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ha_ru 20.02.2023 11:27

Zum Atomstrom werden auch Mythen verbreitet:

- Atomstrom sei Co2 Neutral
- Atomstrom sei günstig
- Atomstrom sei immer erzeugbar
- Atomstrom könne unsere Energieproblem der kommenden Jahre lösen

Dass Uranabbau und vor allem AKW-Neubau Co2 erzeugen wird dabei genauso unterschlagen wie die immensen Investitions- und Entsorgungskosten, in Hitzeperioden werden die Flüsse zu warm und der Neubau von AKWs dauert lange.

Private Investoren geben kaum noch Geld für AKWs, weil sie unrentabel sind ( Quelle: Zeit - Energiequelle mit Finanzierungsproblemen )

Zitat:

Werden die Vollkosten neuer Anlagen verglichen, fällt der Kostenunterschied noch deutlicher aus (siehe Abbildung 2). Während die Vollkosten neuer Stein- und Braunkohleanlagen im Jahr 2021 inklusive staatlicher Förderungen ohne Budgetwirkung und nicht-internalisierter externer Kosten im Mittel bis zu 33,3 ct/kWh bzw. 33,1 ct/kWh
betragen, belaufen sich die Vollkosten neuer Onshore-Windenergieanlagen im Mittel auf 6,1 ct/kWh, jene neuer Offshore-Windenergieanlagen auf 9,7 ct/kWh und jene neuer PV-Anlagen auf 7,1 ct/kWh. Die Vollkosten neuer Atomenergieanlagen fallen mit bis zu 46,4 ct/kWh am höchsten aus.
Quelle: https://foes.de/publikationen/2021/2...h_Kohle_EE.pdf

Da Wind- und Sonne unzuverlässig sind, Speicherung in der benötigten Menge ungelöst, werden wir auf umweltschädliche oder teuere Technologien nicht so schnell verzichten können. Ob der schnelle Ausstieg Deutschlands aus der Atomstromerzeugung die beste Lösung ist kann zurecht bezweifelt werden, aber daran festzuhalten löst die anstehenden Probleme keineswegs.

twolf 20.02.2023 11:38

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2268298)
Natürlich weiß ich das nicht, aber ich gehe mal davon aus, dass man nach mittlerweile 110 Jahren Bahnbetrieb mit 15 kV/16,7 Hz das Problem mit den Stromabnehmern gelöst haben sollte.

Schließlich sind die Anforderungen von Leistung und Fahrgeschwindigkeit beim Mireo überschaubar. Und wenn der Kunde etwas haben will, was nicht funktioniert, sollte ein renommierter Hersteller darauf bestehen, was brauchbares einzubauen. Immerhin hat er einen Nahmen zu verlieren.

wenn Siemens aber schon eine große Zahl von Mireo Zügen Ausgeliefert hat, und nur ein Bahnbetreiber Probleme hat, dann ist das schon eine Aussage die mich Nachdenklich macht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_Mireo

amateur 20.02.2023 11:54

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2268351)
Dass Uranabbau und vor allem AKW-Neubau Co2 erzeugen wird dabei genauso unterschlagen wie die immensen Investitions- und Entsorgungskosten, in Hitzeperioden werden die Flüsse zu warm und der Neubau von AKWs dauert lange.

Naja, aber das ist ja bei Windrädern und Co. genauso der Fall. Auch hier wird viel Engergie beim Bau der Infrastruktur verbraucht. Im Vergleich zur erzeugten Menge Strom dort wie hier vernachlässigbar.


Interessant, dass Russland mit Nuklearexporten Kasse macht:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/un...4-1316785d0aca

Stephan

Porty 20.02.2023 12:19

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2268354)
Naja, aber das ist ja bei Windrädern und Co. genauso der Fall. Auch hier wird viel Engergie beim Bau der Infrastruktur verbraucht. Im Vergleich zur erzeugten Menge Strom dort wie hier vernachlässigbar.

