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TONI_B 27.07.2019 20:08

Nachdem Kurt dankenswerterweise ein RAW mit Sternen vom Sigma 35mm/f1,2 bei Offenblende zur Verfügung gestellt hat, habe ich dieses mal mit "PI" (=PixInsight, einem EBV-Programm für Astroaufnahmen) analysiert.

Gleich vorweg: dieses Objektiv leistet gewaltig viel bereits bei Offenblende f/1,2!

PI misst jeden einzelnen Sterndurchmesser bzw. dessen Form und stellt es in Linien mit gleichen Werten dar.

Hier die "Landkarte" für den Sterndurchmesser:

Bild in der Galerie

Man erkennt deutlich, dass am Rand die Sterne kleiner sind als in der Mitte! D.h. der Fokus hat nicht perfekt gepasst. Was bei f/1,2 nicht wirklich verwunderlich ist. Da müsste man mehrere Aufnahmen mit ganz gering unterschiedlichen Einstellungen machen.

Die Form der Stern wird hinsichtlich der Exzentrizität untersucht. Ein runder Stern hat einen Wert von unter 0,5.

Bild in der Galerie
Hier sieht man, dass die Sterne in der Mitte runder sind als am Rand. No, na net - würde man in Ö sagen...;)

Dann wird ein Mosaik aus Crops (Mitte, Ecken und Ränder jeweils 528Pixel) zusammengestellt:

Bild in der Galerie
Da sieht man auch, dass die Sterne in der Bildmitte nicht exakt scharf sind - was aber natürlich der Abbildung in den Ecken zugute kommen dürfte.

Aus den Messungen kann man vielleicht eine minimale Dezentrierung erkennen, aber bei 42MP und f/1,2 zeigt dieses Objektiv mMn eine extrem gute Korrektur! Bei optimaler Scharfstellung und zartes Abblenden auf f/2 sollte es perfekte Sterne auf FF bis in die Ecken bringen.

Zudem muss ich sagen, dass 42MP für mich in der Astrofotografie schon ein gewisses "Overkill" darstellt. Daher habe ich mal die Größe linear halbiert, also die Fläche geviertelt, also bleiben immer noch mehr als 10MPixel.

Da sieht es dann so aus:

Bild in der Galerie
Also Sterndurchmesser im Bereich von 2Pixel!

Und die Exzentrizität nimmt auch gute Werte an:

Bild in der Galerie

Nach diesem RAW bekomme ich "lange Zähne", auch wenn mich der Preis schon ein wenig abschreckt. :shock:

Für mich wäre sehr wichtig, ob man gut manuell reproduzierbar(!!) fokussieren kann?
Und ob die super Eigenschaften auch bei modifizierten Kameras beibehalten werden.

Kurt Weinmeister 27.07.2019 20:48

Vielen lieben Dank, Toni!

Die Analyse finde ich sehr spannend und aufschlußreich!
Ich denke schon, dass man manuell reproduzierbare Ergebnisse bekommt.
Der Drehweg ist sehr lang und es gibt einen angenehm deutlichen Widerstand. Wenn ich an das Minolta 200mm APO denke -> minimale Wege und schon einmal anhauchen reichte, um den Fokus zu verstellen.

Ich habe manuell fokussiert und wünschte, die Fokuslupe wäre statt 10-fach 100-fach.
Ich musste auch die Kantenanhebung ausschalten. Die ist bei solchen kleinen Objekten einfach nur tödlich.

Was den Preis betrifft: es ist günstiger als das SEL35F14Z (Listenpreis) und in meinen Augen für diese Zwecke besser geeignet. Zumindest mich überzeugt das Preis/Leistungsverhältnis.

laurel 27.07.2019 20:54

Wie schlägt sich eigentlich das Otus 28 1.1,4 für Astroaufnahmen?

aidualk 28.07.2019 15:45

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2077917)
Für Offenblende beim Sigma war es dann doch zu hell.


Bild in der Galerie

Welche Vergrößerung/Größe sehen wir hier? Sind das 100% crop Ausschnitte?


Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2077931)
Verzeichniskorrektur und Schattierung.
In der Kamera auf NEIN oder AUTO gestellt.

