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Harry Hirsch 16.04.2020 15:01

Zitat:

Zitat von Irmi (Beitrag 2132550)
Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Management unserer Regierung und wie die das alles hinkriegen. Die müssen teils rund um die Uhr arbeiten. Man hätte vielleicht ein ganz klein bißchen früher anfanf´gen sollen.

Deine Zufriedenheit teile ich voll und ganz. Wie schon ein paar mal gesagt, etwas weniger, durch unseren Föderalismus bedingte, Unterschiede. Am besten EU-weit.

Hinterher ist man natürlich schlauer und eine Woche früher wäre rückblickend gut gewesen. Zu dem Zeitpunkt wusste man das aber nicht. Und ich glaube auch nicht, dass die breite Akzeptanz schon da gewesen wäre.... (siehe dazu auch einige der ersten Beiträge in diesem Thread.)


Zitat:

Zitat von hajoko (Beitrag 2132560)
Nur so am Rande, ich bin Naturwissenschaftler und seit Jahrzehnten mit Infektiologie und Epidemiologie vertraut. Ich kann ganz gut die Qualität der Arbeit des PKI beurteilen und bin damit sehr zufrieden ...schnipp...

Das finde ich sehr spannend. Und wenn du als Experte es gutheißt, dann heißt es doch was!

guenter_w 16.04.2020 15:14

Zitat:

Zitat von hajoko (Beitrag 2132560)
Nur so am Rande, ich bin Naturwissenschaftler und seit Jahrzehnten mit Infektiologie und Epidemiologie vertraut. Ich kann ganz gut die Qualität der Arbeit des PKI beurteilen und bin damit sehr zufrieden ...

Du meinst sicherlich das RKI - nur mal so. Ich kritisiere ja nicht das RKI - als gelernter Geograph hatte ich im Laufe meines Studiums genügend mit Datenerhebung, Statistik und Validierung zu tun - deshalb höre ich genau hin, wenn das RKI bzw. Herr Wieler die Schwierigkeiten bei der Datenerhebung und auch deren Bewertung ganz detailliert erwähnt. Wundern tu ich mich nur, dass, obwohl die Probleme durchgängig bekannt sind und auch Teil von lebhafter Diskussion sind, unsere Verantwortlichen sich trauen aufgrund dieser miserablen Daten- und Kenntnislage irgendwelche Entscheidungen zu Lockerungen zu treffen. Man betrachte nur mal sorgfältig die Statistik der Landkreise und der Meldungsdaten. Die Schwankungen sind rational nicht nachvollziehbar und liegen in der Übermittlung, teilweise auch der Dauer der Untersuchung in den Laboren. "Auf Sicht fahren" wird das derzeitige Entscheidungsverhalten genannt, m.E. ist das ein Tasten im Dunkeln. Wir haben bundesweit kein einheitliches Verfahren zur Datenerhebung, Meldung und Weitergabe, wir wissen nicht, noch nicht mal in einer umfragewürdigen Stichprobe, wie hoch der Durchseuchungsgrad ist, wir wissen nicht, wie zuverlässig wirklich die derzeit eingesetzten Testverfahren sind, wir wissen nicht, welche Maßnahmen effektiv schützen, da wir noch viel zu wenige Erkenntnisse über das Leben und Wirken von Covid-19 haben. Da wird die Bundesbauordnung als Kriterium für die Öffnung von Geschäften hergenommen - das mag zwar juristisch in Ordnung sein, aber wirklich sachlich begründen lässt sich das nicht.

Aber wir haben keine Alternative und müssen jeder für sich alles tun, um Übertragungen zu vermeiden. Damit geht es uns in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch sehr gut!

amateur 16.04.2020 15:26

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2132477)
Weiß jemand Details zu den 800qm?

Weiß man, woher die Größe stammt?
Kann ein Laden 800qm seiner 1.600 zur Verfügung stellen, den Rest sperren und damit öffnen?:

"Zuvor hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angekündigt, dass auch große Läden öffnen dürfen, wenn sie ihre Fläche entsprechend beschränken. "Ja, 800 Quadratmeter sind 800 Quadratmeter. Alles andere wäre auch unter Gleichheitsgesichtspunkten relativ schwer zu begründen", sagte Weil." Quelle: www.spiegel.de

Stephan

berlac 16.04.2020 15:30

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2132570)
Deine Zufriedenheit teile ich voll und ganz. Wie schon ein paar mal gesagt, etwas weniger, durch unseren Föderalismus bedingte, Unterschiede. Am besten EU-weit.

