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Ernst-Dieter aus Apelern 08.03.2022 10:27

Also, bei einer anstehenden Fotoserie von Vögeln am Futterhaus, wenn es schnell gehen muß ETTR vor jeder Aufnahme neu einstellen?:oops:

fritzenm 08.03.2022 10:46

Ändert sich das Licht im Aufnahmezeitraum wesentlich? Wenn nein, dann ist auch keine Änderung erforderlich. Deshalb fotografiere ich viel in M und belasse die Belichtungsparameter solange konstant, solange sich am Licht nichts wesentliches ändert.

Da kann man sich sogar die Zeit nehmen, die Auswirkungen der auf ETTR mittels Zebra gewählten Belichtungsparameter auf die Form des Histogramms bei einem "Probeschuss" anzusehen. Wie gesagt, es sollte idealerweise nach rechts verschoben sein, aber nicht "angelehnt" - was dann in Richtung echter "Überbelichtung" ginge, die nicht gewünscht ist.

guenter_w 08.03.2022 12:47

Ach wäre das einfach, wenn es die allgemeingültige Regel gäbe! Dann könnte man auch gleich mit Automatik belichten!

Nichts ist so gefragt wie das Fotografenhirn hinter dem Sucher. Grundsatz: Fotografie ist Arbneiten mit Licht - nicht dagegen. Bei der Wahl des Bildausschnittes auf das Motiv und dessen korrekte Belichtung achten und dann entscheiden, in welche Richtung die Korrektur gedreht werden muss. Dunkle Bildteile zeigen beim Aufhellen eher Rauschen, zu helle Stellen neigen zum Ausfressen, da auch RAW in der Dynamik begrenzt ist. Wichtig ist auch bei der Aufnahme der Verwendungszweck bzw. das später Ausgabemedium.

Insgesamt: nichts geht über den Erfahrungsschatz, den man sich persönlich ansammelt und dessen Anwendung. Wobei zwischen Kameras durchaus deutliche Unterschiede sein können...

minfox 08.03.2022 13:34

Zitat:

Zitat von ingoKober (Beitrag 2236380)
Ja, bieten sie. Aber eben weil genau sowas manchmal doch die korrektere Belichtung ist!(...) Und ich bin in diesem Zusammenhang gespannt, wie Du Deinen ersten Satz definieren willst.

Die korrekte Belichtung ist das perfekt ausgewogen aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Zeit, Blende und ISO! Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte:
Windräder rotieren für die Energiewende. Keine Bewegungsunschärfe! In der Ferne rast ein schwarzer Van durch die Bildmitte. Scharf! Auf dem Armaturenbrett liegt ein Briefumschlag. Auf der scharf abgebildeten und wunderbar korrekt belichteten Briefmarke lese ich: "Nibelungen. 80".
Das sind 5 Cent zu wenig! :shock: Dennoch: 1:0 fürs Vollformat! :top: (EDaA hat nur Halbformat. Schade.)

Bild in der Galerie

ingoKober 08.03.2022 13:44

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2236417)
Die korrekte Belichtung ist das perfekt ausgewogen aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Zeit, Blende und ISO!

...und der Entwicklung des RAWs. Das alles gehört untrennbar zusammen, wenn man in RAW fotografiert.

Viele Grüße

Ingo

Ellersiek 08.03.2022 14:28

Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2236417)
Die korrekte Belichtung ist das perfekt ausgewogen aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Zeit, Blende und ISO!...

Ganz klarer Widerspruch:
Die korrekte Belichtung ist, wenn das Bild so aussieht, wie es sich der Fotograf vorgestellt hat:

Bild in der Galerie
Links in etwa das, wass gewünscht war. Rechts das, was Lightroom noch ermöglichen würde
(schnelle Suche, da gibt es sicher noch bessere high/low-Key-Beispiele)

Lieben Gruß
Ralf

fritzenm 08.03.2022 16:49

Zitat:

Zitat von Ellersiek (Beitrag 2236422)

Bild in der Galerie
Links in etwa das, wass gewünscht war. Rechts das, was Lightroom noch ermöglichen würde
(schnelle Suche, da gibt es sicher noch bessere high/low-Key-Beispiele)

Lieben Gruß
Ralf

:? Versteh' ich nicht. Was sollte den RAW-Konverter deiner Wahl daran hindern, eine dunklere Version, wie links, zu erzeugen? Hauptsache die Daten sind da.

