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binbald 16.10.2010 00:47

Zitat:

Zitat von rudluc (Beitrag 1089092)
Eine solch starke Vokabel rührt sicher von großer Frusterfahrung her.

Oh, ich hätte da noch andere Vokabeln :twisted:
Wenn Du mehr als 10 Jahre mit einem Programm arbeitest, gewöhnst Du Dich dran. Ich benutze da schon seit gefühlten Ewigkeiten so gut wie keine Maus mehr. Und dann funktionieren all die Abläufe, Shortcuts, etc. plötzlich nicht mehr. Katastrophal. Oder man muss ich alles (wobei das nicht geht) mühselig wieder irgendwie von Hand nachjustieren. Und wichtige Features (einer wissenschaftlichen Textverarbeitung z.B.) gibt's bei beiden nicht.

rudluc 16.10.2010 00:59

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 1088863)
Mircrosoft hat in den USA ein Youtube-Video veröffentlicht, in denen unzufriedene Anwender von OO zu Wort kommen - na und? Das ist weder "Armselig" (sic) noch eine "Kampagne" (wie es im Thread-Titel steht). Das ist einfach ganz normales Marketing heute.

Glaubst du das im Ernst, dass da unzufriedene Anwender zu Wort kommen? Ich halte diese Kampagne eher für eine sehr subtile Methode, Vorurteile gegen ein Konkurrenzprodukt zu schüren. Gerade die geballte Kaskade von Begriffen mit angeblichen Nachteilen, die zudem auch noch zum Nachlesen vor dem Auge aufblitzen und vorbeiziehen, ist gedacht für inkompetente Entscheider ("wir bleiben dann doch mal besser bei MS Office, sicher ist sicher").
Wer nur halbwegs neutrale Erfahrungen mit beiden Produkten gesammelt hat, weiß, dass so gut wie alle genannten Argumente erlogen oder zumindest aber maßlos überhöht sind.

Man nennt diese Methode FUD (Fear, Uncertainty and Doubt).
Interessant ist auch dazu der passende Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_U...inty_and_Doubt

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 1088863)
Ich halte es da mit dem Alten Fritz: Soll doch jeder nach seiner Façon selig werden :D.

Darin allerdings gebe ich dir völlig Recht. :top:

Rudolf

binbald 16.10.2010 01:08

Zitat:

Zitat von rudluc (Beitrag 1089100)
ist gedacht für inkompetente Entscheider

aber das ist die Zielgrupper jeder Werbung...
Werbung hat doch nicht zur Aufgabe sachlich, politisch korrekt oder objektiv zu sein. Sondern manipulativ, suggestiv, subversiv und was weiß ich noch alles.
Wenn MS nun mal das macht, was andere auch tun, und andere auch mal das tun, was MS macht, ist das schlichte Normalität: Der alltägliche Kampf um den Dummen am Morgen.

AlexDragon 16.10.2010 02:12

Zitat:

Zitat von doc_snyder (Beitrag 1088839)
Office 2003 ist für mich das beste Office aller Zeiten. OpenOffice ist wirklich Müll dagegen!
Das 2007er Office aber auch.

Benutze auch nur die 2003er Version :top:

Ditmar 16.10.2010 08:06

Ich benutze mittlerweile MSO 2007, und möchte die Anfangs etwas gewöhnungsbedürftigen "Ribbons" nicht mehr missen.
Das OO habe ich mehrfach in verschiedenen Versionen ausprobiert, aber als unbrauchbar angesehen, da mir beim Import in MSO mehr als einmal die Formatierungen abhanden gekommen waren. Ich weis zwar nocht wie es mit der aktuellen Version ist, habe aber auch kein Interesse es auszuprobieren, warum auch, ich bin ja zufriedener MSO Nutzer.

boo70200 16.10.2010 09:24

Die nutzen doch nur die Schwierigkeitenn gerade aus um OO richtig ein auszuwischen. Der Absprung von Oracle, da wittert MS bestimmt Kunden.

