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Bilder eines Strichgitters:
Gelungene Aufnahmen, allerdings hätte ich bei Bild 3 rechts enger beschnitten, die Schrift stört. ;) Ist doch die Kiste hier, oder nicht :lol: |
Zitat:
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moin,
der Foveon X3 hat sich nicht durchsetzen können, da er massive Probleme bei der Dynamik hat. Das Licht für die mittlere und untere Schicht wird durch die darüberliegenden deutlich geschwächt. Die Korrelation der Teil-Intensitäten war auch zu hoch, er "färbt ab", was einen ordentlichen Weißabgleich und korrekte Farbwiedergabe schwierig gestaltet. Die Idee ist interessant, aber offensichtlich nicht in einer Weise umsetzbar, dass die (quadratischen) Mosaic-Sensoren erreicht oder gar übertroffen würden. Grundsätzlich zur Auflösungsmessung mit Strichmustern/Siemenssternen/zusammenlaufenden Linien: Bei im Ortsraum pseudoanalogen Sensoren (Silberfilm, Korn ist stochastisch verteilt) funktioniert das gut, solange nicht irgendein anderes Element der Aufzeichnungskette limitierend wirkt (Beugung bei idealer Optik z.B.). Digitalsensoren sind aber im Ortsraum strikt periodisch. Egal ob Bayer-Pattern oder nicht, nur bis zur halben geometrischen Auflösung kann man damit arbeiten (Abtasttheorem). Zusätzlich sind Sensoren mit quadratische Zellen nicht isotroph, die Linien-Auflösung in Richtung der Diagonalen ist geringer als senkrecht und waagerecht. Das zeigen Stuessis Bilder sehr schön, bei ca. 42 lp/mm ist die Darstellung seines nahezu sinusförmigen Targets mit niedrigem Kontrast erwartungsgemäß an dieser Grenze angekommen. Die hier bereits auftretenden Artefakte sind auf nicht-perfekte Ausrichtung von Target und Sensor zurückzuführen. Darunter sieht man nur noch die Interferenz der beiden Ortsfrequenzen. Glücklicherweise sind, von Barcodes auf Produktverpackungen, Gittern, Fensterläden u.ä. einmal abgesehen, die allermeisten Bildinhalte gerade nicht periodisch. Um die bei aperiodischen Bildinhalten erreichbare Grenzauflösung zu bestimmen, muss ein Target mit einem im Ortsraum "weißen Rauschen" eingesetzt werden, dessen Auflösung deutlich über die theoretische Grenzauflösung hinausgeht. Ein solches Testtarget mit dem notwendigen hohen Kontrast ist nicht einfach herstellbar, und die Auswertung ist (mathematisch) anspruchsvoll. Sie liefert aber eher sinnvolle Aussagen über die erreichbare Grenzauflösung von Details in nicht-synthetischen Aufnahmesituationen. Aber das interessiert ja keinen, und daher wird dieser Aufwand im Foto-Bereich nicht getrieben. |
Zitat:
1. Die A900 hat ein etwa 1,4 mal größeres Auflösungsvermögen als die A700, wenn formatfüllend abgebildet wird. Man kann halt näher an das Objekt herangehen. 2. Das verwendete Sigma 50mm/2,8 Makro Objektiv ist eine ausgezeichnete Linse, die noch für einen 100 GPixel-Chip im Kleinbildformat gut ist. Zum Beweis habe ich das Gitter mit einem ADOX CMS 20 Film in der Dynax 7 bei Blende 6,7 aus gut 2m Entfernung fotografiert. Die Scharfstellung erfolgte über AF! Die Auswertung unter dem Mikroskop ergab etwa 110 Lp/mm. Auf dem Bild (mit 7D am Mikroskop) ist rechts eine 1/100 mm Skala zu sehen. http://www.sonyuserforum.de/galerie/...a-113Lp_mm.jpg Gruß, Stuessi |
Hallo,
die Bilder mit der Alpha 900 übertreffen sicher die der heutigen analogen Diafilme, aber wo liegen die Grenzen? Dazu habe ich meine 24cm x 36cm große Testtafel einmal mit der A900 und dann aus gleicher Entfernung mit der Dynax 7 mit dem ADOX CMS 20 Film fotografiert. Objektiv: Sigma 50mm/2,8 bei Blende 5,6-8 Hier ein kleiner Ausschnitt, den man so nur mit einer 8-fach vergrößernden Lupe, also aus 3cm Entfernung, auf dem Original sehen würde. http://www.sonyuserforum.de/galerie/...ADOX_Kopie.jpg Nur mit solch einem "Superfeinkornfilm" kann man die A900 noch übertreffen. Um aber nicht ganz der Megapixelmanie zu verfallen habe ich dann den Ausschnitt noch in "9MP-Qualität" mit verschiedenen Kameras erzeugt. Das Bild der D7D musste dazu etwas vergrößert werden. http://www.sonyuserforum.de/galerie/...opie-g1000.jpg Mehr kann ich auf der Vorlage ohne Lupe auch nicht sehen. Gruß, Stuessi |
Wow !!! Ich bin beeindruckt.