In dem speziellen Fall: Negative Belichtungskorrektur + evtl. negative Mitteltöne + evtl. Absenkung der Schatten um von "Rechts" nach "Links" zu kommen.

Wenn man eine klare Vorstellung davon hat, wie das finale Bild aussehen soll, dann kann man durch entsprechende Einstellungen auch dahin kommen - solange die RAW-Datei die dafür erforderlichen Daten umfasst.

Deswegen ist "optimale Belichtung" die, die im Moment der Aufnahme am besten für's Datensammeln geeignet ist. Das muss (zunächst) keinen besonders ansprechenden Look ergeben, aber das "Bild" steckt eben in den Daten dann drin.

ingoKober 08.03.2022 16:52

Zitat:

Zitat von fritzenm (Beitrag 2236438)

Deswegen ist "optimale Belichtung" die, die im Moment der Aufnahme am besten für's Datensammeln geeignet ist. Das muss (zunächst) keinen besonders ansprechenden Look ergeben, aber das "Bild" steckt eben in den Daten dann drin.

Das trifft es finde ich sehr gut.
Man sollte die Aufnahme in RAW eher als Datensammlung denn als fertiges Bild betrachten.
Je mehr Daten, umso mehr Flexibilität beim späteren Herausarbeiten der gewünschten Bildwirkung.
Und wie schon gesagt, stecken in hellen Bildbereichen mehr Tonwertinformationen, als in dunklen...das bleibt für mich das Hauptargument für ETTR.

https://images.medianord.de/erez3/er...=dkMain-NoFill

Viele Grüße

Ingo

fritzenm 08.03.2022 17:07

Zitat:

Zitat von ingoKober (Beitrag 2236439)
... Und wie schon gesagt, stecken in hellen Bildbereichen mehr Tonwertinformationen, als in dunklen...das bleibt für mich das Hauptargument für ETTR...

Jein. Es geht im Grunde nicht um "helle Bildbereiche" sondern, ganz profan, um die Zahlenwerte, die diese beschreiben. Da ist mehr "Luft" zum differenzierten zahlenmässigen Beschreiben - und das Ziel von ETTR ist, diesen Spielraum zu nutzen.

Ellersiek 08.03.2022 17:19

Zitat:

Zitat von fritzenm (Beitrag 2236438)
:? Versteh' ich nicht. Was sollte den RAW-Konverter deiner Wahl daran hindern, eine dunklere Version, wie links, zu erzeugen? Hauptsache die Daten sind da.

Er hindert mich nicht, sondern die ausgewogene Belichtung nötigt mich dazu. Warum soll ich ausgewogenen belichten, wenn ich es gar nicht ausgewogen haben möchte. Nur um anschließend eine Bearbeitung machen zu müssen, die ich mir bei anderer Belichtung hätte sparen können?

Es war ja auch nur ein Beispielbild, welches ich nach kurzer Suche ausgewählt habe. Ich schrieb ja: Es gibt da sicher bessere Beispiele.

Und wie schon bei meinem ersten Positing: Mich stört die starre, pauschale Festlegung:
Zitat:

Zitat von minfox (Beitrag 2236417)
Die korrekte Belichtung ist das perfekt ausgewogen aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Zeit, Blende und ISO!...

Aber vielleicht habe ich auch zu viele Dias belichtet.

Und natürlich ist eine ausgewogene Belichtung gut, wenn ich noch nicht genau weiß, wo die Reise mit dem Bild hingehen soll oder ich verschiedene Wege beschreiten will. das bestreite ich doch auch gar nicht. Das wird auch bei dem überwiegenden Teil der Bilder richtig sein. Aber wenn ich genau weiß, was ich erzielen will, dann belichte ich auch entsprechend. Da mir überwiegend das Motiv am wichtigsten ist, bevorzuge ich wahrscheinlich auf die an den Fokuspunkt gebundene Belichtung.

Lieben Gruß
Ralf


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