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HeinS 15.05.2008 09:48

Hallo,
bei den heutigen Festplattenpreisen würde ich eine gebrauchte Festplatte mit sensibelen Daten eher zerstören/verbrennen als verkaufen und mir vorher so einen Stress machen.;)

duncan.blues 15.05.2008 10:01

Zitat:

Zitat von eac (Beitrag 657215)
Ich bin ja kein Physiker, sondern nur dummer Computerbeschwörer, aber mir wurde versichert, daß SIE selbst nach einem Überschreiben mit Zufallszahlen noch die Restmagnetisierung durch Daten nachweisen können, die lange genug auf einer Platte gespeichert waren. Um die Daten wirklich IHREM Zugriff zu entziehen, muß jedes Bit mehrfach von 0 auf 1 gekippt werden und wieder zurück. :cool:

PS: Dieses Posting wird sich nach dem Lesen selbst vernichten ...

Zu spät, hat Herr Schäubele schon längst protokolliert und auf ewig archiviert! ;)

Zitat:

Zitat von HeinS (Beitrag 657225)
bei den heutigen Festplattenpreisen würde ich eine gebrauchte Festplatte mit sensibelen Daten eher zerstören/verbrennen als verkaufen und mir vorher so einen Stress machen.;)

Wenn man schon paranoid sein will, dann erst mehrfach mit Zufallszahlen überschreiben, dann die Platte mit dem Hammer zerlegen, die Scheiben rausbrechen, durch einen Aktenvernichter jagen, das Konfetti verbrennen und die Reste in alle Winde zerstreuen! :twisted:

(Merke: "Paranoid zu sein, bedeutet nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!")


Aber um wieder auf den Teppich zurückzukommen: Um aus einer Festplatte, bei der der Inhalt durch mehrfaches Zufallsbyte-weises überschreiben gelöscht wurde, die Daten noch mit Kriminallabortechnischen Methoden und einem Riesenaufwand (das ist tagelange Expertenarbeit und dementsprechend SAUteuer) wieder herzustellen, müsste erstmal jemand wissen, dass da sensible und lohnenswerte Daten drauf waren, dann Zugriff auf die Platte haben und zuletzt Geld und Ressourcen genug haben um die Aktion durchzuziehen.
Ich denke, die Festplatte mit Softwaremethoden zu löschen und dann bei Ebay zu verticken (vielleicht über den Account eines Freundes, damit keine direkten Rückschlüsse auf die Herkunft der Platte zu ziehen sind?:roll:) ist beinahe noch die beste Methode, sicherzustellen, dass die Platte keiner in die Hand bekommt, der was mit den Rest-Magnetspuren der Daten anfangen kann.

dgo 15.05.2008 11:16

Ich würde statt /dev/ramdom lieber /dev/urandom nehmen. Da kann man deutlich schneller Zufallsdaten erhalten. Nähere Inofs unter http://de.wikipedia.org/wiki//dev/random

Nach meiner Erfahrung ist bei Festplatten eine Blocksize von 64k etwas schneller.

Also: dd if=/dev/urandom of=/dev/<Festplatte> bs=64k
oder: dd if=/dev/zero of=/dev/<Festplate> bs=64k

Gruß, Daniel

PeterHadTrapp 15.05.2008 11:50

dazu hätte ich als Technik-DAU mal eine Frage:

wenn ich die Platte zunächst formatiere und nur noch eine einzige Partition anlege, dann komplett überschreibe, als z.B. mit alten Fotos vollkopiere bis sie wirklich bis auf wenige KB genau voll ist.
Kann dann tatsächlich noch jemand wiederherstellen was vorher drauf war ?
Das klingt mir unvorstellbar.
:zuck:

MiLLHouSe 15.05.2008 11:51

Zitat:

Zitat von ichbinderpicknicker (Beitrag 657039)
Moin,

mit welcher Software (egal ob Freeware oder Payware) kann ich die Daten auf meiner Festplatte komplett und unwiederbringlich löschen, so daß auch ein Profi nichts mehr finden kann?

Also ich habe zuletzt immer Eraser verwendet. Da kann man einstellen, wo oft die Platte überschrieben werden soll. Lt. einer Aussage von einem Mitarbeiter von O&O kann nach 7x überschreiben nichts mehr wiederhergestellt werden. Ich habe so alle meine Platten überschrieben und danach mit dem EasyRecovery Prof. nichts mehr finden können.

Allerdings dauert das 7x überschreiben je nach Plattengröße extrem lange.