Ich hätte nicht erwartet daß es Film gibt, der den 24 Mpix der A900 noch so eindeutig überlegen ist. |
Ich bin sehr beeindruckt. Hätte nicht gedacht, wie sich die Unterschiede bemerkbar machen.
Im ersten Bild erzeugt die Digitalkamera weisse Flächen, die der Film anders sieht. Könnte das etwas mit der Bayer Interpolation zu tun haben? Auf mich wirkt der Vergleich wie eine Enthüllung, was Digitalkameras so anstellen, das Analogaufnahmen so viel angenehmer für das Auge und 'wirklichkeitsnäher' erscheinen lässt. Vielen Dank für diese Enthüllung! |
moin,
dass niedrig empfindlicher Schwarz-Weiss-Film (hier 20 ISO) viel höher auflöst als die a700 oder a900 ist gar nicht verwunderlich. Die besten Doku/Aufklärungs-Filme (z.B. Spur Ortho 12 ISO) gehen bis um 800 lp/mm, das ist das 8-10 fache der a900-Auflösung. 200 ISO-Farbfilm sieht da ganz anders aus... Die a350/380/550 lösen übrigens höher auf als die a700/500, und die höher als die a900/850 usw. Zum Vergleich: Die Beugungsgrenze eines Objektives hängt nur von der Öffnung (Blende) ab, lt. Zeiss liegt das Beugungslimit bei Blende 4 bei 400 lp/mm (wurde mit einem Distagon auf dem Spur Ortho 12 in der Bildmitte erreicht). Das von Stuessi verwendete Objektiv (50mm f/2.8 Makro, egal welcher Hersteller) dürfte 1-2x abgeblendet (also bei f/4 - f/5.6) in der Bildmitte mindestens zur Hälfte an das Beugungslimit eines idealen Objektivs herankommen. Interessanter als die feinen Linienmuster finde ich die beiden stochastischen Muster (gerade Balken rechts/oben) und die Schachbrettmuster: Hier sieht man bei den Schachbrettern sehr deutlich die Interferenz zwischen Sensorauflösung (und Bayer-Pattern!) mit der Ortsfrequenz der Vorlage, und die beiden "Rauschmuster" zeigen, dass bei "real world"-Objekten ohne streng periodische Strukturen diese Grenze noch etwas überschritten werden kann. Der Film erreicht übrigens in dem Grauverlaufsbalken (Bogen oben linker Rand) sein Limit, hier beginnen Artefakte zwischen Druckraster der Vorlage und Filmkorn kurz vor dem Erreichen der vollen Sättigung sichtbar zu werden, diese sehen den Artefakten des Digi-Bildes beim Schachbrett ähnlich, wenn auch bei deutlich höherer Auflösung. Kann aber auch die Vorlage sein, das Objektiv ist auf jeden Fall nicht der limitierende Faktor. Auch auffällig, aber nicht unerwartet, ist die "perfekte Glätte" der Digi-Bilder, wohingegen der Film durch sein Korn eine bei dieser Vergrößerung schon rasterartige Struktur zeigt: keine Grauwerte, nur Schwarz oder Weiß. Aber diese Struktur ist stochastisch und wirkt dadurch angenehm. Um so etwas digital nachzuahmen, müsste mit Fehlerverteilungsverfahren wie z.B. Fehlerdiffusion nach Floyd-Steinberg gearbeitet werden. Damit kann man selbst bei grobem Raster eine visuell hoch erscheinende Auflösung erreichen, allerdings sind diese Verfahren extrem rechenintensiv. Schade, dass man das Bayer-Filter-Array nicht abschalten oder reversibel ausbauen kann. So vergleichen wir hier niedrigempfindlichen S/W-Film mit mittelempfindlichem Farbsensor, etwas unfair ;) Danke Dir, Stuessi, für die aufschlussreichen Bilder :top: |
Zitat:
http://www.sonyuserforum.de/galerie/...eu-01-g500.jpg Gruß, Stuessi |
moin,
mich stört der "unfaire" Vergleich nicht: Du hast ja alles dokumentiert und man kann damit das Ergebnis sehr gut einordnen :top: Trotzdem ist das VergleichsDIA nett: von der Auflösung, speziell der Kantenschärfe, schlechter als die a900, allerdings beim Schachbrett klarer Vorteil: keine Interferenz, man kann das Schachbrett-Muster noch erkennen bzw beim feineren ahnen, wohingegen bei der a900 hier nur noch Artefakte erscheinen. Aber mit diesem Ergebnis hatten wir doch gerechnet, oder? |
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