SonyUserforum

SonyUserforum (https://www.sonyuserforum.de/forum/index.php)
-   Café d`Image (https://www.sonyuserforum.de/forum/forumdisplay.php?f=94)
-   -   Energiewende wird abgewürgt (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=114906)

turboengine 13.03.2023 10:45

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2270635)
So richtig falsch ist es aber auch nicht.

Sicher ist das falsch. Mach das einfach mal: 7000 Haushalte nur mit einer Solaranlage angeschlossen und dann frag die Leute am Dezemberabend bei Kerzenlicht was richtig ist.
“Kann versorgen”: Ja / Nein? Zutreffendes ankreuzen…

“Kann versorgen” ist bestenfalls so verbindlich wie Homöopathie. Die kann für Gläubige auch das Wohlbefinden fördern. Aber eine klinische Wirksamkeit ist nicht nachweisbar.

Oder Haarwuchsmittel - Kann das Haarwachstum anregen.
In der Taaaaat! Danke, Dr. Klenk!

https://youtu.be/la1JTGHrYaw

Man hat sich in so einen wohligen Öko-Kitsch eingelullt und komplett den Bezug zur Realität verloren.

KSO 13.03.2023 12:08

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2270643)
Ja, die Dinger sind recht laut. Nachbarn, zwei Häuser weiter, haben so ein Teil. Gerade auf dem Dorf hörst Du jedes Geräusch. Ich könnte da nicht drei Meter weiter mit offenem Fenster schlafen. Aber es gibt wohl auch hier unterschiedliche Modelle mit zum Teil stark variierenden Lärmemissionen. Ist wohl nicht überall ein Pabst Lüfter verbaut.

Das doofe ist halt, dass sich Dein Nachbar Modell und Aufstellort aussucht; in der Regel dort wo es ihn am wenigsten stört.

KSO 13.03.2023 12:12

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2270650)
Sicher ist das falsch. Mach das einfach mal: 7000 Haushalte nur mit einer Solaranlage angeschlossen und dann frag die Leute am Dezemberabend bei Kerzenlicht was richtig ist.
“Kann versorgen”: Ja / Nein? Zutreffendes ankreuzen…

“Kann versorgen” ist bestenfalls so verbindlich wie Homöopathie. Die kann für Gläubige auch das Wohlbefinden fördern. Aber eine klinische Wirksamkeit ist nicht nachweisbar.

Oder Haarwuchsmittel - Kann das Haarwachstum anregen.
In der Taaaaat! Danke, Dr. Klenk!

https://youtu.be/la1JTGHrYaw

Man hat sich in so einen wohligen Öko-Kitsch eingelullt und komplett den Bezug zur Realität verloren.

Jetzt mal ohne Polemik nachgefragt.
Wieviel kann denn, Deiner Meinung nach, an fossilen/atomaren Energieträgern durch regenerative Energiequelle ersetzt werden? 90%? 50? 10%?, gar nichts?

turboengine 13.03.2023 12:48

Zitat:

Zitat von KSO (Beitrag 2270666)
Jetzt mal ohne Polemik nachgefragt.
Wieviel kann denn, Deiner Meinung nach, an fossilen/atomaren Energieträgern durch regenerative Energiequelle ersetzt werden? 90%? 50? 10%?, gar nichts?

Das ist ohne weitere Randbedingungen schwer zu beantworten

Jetzt kommen Fragen:
Wieviel CO2-neutralen Saisonalspeicher hast Du wie z.B. Power to Gas, grosse Pumpspeicherwerke? (0.38 TWh)
Wieviel Stunden Verbrauchsabsenkung akzeptierst Du? (Keine)
Wieviel % Verbrauchseinschränkung akzeptierst Du? (Keine)
Wieviel % Produktionseinschränkung bei Wind und Sonne durch Redispatching akzeptierst Du (3%)
Wieviel % der Grenzkapazitäten allokierst Du für kurzfristigen Lastausgleich und nicht für langfristige Geschäfte? (20%)
Wieviel darf Strom kosten? (Nicht mehr als jetzt schon - da Preisdeckel durch Regierung)
Wieviel Deindustrialisierung Deutschlands akzeptierst Du (5%)
Wieviel Verlagerung von fossiler Primärenergie bei Prozesswärme, Raumheizung, Verkehr, etc. in die Elektrizität wird angestrebt? Derzeit ist nach UBA der Anteil von Wind und Sonne 5.5% (50%, heisst Netto-0 CO2)

Soll ich das auf Basis der derzeitigen Gegebenheiten (in Klammern) beantworten?