Alex

erik 15.05.2008 12:38

Nur mal so als Beispiel, was die Daten einer Platte alles überleben können, wenn sie nicht durch mehrmaliges Überschreiben gelöscht wurden:

"Forschungsrettung nach Columbia-Absturz: Dokumentationen auf von Kroll Ontrack geretter Festplatte konnten ausgewertet werden": http://www.all-about-security.de/art...9fdea3f65.html

TONI_B 15.05.2008 13:01

Zitat:

Zitat von PeterHadTrapp (Beitrag 657295)
dazu hätte ich als Technik-DAU mal eine Frage:

wenn ich die Platte zunächst formatiere und nur noch eine einzige Partition anlege, dann komplett überschreibe, als z.B. mit alten Fotos vollkopiere bis sie wirklich bis auf wenige KB genau voll ist.
Kann dann tatsächlich noch jemand wiederherstellen was vorher drauf war ?
Das klingt mir unvorstellbar.
:zuck:

Wenn du nur einmal formatierst und wieder beschreibst, ist es möglich! Es wurde schon gesagt, dass der Aufwand sehr groß ist, aber es funktioniert. Wobei man schon sagen muss, dass nicht alle Daten wieder exakt reproduziert werden können. D.h. manche deiner Bilder hätten Störungen oder es wäre gar nichts zu erkennen.

Warum geht es?

Du musst dir die Daten als sehr(!) kleine Bereiche (im nm-Bereich=1/1000000mm) mit einer bestimmten magnetischen Orientierung vorstellen. Wenn jetzt überschrieben, gelöscht oder formatiert wird kommt der Schreibkopf nicht immer auf die exakt gleiche Stelle d.h. es bleiben "Restmagnete" der alten Daten übrig. Und die kann man lesen!

Daher werden von den Geheimdiensten (angeblich) Programme verwendet, die sehr oft (30-100x) die gesamte Platte mit zufälligen Mustern überschreiben. Dann steigt die Wahrscheinlich sehr stark an, dass alle Bereiche zufällig magnetisiert werden.

eac 15.05.2008 13:21

Zitat:

Zitat von PeterHadTrapp (Beitrag 657295)
wenn ich die Platte zunächst formatiere und nur noch eine einzige Partition anlege, dann komplett überschreibe, als z.B. mit alten Fotos vollkopiere bis sie wirklich bis auf wenige KB genau voll ist.
Kann dann tatsächlich noch jemand wiederherstellen was vorher drauf war ?
Das klingt mir unvorstellbar.
:zuck:

Ist aber tatsächlich so. Die digitalen Informationen auf einer Festplatte werden ja in Wirklichkeit analog gespeichert. Die Information 0 oder 1 wird durch einen Magnetisierungszustand von Teilchen auf der Plattenoberfläche gespeichert. Um eine 0 zu schreiben mußt du also ein Magnetfeld in eine Richtung anlegen, für eine 1 in die andere Richtung. Der Magnetisierungszustand ist danach auch davon abhängig, welche Information dort vorher war, weil das Schreiben einer identischen Information diese verstärkt. Der Speicher hat also eine Art "Gedächtnis".

Das ist natürlich nichts, was der Normale Datenrettungsdienstleister kann, der noch aus verbrannten Computern die Informationen zurückholen kann, aber mit genügend großem Aufwand, könnte man sowas noch retten.

Die Lösung ist halt entweder so oft überschreiben, daß sich auch dieser Gedächtniseffekt nicht mehr nutzen läßt, oder ein starkes Magnetfeld anlegen, das um ein Vielfaches über der Feldstärke eines Schreib-/Lesekopfes liegt, so daß auch keine nutzbaren Informationen mehr vorhanden sind (Degausser).

duncan.blues 15.05.2008 14:45

Zitat:

Zitat von eac (Beitrag 657346)
Die Lösung ist halt entweder so oft überschreiben, daß sich auch dieser Gedächtniseffekt nicht mehr nutzen läßt, oder ein starkes Magnetfeld anlegen, das um ein Vielfaches über der Feldstärke eines Schreib-/Lesekopfes liegt, so daß auch keine nutzbaren Informationen mehr vorhanden sind (Degausser).

Das müsste aber ein wirklich starkes Magnetfeld sein (siehe mein Erfahrungsbericht wegen Löschung von Floppies weiter oben), idealerweise ein starkes Wechselmagnetfeld.

Ich hatte vor Urzeiten mal den Effekt dass ich zwei PCs hatte, bei denen waren die Diskettenlaufwerke gegenläufig leicht dejustiert. Als ich nun eine Floppy die ich ursprünglich in dem einen benutzt hatte im anderen neu formatiert und beschrieben habe, hatte ich auf dem einen PC die neuen Daten und auf dem anderen die alten Daten:!:

About Schmidt 15.05.2008 16:59

Dazu war erst neulich ein Bericht im Fernsehen zu sehen. Der Experte dort führte aus, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt die absolut sicher sind. Das erste war ein sehr großes Magnetfeld erzeugen, wie z.B. bei einem Computertomograph oder die Platte öffnen und die Platte(n) mechanisch zerstören z.B. mit einer Flex.

Gruß Wolfgang


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