Während ich bei der Schattierung gut einen Unterscheid sehe, erkenne ich bei der Verzeichnung, dass dort eine Korrektur stattfindet, nur am Zucken im Lightroom.


Bild in der Galerie

Bei Sonyobjektiven (ob es bei Sigma genauso ist, weiß ich nicht), wird über das Objektive die Korrekturen für CA und Vignettierung ins RAW hineingeschrieben. Für die Verzeichnung nicht. Wenn lightroom das Objektiv noch nicht kennt, müsste man es manuell korrigieren.

Du kannst es mal testen, wenn du die entsprechenden jpg ooc nebeneinander legt (also einmal mit und einmal ohne Verzeichnungskorrektur in der Kamera).

Kurt Weinmeister 28.07.2019 17:48

Na, ich hoffe doch, dass es 1:1 Ausschnitte sind.
Ich habe in LR per Schneidewerkzeug einen ca. 426x396px Ausschnitt gewählt und dann als Ebenen in PS geöffnet.

JPEG ooc habe ich nicht eingestellt, ich hätte aber gedacht, dass auch die Verzeichnung ins RAW geschrieben wird. Aber offensichtlich ist dem nicht der Fall.
Finde ich etwas unlogisch, da es aus meiner Sicht Sinn ergeben würde, individuelle Fertigkeitstoleranzen auch individuell zu korrigieren.

usch 28.07.2019 20:05

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2078218)
ich hätte aber gedacht, dass auch die Verzeichnung ins RAW geschrieben wird.

Wird sie ja auch. Aber eben nicht direkt mit den Sensordaten verrechnet, sondern als Formel für den Raw-Konverter in die Exif-Daten. Kann Lightroom das Herstellerprofil immer noch nicht auswerten?

Kurt Weinmeister 28.07.2019 20:07

Gestern noch nicht. Und mein Camera Raw ist aktuell.

aidualk 30.07.2019 12:15

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2078218)
Na, ich hoffe doch, dass es 1:1 Ausschnitte sind.
Ich habe in LR per Schneidewerkzeug einen ca. 426x396px Ausschnitt gewählt und dann als Ebenen in PS geöffnet.

... und dann zum Schluss auf 1200px Bildhöhe (und 1427 Breite) reduziert? ;)
(Das Bild müsste geschätzt ca. 3500 px Bildbreite haben, damit es 1:1 Ausschnitte wären)

aidualk 30.07.2019 12:18

Bastian hat das Koma auf Phillips blog mit dem Sigma 35mm/1.4 verglichen: click

TONI_B 30.07.2019 12:55

Leider sind die Sternaufnahmen nur mit f/1,2 gemacht worden. Bis f/2 hätte es mich mehr interessiert. Und die Aufnahmen mit den beleuchteten Fenstern in der Bildecke sind irgendwie unterschiedlich belichtet. Da wird von f/1,2 auf f/1,4 der "Schmetterling" größer...:roll:

Und man sieht auch nicht, wie die Fokussierung in der Mitte aussieht. Kurt hatte ja durch Zufall den Fokus mehr in Richtung Rand verschoben. Damit war zwar die Bildmitte nicht optimal scharf, dafür waren die Bildecken eindeutig besser als hier in diesem Test.

aidualk 30.07.2019 14:15

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2078621)
Leider sind die Sternaufnahmen nur mit f/1,2 gemacht worden. Bis f/2 hätte es mich mehr interessiert. Und die Aufnahmen mit den beleuchteten Fenstern in der Bildecke sind irgendwie unterschiedlich belichtet. Da wird von f/1,2 auf f/1,4 der "Schmetterling" größer...:roll:

Ich denke, das ist der abnehmenden Vignettierung geschuldet. Es sind ja die Ecken.
Und ja, leider wird meist nur die offene Blende gezeigt, oder dann ganze Blenden. Ich nutze z.B. mein 16mm Sigma (APS) meist bei Bl. 1.7 ;) - Und dann ist oft auch nur ein heller Stern zum Vergleich. Aber das Koma reagiert oft unterschiedlich bei der Helligkeit der Sterne - in einem Nachbarforum wurde einem Kollegen regelrecht das Laowa 15mm ausgeredet, mit einem Hinweis auf ein Komabild mit einem extrem hellen Stern in der Ecke (sieht dann natürlich erstmal unschön aus). Ich versuche wenn möglich, immer eine ganze Reihe Sterne auf den Vergleich zu bekommen.

