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turboengine 29.03.2023 19:35

Zitat:

Zitat von chri$ti@n (Beitrag 2271902)
Eine Energiewende kann man auf Basis dieser Daten nicht belegen


Bild in der Galerie

:) :) :)

bruno5 29.03.2023 21:05

Eine Variante von "Monthy Python's Life of Brian", die ich so noch nicht kannte. :crazy::crazy::crazy:

turboengine 31.03.2023 08:21

Zitat:

Zitat von KSO (Beitrag 2271926)
Mit wieviel Auslastung läuft denn ein Reservekraftwerk im Reservebetrieb?
Mit Null Emission sicherlich nicht, aber wahrscheinlich auch nicht mit Volllast, oder?

Sicher läuft das dann in Vollast. Es werden mehrere Kraftwerke für Tage oder Stunden abgerufen, die dann in Vollast laufen. Alles andere wäre ineffizient. Der Normalbürger hat leider kein Gespür dafür über welche Energiemengen wir da reden.

500 MW entspricht der durchschnittlichen Produktion von 500-600 Windturbinen neuesten Typs in Süddeutschland. Wenn der von der Regierung gewünschte Zubau von 5 Turbinen täglich (das ist übrigens nicht viel, 2011 bis 2018 wurde doppelt so viel gebaut) gepuffert werden soll ist das Kraftwerk schon in 100 Tagen „aufgebraucht“ und man braucht noch mehr Reserve oder Speicher. Mit Speichern sieht es abgesehen von ein paar MW Batteriespeicher aber Essig aus.

Daher werden wir in Zukunft immer mehr Kraftwerke sehen, die tatsächlich vom Staat eingesetzt werden und nicht mehr von den bösen Energieversorgern. Mit den Reservekraftwerken lässt sich nämlich mit dem derzeitigen Marktdesign langfristig kein Geld mehr verdienen. Das ist ja auch so gewünscht - die CO2-Zertifikate werde immer knapper und teuerer.

Aber Abschalten darf man sie nicht, denn sonst gehen die Lichter aus. In der Presse sieht man aber nur, dass die Kraftwerke aus dem kommerziellen Betrieb verschwinden und der aktivistische Journalist im ZDF feiert das als „Energiewende“. In Realität ist das nur der gleitende Umstieg in die Plan- und Staatswirtschaft bei der Energieversorgung.

turboengine 31.03.2023 08:31

Zitat:

Zitat von bruno5 (Beitrag 2271940)
Eine Variante von "Monthy Python's Life of Brian", die ich so noch nicht kannte. :crazy::crazy::crazy:

Ja, aber die Botschaft ist erschreckend real. Es gibt eben diesen „furor paedagogicus teutonicus“, den wir in diesem Thread ja auch schon intensiv erlebt haben und der sich jeglicher Beeinflussung durch die Realität entzieht.

Das macht dann eben wissensschwache aber meinungsstarke Politiker, Journalisten aber auch Wissenschaftler stark, solange sie nur die richtige Haltung haben. Abweichendes wird gecancelt und man läuft jahrzehntelang in die falsche Richtung.

chri$ti@n 31.03.2023 10:55

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2271922)
Hier sieht man den Kraftwerkseinsatz in Echtzeit.
....
Außerdem gibt es noch die Quartals- und Jahresberichte der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur.
...[/url]

Vielen Dank für die Links zur Aufklärung. Besagtes Kraftwerk RDK 7 in Karlsruhe ist somit von Mitte November bis vor kurzem mit lediglich kurzen Pausen durchgelaufen. Schön zu sehen, dass sich mündige Bürger auf diesem Wege zumindest selbst ein Bild machen können und nicht nur auf die Ergüsse der (allerdings selbst ausgewählten) Journalisten angewiesen sind.

KSO 01.04.2023 16:38

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2272046)
Sicher läuft das dann in Vollast. Es werden mehrere Kraftwerke für Tage oder Stunden abgerufen, die dann in Vollast laufen. Alles andere wäre ineffizient. Der Normalbürger hat leider kein Gespür dafür über welche Energiemengen wir da reden.

500 MW entspricht der durchschnittlichen Produktion von 500-600 Windturbinen neuesten Typs in Süddeutschland. Wenn der von der Regierung gewünschte Zubau von 5 Turbinen täglich (das ist übrigens nicht viel, 2011 bis 2018 wurde doppelt so viel gebaut) gepuffert werden soll ist das Kraftwerk schon in 100 Tagen „aufgebraucht“ und man braucht noch mehr Reserve oder Speicher. Mit Speichern sieht es abgesehen von ein paar MW Batteriespeicher aber Essig aus.

