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chri$ti@n 08.03.2023 17:58

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2270122)
Aber das typisch deutsche Bashing/Denken/Fordern, wenn 100% nicht sofort möglich sind ist das Ganze Mist, halte ich für wenig hilfreich.

Mit deinen Argumenten im entsprechenden Post gehe ich größtenteils d´accord. Aber ich denke nicht, dass das das Problem ist. Es muss erlaubt sein, auf Fehler im Weg (sei er noch so gut gemeint ) zum richtigen Ziel hinweisen zu dürfen, ohne dafür gleich in eine Schublade gesteckt zu werden. Egal, ob die Schublade "oben" oder "unten" ist ;)

Und es hilft dem Diskurs in keinster Weise, wenn bei zwei Standpunkten die eine Seite mit dem Ziel in Größenordnung 30 Jahren argumentiert und die Gegenseite mit den möglichen Maßnahmen für die beispielsweise nächsten 3 Jahre kontert. Oder vice versa.

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2270122)
Frei nach Konfuzius: Jeder Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

Da hatte der gute Konfuzius zweifelsohne recht. Was er aber nicht dazu gesagt hat: "Wenn der erste Schritt schon in Richtung Abgrund ist, wird die Reise nicht allzu lange währen" ;)

Oder - auf das konkrete Thema umgelegt: Es müssen die notwendigen Schritte in richtiger Reihenfolge gemacht werden, ohne wichtige Schritte zu verzögern (Trasse) oder gar auszulassen (Saisonale Speicherung - zumindest meiner Meinung nach).

ha_ru 08.03.2023 18:11

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2270140)
Gutes Video!

Habe es mir gerade angesehen. Bis auf die ständige Wiederholung der nicht allgemeingültigen These, dass Wärmepumpen eine Fussbodenheizung nahezu bedingen und mit Heizkörpern auf unwirtschalftilich sind, ist es sehr gut und anschaulich erläutert.

Der wesentliche Kritikpunkt meinerseits sind zu niedrig angenommenen COPs (SCOPs), da nimmt er Werte von schlechten WPs an. Ein COP von 3 wird mit günstigen Luft-Wasserwärmpumpen der Massenhersteller auch mit höheren Vorlauftemperaturen als 35° erreicht, der aktuelle Spitzenreiter unter den luft-Wasserwärmepumpen von lambda kommt bei 35° Vorlauftemp. auf ein SCOP von 5,7 und bei 55° auf SCOP von 4,5 (wird von den Nutzern aus der Praxis bestätigt), ist aber auch teurer wie die günstigen WP. Meine WP von Hoval landet bei 5,3 bzw. 3,9. Ein SCOP von 4 ist somit im passabel gedämmten Altbau auch mit Heizkörper mit den besseren WPs darstellbar. Damit wird die Co2 Bilanz der WP besser, allerdings die Inverstion höher. Ich hoffe doch sehr, dass auch die Massenhersteller ihre WP zukünftig technisch verbessern.

Meine Musterechnungen für verschiedene Heizungen (ÖL-Brennwert, Pellets, WP) landeten auch immer bei den nahezu gleichen Kosten. Je nachdem wie man die Preise für Heizöl, Pellets oder Strom dann ansetzt kann man die Reihenfolge leicht tauschen, aber ich landete immer bei den ungefähr selben Gesamtkosten (Gasheizung wäre wegen der geringsten Investiton mit am besten gewesen, aber bei uns liegt keine Gasleitung und Gasttank schied aus, kein Platz und mit Gastank auch kaum niedrigere Investition).

Da ich aber PV Strom schon habe für rund 10 Cent habe und diesen tagsüber nutzen kann um meinen Pufferspeicher hochzuheizen sieht mein Energiemix für die Wärmepumpe ungefähr 50% PV-Strom und 50% zugekaufter Strom aus und damit schneidet die WP für mich am günstigsten ab und mein PV-Strom verbessert die Co2 Bilanz meiner WP nochmals.

ha_ru 08.03.2023 18:18

Zitat:

Zitat von chri$ti@n (Beitrag 2270152)
Oder - auf das konkrete Thema umgelegt: Es müssen die notwendigen Schritte in richtiger Reihenfolge gemacht werden, ohne wichtige Schritte zu verzögern (Trasse) oder gar auszulassen (Saisonale Speicherung - zumindest meiner Meinung nach).