Stephan


Nö, ist nicht vernachlässigbar:


https://de.wikipedia.org/wiki/Erntef...raftwerkstypen

ha_ru 20.02.2023 12:51

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2268359)
Nö, ist nicht vernachlässigbar:

Da es um Co2 ging passt der Link vielleicht besser:
https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Em..._der_Erzeugung


Man beachte die große Bandbreite beim AKW-Strom. Ich hatte eine Studie mit einem Mittelwert von um die 33 für Atomstrom im Kopf, PV-Module schnitten etwa gleich ab, Windkraft besser. Vor allem der Bau mit dem hohen Zementverbrauch der AKWs wurde da angeführt. Je nach Annahmen kommt amn anscheinend zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Was da stimmt :zuck:

Porty 20.02.2023 13:29

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2268362)
Je nach Annahmen kommt amn anscheinend zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Was da stimmt :zuck:


Logisch! Wie heißt es so schön: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast....
Je nach Interessenlage werden da schon mal die Zahlen passend hingebogen. Man sollte halt den Energieverbrauch für die Herstellung auch mit betrachten und auch Windräder bestehen heute aus viel Beton. Mir sind z.b. Zahlen für ein großes Windrad von 1000 t höchstfester Beton für den Schaft und noch mal 1000 t fürs Fundament bekannt (6,3 MW- Anlage mit 150 m Turm) Von diesen Anlagen braucht man ca 500 Stück für die Energieeinspeisung eines AKW- Blockes mit 1 GW. Macht 1 Mio t Beton und eine halbe Mio t Stahl. Die fallen nicht vom Himmel.


Die Zahlen stammen aus einen Interview mit einen Bauleiter einer Windradfirma http://omegataupodcast.net/379-bau-v...dkraftanlagen/

turboengine 20.02.2023 13:40

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2268342)
Da es ja nur ein Deutsches Problem ist: In welchen Ländern wurde denn bereits eine Lösung gefunden, das Zeug ohne ständige Aufmerksamkeit Jahrhunderte lang zu lagern gefunden? Und wie sieht diese aus?

Stephan

Finnland, Schweden und Frankreich haben den definitiven Standort für ihr geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle bereits bestimmt. Das Projekt Onkalo in Finnland ist am weitesten fortgeschritten. Das erste Endlager für hochaktive Abfälle wird derzeit in der Gemeinde Eurajoki auf der Insel Olkiluoto vor der Westküste Finnlands gebaut – rund drei Stunden Autofahrt von Helsinki entfernt. Es befindet sich in 400 bis 430 Metern Tiefe unter der Ostsee und nimmt laut Planung 2024 oder 2025 seinen Betrieb auf.

turboengine 20.02.2023 13:50

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2268351)
Zum Atomstrom …

Hast Du mal wieder das Standardargumentarium ablaufen lassen. Ist wohl sowas wie Aktivistengrundaustattung seit vielen Jahren.
Nochmal: Das ist ja ganz nette Folklore hierzulande immer denselben Artikel aus der ZEIT als Beweis zu verlinken.
Wer sich grundsätzlich für die Ökonomie von Kraftwerken interessiert dem empfehle ich z.B. diesen Vortrag von Prof. David Ruzic von der University of Illinois. Das ist Grundlagenwissen ohne ideologische Verbrämung.

https://youtu.be/cbeJIwF1pVY

Selbst denken -

amateur 20.02.2023 13:57

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2268366)
Finnland, Schweden und Frankreich haben den definitiven Standort für ihr geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle bereits bestimmt.

Genau. Standort bestimmt. Fertig ist noch nichts. Nach vielen Jahrzehnten Atomenergie. Mal abwarten, was in den Projektverläufen dann noch so alles schief geht.

Stephan

turboengine 20.02.2023 14:20

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2268369)
Genau. Standort bestimmt. Fertig ist noch nichts. Nach vielen Jahrzehnten Atomenergie. Mal abwarten, was in den Projektverläufen dann noch so alles schief geht.

Stephan

Ist nicht ganz richtig. Für gut die Hälfte (303.000 Kubikmeter) der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle hat Deutschland mit dem genehmigten Endlager Konrad einen Entsorgungsweg gefunden.


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