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dey 26.04.2020 13:02

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2134815)
Entschuldige bitte, aber mir ist nicht danach ein Moralkeule zu schwingen, aber doch sehr danach, das Geschriebene mit seinen Konsequenten zu verdeutlichen. Jede Entscheidung aktuell hat Konsequenzen und die sollten dann auch klar benannt sein.

Die Diskussion ist damit auch nicht beendet, Du kannst ja sagen, dass Du den Tod anderer als verhältnismäßig
ansehen und den natürlichen Lauf der Dinge galren würdest, oder?

Stephan

Und wie du sie schwingst und es nicht mal merkst, wenn man es dir sagt.

Es geht um Verhältnismägkeit und ob wir es nicht etwas zu gut gemeint haben. Die Corona-Toten könnte man zählen, wir können ja nicht mal sicher sein, wie wir die Zahl werten müssen in Relation zu anderen Ländern oder Grippeepidemie.
Was wir nicht zählen können und auch kaum abschätzen sind die Folgen des Lockdown.

Mit vielen politischen Entscheidungen gehen Tote einher. Das wird gewöhnlich thematisiert, z. B. 130 auf der AB. Aber bei Corona werden einem die Toten direkt auf den Hof gelegt: Moralkeule.

Stechus Kaktus 26.04.2020 13:05

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2134813)
Stand jetzt lernen meine Kinder kaum Neues und das wird wohl für dieses Schuljahr so bleiben. Aussage Schulleiter auf meine Frage:"es sind Beschäftigungsmassnahmen".

Sorry, das ist aber kein prinzipielles Problem sondern ein Problem des Bildungssystems, das wohl noch im 20. Jh steckt und da auch nicht gerade in den 90ern, als "Neuland" massentauglich wurde.

Wie hießen nochmal die 5 Hemmschuhe des Fortschritts?
- Das haben wir schon immer so gemacht!
- Das haben wir noch nie so gemacht!
- Das können wir so nicht machen!
- Was soll das bringen?
- Da könnte ja jeder kommen.

Ich arbeite im Bereich Erwachsenenbildung. Unsere Kurse sind sehr techniklastig mit großem Hardwareaufwand. Auch wenn das eine oder andere kurzfristig nicht machbar ist, konnten wir einen großen Teil unserer Kurse innerhalb weniger Wochen so umstellen, dass sie übers Internet durchgeführt werden können. Es gibt eine gute Nachfrage und das Feedback der Kunden ist durchweg positiv.

felix181 26.04.2020 13:07

Auch ein interessanter Ansatz um ein Frühwarnsystem zu erhalten:

Das Erbgut des Coronavirus wurde von Wissenschaftlern im Zulauf zu Hauptkläranlagen von Städten entdeckt. Zum Einsatz kam dabei eine Methode, die selbst geringste Spuren erkennt.
Mit den nachgewiesenen Spuren können Rückschlüsse über die Zahl der Infizierten gezogen werden. Steigt die Menge des Viren-Erbguts im Abwasser, lässt das auf eine Zunahme der Zahl der Personen schließen, die sich mit dem Virus infiziert haben.

So wurde in der Vergangenheit übrigens auch immer der tatsächliche Drogenkonsum der Einwohner von Städten ermittelt - die übrigens meist um ein Zigfaches über den offiziellen Angaben lagen ;)

HaPeKa 26.04.2020 13:13

Als Indikator sicher aussagekräftig. Nimmt die Coronabelastung ab, ist's beruhigend, nimmt sie zu, sind Massnahmen angesagt ... ein wirklich spannender Ansatz.

Wo wird das bereits gemacht, hast du Quellenangaben?

DonFredo 26.04.2020 13:14

Zitat:

Zitat von felix181 (Beitrag 2134837)
....Das Erbgut des Coronavirus wurde von Wissenschaftlern im Zulauf zu Hauptkläranlagen von Städten entdeckt. Zum Einsatz kam dabei eine Methode, die selbst geringste Spuren erkennt......

Ja, wobei aber nicht nachgewiesen werden konnte, dass es Covid-19 Viren sind/waren.


