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Conny1 06.05.2019 09:58

@HWG 62

„Das mein Leben, wobei auch immer plötzlich vorbei sein kann, damit kann ich gut leben. Der Gedanke, meine letzten Jahre sabbernd mit vollgesch........ Windel im Rollstuhl im Pflegeheim zu verbringen, das macht mir Angst.“

So geht es mir auch. Die Angst wird noch verstärkt, wenn ich an den Betreuungsnotstand
und den damit verbundenen Frust von Pflegepersonal in deutschen Pflegeheimen denke. Wenn dann noch, mangels entsprechender Gesetzgebung, keine Möglichkeit besteht, sich einen Gnadentod zu verpassen, verpassen zu lassen, erscheint mir die Eisschollen-Lösung
der Inuit humaner. Besser relativ schnell dahingefrieren, als langsam dahinzusiechen.

wus 06.05.2019 10:35

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 2062074)
So kann ich nicht nachvollziehen, dass gerade Reinhold Messner, der Guru der Extrembergsteiger und Auslöser dessen was gerade alles im Himalaja stattfindet, genau das was er früher ausgiebig selbst gemacht hat, bei anderen plötzlich kritisiert.

Vielleicht hat er dazu gelernt, im Lauf der Zeit erkannt was er da losgetreten hat, und versucht jetzt gegenzusteuern.

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 2062074)
muss ich die drei Zinnen frei kletternd ohne Sicherung bewältigen, muss ich auf den Everest ohne Sauerstoff, oder muss ich überhaupt dort hoch? Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen, den scheinbar die Ziele am meisten reizen, welche unerreichbar scheinen. Und so bezahlt so mancher dies mit seinem Leben.

Ich nenne dieses Verhalten den "westlichen Alltagsextremismus": in der westlichen Gesellschaft, die vom kapitalistischen Wettbewerb geprägt ist, zählen nur Spitzenleistungen. Das drängt oder verführt immer wieder Menschen, unter hohem Risiko irgendeine einzigartige, erstmalige Spitzenleistung zu erbringen, und sei sie noch so extrem, sinnlos oder sogar blödsinnig.

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2062240)
...wahrscheinlich ist die Geburt der Anfang allen Übels... ;)

Stimmt, vor allem wenn sie so massenhaft stattfinden wie in den letzten 50 Jahren. Wir sind inzwischen einfach viel zu viele Menschen auf dem Planeten (ich schreibe bewusst nicht "unserem" Planeten...).

Harry Hirsch 06.05.2019 11:16

Zitat:

Zitat von Arco (Beitrag 2062242)
In mein Beispiel hat es nichts mit Auto, Flugzeug usw. zu tun. Das sind doch Schutzanzüge gegen die Naturgesetze.

Es wäre schön wenn Du Mein Beitrag von Anfang bis zum Ende gelesen hättest den ich hatte geschrieben ....

ob in den Bergen in dem Bereich wo kaum Sauerstoff ist oder in der Tiefsee.

Es gibt noch einige Bereiche wo die Natur uns die Grenze anzeigt wie z.B. Temperatur.

Das hatte ich eigentlich (also zu Ende gelesen). Aber da ist etwas bei mir nicht so angekommen, wie du es wohl gemeint hast.

Ich hatte dein "Orte" auch abstrakt gesehen. "...ob in den..." hatte ich als Beginn einer beispielhaften Aufzählung interpretiert, nicht als ausschließlich.
Eine Autobahn ist für mich tatsächlich ein "unnatürlicher" Ort.

Beschränkst du das Risiko nur auf "die Berge" oder die "Tiefsee"?

Irgendwie verstehe ich es nicht so ganz...

Zitat:

Zitat von wus (Beitrag 2062283)
...schnipp...
Stimmt, vor allem wenn sie so massenhaft stattfinden wie in den letzten 50 Jahren. Wir sind inzwischen einfach viel zu viele Menschen auf dem Planeten (ich schreibe bewusst nicht "unserem" Planeten...).

Anderes Thema, aber ja - ich denke, dass die Überbevölkerung die Ursache für die meisten unserer Probleme ist und bleibt.

About Schmidt 06.05.2019 11:24

Zitat:

Zitat von wus (Beitrag 2062283)
Vielleicht hat er dazu gelernt, im Lauf der Zeit erkannt was er da losgetreten hat, und versucht jetzt gegenzusteuern.