Aber hier wird demnächst bestimmt eine schöne Blendenreihe kommen. ;)

Kurt Weinmeister 30.07.2019 17:42

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2078639)
Aber hier wird demnächst bestimmt eine schöne Blendenreihe kommen. ;)

Wenn am Freitag der Himmel mitspielt, werde ich versuchen, zu liefern.
Versprochen.
Aber ob's schön wird :zuck:

nobody23 31.07.2019 12:00

Folgendes Review hat nun Coma Bilder:
https://phillipreeve.net/blog/review...1-2-art-dg-dn/

aidualk 31.07.2019 12:03

Zitat:

Zitat von nobody23 (Beitrag 2078913)
Folgendes Review hat nun Coma Bilder:
https://phillipreeve.net/blog/review...1-2-art-dg-dn/

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2078613)
Bastian hat das Koma auf Phillips blog mit dem Sigma 35mm/1.4 verglichen: click

;)

Kurt Weinmeister 03.08.2019 01:15

Der Ausflug heute war leider umsonst.
Hier hatte es stark geregnet und entsprechend stand der Nebel in den Wiesen.
Hinzu kam ein Hochnebel oder Schleierwolken.
Ich muss es wohl morgen wieder probieren.

Kurt Weinmeister 04.08.2019 09:41

Heute morgen war es besser.

Ich habe eine (von zwei) Blendenreihen als ZIP Datei in meiner Dropbox gespeichert.

Blendenreihe aussteigend beginnend be dem ersten Bild: 1.2, 1.4, 1.6, 1.7, 2.0, 2.2, 2.5, 2.8
Jeweils fünf Sekunden bei veränderter ISO.

TONI_B 04.08.2019 17:26

Vielen Dank für die RAWs!

Ich habe sie wieder mit PixInsight ausgewertet und der erste Eindruck hat sich bestätigt: ein sehr gutes Objektiv mit ein paar Kleinigkeiten, die mir nicht so gut gefallen - für diesen Preis. Es scheint leider in der Bildmitte ein Problem zu haben. Entweder es ist leicht dezentriert oder es hat sog. Achscoma. Denn bei Offenblende und bis ca. f/1,7 sind die Sterne in der Mitte leicht nach links oben verzogen und zeigen speziell bei Offenblende einen typischen Comaschweif.

Wobei f/1,2 schon heftig ist in dieser Hinsicht, noch dazu bei 42MP. Man sieht diese "Linkslastigkeit" auch bei Blenden über f/2, wobei ich mir nicht ganz sicher bin inwiefern da schon die 5s zu lang sind und aufgrund der Erdrotation kleine Striche entstehen, da rein rechnerisch 2s bei dieser Pixelgröße ausreichen um Striche zu produzieren.

Der Fokus war wieder eher am Bildrand als in der Bildmitte optimal.

Offenblende:

Bild in der Galerie

f/2,8:

Bild in der Galerie

Ich habe noch einige andere Auswertungen gemacht. nachdem bei mir aber das Hochladen in die Galerie im Moment sehr langsam geht, habe ich alle Bilder in eine DropBox gestellt.

Kurt Weinmeister 04.08.2019 21:57

Hallo Toni,

Vielen Dank für Deine Auswertungen!
Ich werde sie mir im Laufe der Woche gründlicher anschauen.

Das Problem mit der Mitte - so es denn überhaupt ein Problem ist - kann auch ein Layer 8 Problem sein.
Ich stelle durch den Sucher scharf. Dieser ist durch die individuelle Dioptrien schon einmal eine mögliche Problemquelle.
Wer sagt denn, dass das, was ich als scharf empfinde, auch wirklich scharf ist?
Dann ist die Kamera nicht senkrecht nach oben ausgerichtet. Das geht mit meinem Stativkopf leider nicht. Ich habe dort also einen Winkel drin. Rein theoretisch (zumindest bei meiner Theorie) müsste das einen Einfluss haben).
Ob man den dann sieht, sei jetzt hier einmal dahingestellt.

