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turboengine 08.01.2023 13:36

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 2264000)
warum die Preise ohne Zeit Verzögerung anziehen, wenn an der Börse die Preise leicht steigen?

Das nennt man wohl abkassieren bzw. Gewinnmitnahmen.

Über welche Börsenpreise sprichst Du? Spot- oder Terminmarkt? Woran machst Du das fest? An den Neukundenpreisen der Gasversorger?

Jeder redet über „die Preise“. Es gibt aber zig Preise für unterschiedliche Lieferorte und Lieferperioden. Der für die Endkunden in Deutschland relevante Preis wären die ersten vier Frontquartale (Q2/23… Q1/24) TTF Gas an der Börse ICE Europe (London) da hiermit der Einkauf abgesichert wird. Der Winterkontrakt 23 (entspricht Q4/23 und Q1/24) kam erst im Verlaufe des Dezembers von seinem hohen Niveau herunter.

Ein Zeichen dafür dass der Markt funktioniert.


Bild in der Galerie

https://www.theice.com/products/2799...5733530&span=2

steve.hatton 08.01.2023 16:11

Zitat:

Zitat von eric d. (Beitrag 2263931)
Mal was anderes...

der Gaspreis ist aktuell wieder eher auf dem Stand
VOR dem Einmarsch in die Ukraine, vor 2.22, zumindest nahe dran.

Dennoch reden wir von 300 bis 500% Kosten-Steigerung für den Endkunden
und Gaspreisdeckel etc.. :evil:

Warum ist das so.. und warum wird das nicht thematisiert gerade auch in den Medien ?

Oligopole waren noch nie besonders gute Lösungen, von Monopolen ganz zu schweigen.

steve.hatton 08.01.2023 16:20

Zitat:

Zitat von turboengine (Beitrag 2264007)
...
Ein Zeichen dafür dass der Markt funktioniert.

...

Natürlich funktioniert das Markt, aber es ist es nicht auch so, dass genau die Verschiebungen, also deutlich trägere Anpassungen an fallende Preise im Vergleich zu sehr zeitnahen Anpassungen an Steigerungen, den Gesamtpreis für den Verbraucher nicht attraktive macht.

Gepard 08.01.2023 17:12

"Korrekt, aber dann frage ich mich, warum die Preise ohne Zeit Verzögerung anziehen, wenn an der Börse die Preise leicht steigen?
Das nennt man wohl abkassieren bzw. Gewinnmitnahmen."
Das ist ein guter alter Brauch, auch in anderen Bereichen.:flop:

turboengine 08.01.2023 17:52

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 2264016)
Natürlich funktioniert das Markt, aber es ist es nicht auch so, dass genau die Verschiebungen, also deutlich trägere Anpassungen an fallende Preise im Vergleich zu sehr zeitnahen Anpassungen an Steigerungen, den Gesamtpreis für den Verbraucher nicht attraktive macht.

Du hast dafür sicher Belege? Wann ja, bitte ans Bundeskartellamt senden. Das Kartellrecht wurde ja schon mit viel Gedöns verschärft - mit geringer Wirkung.

https://www.lto.de/recht/hintergruen...g-uebergewinn/

Ein weiteres Problem ist die geplante „Gewinnabschöpfung“ - die erhöht die Risiken für die Unternehmen. Höhere Risiken bedeuten höhere Kosten - und die trägt der Verbraucher.

Es wäre halt schon seit Jahren (ich schrieb das schon mehrfach) an der Zeit, mal ausser Theaterdonner wirklich ernsthaft am Grundproblem zu arbeiten. Und das ist der genügende Aufbau von Kraftwerkskapazität für garantierte Leistung - kein Flatterstrom.

Zitat:

"Gerade dort, wo es nur wenige Anbieter im Markt mit hohen Gewinnmargen gibt, Märkte sich zum Nachteil der Endkunden verfestigen und hohe Preise oder schlechte Qualität die Folgen sind, kann die missbrauchsunabhängige Entflechtungsmöglichkeit sinnvoll Abhilfe schaffen."
Eine „missbrauchsunabhängige Entflechtungsmöglichkeit“ ist ein planwirtschaftlicher Eingriff in den Markt - auf zur DDR 2.0

frame 08.01.2023 19:52

Zitat:

Zitat von Gepard (Beitrag 2263996)
Gas war der Plan. Und wenn irgendwann Wasserstoff zur Verfügung steht, sollen diese Kraftwerke damit betrieben werden.

richtig, aber Gas ist ja nun auch fossil, aus Klimasicht wäre Kernenergie halt erheblich sinnvoller.