Ich kann das mit dem Förderalismus-Bashing langsam nicht mehr hören. Wo sollen denn die großen Nachteile sein? Diejenige die Regelungen auf Länderebene nicht "verarbeiten" können, werden mit Bundesregeln kaum viel weiter kommen.

Außerdem:
- Sind die zentralistisch organisierten Staaten wie z.B. Frankreich, Italien und Spanien soviel besser in der Krise? Mir kommt es nicht so vor.
- Warum um Himmels willen gar EU weit? Warum sollten die Schulen z.B. in Finnland schließen, wenn es nur in Portugal ein Problem gibt? Es kann durchaus sinnvoll sein zu differenzieren. Durchaus auch bei Corona. Und ja, das kann auch auf Ebene der Bundesländer sinnvoll sein.

Harry Hirsch 16.04.2020 16:09

Nein, nein. Ich bin kein Gegner des Föderalismus. Im Gegenteil. Er macht uns wesentlich schlagfertiger.
Aber wo Licht, da ist auch Schatten. Und die Unterschiede sind (für mich) eben ein Nachteil dieses Prinzips.

Also, warum erwähne ich es immer? Das ist wie beim Changemanagement. Information, Erklärung und Verständnis führen zum Erfolg.
Otto und Erika Normal informieren sich in erster Linie über die üblichen Kanäle wie tagesschau, heute, RTL aktuell etc.
Dort werden grob die bundeseinheitlichen Regelungen wiedergegeben. Wenn du die Leute nachts um drei weckst, können sie die Bestimmungen sofort runterbeten.

Was die lokalen Regeln angeht, müssen sich die Leute aktiv für ihr Umfeld erkundigen. Das machen eben nicht alle. Das ist nicht gut, aber es ist so.

Und -ich hatte es hier schon mal geschrieben- wen ich dann im Dreiländereck wohne und mit meiner Frau über die Grenze ins nächste Bundesland laufe, darf ich das dann?

felix181 16.04.2020 16:27

Zitat:

Zitat von kiwi05 (Beitrag 2132556)
Wenn meine Beobachtungen stimmen und ein nicht unerheblicher Teil der Generation 65+ bzgl. Abstandhalten, Selbst- und Fremdschutz sehr fatalistisch unterwegs ist, möchte ich aber nicht dazu gezwungen werden, ausschließlich mit diesen einkaufen zu können. :roll:

Das ist ja auch nicht so gedacht - es soll nur eine Zeit geben, die den +65 vorbehalten ist. Klarerweise dürfen die aber auch zusammen mit den jüngeren Mitbürgern einkaufen... :lol::lol:

HaPeKa 16.04.2020 16:32

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2132570)
Hinterher ist man natürlich schlauer und eine Woche früher wäre rückblickend gut gewesen. Zu dem Zeitpunkt wusste man das aber nicht. Und ich glaube auch nicht, dass die breite Akzeptanz schon da gewesen wäre....

Bei uns ging's eine Woche früher los und ich fand's völlig übertrieben. Die Faktenlage war da noch recht dünn ...
Zitat:

Zitat von felix181 (Beitrag 2132583)
Das ist ja auch nicht so gedacht - es soll nur eine Zeit geben, die den +65 vorbehalten ist. Klarerweise dürfen die aber auch zusammen mit den jüngeren Mitbürgern einkaufen... :lol::lol:

Genau so ist es. Und es ist nicht Stufe Verordnung, sondern eine Empfehlung, die gut umgesetzt wird.

HaPeKa 16.04.2020 16:38

Der weitere Fahrplan für die Schweiz sieht in 3. Schritten so aus:

- Ab dem 27. April können Spitäler wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen.
- Coiffeursalons und Gartencenter dürfen ebenfalls ab dem 27. April wieder offen haben.
- Obligatorische Schulen sollen ab dem 11. Mai den Betrieb aufnehmen.
- Am 8. Juni sollen Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen.

Noch keine Antwort gibt es hingegen auf die Frage, wann Restaurants und Bars wieder geöffnet haben dürfen.

kiwi05 16.04.2020 16:49

Zitat:

Zitat von felix181 (Beitrag 2132583)
Das ist ja auch nicht so gedacht - es soll nur eine Zeit geben, die den +65 vorbehalten ist. Klarerweise dürfen die aber auch zusammen mit den jüngeren Mitbürgern einkaufen... :lol::lol:

Das ist etwas anderes, als es in #2996 steht. Nur darauf bezog sich mein Einwand.
So erscheint es mir sinnvoll.

HaPeKa 16.04.2020 16:51

Jep, mein Fehler, hätte 'einkaufen sollten' statt 'einkaufen dürfen' schreiben sollen ... ist eine Empfehlung. Gut, dass sie so funktioniert wie angedacht ...


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