Die 5 Sekunden -> im Internet sieht man die Formel 500/Brennweite, sollten eigentlich keinen wesentlichen Einfluss haben.
Aber da bin ich auf eure Erfahrungen angewiesen. Ich hielt sie für ausreichend.

Was das Thema "Links" betrifft: ich finde die rechte Hälfte auch überzeugender.
Kann aber vielleicht etwas mit der Schrägstellung zu tun haben?

TONI_B 05.08.2019 05:44

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2079830)
Ich stelle durch den Sucher scharf. Dieser ist durch die individuelle Dioptrien schon einmal eine mögliche Problemquelle.
Wer sagt denn, dass das, was ich als scharf empfinde, auch wirklich scharf ist?

Bei f/1,2 geht es mMn nur mit Testaufnahmen.


Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2079830)
Die 5 Sekunden -> im Internet sieht man die Formel 500/Brennweite, sollten eigentlich keinen wesentlichen Einfluss haben.

Diese Formel galt zu analogen Zeiten, aber schon nur mit 400/Brennweite. D.h. mit einem 50er konnte man ca. 8sec belichten. Dem lag aber ein Zerstreuungskreis von 30µm zugrunde. Bei 42MP entspricht aber ein Pixel ca. 25" und die Sterne bewegen sich mit 15"/sec. Das wird also knapp.

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2079830)
Was das Thema "Links" betrifft: ich finde die rechte Hälfte auch überzeugender.
Kann aber vielleicht etwas mit der Schrägstellung zu tun haben?

Glaube ich fast nicht, weil eben auch in der Bildmitte dieser Zug nach links oben vorhanden ist.

aidualk 05.08.2019 09:18

So, bin jetzt wieder zu Hause an meinem Rechner mit gutem Monitor und habe mir die Bilder auch mal herunter geladen. ;)

Aus meiner Sicht sehe ich 4 Problem(chen):
- das Objektiv ist ganz leicht dezentriert, aber für ein 1.2 noch sehr gut und ich würde das für die Praxis als nicht wirklich relevant ansehen.
- das Objektiv hat eine sichtbare Bildfeldwölbung. Das ist konstruktiv bedingt und nicht änderbar, hat dann jedes Exemplar. Möglicherweise kann es abhängig vom Auflagemaß sein und sich dann von Kamera zu Kamera auch minimal unterschiedlich ausprägen (meine A7R hat ein minimal anderes Auflagemaß als meine A7RII, was sich besonders an den Rändern des Samyang 14mm gezeigt hat). Es schränkt aber die Nutzbarkeit für Sternenaufnahmen bei sehr großen Blenden natürlich ein.
- diese eigenartig gezogene Tropfenform der Sterne um die Bildmitte herum hatte ich auch mal bei einem meiner 3 Exemplare des Sigma 16mm/1.4. Ich vermute, da ist eine Abweichung im Schliff einer der Linsen. - Auf Grund dieser Schwäche würde ich das Exemplar zurück schicken und austauschen.
- Die Fokussierung bedarf ein wenig Übung und Erfahrung. Ich kann inzwischen sogar an der alten A6000 (älterer und schwächerer Sucher als an der A7RII) das Sigma 16mm/1.4 zügig auf den Punkt fokussieren, wenn ich einen hellen Stern nehme. Eine nicht ganz passende Dioptrieneinstellung am Sucher kann aber keinen Fehlfokus bewirken. ;)

Die '500er Regel' halte ich aus Erfahrung für schon ewig überholt. Ich selbst habe sie mir etwas abgeändert und halte es mit einer '300er Regel'. ;)

TONI_B 05.08.2019 10:39

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079895)
...das Objektiv ist ganz leicht dezentriert, aber für ein 1.2 noch sehr gut und ich würde das für die Praxis als nicht wirklich relevant ansehen.

Ich schätze auch, dass es für "normale" Aufnahmen keine Rolle spielt. "Sternderl" sind halt ein eigenes Kapitel. ;)


Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079895)
...diese eigenartig gezogene Tropfenform der Sterne um die Bildmitte herum hatte ich auch mal bei einem meiner 3 Exemplare des Sigma 16mm/1.4. Ich vermute, da ist eine Abweichung im Schliff einer der Linsen. - Auf Grund dieser Schwäche würde ich das Exemplar zurück schicken und austauschen.