Aktuell sehe ich die saisonale Speicherung als technischen Wunschtraum an. Aber was machbar ist ist eine kurzfistige Pufferung sei es über Batteriespeicher oder (im Heizungsbereich meist kostengünstiger) über thermische Pufferspeicher, so dass zuammen mit einer Vernetzung und Steuerng der Abnehmer der Strombedarf im Tagesablauf verstetigt und damit die Netzstabilitiät gesichert werden kann.

KSO 08.03.2023 19:08

Ich sehe es aber auch so, dass für eine WP gute Wärmedämmung und eine Niedrigtemperaturheizung sinnvoll bis notwendig ist.
COP Werte (ich kenne nur den Begriff Jahresarbeitszahl) unter 4 sollten wirklich nicht vorkommen. Das sollte von unabhängiger Stelle, von mir z.B. auch von einem Schornsteinfeger, kontrolliert werden.
Allerdings sehe ich weder Industrie, noch Heizungsbauer Handwerk gerüstet dafür alles so mir nichts drin nichts umzustellen. Da müssen noch ganze Armeen an Technikern ausgebildet werden.
Was mein Kollege mit seiner vier Jahre alten WP bei einem Ausfall im Februar für Ärger hatte, geht auf keine Kuhhaut. Eine Familie, die eine Woche lang friert, ist kein Spaß…..

ha_ru 08.03.2023 19:54

Zitat:

Zitat von KSO (Beitrag 2270157)
Ich sehe es aber auch so, dass für eine WP gute Wärmedämmung und eine Niedrigtemperaturheizung sinnvoll bis notwendig ist.

Allerdings sehe ich weder Industrie, noch Heizungsbauer Handwerk gerüstet dafür alles so mir nichts drin nichts umzustellen. Da müssen noch ganze Armeen an Technikern ausgebildet werden.

Was mein Kollege mit seiner vier Jahre alten WP bei einem Ausfall im Februar für Ärger hatte, geht auf keine Kuhhaut. Eine Familie, die eine Woche lang friert, ist kein Spaß…..

Keine Frage, für schlecht gedämmte, zugige Altbauten ist die WP nichts. Aber da schlägt der Kostenhammer auch mit anderen Techniken zu. Mein Haus Bj 1989 z.B. war schon gut gerüstet, bei mir ist nur der Heizkörper im Bad zu klein (ist, weil noch nicht getauscht und wir und mit dem Heizstrahler aus Kinderwickelzeiten behelfen können). Ein- bis Zweiiwfamilienhäuser können oft unaufwändig auf den erforderlichen Stand gebracht werden. Bei Mehrfamilienhäusern kann das schwierig sein.

Die Industrie rüstet sich und das Handwerk auch. Die ganze Peripherie ist nichts neues und die Technik der WPs ist ziemlich simpel. Der Kälteschein, der für manche WPs erforderlich ist, kann in 4 Tagen erworben werden. Mein Installateur hat ihn schon lange.

Mein Sohn hatte in einem MFH mal 3 Monate im Winter keine Zentralheizung, weil das Leck nicht gefunden wurde. Bei uns war es auch mal ein paar Tage kalt (ausgerechnte zwischen Weihnachten und Neujahr), weil es die Platine der Steuerung nicht mehr als Ersatzteil gab und man eine Gebrauchte auftreiben musste. Einzelbeispiele und -schicksale sind anekdotisch, aber keine Entscheidungsgrundlagen.

KSO 08.03.2023 20:27

Die Anekdoten sind jetzt schon reichlich, skalier das mal hoch, wenn es so kommen sollte, wie Habeck das gerne hätte.
Unser Installateur kann die Anlage ein- und ausschalten, für alles andere muss der Techniker des Herstellers der Anlage (5 Parteien MFH) kommen.

turboengine 08.03.2023 20:37

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2270161)
Einzelbeispiele und -schicksale sind anekdotisch, aber keine Entscheidungsgrundlagen.