Genau das glaube ich nicht, und will auch kurz begründen warum. Ich bin selbst, als Wanderer, der hier und da mal ein Gipfel erklimmt, in den Bergen unterwegs und kenne die Gründe, sich dort aufzuhalten. Es ist gleichzeitig ein erhebendes Gefühl auf einem Gipfel zu stehen und seine "Leistung" zu sehen. Tief unten im Tal losgegangen zu sein und jetzt hier oben, zwei oder dreitausend Meter höher am Himmel zu stehen, aus eigener Kraft. Gleichzeitig fühlt man sich klein, fast wie eine Ameise, wenn man dann herum schaut, und die endlosen Gipfel sieht und erkennt, dass man diese wohl nie im Leben alle von oben sehen wird.
Deshalb habe ich auch drei Auftritte von Reinhold Messner besucht, zwei Bücher von ihm gelesen und ihn als grenzenlosen Egoisten kennen gelernt, der nichts und niemand etwas gönnt. Für mich ist der Mensch Messner absolut unten durch. Da sind Leute wie Kammerlander eine ganz andere Nummer.

Ich kann die Kritiken und Kommentare aller verstehen und versuche mir immer noch ein Bild davon zu machen, wie ich mit der einen oder anderen Vorstellung umzugehen habe. Darüber hinaus bin ich sehr froh darüber, wie diese Diskussion geführt und niemand persönlich beleidigt und angegriffen wird, was in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich ist.

Selbst bin ich ja, wie schon gesagt, einige Risiken eingegangen. Vom Tandemsprung über Motorrad und Mountainbike fahren, was sehr gefährlich sein kann. Dennoch hält sich, wie ich zu Beginn schon sagte, das Mitleid in Grenzen. Sicher tun mir die Hinterbliebenen leid. Mehr Mitleid habe ich allerdings mit einem Familienvater der auf dem Weg zur Arbeit oder auf selbiger tödlich verunglückt. Was natürlich ebenso für eine Familienmutter gilt!

Gruß Wolfgang

wus 06.05.2019 11:25

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2062294)
ich denke, dass die Überbevölkerung die Ursache für die meisten unserer Probleme ist und bleibt.

Das denke ich nicht mal, die gewaltige Masse multipliziert nur das menschliche Fehlverhalten. Es gibt Forscher die sagen, der Planet könne (nur) 3 Milliarden Menschen auf Dauer "ertragen".

Der Meinung bin ich nicht. Wir beuten bis zum heutigen Tag schamlos die Natur aus, und verstehen in der Masse nicht, dass wir Teil des irdischen Ökosystems sind und uns (und unseren Kindern) zunehmend die künftige Lebensgrundlage zerstören. Das war auch schon den 60ern schon so, als es erst 3 Milliarden Menschen gab.

Die Menscheit muss lernen nachhaltig zu agieren, und das Bevölkerungwachstum einzuschränken, sonst wird sie, wie manche es so schön formulieren, eines Tages "vom eigenen Erfolg aufgegessen". Und ich fürchte, dieser Tag liegt gar nicht soooo weit in der Zukunft.

steve.hatton 06.05.2019 14:13

Das Problem liegt in der Weigerung des Menschen sich zu ändern und zu verzichten !

Insbesondere die älteren - meist die politischen Entscheider - denken wohl dass es bis zu ihrem Lebensende noch munter so weiter gehen kann.

3 Mrd könnte schon ein Knackpunkt sein, den die Probleme nehmen mit der Masse und der Ernährung dieser schon deutlich zu - aber wer will sich schon die Kinderzahl vorschreiben lassen, wenn man schon beim Veggie-Day Vorschlag der Grünen reflexartig "Verbotpartei"-Parolen hört.

suchm 07.05.2019 14:09

Sorry, aber Veggie-Day ist kein gutes Beispiel. Die Grünen sind halt gerne dabei sich als Maßstab für Werte zu setzen ... und zwar nur sich und ihre Lebensmodelle oder -werte oder -umstände. Und das war ein Klassiker von einem typischen "Ich (ihr anderen nicht) bin DER Wertemaßstab-Mensch". Geht garnicht. Das Leben ist vielfältiger und vielschichtiger. Deshalb gibt es auch mehr als eine Partei bei uns. Und das ist auch gut so.