Das sieht eher danach aus, als ob eine der asphärischen Linsen nicht exakt zentriert ist. Die Frage ist halt, wie oft man austauschen muss, bis man ein perfektes Exemplar bekommt.


Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079895)
Die '500er Regel' halte ich aus Erfahrung für schon ewig überholt. Ich selbst habe sie mir etwas abgeändert und halte es mit einer '300er Regel'. ;)

Ich bin eher bei einer 150er Regel oder noch besser: Nachführen...:cool:

aidualk 05.08.2019 11:08

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2079914)
Das sieht eher danach aus, als ob eine der asphärischen Linsen nicht exakt zentriert ist. Die Frage ist halt, wie oft man austauschen muss, bis man ein perfektes Exemplar bekommt.

Wenn man damit Sterne fotografieren möchte, wie ich mit meinem 16mm, sollte man das machen. Wenn das kein Schwerpunkt für dieses Objektiv wäre, wäre das nicht wirklich relevant. 35mm bei der Lichtstärke wird wohl in erster Linie wg. dem Bokeh gekauft. Dann würde ich aber nochmal testen, ob ein Vergleich mit und ohne erstem elektr. Verschlussvorhang möglicherweise eine Besserung, wie z.B. bei diesem Bild (links das Bokeh), ergibt.


Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2079914)
Ich bin eher bei einer 150er Regel oder noch besser: Nachführen...:cool:

Mit der '500er Regel' kann ich kein Bild in Meter-Größe aufhängen, mit der '300er Regel' ist das schon problemlos. ;)

Kurt Weinmeister 05.08.2019 22:17

Vielen lieben Dank für die Beschäftigung mit den Beispielbildern :top:
Ich sehe ja in der Regel nicht, ob ein Objektiv dezentriert ist oder andere Fehler aufweist.
Von daher empfinde ich eure Anmerkungen als sehr hilfreich :top:

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079895)
- das Objektiv hat eine sichtbare Bildfeldwölbung. Das ist konstruktiv bedingt und nicht änderbar, hat dann jedes Exemplar.

Dass Du das bei so einem Sternbild siehst ... RESPEKT!
Sobald es in LR ein Korrekturprofil gibt, sollte das hoffentlich keine Rolle mehr spielen.

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079895)
- diese eigenartig gezogene Tropfenform der Sterne um die Bildmitte herum hatte ich auch mal bei einem meiner 3 Exemplare des Sigma 16mm/1.4. Ich vermute, da ist eine Abweichung im Schliff einer der Linsen. - Auf Grund dieser Schwäche würde ich das Exemplar zurück schicken und austauschen.

Die Tropfen scheinen aber nicht immer in Erscheinung zu treten.
Hier habe ich einmal 2 Bilder aus unterschiedlich fokussierten Reihen verglichen, um zu sehen, ob es relevante Unterschiede gibt.
Das Bild ist ein Screenshot einer vier-fachen Vergrösserung Nähe der Bildmitte. Der "dicke" Stern ist rund, während andere diese Tropfenform aufweisen.
Vielleicht sind die 5 Sekunden doch zu lang ...
Da ich das Objektiv tatsächlich für Sterne (nicht hauptsächlich, aber unter anderem) verwenden möchte, will ich mich als Ursache gerne ausschliessen.


Bild in der Galerie


Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079895)
Eine nicht ganz passende Dioptrieneinstellung am Sucher kann aber keinen Fehlfokus bewirken. ;)

Den verstehe ich jetzt leider nicht.

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2079914)
Die Frage ist halt, wie oft man austauschen muss, bis man ein perfektes Exemplar bekommt.

Diese Frage stelle ich mir auch. Man kann ja auch ein schlechteres Exemplar erwischen.

Zitat:

Zitat von TONI_B (Beitrag 2079914)
Ich bin eher bei einer 150er Regel oder noch besser: Nachführen...:cool:

Tja, da muss ich mal schauen, ob sich das für mich lohnt.


Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2079923)
Dann würde ich aber nochmal testen, ob ein Vergleich mit und ohne erstem elektr. Verschlussvorhang möglicherweise eine Besserung, wie z.B. bei diesem Bild (links das Bokeh), ergibt.