Das Thema ist hier ja die “Energiewende”, das ist ein Thema das die ganze Volkswirtschaft incl. Industrie betrifft. Aber die meisten hier argumentieren mit ihrer “persönlichen Energiewende”. Das ist ja recht und schön, aber man muss sich einfach mal die Größenordnung dessen vergewärtigen was in der naiven Merkel-Zeit abgeschaltet wurde und was nun nachwachsen soll.

Kanzler Scholz wünscht sich vier bis fünf Windkraftanlagen täglich - das klingt gut. Bei 5 MW pro Windrad wären das 25 MW installierte Leistung. Windräder sind aber nur gut zu 1/5 wirklich ausgelastet, macht also 5 MW Zubau pro Tag - trotzdem ist nicht garantiert dass diese 5 MW stets zur Verfügung stehen. Flatterstrom eben.

Das heisst dass in einem Jahr 1825 MW Leistung zugebaut werden. Das entspricht gut 120% des KKW Isar 2. Um also die letzten drei verbliebenen KKWs zu kompensieren gehen mehr als zwei Jahre (geplanter) Zubau ins Land. Und Isar 2 steht in der Nähe von München, da lohnt es aber kaum Windkraftanlagen hinzustellen, da Schwachwindgebiet. Was da steht sind eher Traumfänger…

Kein Zufall, dass die Windkraftanlagen vorwiegend nördlich der Mainlinie stehen…

Schon wieder: Erst abschalten, dann hoffen. Bisher wurde noch nicht mal die alten Kernkraftwerke durch Wind und Sonne ersetzt. Kein Wunder, dass die CO2-Emission aus der Stromerzeugung nicht sinkt. Un zusätzlich glaubt man mit diesem Strommix E-Autos und Wärmepumpen emissionsfrei zu betreiben. Das grenzt an vorsätzlichen Selbstbetrug.

Es ist der Glaube an die eigenen Pläne und Hoffen auf Speicher für den Flatterstrom und dass die Stromleitung nach Süddeutschland fertig werde.

Glaube und Hoffnung sind in der Kirche besser aufgehoben als bei der Energieversorgung.

steve.hatton 08.03.2023 21:44

Zitat:

Zitat von chri$ti@n (Beitrag 2270152)
Mit deinen Argumenten im entsprechenden Post gehe ich größtenteils d´accord. Aber ich denke nicht, dass das das Problem ist. Es muss erlaubt sein, auf Fehler im Weg (sei er noch so gut gemeint ) zum richtigen Ziel hinweisen zu dürfen, ohne dafür gleich in eine Schublade gesteckt zu werden. Egal, ob die Schublade "oben" oder "unten" ist ;)
....

Andere Meinungen sollten immer gehört und geprüft werden - Schubladen sind halt neben der langen Bank unsere liebsten Möbelstücke:cool:

chri$ti@n 09.03.2023 01:08

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2270174)
Schubladen sind halt neben der langen Bank unsere liebsten Möbelstücke:cool:

:D :top:

Porty 09.03.2023 01:51

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2270161)
Die Industrie rüstet sich und das Handwerk auch. Die ganze Peripherie ist nichts neues und die Technik der WPs ist ziemlich simpel. Der Kälteschein, der für manche WPs erforderlich ist, kann in 4 Tagen erworben werden. Mein Installateur hat ihn schon lange.

Sicher ist das keine Raketenwissenschaft, aber die Wartung an einer WP sollte schon entsprechend sorgfältig ausgeführt werden. Irgend eine winzige Pore in einer Lötstelle oder gar ein Haarriss im Wärmetauscher und das Gerät ist schneller kaputt als man gucken kann.
Ist jetzt nicht so, dass ich noch keine Ausfälle erlebt hab. Der schlimmste Schaden war ein Wassereintritt in den Kältekreislauf, der aus dem kompletten Innenleben Edelschrott gemacht hat....


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