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Anaxaboras 09.10.2009 12:00

Zitat:

Zitat von aidualk (Beitrag 903363)
Eine Zeitschrift lebt in zweiter Linie vom Verkauf eben dieser. In erster Linie vom Verkauf von Werbeseiten.... und schon sind wir bei unternehmenspolitischen Entscheidungen, auf die der Tester wenig Einfluß hat... und auch dort herrscht keine Demokratie. Wenn der Tester eine andere Meinung hat als die Geschäftsleitung/Chefredaktion, oder wie immer man das nennt, wird er die nicht lange öffentlich kundtun.... ;)

Leider ist das Gerücht nicht auszurotten, dass der Anzeigenverkauf den größten Anteil bei den Einnahmen einer Special-Interest-Zeitschrift ausmacht. Heute sind die Verlage schon froh, wenn die Anzeigeneinnahmen die auflagenunabhängigen Kosten (etwa für Redaktion) decken.

Die Möglichkeiten zur Einflussmaßnahme der Anzeigenabteilung auf redaktionelle Inhalte sind deutlich begrenzter als sich das viele vorstellen.

Problematisch bei der Color-Foto und vielen anderen "Test"-Zeitschriften erscheint mir das enge Raster bzw. eingeschränkte Verfahren, mit dem getestet wird. Meiner Meinung nach müsste z. B. die Schärfeleistung eines Objektivs immer (auch) bei Fokus in Unendlich-Stellung gemessen werden (außer bei Makro-Objektiven). Wie groß dann das Testchart bei 16 mm Brennweite an Vollformat sein müsste, mögen die geneigten Physiker hier im Forum ausrechnen.

Ist das Testchart so klein, dass ein WW es nur in bspw. 50 cm Abstand zur Gänze erfassen kann, sagt die so ermittelte Schärfeleistung, Bildfeldwölbung, Verzeichnung etc. herzlich wenig darüber aus, wie praxistauglich das Objektiv z. B. für Landschafts- oder Architekturfotos ist. Das wissen die Fachredakteure natürlich auch, schreien aber aus verständlich Gründen nicht, "unsere Ergebnisse sind in der fotografischen Praxis wenig relevant".

Solche und andere Überlegungen haben mich dazu gebracht, nur noch einen Seitenblick auf messtechnische ermittelte Kenngrößen eines Objektivs zu werfen. Viel wichtiger ist mir inzwischen die Meinung, Erfahrung (am besten mit Bildbeispielen untermauert) von renommierten Fotografen - und natürlich mein eigener, bescheidener Eindruck :D.

Martin

WB-Joe 09.10.2009 12:04

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 903381)
Erst den Stammtisch schwänzen und dann noch ketzern:mrgreen:

Ruhig auf den billigen Plätzen sonst darfst a mal mein "Glaserl" austrinken......:lol::lol:

steve.hatton 09.10.2009 12:28

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 903383)
Leider ist das Gerücht nicht auszurotten, dass der Anzeigenverkauf den größten Anteil bei den Einnahmen einer Special-Interest-Zeitschrift ausmacht. Heute sind die Verlage schon froh, wenn die Anzeigeneinnahmen die auflagenunabhängigen Kosten (etwa für Redaktion) decken.

Die Möglichkeiten zur Einflussmaßnahme der Anzeigenabteilung auf redaktionelle Inhalte sind deutlich begrenzter als sich das viele vorstellen. (...)

Martin

Ich weiß nur, dass ein Freund von mir Testberichte für eine Msuikzeitschrift verfasst und regelmäßig bei negativen Kommentaren vom Chef die Berichte zur Korrektur in der Wortwahl zurück bekommt - nicht weil er schlecht geschrieben hätte, sondern weil er Fehler/Mängel zu klar herausstellt.
Und ich machte mir mal die Mühe die Noten der Testberichte mit der Anzahl der Annoncen in Relation zu stellen; da gab`s seinerzeit schon deutliche , wenn nicht gar eindeutige Parallelen. Warum sollte die "Macht" der Inserenten heute geringer sein ?

