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Jerichos 21.10.2008 20:21

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 730605)
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber: ich glaube nicht, dass ein ICC-Profil unter Windows dauerhaft die LUT der GraKa verbiegt. Ich habe das vorhin eigens noch einmal ausprobiert und unter Windows ein völlig falsches Monitor-Profil als Standard-Profil gewählt. Da hat sich überhaupt nichts an der Anzeige geändert. (Könnte natürlich sein, dass ich dazu Windows neu starten müsste, das habe ich nun nicht auch noch getestet.)

Da geh ich Gerd´s Ausführungen mit. Windows lädt die ICC-Datei entweder sofort oder eben verzögert durch ein zusätzliches Programm, das die Profile verwaltet, so wie bei mir als Spyder2-Nutzer. Und da sieht man sehr wohl, dass sich die Farben ändern.

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 730605)
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich meinen Dell 2408 WFP so exakt einstellen konnte, dass das vom Quato iColor Display erzeugte Profil praktisch keine Abweichungen in der Darstellung zwischen Photoshop und anderen Programmen bewirkt :D.

Was nu? Hast Du Deinen Monitor nun kalibriert oder hast Du ihn nur so eingestellt, dass es kaum Unterschiede zwischen der Ansicht in PS und nicht-CMS-fähigen Programmen gibt. Das ist meiner Meinung nach ein großer Unterschied.

Anaxaboras 21.10.2008 20:47

Zitat:

Zitat von Jerichos (Beitrag 730655)
Was nu? Hast Du Deinen Monitor nun kalibriert oder hast Du ihn nur so eingestellt, dass es kaum Unterschiede zwischen der Ansicht in PS und nicht-CMS-fähigen Programmen gibt. Das ist meiner Meinung nach ein großer Unterschied.

Ja, mein Monitor ist mit iColor Display von Quato profiliert und kalibriert. Die Frage ist natürlich jetzt noch, auf welche Zielwerte :mrgreen:?

Martin

Dat Ei 21.10.2008 21:47

Hey René,

Zitat:

Zitat von Thunderbird74 (Beitrag 730614)
Nehmen wir folgendes Szenario:
Foto mit DSLR mit ARGB Farbraum - wenn jetzt der Monitor 93% ARGB Farbraum darstellen kann - dann kann er verdammt viel von den Farben darstellen, welche auch die Kamera "gesehen" hat bei der Aufnahme.

Wenn jetzt keine Kalibrierung durchgeführt wird, müsste auch der Monitor mit einer Abweichung von 7% das Foto so darstellen, wie es die Kamera gesehen hat.

Was verbessert den dann noch die Kalibrierung???
Es klingt ja alles so vielversprechend, aber ich werde den Eindruck nicht los, das man bei 93% Übereinstimmung soviel nicht mehr korrigieren kann.
Da scheint mir auch viel Marketing um die Colorimeter zu sein :roll:

die Prozentangaben von 93% aRGB sagt nur aus, daß der Monitor in der Lage ist, einen Farbraum darzustellen, dessen Farbumfang 93% des aRGBs abdeckt. Das heißt aber nicht, daß die Darstellung farbverbindlich ist, also auf dem Schirm die Farbe dargestellt wird und zu messen ist, die Du ihm vorne zugefüttert hast. Des weiteren ist auch nicht sichergestellt, daß die Abweichungen zwischen dem Input und dem Output einen konstanten oder linearen Fehler besitzt. So kann z.B. der TFT ein Problem haben, sehr dunkle oder sehr helle Bereiche möglichst genau zu differenzieren, während die Darstellung im mittleren Bereich vielleicht ok ist. Hinzu kommt noch, daß die Qualität der Monitordarstellung abhängig von der eingestellten Helligkeit ist. Zu guter Letzt legst Du als Benutzer noch den Weißwert (es gibt verschiedene Weißtöne!) und den Gamma-Wert (Relation zwischen Eingabewert und ausgegebener Helligkeit, eine Art Gradation) fest. All diese Größen beeinflussen die Darstellung auf Deinem Monitor. Damit aber alle auf ihren Geräten das Gleiche sehen, müssen diese (Eck-)Werte auf allen beteiligten Geräten gleich eingestellt werden und mittels Kalibrierung und Profilierung möglichst genau dahin gebracht werden.
Die von Dir erwähnten 7% sind also nicht als 7% Abweichung zu interpretieren, sondern nur als 7% weniger Farben (Fläche im Farbraum), die Dein Monitor gegenüber dem aRGB darstellen kann.

Des weiteren benötigst Du für einen sauberen und möglichst farbverbindlichen Workflow zwingend ein Profil für Deinen Monitor. I.d.R. liefern die Monitorhersteller generische, vorgefertigte Profile für ihre Modelle mit, die zwar nicht für das einzelene Exemplar, wohl aber für die Serie erstellt wurden. Damit kann man sich auch schon ein Stück weit helfen. Nur mittels eines (solchen) Profiles bist Du in der Lage, die diversen Konvertierungen zwischen den verschiedenen Farbräumen Deiner Quellen (Kamera, Scanner etc. pp.) über geräteunabhängige Farbräume in die verschiedenen Farbräume Deiner Ziele (Monitor, Drucker etc. pp.) sauber vorzunehmen.


Dat Ei

baerlichkeit 22.10.2008 08:02

Ihr könnt ruhig noch ein wenig fachsimpeln :mrgreen:

Ich habe jedenfalls schon einiges gelernt und begriffen! Ich denke ich werde meinen Monitor noch einmal mit anderen Ausgangswerten kalibrieren. Aber ich weiß ja jetzt woran es liegt.