Kleiner Hinweis: um alles mit Sonne/Wind /Biomasse zu stemmen bräuchten wir in Deutschland derzeit 21 TWh Speicherkapazität. Also 2 Promille sind schon da. Die derzeit verbauten Batteriespeicher (soweit sie nicht der Primärregelung dienen) haben eine Kapazität von gut zwei GWh, das gibt ein weiteres 1/10 Promille.

Was an Speichern nicht da ist muss durch fossile Schattenkraftwerke aufgebracht werden. Und je volatiler deren Last desto schlechter der Wirkungsgrad.

twolf 13.03.2023 14:41

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2270668)
Das ist ohne weitere Randbedingungen schwer zu beantworten

Jetzt kommen Fragen:
Wieviel CO2-neutralen Saisonalspeicher hast Du wie z.B. Power to Gas, grosse Pumpspeicherwerke? (0.38 TWh)
Wieviel Stunden Verbrauchsabsenkung akzeptierst Du? (Keine)
Wieviel % Verbrauchseinschränkung akzeptierst Du? (Keine)
Wieviel % Produktionseinschränkung bei Wind und Sonne durch Redispatching akzeptierst Du (3%)
Wieviel % der Grenzkapazitäten allokierst Du für kurzfristigen Lastausgleich und nicht für langfristige Geschäfte? (20%)
Wieviel darf Strom kosten? (Nicht mehr als jetzt schon - da Preisdeckel durch Regierung)
Wieviel Verlagerung von fossiler Primärenergie bei Prozesswärme, Raumheizung, Verkehr, etc. in die Elektrizität wird angestrebt? (50%, heisst Netto-0 CO2)

Soll ich das auf Basis der derzeitigen Gegebenheiten (in Klammern) beantworten?

Kleiner Hinweis: um alles mit Sonne/Wind /Biomasse zu stemmen bräuchten wir in Deutschland derzeit 21 TWh Speicherkapazität. Also 2 Promille sind schon da. Die derzeit verbauten Batteriespeicher (soweit sie nicht der Primärregelung dienen) haben eine Kapazität von gut zwei GWh, das gibt ein weiteres 1/10 Promille.

Was an Speichern nicht da ist muss durch fossile Schattenkraftwerke aufgebracht werden. Und je volatiler deren Last desto schlechter der Wirkungsgrad.

Und? Ist das jetzt eine Neue Erkenntnis das die Sonne und der Wind nicht Permanent Verfügbar ist?
Ist es neu das wir uns Alternativen Aufbauen müssen?
Ist es neu das wir eine angepassten und neue Infrastruktur Brauchen?
( bei Atomkraftwerken wurde die Infrastruktur Angepasst und Zugeschnitten? )
Und es gibt keine Lösungen für den Winter ? ( Also ich kenne Sie, die Lösung für die Dunkelflaute )

Es ist nicht Zielführend zu Erklären im Jahr 2023 ist die Infrastruktur nicht Passend für die Energiewende, Die muss Wachsen, und die wird kommen wenn wir sie brauchen!
Dann wenn es sich Rechnet, werden die Alternativen kommen, So wie in der Vergangenheit auch!
Der Prozess ist doch getrieben durch den Wandel.

turboengine 13.03.2023 14:43

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 2270690)
Und es gibt keine Lösungen für den Winter ? ( Also ich kenne Sie, die Lösung für die Dunkelflaute )

Na, da bin ich ja mal gespannt. Sag mal.

Und warum antwortest Du immer mit Vollzitat - obwohl das gegen die Forenregeln vestösst?