Daher werden wir in Zukunft immer mehr Kraftwerke sehen, die tatsächlich vom Staat eingesetzt werden und nicht mehr von den bösen Energieversorgern. Mit den Reservekraftwerken lässt sich nämlich mit dem derzeitigen Marktdesign langfristig kein Geld mehr verdienen. Das ist ja auch so gewünscht - die CO2-Zertifikate werde immer knapper und teuerer.

Aber Abschalten darf man sie nicht, denn sonst gehen die Lichter aus. In der Presse sieht man aber nur, dass die Kraftwerke aus dem kommerziellen Betrieb verschwinden und der aktivistische Journalist im ZDF feiert das als „Energiewende“. In Realität ist das nur der gleitende Umstieg in die Plan- und Staatswirtschaft bei der Energieversorgung.

Danke, aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Kraftwerk, das nur zur Reserve da ist, also dessen Strom/Energie aktuell nicht benötigt wird, dass das dann auf Volllast läuft, nur weil das effektiver ist. Da ist ja in dem Moment nicht relevant, sondern es sollte in der Zeit möglichst wenig CO2 produzieren.

Gepard 01.04.2023 16:53

Ich glaube, das hast du falsch verstanden. Die Reservekraftwerke laufen nicht immer. Aber wenn sie laufen, dann auch mit Vollast.

turboengine 01.04.2023 22:45

Zitat:

Zitat von Gepard (Beitrag 2272282)
Aber wenn sie laufen, dann auch mit Vollast.

Genau. Die Bundesnetzagentur ruft die in der Reihenfolge der kalkulierten Gesamtkosten auf. Das ist abhängig von der geplanten Einsatzdauer. Für ein paar Stunden ist das eine Gasturbine, für längere Zeit ein Kohlekraftwerk. Die Reservekraftwerke werden zum Ausgleich von fehlender Leistung im Stromnetz und vorbeugend auch zur Unterstützung der Netzstabilität eingesetzt.

Zusätzlich werden neue Gasturbinenkraftwerke gebaut, sogenannte "Netzstabilitätsanlagen". Die werden werden dagegen nur dann eingesetzt, wenn es im Übertragungsnetz zu einem kritischen Zustand gekommen ist. Dann wird mit Hilfe dieser neuen Anlagen die Netzstabilität wiederhergestellt. Die Netzstabilitätsanlagen sind auch deutlich schneller verfügbar als die – meist aus älteren Anlagen gebildete – bereits existierende Netzreserve.

Dass für die Stabilisierung des Netzten neue konventionelle Kraftwerke nötig sind wird von Politik und Medien natürlich nicht an die grosse Glocke gehängt. Sonst könnte man ja auf die Idee kommen dass nur Wind und Sonne nicht so richtig funktioniert...

Hier die Webseite zur neuen Netzstabilisierungsanlage der EnBW in Marbach (eine ölbefeuerte Gasturbine).
https://www.enbw.com/unternehmen/kon...antworten.html

Zitat:

Frage:
3. Warum werden sog. Netzstabilitätsanlagen in Süddeutschland benötigt?

Antwort:
Die Situation auf der Erzeugungsseite ändert sich zukünftig wesentlich durch folgende Faktoren:

Ausstieg aus der Kernenergie
zunehmender Ausbau der erneuerbaren Energien führt mehr und mehr zu einem Erzeugungsüberschuss im Norden Deutschlands, der in Richtung Süddeutschland zu transportieren ist
verzögerter Netzausbau der Höchstspannungsleitungen zwischen Nord- und Süddeutschland

Frage 12: Soll die neue Gasturbine die alten Anlagen ersetzen?

Antwort: Nein, diese Gasturbine wird als neuer Block am Standort Marbach geplant und ersetzt keine der bestehenden Anlagen.

KSO 02.04.2023 09:47

Ja ehrlicher wäre es, bei Sonne und Wind auch noch einen CO2 Ausstoß zu nennen; den der benötigten Reservekraftwerke.

Zurück zu meiner Frage, die nicht wissen wollte, mit welcher Auslastung Reservekraftwerke laufen, wenn deren Strom benötigt wird, sondern ich wollte wissen, mit welcher Auslastung Reservekraftewerke laufen, wenn deren Strom nicht benötigt wird, also im Sommer.

amateur 02.04.2023 11:19

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2272050)
JEs gibt eben diesen „furor paedagogicus teutonicus“, den wir in diesem Thread ja auch schon intensiv erlebt haben

Genauso haben wir den "furor atomicus helveticus" hier kennenlernen dürfen. Der ist in seiner Einseitigkeit ebenso schwierig.

Stephan


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