Ich habe ein/zwei Bilder mit mechanischem Verschluss gemacht.
Einen Unterschied sehe ich nicht wirklich.

hpike 05.08.2019 22:39

Ich hab da nun wirklich überhaupt keine Ahnung von, aber aidualk kann diese gezogene Tropfenform, nicht dadurch entstehen, das in Kombination mit der Bildfeldwölbung und einem fehlenden genauen rechten Winkel zum Stern, diese Tropfenform entsteht? Weiß nicht ob ich das korrekt ausgedrückt habe. :oops:.

TONI_B 06.08.2019 05:47

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Sobald es in LR ein Korrekturprofil gibt, sollte das hoffentlich keine Rolle mehr spielen.

Also für die Bildfeldwölbung wird es keine Korrektur durch die EBV geben. Du hast vielleicht die Verzeichnung gemeint? Bildfeldwölbung bedeutet ja dass der Fokus am Rand anders ist als in der Mitte.Das kann man nicht nachträglich korrigieren.

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Die Tropfen scheinen aber nicht immer in Erscheinung zu treten. Hier habe ich einmal 2 Bilder aus unterschiedlich fokussierten Reihen verglichen, um zu sehen, ob es relevante Unterschiede gibt.
Das Bild ist ein Screenshot einer vier-fachen Vergrösserung Nähe der Bildmitte. Der "dicke" Stern ist rund, während andere diese Tropfenform aufweisen.
Vielleicht sind die 5 Sekunden doch zu lang ...

Der dicke Stern erscheint nur deswegen etwas runder, weil er extrem überbelichtet ist. Bei diesem Beispiel sieht man diese Achscoma leider noch viel stärker. Die 5s spielen hier sicher keine Rolle, da die Comaschweife viele Pixel überdecken. Bei 5s sollten die Sterne in einer Richtung maximal um 20-30% länger sein als in der anderen - wenn überhaupt.

TONI_B 06.08.2019 05:55

Zitat:

Zitat von hpike (Beitrag 2080051)
Ich hab da nun wirklich überhaupt keine Ahnung von, aber aidualk kann diese gezogene Tropfenform, nicht dadurch entstehen, das in Kombination mit der Bildfeldwölbung und einem fehlenden genauen rechten Winkel zum Stern, diese Tropfenform entsteht? Weiß nicht ob ich das korrekt ausgedrückt habe. :oops:.

Ein Stern befindet sich "in unendlich". D.h. die Bildebene (oder in diesem Fall eigentlich die gekrümmte Bildschale) steht immer normal zur Objektebene. Was natürlich sein kann, ist, dass die Bildebene nicht normal zur optischen Achse steht und eine Verkippung des Sensors vorliegt. Dann müssten aber die Bildecken bzw. oberer und unterer Rand andere Fehler zeigen.

Für mich ist es eine leichte Dezentrierung am ehesten von einem asphärischen Element, den sphärische Elemente sollte eigentlich bei einer Dezentrierung keine Achscoma zeigen. Eine leichte Verkippung des Sensors könnte durchaus dazu kommen, aber als alleine Ursache glaube ich eher nicht.

aidualk 06.08.2019 07:56

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Dass Du das bei so einem Sternbild siehst ... RESPEKT!

Du kannst das leicht selbst prüfen, indem du das gleiche Bild (tagsüber natürlich, ist viel einfacher), mit offener Blende, einmal auf die Mitte und einmal auf den Rand fokussierst und dann jeweils die Mitten und die Ränder miteinander vergleichst.
Das Ergebnis wird sein, wenn du auf den Rand fokussierst wird der Rand etwas besser werden, dafür aber die Mitte etwas schwächer => Bildfeldwölbung


Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Da ich das Objektiv tatsächlich für Sterne (nicht hauptsächlich, aber unter anderem) verwenden möchte, will ich mich als Ursache gerne ausschliessen.