KSO 13.03.2023 15:30

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2270668)
Das ist ohne weitere Randbedingungen schwer zu beantworten

Jetzt kommen Fragen:
Wieviel CO2-neutralen Saisonalspeicher hast Du wie z.B. Power to Gas, grosse Pumpspeicherwerke? (0.38 TWh)
Wieviel Stunden Verbrauchsabsenkung akzeptierst Du? (Keine)
Wieviel % Verbrauchseinschränkung akzeptierst Du? (Keine)
Wieviel % Produktionseinschränkung bei Wind und Sonne durch Redispatching akzeptierst Du (3%)
Wieviel % der Grenzkapazitäten allokierst Du für kurzfristigen Lastausgleich und nicht für langfristige Geschäfte? (20%)
Wieviel darf Strom kosten? (Nicht mehr als jetzt schon - da Preisdeckel durch Regierung)
Wieviel Deindustrialisierung Deutschlands akzeptierst Du (5%)
Wieviel Verlagerung von fossiler Primärenergie bei Prozesswärme, Raumheizung, Verkehr, etc. in die Elektrizität wird angestrebt? Derzeit ist nach UBA der Anteil von Wind und Sonne 5.5% (50%, heisst Netto-0 CO2)

Soll ich das auf Basis der derzeitigen Gegebenheiten (in Klammern) beantworten?

Kleiner Hinweis: um alles mit Sonne/Wind /Biomasse zu stemmen bräuchten wir in Deutschland derzeit 21 TWh Speicherkapazität. Also 2 Promille sind schon da. Die derzeit verbauten Batteriespeicher (soweit sie nicht der Primärregelung dienen) haben eine Kapazität von gut zwei GWh, das gibt ein weiteres 1/10 Promille.

Was an Speichern nicht da ist muss durch fossile Schattenkraftwerke aufgebracht werden. Und je volatiler deren Last desto schlechter der Wirkungsgrad.

Also ich meinte wohl eher beim Status quo, also keine Deindustrialisierung.
Wieviel "sinnvolle" Speicherkapazität möglich wäre weiß ich nicht, würde ich jetzt aber mal eher sehr konservativ abschätzen, wenn schon jedes Dorf mit ein paar mehr Stromleitungen hat, möchte ich nicht wissen, wie die Leute auf Pumpspeicherwerken und ähnlichem reagieren.

Mein naives Gedankenspiel war eher in die Richtung gedacht. 100% Abdeckung wenn Wind weht, Sonne scheint und Wasser fließt und in der Zeit stehen konventiolle Kraftwerke still. Wenn die regenerativen nicht da sind, dann wirft man konventionelle Kraftwerke an. Ich weiß die sind träge und haben bei sowas einen schlechteren Wirkungsgrad usw. Gäbe es überhaupt flexiblere Kraftwerkstypen (mit den Nachteilen dann) zur Ergänzung von Sonne/Wind/Wasser? Denkt/forscht man daran?

chri$ti@n 13.03.2023 18:21

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2270668)
Und je volatiler deren Last desto schlechter der Wirkungsgrad.

Kannst du das noch erläutern?
Geht es wirklich um die Volatilität oder geht es um den Teillastbetrieb, der einen schlechteren Wirkungsgrad zur Folge hat?

turboengine 13.03.2023 19:37

Zitat:

Zitat von chri$ti@n (Beitrag 2270707)
Kannst du das noch erläutern?
Geht es wirklich um die Volatilität oder geht es um den Teillastbetrieb, der einen schlechteren Wirkungsgrad zur Folge hat?

Jede Wärmekraftmaschine hat im Auslegungspunkt den besten Wirkungsgrad. Allerdings lassen sich Wärmekraftwerke (incl. Kernkraftwerke) in gewissen Grenzen regeln. Jedoch sind sie in der Schnelligkeit der Anpassung (“Ramping”) je nach Bauart limitiert.