Meine entwickelten Bilder sehen jedenfalls so aus, wie ich mir das gedacht habe, mache also was richtig ;)

Grüße Andreas

LensView 22.10.2008 09:13

Zitat:

Zitat von Anaxaboras (Beitrag 730594)
Beim Kalibrieren mit einem Spyder o.ä. möglichst schon mit den Reglern am Monitor die gewünschte Zieleinstellung erreichen. Je weniger das ICC-Profil in Photoshop & Co. (als Programmen, die Farbmanagement beherrschen) verbiegen müssen, desto geringer wird die Abweichung in der Darstellung sein.
Martin

Wieso sagt mir dann mein Spyder2Express ich soll die Hardwareeinstellungen am Monitor vor der Kalibrierung auf die Grundeinstellungen ab Werk zurück setzen?

Anaxaboras 22.10.2008 09:44

Zitat:

Zitat von LensView (Beitrag 730774)
Wieso sagt mir dann mein Spyder2Express ich soll die Hardwareeinstellungen am Monitor vor der Kalibrierung auf die Grundeinstellungen ab Werk zurück setzen?

Weil du natürlich irgendeine Ausgangsbasis brauchst. Sonst bestünde die Gefahr, dass du einen im "Media"-Markt völlig verstellten Monitor kalibrierst.

Meine Software beginnt auch mit den Werkseinstellungen. Dann meldet sie z. B. "Stellen Sie jetzt die Helligkeit am Monitor so ein, dass ... etc."

Wie das beim Spyder ist, kann ich aber nicht sagen.

Martin

Dat Ei 22.10.2008 09:50

Moin Martin,

das ist beim Spyder genau so. Das Zurückstellen auf die Werkseinstellungen zu Beginn der Kalibrierung hat natürlich auch den Hintergrund, daß man während der Kalibrierung noch Spielraum bei den Einstellungen nach oben und nach unten benötigt.


Dat Ei

LensView 22.10.2008 10:36

Zitat:

Zitat von Dat Ei (Beitrag 730813)
Das Zurückstellen auf die Werkseinstellungen zu Beginn der Kalibrierung hat natürlich auch den Hintergrund, daß man während der Kalibrierung noch Spielraum bei den Einstellungen nach oben und nach unten benötigt.

Sowas dachte ich mir.

Anaxaboras 23.10.2008 17:55

Es ging ja ursprünglich um die Frage, ob ein Monitor-Profil beim Windows-Start automatisch geladen wird. Dazu habe ich jetzt hier eine interessante Antwort gefunden:
Zitat:

Beim Systemstart öffnet das Betriebssystem das Standard-Monitorprofil; die dort gespeicherte Monitorfarbtabelle steht damit allen Farbmanagement tauglichen Programmen zur Verfügung. Die Korrekturtabellen für die Grafikkarte bzw. die Monitorhardware werden momentan nur von Macintosh-Betriebssystemen automatisch geladen; unter Windows erledigen dies kleine Hilfsprogramme, die vom jeweiligen Tool-Hersteller in die Autostart-Gruppe kopiert wurden.
Grundsätzlich habe ich damit nun also Recht - und auch wieder nicht :crazy::
Windows lädt, wie ich gesagt habe, von Haus aus kein Profil - es stellt es farbmanagementfähiger Software (z. B. Photoshop) zur Verfügung.
Allerdings: In meiner AutoStart-Gruppe habe ich jetzt doch tatsächlich das Programm "QuatoLoader" entdeckt :!:. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Programm genau das macht, was auf dem Apple automatisch geschieht: Das mit dem Messgerät ermittelte Monitorprofil beim Windows-Start zu laden.

Nun war ich so "schlau", das mit meinem iColorDisplay ermittelte Monitorprofil auf mein Notebook zu kopieren. Im Büro hängt der Schleppi via Docking-Station am zweiten Eingang meines Dell 2408 WFP. Und habe mich prompt gewundert, warum Photoshop dort die Farben anders anzeigt als alle anderen Programme. Jetzt *andiestirnpatsch* ist mir das klar: Auf meinem Schleppi fehlt das Programm zum Laden des Monitorprofils. Es wird erst in Photoshop aktiv.

Konnte ich ein Wenig zur Klärung beitragen?

Martin

Thunderbird74 23.10.2008 20:36

ich bin beim ewigen austesten :? und probieren der Einstellungen des Lenovo immer wieder auf ein Problem gestossen...

Ich oder der Monitor ist nicht in der Lage, verschiedene Farbprofile in PS zu erkennen.
Da wären z.B.
AdobeRGB
sRGB IEC 61966-2.1
und ein Farbprofil von einem prad.de User für den Lenovo 220x erstellt mit dem Quato DTP94

Ich gehe folgendermaßen vor:
1. Laden des AdobeRGB Fotos in PS CS3
2a) entweder Veränderung des Profils über die Graka Eigenschaften oder
2b) Veränderung des Profils in PS durch Bearrbeiten/in Profil umwandeln

Wahrscheinlich mache ich einen Fehler oder aber meine Augen nehmen den Farbprofilwechsel nicht wahr.

Das Erstaunliche ist, das der Softproof in PS merkliche Änderungen am Bild auslöst, wenn ich dort die Farbprofile wechsel, was Farbverteilung bzw. Darstellung angeht.

Wo liegt jetzt mein Denkfehler???


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