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fotomartin 10.09.2013 23:39

Zitat:

Zitat von meshua (Beitrag 1487698)
Wenn dies so wäre, können die Hersteller ihre 85er Primes einstampfen ;) Bokeh ist schon etwas mehr, als nur Blendenöffnungen in's Verhältnisse gesetzt :cool:

meshua

Du meintest sicher, die 50er Primes einstampfen? Das müssen sie zum Glück ja nicht, wenn du den Gedanken zu Ende denkst (und ich mich klarer ausdrücke) :shock:

Mein Post bezog sich nur auf die Frage, ob bei gleichem Aufnahmeabstand die gleiche Perspektive entsteht. Antwort: JA, defintiv! Man kann & wird mit einem 50mm bei gleichem Aufnahmeabstand die gleiche Perspektive realisieren, wie mit einem 85mm.

Die Antwort auf die Frage des TO, ob 50mm oder 85mm, kann aber trotzdem nicht lauten: "Nimm das 50er und wenn du Probleme mit langen Nasen hast, geh einfach weiter weg und croppe"; denn damit kann man, wie gezeigt, bei weitem kein vergleichbares Bokeh realisieren.
Will man mit 50mm f1.4 ein ähnliches Bokeh realisieren, wie mit 85mm f1.4, so ist das durchaus möglich, man muss dafür näher ran gehen und das Motiv auf dem Sensor ähnlich groß abbilden. Die Perspektive ist dann eben anders.

Zitat:

Zitat von screwdriver (Beitrag 1487696)
Aber das mit dem 1,4 zum Quadrat kommt mir zu viel vor.

Hört sich viel an, stimmt aber, glaube ich. Den mathematischen Beweis mag ich heute aber nicht mehr führen :)
(Nicht 1,4 zum Quadrat, sondern 1,7 - der Quotient aus den beiden Brennweiten)

Zitat:

Zitat von screwdriver (Beitrag 1487696)
Bokeh ist meines Wissens nicht die Unschärfe als solche, sondern der objektivspezifische Eindruck den diese Unschärfe insbesondere bei Lichtern im Unschärfebereich macht.

Sagen wir doch mal, die Definition des Begriffes "Bokeh" ist ziemlich unscharf :D
Ich will keine Diskussion vom Zaun brechen, welches Objektiv, das schönere Bokeh hat, sondern beziehe mich nur auf die Größe der Unschärfekreise. Den Unterschied kann man in meinen Beispielbildern deutlich sehen und da ist es auch ziemlich wurscht, ob es da um Lichter geht oder wie die Blendenöffnung geformt ist. Deswegen wollte ich auch bewusst nur davon sprechen, ein "ähnliches" Bokeh (mit gleichem oder fast gleichem Zerstreuungskreisdurchmesser im Hintergrund) zu erreichen und nicht "das gleiche" Bokeh. Aber ist schon spät, daher ist bei meinen Fingern wohl die falsche Wortwahl angekommen...

Viele Grüße,
Martin

meshua 10.09.2013 23:52

Zitat:

Zitat von hennesbender (Beitrag 1487700)
Und zwar?

Bokeh

Anzahl und Form der Blendenlamellen, Abberationen/Anzahl/Anordnung der Linsen - beeinflussen die Art der Darstellung ("Rendering") des "out-of-focus" Unschärfebereichs. Hat man Unschärfekreise oder -polygone, Doppelkonturen, Wirbel (Nikon) ...

"Will man mit 50mm f1.4 ein ähnliches Bokeh realisieren, wie mit 85mm f1.4, so ist das durchaus möglich"

Aufgrund der unterschiedlichen Objektivkonstruktionen und deren o.g. Einfluß bleibt auch nur ein vages "ähnlich" übrig. Praktisch hast du je nach Hintergrund deutlich erkennbare Unterschiede - egal wie du die Blendenöffnungen mathematisch in ein Verhältnis zueinander setzt.

meshua

hennesbender 11.09.2013 00:11

Ich glaube, du hast dich da verlesen. Martin schrieb doch das hier:

"Bei 50mm f1.4 erhält man also etwa das gleiche Bokeh wie bei 85mm f4.0 (1,4 * 2,89 = 4.0). Das Bokeh des 85mm f1.4 hingegen ist mit einem 50er nicht zu erreichen, nichtmal mit 50mm f0.7"

Jahresprogramm 11.09.2013 09:10

Hallo Martin,


Zitat:

Zitat von fotomartin (Beitrag 1487638)
Edit:
Hab mal beispielhaft ein Bild mit 85mm und 50mm von der gleichen Szene gemacht. Kamera auf Stativ, Abstände zwischen Kamera, Motiv und Hintergrund wurden nicht verändert (Der Fokus ist geringfügig anders. Beim 85mm sind die Zähne scharf, beim 50mm Bild der Bauch).

danke für die ausführliche Erklärung - habe mal wieder was dazugelernt....

Es ist aber so, dass auch wenn man Cropt die Linien von größeren Objekten, z.B. Gebäuden nie 100% parallel verlaufen werden. Der Brennpunkt ist bei einem 50mm Objektiv näher an der Optik als bei einem 85mm Objektiv...
Mag aber sein, dass es bei Portraits bzw. bei diesen geringen Unterschieden der Brennweite keine Rolle spielt.

Falls ich mich irre - bitte um Korrektur.

Grüße
Alex

usch 11.09.2013 13:14

Zitat:

Zitat von fotomartin (Beitrag 1487702)
Hört sich viel an, stimmt aber, glaube ich. Den mathematischen Beweis mag ich heute aber nicht mehr führen :)
(Nicht 1,4 zum Quadrat, sondern 1,7 - der Quotient aus den beiden Brennweiten)

Das Quadrat ist zu viel. Die Blendenzahlen verhalten sich genau linear proportional zu den Brennweiten, denn der Unschärfeeindruck hängt vom Durchmesser des Streukreises ab, nicht von dessen Fläche.

turboengine 11.09.2013 14:08

Wenn wir um eine Stufe abblenden, halbieren wir nur die Fläche der Eintrittspupille (halbe Lichtmenge pro Zeiteinheit). Der Durchmesser der Unschärfescheibchen hängt aber vom Winkel der einfallenden Strahlenbündel ab, und dieser wiederum per Tangens vom Durchmesser der Eintrittspupille.

Bei zwei Blenden ist ihr Durchmesser halbiert.

Die Schärfentiefe wächst damit proportional zur Blendenzahl. Abblenden von 2 auf 4 verdoppelt die Schärfentiefe.

Ausserdem:

Bei gleicher Aufnahmeentfernung ist die Schärfentiefe umgekehrt proportional zum Quadrat der Brennweite

Die Schärfentiefe wächst mit dem Quadrat der Aufnahmeentfernung.


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