Sorry, aber bei den vielen Berichten schleichen sich halt Fehler ein.... :oops:

felix181 26.04.2020 13:17

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2134840)
Wo wird das bereits gemacht, hast du Quellenangaben?

In Wien

dey 26.04.2020 13:20

Bei allen Wünschen nach höherer Digitalisierung im Bildungswesen, das Ziel wäre niemals Homeschooling gewesen und hätte vermutlich auch so nicht gereicht.

Für Video-Unterricht braucht es ja auch didaktische Konzepte.

felix181 26.04.2020 13:21

Zitat:

Zitat von DonFredo (Beitrag 2134842)
Ja, wobei aber nicht nachgewiesen werden konnte, dass es Covid-19 Viren sind/waren.

Angeblich schon - da ist der komplette Artikel dazu (Quelle orf.at)

CoV-Spuren im Kanal als Frühwarnsystem

Wiens Kläranlage unterstützt die Coronavirus-Forschung: Wissenschaftler konnten kürzlich Erbgutspuren des Coronavirus im Abwasser nachweisen. Damit könnte nun ein Frühwarnsystem installiert werden.

Das Erbgut des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) wurde von Wissenschaftlern des Instituts für Wassergüte und Ressourcenmanagement der Technischen Universität Wien im Zulauf zur Hauptkläranlage der Stadt entdeckt. Zum Einsatz kam dabei eine Methode, die selbst geringste Spuren erkennt.

Mit den nachgewiesenen Spuren können nun Rückschlüsse über die Zahl der Infizierten gezogen werden. Steigt die Menge des Viren-Erbguts im Abwasser, lässt das auf eine Zunahme der Zahl der Personen schließen, die sich mit dem Virus infiziert haben. „Daraus könnte ein echtes Frühwarnsystem entstehen“, sagte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Die Stadt fördert die Forschung mit 50.000 Euro.

Forscher der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), der Medizinischen Universität Innsbruck, der Technischen Universität Wien und der Universität Innsbruck hatten sich Anfang April zum Konsortium „Coron-A“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es herauszufinden, wie das Auftreten von SARS-CoV-2 in häuslichem Abwasser mit der Anzahl der Infektionen im Einzugsgebiet von Kläranlagen im Zusammenhang steht

Gefunden wurde in der Kläranlage Simmering nicht das aktive, infektiöse Virus, sondern Spuren seines Erbgutes (RNA). Im Ablauf der Kläranlage in den Donaukanal konnten diese nicht mehr nachgewiesen werden. Die Viren-RNA zerfällt während des rund 20 Stunden dauernden Reinigungsprozesses oder ist im Klärschlamm gebunden, der aus dem Abwasser entfernt und verbrannt wird.

Der Nachweis im Zulauf der Kläranlage in Simmering könnte ein wichtiger unterstützender Baustein im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie sein, heißt es. Nun soll zunächst der Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Virus im Abwasser und der Zahl der Infizierten im Einzugsgebiet der Kläranlage näher untersucht werden.

Auch verschiedene Abwasserstränge des Kanalnetzes sollen untersucht werden, um damit auch für einzelne Teile Wiens belastbare Ergebnisse zu erzielen. Infizierte Personen – auch ohne Symptome – scheiden über den Stuhl das Virus aus. „Die Abwasseranalysen könnten auch die berühmte ,Dunkelziffer‘ der insgesamt Infizierten mit abbilden“, so Sima. Die Menge der viralen RNA von SARS-CoV-2 im Abwasser liegt laut der Voruntersuchung allerdings weit unter jenen Mengen, wie sie in infektiösen Tröpfchen vorkommen.

Die von der ebswien betriebene Kläranlage der Stadt Wien reinigt in Simmering das gesamte in Wien anfallende Abwasser – jährlich rund 200 Milliarden Liter. Pro Sekunde fließen im Schnitt rund 6.000 Liter Abwasser über das 2.500 Kilometer lange Wiener Kanalnetz in die Anlage. Aktuell läuft die Kläranlage gemäß ihrem „Notfallplan Pandemie“.