Leute stehen genauso bei Office 97 etc. als auch bei OO vor einigen Problemen, wenn sie etwas neues probieren möchten.

frigo75 16.10.2010 11:40

Also ich nutze oOO seit Jahren beruflich. Zunächst zwangsweise, weils vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird. Und natürlich muss man sich umgewöhnen.
Aber mittlerweile will ich es nicht missen.
Für den tagtäglichen Gebrauch ist es absolut geeignet. Auch komplexere Tabellenkalkulationsdokumente sind damit kein Problem.

openOffice.org ist für mich :top:

Nightmare 16.10.2010 13:34

In Zukunft muss man dann mit Oracle kämpfen oder LibreOffice nutzen...

rudluc 16.10.2010 14:54

Im Grunde geht es hier um die Verteidigung eines Geschäftsmodells:

Microsoft hat seit jeher davon gelebt, nach Gutsherrenart widersprüchliche und undurchsichtige Lizenzmodelle aus der Taufe zu heben und den verschiedenen Kunden sehr unterschiedliche Beträge aus der Tasche zu ziehen. "OEM, SB, Upgrade, FPP, OpenLicense, Select, Home and Student, Assurance" sind wirklich nur ein kleiner Bruchteil der möglichen Varianten, die wirkliche Anzahl kann gut zehnmal so hoch sein. Jede Lizenz besitzt eine Fülle von Einschränkungen, die bei einem Einsatzwechsel ggf. den Neuerwerb einer Lizenz erfordern. Und daneben gibt es jedes Produkt in einer unüberschaubar großen Zahl von Versionen.

Jede Installation muss einzeln lizensiert werden. Endlose Sereinnummern müssen eingegeben werden, die Installation muss aktiviert werden, ggf. noch durch einen Telefonanruf bei Microsoft und Übermittlung einer 50stelligen Aktivierungsnummer erneut freigeschaltet werden....

Wer einen Rechner neu aufsetzt, verliert durch diese Prozedur bei einem gut mit Software ausgestatteten Rechner mehrere Tage, bis alles endlich einigermaßen läuft und upgedatet ist.

Und nun kommt da ein Produkt mit identischem Leistungsumfang, gleicher Qualität, immer in aktueller Version downloadbar, ohne Schikanierung und Verknechtung der Kunden und es kostet nichts!

Anfangs hat man es ignoriert, dann wurde man durch die ISO-Zertifizierung des ODF-Formats aufgeschreckt, hat nur durch Bestechung und massive Beeinflussung des Zertifizierungsgremiums gerade noch das gleiche für das eigene Format erreicht und nun muss MS Office auch noch das widerliche ODF-Format im- und exportieren, um überhaupt auf Augenhöhe mitreden zu dürfen.

Jetzt stellt man fest, dass es außer einer hübscheren Oberfläche eigentlich nichts gibt, was das eigene Produkt dem Konkurrenzprodukt voraus hat. Im Gegenteil: die hübsche neue Oberfläche wird noch nicht einmal einhellig gefeiert! Das frühere Hauptargument, die Mitarbeiter müssten teuer geschult werden, wenn eine Firma auf ein Konkurrenzprodukt umsteigt, richtet sich nun auf einmal gegen den "eigenen Herrn"!

Nun kommt auch noch eine Wirtschaftskrise nach der anderen, Firmen, die immer zu den Melkkühen der Softwareindustrie gehörten, fangen plötzlich an zu sparen und den Mehrwert hoher Upgradeinvestitionen in Zweifel zu ziehen.

OpenOffice wird auf einmal bekannter als es Microsoft lieb ist, viele Leute finden es besser, gleich gut oder zumindest gut genug und wechseln zum kostenlosen Konkurrenten.

Nun hilft nur noch eins: das Konkurrenzprodukt in einer Kampagne schlecht zu machen.

Dabei hätte OpenOffice genügend Munition, um in einer ähnlichen Kampagne das Microsoft-Produkt noch viel nachhaltiger zu zerpfücken.

Rudolf

(...der beruflich OOo und privat MSO einsetzt)

RobiWan 16.10.2010 19:07

Na ja, ob MS sich mit solchen Sachen selbst wirklich was gutes tut...
Vor Jahren hatten die schon mal mit so absurder Werbung gegen Linux probiert. Was ist daraus geworden - viele wollten sofort Linux ausprobieren und ich denke einige sind bei Linux anschliessend geblieben.
OOo ist schon was feines aber..... leider wird es sich immer mit MSO messen müssen. Dabei ist es wirklich nur dann relevant welches Office Paket man nutzt, wenn Datei-Austausch mit anderen stattfinden soll. Für Papier ist es zum Glück egal ;)


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