Wasserstoff ist auch der einzige Plan den ich kenne, aber was da gebraucht wird sind eben nicht ein paar vereinzelte Anlagen sondern viele Gigawatt. Warum diskutiert man immer nur über neue Windräder und dass das viel zu lange dauert statt viel mehr darüber aus dem überschüssigen Strom den wir zu vielen zeiten haben Wasserstoff zu machen?

Wir haben viel zuviel Strom bei Sturm, wir haben viel zuviel Strom im Frühjar und Sommer um die Mittagszeit, Gross-Solaranlagen werden an über 100 Tagen im Jahr abgeschaltet.
DORT müsste meines Erachten jetzt die Konzentration bei den EE sein, und natürlich auf den Trassen, die sind ein Trauerspiel.

Panflam 08.01.2023 20:49

Zitat:

Zitat von frame (Beitrag 2264035)

Wasserstoff ist auch der einzige Plan den ich kenne, aber was da gebraucht wird sind eben nicht ein paar vereinzelte Anlagen sondern viele Gigawatt. Warum diskutiert man immer nur über neue Windräder und dass das viel zu lange dauert statt viel mehr darüber aus dem überschüssigen Strom den wir zu vielen zeiten haben Wasserstoff zu machen?

Das habe ich letzten Sommer hier schon gefragt.
Wo sind die richtig großen Strom-Speicher Anlagen? Wo und wann werden sie gebaut und können in den Einsatz genommen werden?
Gibt es überhaupt Pläne hierfür?
Wieviel Waffen wohin geliefert werden erfahren wir täglich, aber über die Energiewende erfährt man öffentlich recht wenig, kein Wunder das es so viele Zweifler gibt.

Gruß Jörg

Gepard 08.01.2023 21:04

Ja, so einen richtigen Plan, was man will und bis wann man was will vermisse ich auch.
Dafür haben wir aber einen Plan was man nicht will. Man will keinen Atomstrom und ab 2030 auch keinen Kohlestrom mehr.
Nun würde man ja erwarten, das irgend etwas bis dahin geschehen muß, damit man das auch durchziehen kann. Fehlanzeige.:flop:
Moment, nicht ganz. In dem Papier der EU dazu, steht das die Länder Fonds aufbauen sollen, aus denen die ärmeren Bevölkerungsschichten unterstützt werden sollen, weil die sich sonst weder Heizung noch Strom werden leisten können.

Porty 08.01.2023 21:15

Zitat:

Zitat von Panflam (Beitrag 2264039)
Das habe ich letzten Sommer hier schon gefragt.
Wo sind die richtig großen Strom-Speicher Anlagen? Wo und wann werden sie gebaut und können in den Einsatz genommen werden?
Gibt es überhaupt Pläne hierfür?

Ich fürchte nein.
Mit Windrädern und Solaranlagen kann man offensichtlich viel Geld verdienen und es gibt eine Lobby, die dieses Geschäftsmodell gern weiter betreiben möchte. Für die Speicherung gibt es offensichtlich noch keine brauchbaren Lösungen, nur ein paar Ansätze zur Wasserstofftechnologie und die immer wieder propagierten aber völlig unrealistischen Träume der Mineralöl- und Autoindustrie zu Synthfuel. Hatte ich ja hier schon durchgerechnet. Daher ist da wohl nichts zu holen und dementsprechend wird da auch nicht investiert.
Konzerne und Investoren wollen in aller Regel Geld verdienen und nicht das Klima retten. Das spielt höchstens im Marketing und in der Außendarstellung eine Rolle.

loewe60bb 09.01.2023 07:57

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2264043)
[...]
Konzerne und Investoren wollen in aller Regel Geld verdienen und nicht das Klima retten.
[...]

Ja, so ist das in der sogenannten "Freien Marktwirtschaft".
Staatliche "Planwirtschaft" will aber auch keiner!

So rasen wir also weiter mit Vollgas auf die Mauer zu - einen Meter vorher wird uns dann schon noch das richtige einfallen....
... diese "Wunderlösung" wird es aber nicht geben und so wird wohl alles den Bach runter gehen - vermutlich!
Da hab´ ich das große Glück, das nicht mehr miterleben zu müssen!

Aber wir sind ja nicht die erste Spezies die von diesem Planeten verschwindet.
Nur die erste, die sich selber ausrottet!"


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