Die Reinigung des Abwassers erfolgt nach dem Vorbild der Natur: In zwei biologischen Reinigungsstufen bauen Mikroorganismen – wie in natürlichen Gewässern – die im Abwasser enthaltenen Schmutzstoffe ab. In der Wiener Kläranlage aber wesentlich konzentrierter und damit schneller. Nach 20 Stunden in der Anlage fließt das gereinigte Abwasser über den Donaukanal in die Donau. Die Donau verlässt Wien mit der gleichen Wasserqualität, mit der sie in die Stadt gekommen ist.

Stechus Kaktus 26.04.2020 14:51

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2134844)
Bei allen Wünschen nach höherer Digitalisierung im Bildungswesen, das Ziel wäre niemals Homeschooling gewesen und hätte vermutlich auch so nicht gereicht.

Sicher soll das nicht das Ziel sein. Einiges ist in unserem Bereich in absehbarer Zeit auch nicht online durchführbar. Vermutlich wird bei uns der Anteil der Onlinetrainings nach Corona wieder zurückgehen, aber " kaum was neues lernen bis zum Ende des Schuljahrs" ist ja wohl ein Armutszeugnis.

Zitat:

Zitat von dey (Beitrag 2134844)
Für Video-Unterricht braucht es ja auch didaktische Konzepte.

Genau diese Gedanken hat man sich bei uns bereits seit Jahren gemacht, nur war bisher das Interesse der Kunden eher "überschaubar".
Auch wir stehen da noch am Anfang, müssen noch viel lernen und es gibt einiges zu Verbessern, aber unsere bisherigen Ansätze scheinen nicht so schlecht zu sein. Und wir sind keine gelernten Pädagogen, sondern Techniker.

TONI_B 26.04.2020 15:20

Zitat:

Zitat von Stechus Kaktus (Beitrag 2134861)
Sicher soll das nicht das Ziel sein. Einiges ist in unserem Bereich in absehbarer Zeit auch nicht online durchführbar. Vermutlich wird bei uns wird der Anteil der Onlinetrainings nach Corona wieder zurückgehen, aber " kaum was neues lernen bis zum Ende des Schuljahrs" ist ja wohl ein Armutszeugnis.

Als Lehrer, der sich auch gerade in einer "Online-Phase" befindet, kann ich sagen, dass es - so wie immer - keine generell gültige Aussage gibt: meine Schüler, zwischen 14 und 19 Jahre verhalten sich schon sehr unterschiedlich. Die jüngeren Schüler tun sicher eher schwer, die älteren leben zum Teil richtig auf. Zumeist ist es auch so, dass jene, die im Regelunterricht wenig beitragen, auch jetzt kaum was arbeiten und sich eher verstecken. Für mich als Lehrer ist es z.T. wesentlich anstrengender und die Vorbereitungszeit ist auch länger. Wir sind eine technische Schule und dementsprechend gut IT-mäßig ausgestattet: innerhalb von 48 Stunden wurden von unserem EDV Team und den usern in MS-Teams mehr als 1000(!) Teams angelegt und es hat von Anfang an perfekt funktioniert. Nur dass am ersten Tag (16.3.) die MS in ganz Europa massive Bandbreitenprobleme hatten. Aber auch das wurde innerhalb kürzester Zeit behoben.

Viel schwieriger ist die Situation aber bei den 6-14 Jährigen: dort sind - zumindest bei uns in Ö - die Schulen nicht so gut in der EDV ausgestattet. Und auch in den Familien gibt es oft nicht genug Endgeräte oder das Wissen diese gut zu bedienen.

Und noch eines muss man sagen: so gut in meinem Bereich diese Online-Phase funktioniert, so sehr muss man sich als Lehrer davor fürchten! Warum? Wenn die "Obrigkeit" merkt, dass man einen Teil des Unterrichts ohne Lehrer in der Klasse machen kann, werden sicher wieder Sparmaßnahmen gesetzt und es gibt Stundenkürzungen und Gehaltseinbußen. Nicht dass ich mich davor fürchte, denn bis das flächendeckend kommt, kann ich in den Ruhestand gehen. :cool:

Aber für die nächste Genration der Lehrer sehe ich diese Entwicklung nicht nur positiv! Sicher gibt es Potential für Verbesserung, aber nur wenn auch genug Geld in die Hand genommen wird. Die Erfahrung zeigt aber, dass es zu einem Großteil nur um Einsparungen geht!


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