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Anaxaboras 20.11.2008 00:07

Ich will da jetzt mal nur einen Aspekt herausgreifen:
Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 745664)
"Kunst" abseits des Mainstreams (...) hat es immer schwerer. Warum hat wohl RTL mehr Zuschauer als 3sat (Nein Robert, Du bist da für mich eher 3sat als RTL. ;))?

Wenn ich mich berieseln lassen möchte, gucke ich RTL. Möchte ich mich mit einer Sache auseinandersetzen, gucke ich 3sat oder Arte.
Hier im Album möchte ich mich eigentlich mit den Fotos auseinandersetzen. Um im Bild zu bleiben: Von meinem Anspruch her, ist unser Album eher 3sat oder Arte - und nicht RTL.

Wenn sich dann aber die Auseinandersetzung in "ist schön scharf" (oder auch "ist nicht scharf und rauscht") erschöpft, ist mir das manchmal zu wenig. Ich persönlich habe in letzter Zeit bewusst davon Abstand genommen, meine "Experimente" hier zu zeigen, nachdem ich damit zwei-, dreimal auf die Nase gefallen bin. Und ertappe mich inzwischen dabei, dass ich diese "Forumsgeschmackschere" im Kopf habe.

Martin

Dat Ei 20.11.2008 00:22

Hey Martin,

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 745676)
Ich persönlich habe in letzter Zeit bewusst davon Abstand genommen, meine "Experimente" hier zu zeigen, nachdem ich damit zwei-, dreimal auf die Nase gefallen bin. Und ertappe mich inzwischen dabei, dass ich diese "Forumsgeschmackschere" im Kopf habe.

war da die verkannte Künstlerseele gekränkt? Die Einstellung gefährdet meines Erachtens die Vielfalt und fördert nicht den Mut Dritter. Solange jemand mein Bild kritisiert und daraus keine verkappte Attacke auf mich als Person macht, nehme ich sowas mehr oder minder locker - vom Ausstellen meiner Bilder bringt mich das aber sicher nicht ab.


Dat Ei

baerlichkeit 20.11.2008 00:22

Hi Martin,
was meinst du mit:"auf die Nase gefallen"... man muss halt wissen, was man aus den Meinungen rauszieht...

Wenn ich etwa ein schräges Bild mache (ist ja modern ;)) und mir einer sagt, dass muss gerade sein, wird die Kritik ausgeklammert. Sagt mir aber jemand, bzw. viele, es gefällt ihm nicht, dann denke ich darüber nach... :top:

Bernd: techniklastigkeit ist ja kein Verbrechen... ich bin auch ein totaler Techniknarr, so ehrlich muss ich sein. Ich hätte auch gerne eine 1DMarkIII und die nächste 5D...

Aber wenn es mir darum geht Bilder zu bereden und zu "bestaunen" ist mir das alles ziemlich wurscht. Die Technik ist für mich nur zum funktionieren da. :)

simply black 20.11.2008 00:29

Ihr habt schon Recht damit, dass es so etwas wie einen Forumsgeschmack gibt.
In der unausgesprochenen "Rangordnung" des Ansehens rangieren einige sehr gute Handwerker mit Vorliebe zur klassischen Fotografie recht weit vorn. Das prägt natürlich das Grundrauschen.
Dennoch haben hier Männekes mit eigenem Stil die reelle Chance, fair besprochen und kommentiert zu werden. Das find ich gut.
Du landest halt nicht so schnell (aber selbst damit) in der Ausstellung.
Und auch ich gehe davon aus, dass die, die Bilder hier zeigen, die nicht an den Mainstream anpassen sondern Alternativen durchdenken und dann "ihre" Meinung um ggf neue Gedanken erweitert oder eben doch im Abweichenden bestätigt, sehr eigenständig bilden.

gpo 20.11.2008 01:00

Zitat:

Zitat von simply black (Beitrag 745693)
Ihr habt schon Recht damit, dass es so etwas wie einen Forumsgeschmack gibt.
In der unausgesprochenen "Rangordnung" des Ansehens rangieren einige sehr gute Handwerker mit Vorliebe zur klassischen Fotografie recht weit vorn. Das prägt natürlich das Grundrauschen.

eben...:D

aus diesem Grunde ist mir das an "deinem Beispiel"....aufgefallen.

