesamtpaket aber deutlich sprengen.
Statt 16-50 + 55-210 könnte man auch erstmal ein 18-135 F/3,5-F/5,6 (neu 435 Euro, gebraucht 300 Euro) als Ersatz nehmen. Nicht lichtschwächer wie das Stadardzoom und den leichten Telebereich mit abdeckend = man muss kein Objektiv wechseln und kann später auf bessere Telebrennweiten (z. B. Sony 70-350 F/4,5-F/6,3 (neu 750 Euro) und/oder bessere Standardzooms wie das Tamron 17-70 F/2,8 (870 Euro neu) oder das Sony 16-55 F/2,8 (1.050 Euro neu, hat keinen Bildstabilisator) aufrüsten. Von der Preisgrenze 600 Euro für das Gesamtpaket sind wir dann (auch mit Gebrauchtgeräten) aber schon deutlich entfernt.

Die Gebrauchtpreise habe ich geschätzt, die Preise neu sind von "Geizhals" - soll nur eine Art Hausnummer sein, um den Kostenrahmen abschätzen zu können. Häufig günstige Kaufgelegenheiten gibt es übrigens sogar hier im Forum unter "Kaufe, Verkaufe" -> "Biete/Tausche".

A-Mount oder E-Mount?
E-Mount ist das neuere System und wird (oder hat schon) das A-Mountsystem abgelöst. A-Mountkomponenten (Kameras, Objektive) sind deshalb preiswerter wie die entsprechenden E-Mountpendants (wenn es die überhaupt so gibt) zu bekommen.
Wenn man nach der ersten Lernphase (die hört nie auf) auf hochwertiges und hochpreisiges umsteigen möchte (z. B. Vollformat, Spitzenobjektive), wird man eher in E-Mount investieren, da (nur) hier weitere Fortschritte (neue Kameras/Objektive) zu erwarten sind.
Für einen Einsteiger ist das unwichtig, da man weder die A-Mountobjektive noch die APS-C-E-Mountobjektive an einer Top E-Mountkamera verwenden möchte.
Älteren E-Mountkameras mit Phasendetektions-AF auf dem Sensor (meines Wissens mindestens alles ab der A6000) wird ein eher etwas langsamerer, dafür aber sehr genauer AF nachgesagt. Die neuen E-Mountkameras (A6100, A6400, A6600) sind schneller und dürften die A-Mountkameras beim AF schon überholt haben.
Die A-Mountkameras sind etwas wuchtiger (größer, schwerer) wie die E-Mountkameras. Das kann ein Vorteil sein (Verwendung großer und schwerer Teleobjektive an der Kamera) oder auch nicht (verstauen und tragen der Kamera in der Fototasche).

Und das Problem zum Schluss: als Anfänger kannst du nicht wissen, was du benötigst bzw. was dir Spaß macht (und wir können das auch nicht wirklich wissen, wir können nur Vermutungen anstellen).
Vielleicht liegt dir z. B. die "Schlepperei" mit Kameras und Objektiven gar nicht - dann bist du mit Smartphone und/oder Kompaktkamera besser bedient.

Ist wie beim Essen: um zu wissen, was einem schmeckt, muss man es erstmal probieren. Nach (vielem) Probieren kann man dann später schon ziemlich zuverlässig sagen, welche Speisen/Getränke und welche Geschmacksrichtungen einem zusagen oder nicht.
Also einfach mal loslegen, Ausrüstung preiswert kaufen (egal welcher Mount) und Erfahrungen damit sammeln = lernen.

DiKo 22.03.2021 19:15

Den Ansatz von Ingo, mit einer Bridge-Kamera anzufangen, halte ich auch für sinnvoll.

Wenn das Budget eine RX10III nicht hergibt, wäre vielleicht eine Panasonic FZ1000 oder FZ1000II eine Alternative, da ist ja auch ein Sensor in der Größe der RX10III drin.
Das geht dann zwar zu Lasten des Brennweitenbereichs, damit kann man aber schon eine Menge anfangen:

Sony RX10III: 24-600mm (KB-äquiv.), f2,4 bis f4,0
FZ1000 (I, II): 25-400mm (KB-aquiv.), f2,8 bis f4

Gruß, Dirk

Fuexline 22.03.2021 19:29

immer wieder lustig zu sehen das die Lösungen vor zich Seiten schon aufgezeigt wurden und Leute dann immer das gleiche wiederholend Seitenlang fortführen müssen

schon der erste Post fasste zusammen

1.- ohne Kamera kann man nicht sagen was man braucht
2.- eine Gebrauchtkamera kaufen um auszuloten ob Fotografie mit der Kamera taugt
3.- günstige kamera kaufen um im nicht wollen Fall keinen großen Verlust zu haben
4.- die A58 stellt einen guten Anfangskompromiss dar auch durch variable Brennweiten
5.- eventuell Fotografiekurs machen

mehr muss man dazu ja nicht sagen - so ne Kompaktknipse wie ne RX100 bringt nix, das ist auch nur leicht über Handy und auch etwas restriktiert, eine RX10 klingt erst gut aber aus Erfahrung will man später mehr, experimentieren Sternenfotografie machen und wenn das angelötete Objektiv das nicht hergibt hat man Geld verbrannt.