hpike 07.05.2019 15:03

Ich hab dann ein Problem mit solchen Abenteuern, wenn dadurch andere in Gefahr gebracht werden. Sprich, andere müssen los und sich dabei in Gefahr bringen, weil sie selber sich bewusst in Schwierigkeiten bringen, zumindest sind sie sich bewusst das sie ein hohes Risiko eingehen. Wenn andere dann los müssen um sie zu retten, dabei selber in Gefahr geraten, spätestens dann, hört mein Verständnis auf. Ich möchte nicht wissen, wieviele auf derartige Risiken verzichten würden, wüssten sie, das im Notfall keine Hilfe käme. Klar gibt es auch im Alltag jede Menge Risiken in die ich mich begebe, sei es im Straßenverkehr, Luftverkehr oder sonstwo, aber dieses Risiko gehört heute zu unserem Leben. Bergsteigen ohne Sauerstoff und sonstwas, auf mehrere tausend Meter hohe Berge, bei Eis, Schnee und tiefstem Frost, muss niemand.

TONI_B 07.05.2019 15:35

Da hast du aber die Geschichte dieser drei Extrembergsteiger nicht richtig verfolgt: Da musste kein Retter eine Gefahr eingehen! Und mindestens einer von den dreien (Hans Jörg Auer) war selber ein aktiver Bergretter. Das, was du meinst, trifft viel mehr auf "Halbschuhtouristen" zu: keine Ahnung, schlechte Ausrüstung und die Gewissheit im Hinterkopf, dass die Bergrettung ohnehin dafür zuständig ist. Bei solchen Extremtouren muss eher selten die Bergrettung ein Risiko eingehen, weil die Bergsteiger bis zum Letzten versuchen, sich selber zu retten bzw. es oft - wie auch hier - zu spät ist. Daher wurden die Leichen auch erst einige Tage später gefunden, weil es für die Retter zu gefährlich gewesen wäre. Da findet schon ein gutes Risikomanagement statt.

steve.hatton 07.05.2019 15:42

Zitat:

Zitat von suchm (Beitrag 2062489)
Sorry, aber Veggie-Day ist kein gutes Beispiel. Die Grünen sind halt gerne dabei sich als Maßstab für Werte zu setzen ... und zwar nur sich und ihre Lebensmodelle oder -werte oder -umstände. Und das war ein Klassiker von einem typischen "Ich (ihr anderen nicht) bin DER Wertemaßstab-Mensch". Geht garnicht. Das Leben ist vielfältiger und vielschichtiger. Deshalb gibt es auch mehr als eine Partei bei uns. Und das ist auch gut so.

Genau das meine ich mit reflexartigen Antworten.
Keiner schreibt was vor - man macht Vorschläge.

Der Vorschlag war weniger Fleisch zu essen - die Umweltbelastung und ganz nebenbei die Massentierhaltnung mit ihren Auswirkungen oder Handlungsweisen kennen wir wohl.

Genau das gleich passiert aktuell mit der Diskussion um eine CO2 Steuer. Die Grünen machen Vorschläge, die "Rechten" oder Etablierten betäuben den Wähler mit Aussagen wie "wir sind gegen eine zusätzliche Steuer", obwohl niemand von ZUSÄTZLICH sprach. Sie wollen reden und setzen auf Zitat "technische Revolution"....das erinnert mich an Aussagen zur Kernengergie, als man damit begann und den Müll klassisch argumentativ in die Ecke stellt indem man sagte, bis es so weit ist haben wir eine Lösung - der Erfolg der "Lösung " stapelt sich grad überall!

Das was beim Otto Normalverbraucher im Hirn verbleibt: Die Grünen wollen die Steuern erhöhen etc.

Zu den Bergsteigern: Die Profis sollten wissen was sie tun und fertig. Erfolg und Misserfolg liegen mal nahe beieinander !
Dumm nur wenn Otto Normalverbraucher jetzt meint auch auf den Everest zu müssen oder in Schottland alle Munros zu erklimmen, ohne die Gefahren zu kennen.

Der Erfolg sind dann ein paar Tote jedes Jahr in Schottland.


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