nach dem Motto ...du wolltest Körnung, hast sie gemacht...
aber von mal zu mal...wurde sie "weggeredet" :cool:
Mfg gpo

simply black 20.11.2008 01:10

Ist doch nicht uninteressant :) Gerade für die von uns, die sich damit bisweilen schwer tun, weil sie andere Ideen haben :)
So entstand ein völlig anderes Bild. Es zu zeigen um dann am konkreten Beispiel diskutieren zu können oder sehen zu können, ist spannend meine ich. Eindeutiger, als es theretisch zu belassen.
Auf meiner HP stand das gekörnte und wäre auch geblieben wenn ich hier niemanden gefunden hätte, der meinen Geschmack teilt (wäre ja nicht das Erste ;):)) So handeln die anderen bekennenden Amateure hier auch, soweit ich es beobachten konnte.
Also keine Angst, immer druff ;) Das Gegenteil wäre schade.

Anaxaboras 20.11.2008 01:40

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 745687)
war da die verkannte Künstlerseele gekränkt?

Nein.

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 745687)
Die Einstellung gefährdet meines Erachtens die Vielfalt und fördert nicht den Mut Dritter.

"Die" Einstellung ist wohl "meine"?

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 745687)
Solange jemand mein Bild kritisiert und daraus keine verkappte Attacke auf mich als Person macht, nehme ich sowas mehr oder minder locker - vom Ausstellen meiner Bilder bringt mich das aber sicher nicht ab.

Solange ich mir sicher bin, dass ich ein Bild genau so haben wollte, habe ich auch kein Problem. Manchmal bin ich mir aber unsicher - umso mehr, je "experimenteller" ich werde.

Zitat:

Zitat von gpo (Beitrag 745712)
nach dem Motto ...du wolltest Körnung, hast sie gemacht...
aber von mal zu mal...wurde sie "weggeredet" :cool:

Wenn Christoph gesagt hätte, "so wollte ich die Körnung - die bleibt", wäre das völlig OK für mich gewesen. ICH hätte sie nur etwas "feiner" gemacht - und das habe ich gesagt. "Wegreden" wollte ich die Körnung sicherlich nicht.

Martin

Dana 20.11.2008 03:11

Nachdem ich oben namentlich genannt wurde (vielen Dank, Frank, das freut mich sehr), möchte ich noch etwas zum Thema Bildbesprechungen sagen.

Seit ich mich mit Fotografie beschäftige und zu meinen Bildern Kommentare bekomme, bin ich persönlich stark gewachsen. Mir hilft diese Kritik nicht nur, meine Bilder noch besser zu durchleuchten und mich auf eine Seite zu stellen (die meines Bildes oder die der Kritiker, indem ich das Bild nochmal überarbeite), nein, sie formt mich auch in meiner Persönlichkeit und meinem Charakter. Ich muss lernen, Kritik anzunehmen, ich muss lernen zu filtern und ich muss lernen, nicht alles persönlich zu nehmen.

Dies alles kann ich, wenn meine Bilder besprochen werden. Das sind lauter positive Effekte, die die Bildkritik hat. Man kann daran auch reifen, denn man muss Stellung beziehen und sich öffnen.

Was die Vorliebe für Motive angeht, stimmt es, dass die klassischen Motive, die technisch einwandfrei sind (Berge mit entrauschtem Himmel, super Landschaftsaufnahmen etcpp) besser ankommen. Das ist in eigentlich allen Foren so, die ich kenne. "Mutige" Leute, die abseits fotografieren und mal experimentieren, so wie ich auch, die riskieren natürlich auch Stirngerunzel. Aber ich denke, das ist normal.

Experimentelle Fotografie polarisiert stark und die Meinungen gehen weit auseinander. Aber auch da finde ich die Diskussionen interessant, gerade deshalb stelle ich solche Bilder GERN ein, weil ich total gespannt drauf bin, wie die Meinungen sich spalten, wie überlegt wird, wie das Bild in den Köpfen arbeitet. Das ist auch toll zu sehen, auch wenn dann vielleicht 80% sagen: näääh, dieses Bild gibt mir nichts...