Warum eigentlich 35mm für Sterne? Ich halte diese Brennweite für etwas schwierig, Begründung: 35mm sind für 'wild field' etwas knapp im Bildwinkel und für 'deep sky' etwas kurz. Damit ist 35mm eigentlich etwas tricky für den Anfang (für Sterne).
Ich würde etwas um 20mm herum für den Anfang bevorzugen.
Wenn du aber die 35mm für Sterne nehmen möchtest, sollte das Objektiv auch technisch möglichst makellos sein (im Rahmen seiner Konstruktion).


Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Diese Frage stelle ich mir auch. Man kann ja auch ein schlechteres Exemplar erwischen.

Ich habe mein Sigma 16mm leider 2x tauschen müssen. Das zweite Exemplar war dann auch tatsächlich das schlechteste. Das dritte habe ich dann behalten.
Es nutzt ja nichts, wenn ich mich dann bei jedem Bild über technische Mängel eines schwachen Exemplars ärgere.


Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Den verstehe ich jetzt leider nicht.

Ein nicht korrekter Dioptrienausgleich am Sucher macht ja eine unscharfe Aufnahme (falscher Fokus) nicht wieder scharf. Das geht nicht.
Mit meinem Sigma 16mm kann ich recht einfach fokussieren, weil es deutliche LoCAs aufweist. Liege ich leicht hinter dem Stern, zeigt es im Sucher (max. Vergrößerung) einen grünen Rand, liege ich etwas zu weit vorne, hat der Stern einen magenta Rand.
Hier sieht man das Prinzip am Beispiel des alten Minolta 200mm APO: click
Das 35mm scheint aber sehr wenig LoCAs zu haben (?) - dann nutze ich das peaking. An der Stelle, an der der Stern am kleinsten im Sucher erscheint, ist er am schärfsten und hat dann auch die max. peaking Farbe angenommen.
Mit etwas Übung geht das dann sehr schnell und sicher.


Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2080036)
Ich habe ein/zwei Bilder mit mechanischem Verschluss gemacht.
Einen Unterschied sehe ich nicht wirklich.

Das sollte mich wundern. Im direkten Vergleich sollte man, gerade bei 1/8000, einen deutlichen Unterschied im Bokeh sehen (bei Zeiten länger als 1/2000 aber nicht mehr).

hpike 06.08.2019 08:26

Danke für die Erklärung TONI_B.

davidmathar 06.08.2019 09:18

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2080085)
Im direkten Vergleich sollte man, gerade bei 1/8000, einen deutlichen Unterschied im Bokeh sehen (bei Zeiten länger als 1/2000 aber nicht mehr).

Bei dem gezeigten Bokeh sieht man sofort, dass der erste elektronische Verschluss in Zusammenspiel mit dem zweiten mechanischen die "Bokehbällchen" unten abschneidet. Das führt zu einem unruhigen Bokeheindruck.

Kurt Weinmeister 06.08.2019 13:39

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2080085)
Warum eigentlich 35mm für Sterne?

Primär wollte ich ein 35er und dachte, für Sterne sollte das auch reichen.
Ich habe aber schon gemerkt, dass es eng wird. Aber mit etwas weniger auf dem Bild kann ich momentan auch (noch) leben.

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 2080085)
Ein nicht korrekter Dioptrienausgleich am Sucher macht ja eine unscharfe Aufnahme (falscher Fokus) nicht wieder scharf. Das geht nicht.

Das ist völlig korrekt.
Meine Überlegung war nur: wenn ich die Dioptrien falsch eingestellt habe, und zwar so, dass ich das Gefühl habe, es sei scharf, aber in Wirklichkeit hätte ich eine halbe Dioptrien mehr einstellen müssen, dann müsste doch das Ergebnis für andere Menschen mit korrekter Korrektur leicht unscharf sein.

Aber ich habe es so gemacht, wie Du es beschrieben hast: wenn der Stern am Kleinsten war, habe ich aufgehört, den Fokus zu verstellen.

kabauterman 12.08.2019 23:14

So, dann werfe ich mich mit meiner Meinung zur Linse hier auch mal wieder den Wölfen zum Fraß vor ;)