kiwi05 22.03.2021 20:38

Sorry...gelöscht.

ingoKober 22.03.2021 20:51

Zitat:

Zitat von Fuexline (Beitrag 2192950)
eine RX10 klingt erst gut aber aus Erfahrung will man später mehr, experimentieren Sternenfotografie machen und wenn das angelötete Objektiv das nicht hergibt hat man Geld verbrannt.

Da hast Du jetzt lange gesucht, um etwas zu finden, was die RX 10 III nicht so gut kann.
Bis Du bei Wechselobjektiven die Brennweiten der RX 10 III alle abgedeckt hast, hast du selbst im günstigsten Fall sehr viel mehr Geld ausgegeben als für diese Bridge.

Und es gibt wirklich wenig, was die RX10 III nicht kann.


https://www.stevehuffphoto.com/2016/...-craig-litten/


Viele Grüße

Ingo

Fuexline 22.03.2021 21:00

dazu kommen so extras wie das man selbst nicht den Sensor reinigen kann

gerade Anfänger sollten sich nicht gleich die RX10 kaufen sondern irgendwas altes zum üben denn genau dann weiß man ja was man braucht, und eventuell wirds dann die rx10

wus 23.03.2021 00:19

Zitat:

Zitat von Fuexline (Beitrag 2192950)
so ne Kompaktknipse wie ne RX100 bringt nix, das ist auch nur leicht über Handy

Meine Erfahrung ist da anders. Seit ich die RX100VI habe hat das Standardzoom - immerhin das Zeiss 16-80 - an meiner A77 weitgehend ausgedient, weil die RX in so ziemlich allen Belangen besser ist, außer bei hoher ISO.

Ich finde die A58 zwar nicht schlecht, aber wenn man schon weiß dass man auch Vögel u.ä. scheue wilde Tiere fotografieren will, dann sollte es auch eine Kamera werden mit der das geht. Sonst fehlt von Anfang an der Spaß an der Sache. An einer A58 wäre dafür schon ein ziemlich teures Teleobjektiv nötig.

Da finde ich die RX10III schon den besseren Kompromiss.

Giovanni 23.03.2021 00:33

Zitat:

Zitat von Fuexline (Beitrag 2192950)
die A58 stellt einen guten Anfangskompromiss dar auch durch variable Brennweiten

Einer Neueinsteigerin eine SLT mit veraltetem A-Mount "anzudrehen" finde ich nicht gut.

Gerade bei Tieren oder anderen bewegten Motiven ist eine "richtige" Spiegelreflex dann immer noch besser als so ein EVF-Versuchsballon mit Hilfsfolie. Das könnte bedeuten:
  • Canon EOS 60D/70D/80D
  • Nikon D7100/D7200
Jeweils mit geeigneten Objektiven, incl. einem Telezoom.

Es gibt natürlich noch unzählige andere Optionen. Aber die A58 oder sonst eine SLT wäre für einen Neueinstieg ein No-Go, wenn ich Freunde oder Verwandte beraten würde.

Fuexline 23.03.2021 00:42

ne A58 kostet keine 200 EUR mehr, wenn sie merkt das sie mehr kann und will, kann sie die Cam für wenig Verlust weiterverkaufen und sich dann holen was sie will, es kann aber auch sein sie sagt okay ist doch zu viel Input und bleibt beim Handy, da wäre die 600 eur Cam schmerzhafter am Ende

und auch wenn ne A58 nen a mount hat, so ist das System billiger und bietet gesamt gesehen mehr Objektivauswahl sehe viele die ne A6000 als Einstieg gekauft hatten und dann nicht übers KIT hinausgekommen sind.

KnipserJenny 23.03.2021 02:52

Nach den vielen teils sehr ausführlichen Antworten, werde ich mal gucken ob Kurse in meiner Nähe angeboten werden. (sofern das bald wieder möglich ist)
Ich habe schon mal sehr knappe Einführungen gehabt, dort kurz mit einer Kamera herumprobiert, aber das war es dann auch schon. Deshalb hätte ich tatsächlich gerne eine eigene einfach zum rumprobieren. Sonst ist das gelernte immer schnell weg gewesen. :roll:
Also die viele Tipps zu den unterschiedlichen Modellen sind echt der hammer, da muss ich mich mal genau durchgucken und sehen was da auch gebraucht überhaupt zu bekommen ist.
Noch mal ein riesen Dankeschön :top:


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