Ich würde dort auch nicht mehr inserieren, wenn`s andauernd heißt, das Produkt sei ganz ordentlich, aber hat halt keinen Stern auf der Kühlerhaube.....

Es ist m.E. hauptsächlich die eigenartige Wortwahl die unterschwellig positive oder negative Eindrücke vermittelt.....

dbhh 09.10.2009 12:29

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 903365)
Sicher bewerten die Zeitschriften keine eigenen Produkte, (...)

Wir sind inzwischen schon einen Schritt weiter: zT kaufen Zeitschriften redaktionelle Inhalte, bereiten "ihr Layout" auf, und bringen ihre Zeitschrift auf den Markt. Erlebt habe ich das mit SONY DVD-Rekordern HX900 oder HX710. Textbausteine wiederholen sich so auffällig, das man sich irgndwann fragte "das habe ich eben doch schon mal irgendwo gelesen?". Unterschied: eine Zitschrift bewertet in %, die andere nach Punkten.
Toll wird es dann, wenn SONY einen Sonderflyer mit Testberichten zu dem Gerät in Druck gibt *lach*, was schon passiert ist. Ich sehe Zeitschriftentests also eher als nette Unterhaltung, ausgenommen die Computerzeitschrift CT.

Gruß

steve.hatton 09.10.2009 12:33

Zitat:

Zitat von dbhh (Beitrag 903403)
Wir sind inzwischen schon einen Schritt weiter: zT kaufen Zeitschriften redaktionelle Inhalte, bereiten "ihr Layout" auf, und bringen ihre Zeitschrift auf den Markt. Erlebt habe ich das mit SONY DVD-Rekordern HX900 oder HX710. Textbausteine wiederholen sich so auffällig, das man sich irgndwann fragte "das habe ich eben doch schon mal irgendwo gelesen?". Unterschied: eine Zitschrift bewertet in %, die andere nach Punkten.
Toll wird es dann, wenn SONY einen Sonderflyer mit Testberichten zu dem Gerät in Druck gibt *lach*, was schon passiert ist. Ich sehe Zeitschriftentests also eher als nette Unterhaltung, ausgenommen die Computerzeitschrift CT.

Gruß

Ja den Flyer habe ich auch gesehen und danach gekauft — den Sony RDR-HX710.
Erstaunlicherweise bin ich auch noch zufrieden.

Ist doch schön wenn der "Markt" (oder besser das Opferlamm?) funktioniert :top::top::top:

Itscha 09.10.2009 12:52

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 903383)
Problematisch bei der Color-Foto und vielen anderen "Test"-Zeitschriften erscheint mir das enge Raster bzw. eingeschränkte Verfahren, mit dem getestet wird. (...)
Martin

Insbesondere deine Aussage zur Schärfe dürfte die Sache ziemlich genau treffen.

Und nochmal -wie bereits mehrfach gesagt: Die Auswertungskriterien.

Vor ein paar Tagen hab ich in einer Zeitschrift einen Leserbrief gelesen, in dem sich ein Leser gewundert hat, wie die unterschiedliche Wertung zur "Ausstattung" zweier SWW-Objektive zustande kam, die eigentlich recht ähnlich waren. Antwort: Wegen der Lichtstärke. Das eine bot halt durchgängig f2,8 und das andere F3,5-5,6 (oder so ähnlich). Das mit f2,8 hatte bei der Ausstattung halt entsprechend erheblich mehr Punkte bekommen. (Das war im Test natürlich so nicht angegeben..., o.k., man kann drauf kommen...)
Das ist an sich ja auch völlig o.k. und nachvollziehbar. Wenn ich für meine Fotografiergewohnheiten ein SWW suche, benötige ich nicht die f 2,8. Ist zwar schön, aber überflüssig. Für mich sind andere Sachen wichtiger. Da aber die Ausstattungswertung das restliche Wertungsergebnis erheblich beeinflussen kann, muss ich als Konsument natürlich den Test etwas genauer lesen, um FÜR MICH zum richtigen Schluss zu kommen. Wenn man das weiss, kann man auch Zeitschriftentests für sich auswerten (sofern nicht wirklich bei den Ergebnissen der Messungen geschummelt wird). Wenn man auch weiss, wie die Wertungen zustande kommen, iss es noch besser.
Wenn nicht: Test vergessen. Und das Geld für schlecht getestete Zeiss-Objektive sparen... :mrgreen:

steve.hatton 10.10.2009 11:53

Wenn`s denn nur schon da wäre das "sclechte" Zeiss 10mm....