(wem 18 Minuten zu lang sind der möge den Link bitte nicht anklicken aber ich hatte dazu eben leider nicht weniger zu sagen)

http://schiess-stand.de/wp-content/u...5678482177.jpg

Click aufs Bild führt zum YouTube Video

Oder hier: https://www.youtube.com/watch?v=xzTrtJh4zRE

FjCruiser 12.08.2019 23:38

Leider ist kein Bild zu erkennen, da ich dein Video aber kenne, gratuliere ich dir zu dieser Leistung, gut gemacht. Ich stelle dein Video nochmal rein. :top:

https://www.youtube.com/watch?v=xzTrtJh4zRE

kabauterman 13.08.2019 08:43

Zitat:

Zitat von FjCruiser (Beitrag 2081555)
Leider ist kein Bild zu erkennen, da ich dein Video aber kenne, gratuliere ich dir zu dieser Leistung, gut gemacht. Ich stelle dein Video nochmal rein. :top:

https://www.youtube.com/watch?v=xzTrtJh4zRE

Komisch, habs über drei verschiedene Anschlüsse getestet und das Bild war immer da.

Danke für das Lob! Hab den Link in Textform mal noch in meinem Post ergänzt. :top:

nobody23 13.08.2019 08:59

So wie ich sehe kann man folgendes über das Sigma 35 1.2 sagen:
Gelungene FB mit akzeptabler Comaleistung für f/1.2.




Wenn ich jetzt damit richtig liege, liebe Sigma bitte mit 20mm und/oder 14mm wiederholen! :crazy:

kabauterman 13.08.2019 10:00

Zitat:

Zitat von nobody23 (Beitrag 2081597)
So wie ich sehe kann man folgendes über das Sigma 35 1.2 sagen:
Gelungene FB mit akzeptabler Comaleistung für f/1.2.

Wenn ich jetzt damit richtig liege, liebe Sigma bitte mit 20mm und/oder 14mm wiederholen! :crazy:

Dann mit 2 Kilo? :D

Ich würde eigentlich fast sagen tadelloser Comaleistung für 1.2. Aber das 35 1.4 war da auch nicht so anfällig wie die weiteren Linsen.

mrrondi 13.08.2019 10:09

Das seh ich SONY ganz deutlich im Vorteil.
Kleiner, leichter, voll Videotauglich.

Und dieser Unterschied an Blende - des sieht kein Mensch bei den Bildern.

Viel interessanter wird das SONY 35 1,8.
Preislich und vor allem in der kleinen Grösse.

SIGMA - nice to have - aber brauchen tut man es sicher nicht.

TONI_B 13.08.2019 10:52

Wer ist "man"? :roll:

Vielleicht gibt es Leute, wie den TO, die sich für die Astrofotografie interessieren? In diesem Thread ging es kaum um Video - dafür umso mehr um die Astrofotografie.

kabauterman 13.08.2019 12:33

Zitat:

Zitat von mrrondi (Beitrag 2081613)
Das seh ich SONY ganz deutlich im Vorteil.
Kleiner, leichter, voll Videotauglich.

Und dieser Unterschied an Blende - des sieht kein Mensch bei den Bildern.

Viel interessanter wird das SONY 35 1,8.
Preislich und vor allem in der kleinen Grösse.

SIGMA - nice to have - aber brauchen tut man es sicher nicht.

SONYs (wenn wir vom 35/1.4 reden) CA's machen dir dafür fast jedes Gegenlicht-Bild kaputt.

"brauchen" tut man das sicher nicht, aber hey, Canons 28-70 2.0 und 50/1.2 für RF finden auch genug Käufer ;)

Kurt Weinmeister 13.08.2019 17:39

Zitat:

Zitat von kabauterman (Beitrag 2081655)
SONYs (wenn wir vom 35/1.4 reden) CA's machen dir dafür fast jedes Gegenlicht-Bild kaputt.

Genau die haben mich vom Kauf des SEL35F14 abgehalten.

whz 14.08.2019 08:38

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2081714)
Genau die haben mich vom Kauf des SEL35F14 abgehalten.

Mich nicht nur diese, vor allem die wirklich durchwachsene Leistung, die mehrere seriöse Tests gezeigt haben. Hier hat Sony / Zeiss nicht das Gelbe vom Ei produziert. Da bleibe ich lieber bei meinem Sigma 35 ART, und wechsle vielleicht einmal zum 1,2er, das ja sehr vielversprechend erscheint. Und ob man es braucht, muss eh man selbst entscheiden ;)


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