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andys 30.04.2005 08:58

Das Ganze hängt vom Anspruch ab.
Für zuhause ist kein FM erforderlich. Wenn der Kunde Farbverbindlichkeit verlangt, dann wird man die Anforderung auf das Höhste schrauben. Dann wird ein Profi eine Stillife auch nicht unter Sonnenlicht mit einem Profil für Nebel herstellen, sondern im Studio wo er jedes Detail unter Kontrolle hat, auch das Profil und nur da sind die Lichtsituationen so stabil, dass Verlass ist auf ein Profil.

bleibert 17.05.2005 03:12

Zitat:

Zitat von mrieglhofer
Ob man in jeder Lichtsituation ein anderes Profil braucht, da streiten sich die großen Geister. ...Andererseits kann man ein Profil universell auch verwenden, wenn die anderen Parameter gleich bleiben d.h. man. Weissabgleich und exakte Belichtung.

Die Weißabgleich-Voreinstellungen sind ja nichts anderes als Profile. Wenn Du "universelle" Profile erstellst, machst Du nichts anderes, als ebendiese Voreinstellungen "nachzubauen". Wo soll da der Vorteil sein? Sinn einer Profilierung ist eine perfekte Farbwidergabe. Ich sehe den Sinn von Mauschel-Profilen nicht, die eine Pi-Daumen-Farbverbindlichkeit haben.

mrieglhofer 17.05.2005 12:11

@bleibert
Leider stimmt das so nicht.

Weißabgleich ist die Einstellung, daß die neutralen Stellen auch neutral bleiben. Profile stellen sicher, daß die Farben so aussehen, wie sie sind.
Wenn du im Thread ein wenig zurückgehst, siehst du ein Beispiel, daß 4 verschiedene Kameras bei gleichem Weißabgleich die Bilder unterschiedlich darstellen. Das betrifft einerseits Farbstiche (Oly 2000z ist relativ blau), andererseits aber einzelne Farbabstufungen. Mit einem Profil wird dies jetzt ausgeglichen, sodaß bei identischem Weißabgleich die Farben recht ähnlich dargestellt werden.

Da damit die farbliche Fehlsichtigkeit der Kamera behoben wird, sollte ein generisches Profil reichen. Das Problem ist nur, daß bei unterschiedlichen Lichtfarben auch bei korrektem Weißabgleich die Kameras unterschiedliche Farbfehler haben. Somit braucht es trotzdem mehrere Profile.

Sinn ist bei mir (außer bei Textilaufnahmen für Ebay ;-))) auch nicht unbedingt die Farbverbindlichkeit, sondern daß ich mit Zuweisen des Profiles mir jede Menge Nachbearbeitung spare. Habe jetzt gerade 300 Bilder in Venedig mit einer Lumix Fx7 fotografiert. die Kamera hat ein gutes Objektiv, hat aber leider einen magenta Stich. Das fällt bei normalen Motiven nicht auf, wenn man es weiß, sieht man es sofort. Da habe ich bei 80% mit zwei generischen Profilen (cloudy, sun) die Farben so hinbekommen, wie es mir gefällt und wie sie auch ausgesehen haben. Der Rest wurde dann individuell bearbeitet, da tlw. gravierende Farbabrisse/Rauschen in den Schatten auftraten oder die Farben nicht paßten.

@Andys
Wenn ein Profil sauber erstellt wurde, sollte eigentlich ein Profil für Tageslicht und eines für Kunstlicht reichen. Man. Weißabgleich vorausgesetzt. Letztlich gleich ich damit ja nur die unterschiedliche Sichtweise der Kamera aus. Und die wird wohl in kleineren Bereichen wie z.B. Tageslicht, Blitzlicht,.../ Glühlampenlicht / .. nicht stark abweichen.

Wie oben beschrieben, geht es mir nicht um Farbverbindlichkeit sondern um gleiche Farben unabhängig von der verwendeten Kamera. Und das können Farbprofile leisten. Allerdings führen die kostengünstigen Mittel (IT8 Target) sehr leicht zu Profilfehlern in den Schatten. Das soll mit dem Colorchecker (DC) deutlich besser funktionieren. Aber 100 € für die normale Farbkarte und 300€für die DC ist halt auch heftig.

markus

WinSoft 17.05.2005 13:03

Zitat:

Zitat von mrieglhofer
Allerdings führen die kostengünstigen Mittel (IT8 Target) sehr leicht zu Profilfehlern in den Schatten. Das soll mit dem Colorchecker (DC) deutlich besser funktionieren. Aber 100 € für die normale Farbkarte und 300€für die DC ist halt auch heftig. markus

Mit einer solchen IT8-Farbkarte von Faust und dem entsprechenden Programm zur ICC-Generierung habe ich bei meiner Dimage A2 totalen Schiffbruch erlitten. Genau nach Anleitung erstellt, ergaben sich grauenhaft falsche Farben...

Danach kehrte ich reumütig wieder zu meinen gespeicherten RAW-Einstellungen in Photoshop CS zurück...

bleibert 17.05.2005 19:08

@mrieglhofer

Ein Profil hat unter anderem folgende zentrale Parameter:
- Information zum Weißpunkt
- Definition der Primärfarben
- Angabe des Gamma

Mit diesen Angaben wird eine Farbe definiert. Ein Profil beschreibt einen Farbraum. Ein Farbraum hat auch den Weißpunkt als zentralen Anker. Veränderst Du den Weißpunkt, hast Du einen neuen veränderten Farbraum. Somit veränderst Du den Farbraum sehrwohl, wenn Du am Weißabgleich rumspielst. Die Primärfarben und das Gamma bleiben zwar gleich, aber die kompletten Rechenvorschriften ändern sich. Mit den unterschiedlichen Weißabgleich-Voreinstellungen gibst Du den Daten jeweils ein anderes Kamera-Profil mit.
Wenn Du die Farbdarstellung über ein individuelles Farbprofil optimieren willst, dann änderst Du vor allem auch die Primärfarben und die Transformationen. Dieses Profil gilt aber auch nur für einen Weißpunkt.
Zitat:

Wenn du im Thread ein wenig zurückgehst, siehst du ein Beispiel, daß 4 verschiedene Kameras bei gleichem Weißabgleich die Bilder unterschiedlich darstellen.
Was heißt denn schon gleicher Weißabgleich? Etwa alle 4 auf Sonnenlicht stellen? Hast Du überprüft, daß alle 4 intern die gleichen Parameter benutzen?
Zitat:

Da damit die farbliche Fehlsichtigkeit der Kamera behoben wird, sollte ein generisches Profil reichen.
Natürlich nicht, denn durch die unterschiedliche spektrale Zusammensetzung des Lichtes verändern sich die absoluten Farbwerte der Farben. Du kannst nicht an Hand eines bei Kunstlicht aufgenommenen Profiles prognostizieren, wie die Kamera die Farben bei Sonnenlicht sieht. Deswegen ist doch der Weißpunkt ein zentraler Punkt bei der Profilerstellung.


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