Klar, ich bin nicht begeistert, wenn ich so ein Foto einstelle und es kommt: "Ähm..das rauscht aber schon im Hintergrund bisi, ne???" oder "die Kante da ist aber net ganz grad!" oder sowas, wenn ich doch eigentlich STIMMUNG und BAUCHGEFÜHL transportieren wollte...aber da hört man dann halt einfach drüber. Es gibt Leute, die erstmal mit der Technik anfangen, bevor das Bild wirkt. Davon weg zu kommen, ist gar nicht einfach. Ich selbst lasse mich auch manchmal von einem schiefen Horizont stören, auch wenn das Bild mich sonst umhaut.

Ich bringe da immer gerne ein Beispiel:

Ich bin Musikerin, habe also Musikanalyse etcpp von der Pieke auf gelernt.
Wenn ich nun in ein Konzert gehe, kann ich jeden Ton analysieren, kritisieren und habe am Schluss das ganze Konzert in negative Kleinstteile aufgespalten...oder ich verschaffe mir Befriedigung, indem ich das Stück einfach mit geschlossenen Augen anhöre und mich dran erfreue, auch wenn es Makel hat, weil die zweite Geige mal schleppt oder ein Horn mal einen unsauberen Ton spielt...

Die Ganzheit eines Bildes ist wichtig, das wird manchmal vergessen.

Wenn ich solche Dinge höre wie "Ich hab das Bild mal auf 65564563546 vergrößert und um 200% aufgehellt, du moah, da seh ich aber Artefakte!!!"....dann geht das für mich einfach an dem vorbei, was Bildbewertung und Bildausstellung sein sollte.

Aber ich finde, eigentlich ist das hier im Forum ganz gut, so wie es läuft. Korinthenkacker gibt es wenige, genau wie Übertechniker. Ich habe schon den Eindruck, dass, obwohl die Klassiker immer noch mehr geliebt werden als wir Experimentelle (schnieeef), wenigstens eine prozentuale Offenheit herrscht, was solche Bilder angeht. Man "versucht" zumindest, sich ihrer anzunehmen, wofür ich ja schon mal dankbar bin.

Für mich ist also die Bildbesprechung wirklich wichtig...und wenn mich mal ein Kommentar stört, kann ich das ansprechen oder ich ignoriere es einfach. ;)

amateur 20.11.2008 11:05

Hallo,

Zitat:

Zitat von simply black (Beitrag 745716)
Ist doch nicht uninteressant :) Gerade für die von uns, die sich damit bisweilen schwer tun, weil sie andere Ideen haben :)
So entstand ein völlig anderes Bild. Es zu zeigen um dann am konkreten Beispiel diskutieren zu können oder sehen zu können, ist spannend meine ich. Eindeutiger, als es theretisch zu belassen.
Auf meiner HP stand das gekörnte und wäre auch geblieben wenn ich hier niemanden gefunden hätte, der meinen Geschmack teilt (wäre ja nicht das Erste ;):)) So handeln die anderen bekennenden Amateure hier auch, soweit ich es beobachten konnte.
Also keine Angst, immer druff ;) Das Gegenteil wäre schade.

das kann ich nur unterschreiben! Die wenigsten von uns dürften den Anspruch haben, Kunst zu produzieren. Es ist vielleicht der Versuch, sich etwas dem zu nähern, was Kunst sein könnte. Wenn man dabei spielerisch und nicht so verbissen wie derweil der ein oder andere an das Thema herangeht, dann kann Feedback anderer Nutzer durchaus hilfreich sein, den eigenen Horizont im stillen Kämmerlein zu erweitern.

Man braucht ja keinem der Kommentare zu folgen. Aber allein, wenn ein Kommentar die Reflektion über das eigenen Bild egal vom späteren Ergebnis anregt, dann ist das doch schon ein Erfolg. So kann man Anregungen annehmen bzw. auch bewusst verwerfen. Letzteres führt bei mir oft dazu, dass ich mir besser darüber im Klaren werde, warum ich genau das Bild so gemacht habe.

Bzgl. der Anpassungen von Bildern auf Zuruf: Wenn ich selbst Bilder bearbeite, dann ist das bei mir oft auch eine Art Trial and Error Verfahren. Man probiert Sachen aus, bewertet, verwirft. Ich habe damit kein Problem, einen solchen Versuch auch im Nachgang in aller Öffentlichkeit zu probieren.

Kurzum: So ganz verstehe ich das Problem nicht. ;)

Viele Grüße

Stephan

eggett 20.11.2008 11:45

Das hört sich hier teilweise so an, als müsste ein Restaurantkritiker das Essen auch persönlich mögen, das er auf Kochfehler testen soll.


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