Für extrem schnellen Lastfolgebetrieb sind KKWs, hocheffiziente GuD oder Kohlekraftwerke wegen der auf Thermospannungen anfälligen Kesselanlagen nicht geeignet sondern man verwendet hierfür offene Gasturbinen. Im Extremfall vom schneller Bereitstellung sind das Aeroderivative - also auf Wellenbetrieb umgerüstete Flugzeugtriebwerke. Diese lassen die Abgase weitgehend ungenutzt, dafür sind sie wegen der Leichtbauweise und geringer Materialstärken in zwei Minuten auf Vollast.

Das meine ich mit Volatilität: Je steiler die geforderte Rampe, desto teuerer ist deren Einsatz pro produzierte MWh. Je höher der Flatterstromanteil desto teurer (und CO2-ineffizienter) wird das Ausregeln.

turboengine 13.03.2023 19:59

Zitat:

Zitat von KSO (Beitrag 2270698)
Mein naives Gedankenspiel war eher in die Richtung gedacht. 100% Abdeckung wenn Wind weht, Sonne scheint und Wasser fließt und in der Zeit stehen konventiolle Kraftwerke still. Wenn die regenerativen nicht da sind, dann wirft man konventionelle Kraftwerke an. Ich weiß die sind träge und haben bei sowas einen schlechteren Wirkungsgrad usw. Gäbe es überhaupt flexiblere Kraftwerkstypen (mit den Nachteilen dann) zur Ergänzung von Sonne/Wind/Wasser? Denkt/forscht man daran?

Dann kann man derzeit kein einziges Kraftwerk abstellen. Selbst alte Ölkraftwerke bekommen Notbetriebsgenehmigungen und gelten laut BNetzA als “systemrelevant”.

Oben hatte ich eine solche Betriebsgenehmigung für Heilbronn verlinkt. Und wenn man den Anteil Erneuerbarer ausbaut, kann man dennoch keine fossilen Kraftwerke abbauen weil man immer den Fall der Dunkelflaute abdecken muss. Es verringert sich jedoch die Anzahl der Einsatzstunden der fossilen. Sie sind dann nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben und müssen für die Bereitschaft entschädigt werden (Warmreserve, Kaltreserve).
Man kann daher auch die Betriebsmannschaft nicht einfach entlassen - im Extremfall spielen die das ganze Jahr Karten wenn sie nicht Wartungsaufgaben nachgehen…

Wenn man nun aber auch noch den Primärenergieverbrauch ausserhalb der Elektrizitätserzeugung in den Elektrizitätssektor verschiebt (“Dekarbonisierung” durch Elektroauto, Wärmepumpe, Prozesswärme der Industrie…) dann muss der dafür notwendige Zubau von Kraftwerken ebenfalls sowohl bei den Erneuerbaren wie auch bei den Ersatzkraftwerken erfolgen. Bei einer vollständigen “Dekarbonisierung” wäre eine verfünffachung der derzeitigen Kraftwerkskapazitäten notwendig.

Bei Dunkelflaute ist die Arithmetik einfach:
1*0=0
5*0=0

Es braucht also immer fast den Vollen Ersatz durch fossile - nur die Anzahl der Einsatzstunden wird immer geringer je mehr Erneuerbare man zubaut.
Eine Alternative wären Speicher. Dann bräuchte man keinen konventionellen Kraftwerke mehr.

Aber Twolf hat ja nach eigenen Angaben das Speicherproblem gelöst - bitte für 13800 Petajoule pro Jahr Energiebedarf mit dem derzeitigen Energiemix. Wind und Solar decken derzeit gerade einmal gut 5% ab.


Bild in der Galerie

Die derzeitige Stromproduktion pro Jahr in D ist etwa 510 TWh (510000 GWh).

Bei vollständigem Ersatz des Primärenergieverbrauchs durch Wind und Sonne benötigt das mindestens eine Verfünffachung der Kraftwerkskapazität. Das bräuchte nach meiner Schätzung 100.000 GWh Speicher um auch im Winter genug Energie zu haben wenn man nur auf Wind und Sonne setzt. Der größte Pumpspeicher in Deutschland hat 8.5 GWh.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pumpsp...erk_Goldisthal

Also brauchen wir nur noch 11763 weitere davon.

Viel Erfolg!


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 03:47 Uhr.