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Ich persönlich glaube das die Verkürzung der Gesamtschulzeit um 15% von einigen Schülern nicht mehr verkraftet wird. Die Anforderungen sind sehr hoch.
So blöd das klingt, es wird mehr Verlierer geben, mehr Schüler die es einfach nicht mehr packen und vielleicht hierdurch einen ersten Knacks bekommen. Nun das ganze steht mir noch bevor: meine Tochter ist nächstes Jahr soweit... Ich hoffe ich kann Ihr die notwendige Unterstützung geben. |
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Mich wundert immer, wie sehr man den eigenen Blickwinkel verengen muss, um das Problem auf G8 vs. G9 zu reduzieren.
Es gab in Sachsen nie ein G9, dennoch finden dort Zentral-Abis auf dem Niveau von Baden-Würtemberg (die Prüfungen lehnen sich daran an) statt. Und das komische: Niemand findet was dabei. Das Problem kann also nicht prinzipiell an G8 liegen, sondern daran, dass es schlecht umgesetzt und einfach nicht gewollt ist. Backbone |
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G8 an sich ist eine sehr sinnvolle Sache, aber man muss es halt vernünftig angehen. Das ist aber mit der Umsetzung in Baden-Württemberg (wo ich es als Lehrer und Vater täglich erlebe) nicht getan worden. Die neuen Bildungsstandards sind nicht besonders durchdacht und ich habe den Eindruck, dass unter dem Deckmäntelchen der gestärkten Schulautonomie den Schulen der schwarze Peter zugeschoben wurde, die Fehler in diesen Standards auszubügeln. Was fehlt, ist ein sinnvolles Konzept. Alle wollen die Ganztagesschule. Aber keiner denkt darüber nach, wie diese Nachmittage sinnvoll gefüllt werden sollen und so kommt es so, wie es nun ist. Die Nachmittage sind mit Unterricht gefüllt, danach stehen noch Hausaufgaben an und dann bleibt nicht mehr viel Freizeit. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Ich habe selber erlebt, dass gerade auch viele gute Schüler aus weiteren Angeboten wie Chor, Begabtenförderung etc. aussteigen, weil keine Zeit mehr da ist. Denn solche Leute wollen sich auch persönlich entfalten und auch ein Leben außerhalb der Schule führen. Aber dazu lässt G8 in der aktuellen Form eben kaum Spielraum. Toll wäre es, wenn die Schulen den Ganztagesbetrieb nutzen könnten, den Schülern eben diesen Spielraum zur persönlichen Entfaltung zu geben und Angebote über die reine Wissensvermittelung hinaus machen könnten. Damit könnten auch Schüler, die ihre Freizeit sonst sinnlos vertrödeln, vielleicht zu ihrem Glück gezwungen werden. Aber das Problem ist: das kostet Geld... Gruß Jan |
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Ist doch fast überall auf der Welt so. Jeder redet davon das Bildung das wichtigste sei, wenn man sich dann deren Bildungsetat anschaut weiß man, die lügen alle.
Erst kürzlich las ich eine für mich wirklich erschreckende Nachricht. Angeblich ist jeder 5te 15 jährige in Deutschland Analphabet.:shock: |
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(sorry, aber das fand ich jetzt - speziell in diesem Thread hier - recht amüsant) |
In der Klasse (8; Gymnasium) meines Sohnes lesen gemäß einer Umfrage ausser ihm nur noch drei Mitschüler, alles Mädchen, freiwillig ausserhalb der Schule Bücher.
Das ist IMHO ein echtes Problem und ein Resultat von Facebook und Co. Unsre Kids lesen zwar jetzt nicht gerade den Faust, aber doch so 1000-2000 Seiten im Monat und darunter AUCH freiwillig Dinge wie GEOlino, Reptilia, Tierfreund - im Falle des Filius sogar Chemiebücher. Das erweitert ganz automatisch den Wortschatz, und wenn es nur Harry Potter und Co ist, das gelesen wird. Hier schaffen es aber offenbar derzeit weder Eltern noch Schulen, noch Autoren, das Interesse breiter Schülergruppen zu wecken. Das finde ich schon bedenklich. Spätestens im Studium müssen die Kids dann intensiv lesen -und das ist dann anspruchsvollerer Stoff. Wenn man kein ausdauerndes Lesen gewöhnt ist, kann ich mir gut vorstellen, dass hier vermehrt Probleme auftauchen werden. Zu G8 stehe ich übrigens genauso wie ha_ru- Viele Grüße Ingo |
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Jetzt aber wieder Schluß mit ot, das Thema ist zu wichtig und hat definitiv auch viele Auswirkungen hier aufs Forum (so manchen Post kann man nur mit viel, viel gutem Willen entziffern) |
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