TONI_B 10.10.2009 12:58

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 903383)
...Die Möglichkeiten zur Einflussmaßnahme der Anzeigenabteilung auf redaktionelle Inhalte sind deutlich begrenzter als sich das viele vorstellen.

Sehe ich auch so.

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 903383)
Problematisch bei der Color-Foto und vielen anderen "Test"-Zeitschriften erscheint mir das enge Raster bzw. eingeschränkte Verfahren, mit dem getestet wird. Meiner Meinung nach müsste z. B. die Schärfeleistung eines Objektivs immer (auch) bei Fokus in Unendlich-Stellung gemessen werden (außer bei Makro-Objektiven). Wie groß dann das Testchart bei 16 mm Brennweite an Vollformat sein müsste, mögen die geneigten Physiker hier im Forum ausrechnen....

Das Objektiv muss nicht unbedingt in Unendlich-Stellung getestet werde! Aber es sollte auch nicht eine zu kleine Testtafel sein, sonst ist man ja wirklich im Nahbereich. Ich denke, wenn die Tafel > 1,5x1m ist, dann sollte es ausreichen. Normalerweise geht man davon aus, dass wenn der Abb.-Maßstab größer als 1:20 ist, die Unterschiede zu unendlich nicht mehr sichtbar sind.

Das Problem liegt meines Erachtens gar nicht an des Tests selbst, sondern an den Interpretationen! Oft werden die Tests ausgelagert, die Redakteure bekommen die Ergebnisse (die sind durchaus "objektiv") und machen dann ein mehr oder weniger suspektes Zahlenschema. Da werden dann Kleinigkeiten oft sehr hoch bewertet. Die Leser sehen eine Zahl und glauben, damit wäre die Leistung eines Objektives beschrieben - mitnichten!

Da sind mir die Tests diverser (polnischer!) Web-Seiten wesentlich lieber: gute Vergleichsaufnahmen und die reinen Messwerte! Und die Interpretationen kann ich ohnehin nicht lesen...:lol:

On der guten alten Zeit (W.A. Schön) gabs halt noch Testtafelaufnahmen, MTF-Charts, Nachtaufnahmen usw., die man vergleichen konnte.

stevemark 11.10.2009 21:57

Im gleichen Test wurde auch das Nikon 2.8/14-24mm verrissen, es schnitt - glaube ich - sogar noch leicht schlechter ab als das Zeiss 16-35mm.

Profis aus aller Welt bescheinigten dem Nikon 2.8/14-24mm gleich von Beginn weg, ein sensationelles Objektiv zu sein. Dieses Objektiv war zusammen mit der D3 dafür verantwortlich, dass vor zwei Jahren die Profis scharenweise zu Nikon überliefen.

Nur - die deutschen Fachjournalisten und Tester haben davon noch nichts mitbekommen.

Das sagt einiges aus über die Praxisrelevanz dieser Tests.

Gr Steve


BTW in einigen Wochen werde ich mal die D3x & 2.8/14-24mm gegen die A900 & 2.8/16-35mm laufen lassen - mal schauen, was da rauskommt. Unten noch ein paar Links zu interessanten Praxistests.

Nikon 2.8/14-24mm gegen Canon 2.8/24mm II

Nikon 2.8/14-24mm gegen Contax/Zeiss 17-35mm und Zeiss Distagon 2.8/21mm

Nikon 2.8/14-24mm gegen Canon 2.8/16-35mm L II

clintup 11.10.2009 22:00

Zitat:

Zitat von stevemark (Beitrag 904596)
BTW in einigen Wochen werde ich mal die D3x & 2.8/14-24mm gegen die A900 & 2.8/16-35mm laufen lassen - mal schauen, was da rauskommt.

Da bin ich schon gespannt! (Auch Dein Vergleich zu anderen Linsen.)


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