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peter2tria 16.04.2020 09:27

Zitat:

Zitat von Harry Hirsch (Beitrag 2132477)
Weiß jemand Details zu den 800qm?

Weiß man, woher die Größe stammt?
Kann ein Laden 800qm seiner 1.600 zur Verfügung stellen, den Rest sperren und damit öffnen?

Wer misst das eigentlich? :crazy:

800qm ist in GER die Grenze zwischen Einzel- und Grosshandel.
Damit versucht die Regierung juristisches Geplänkel zu vermeiden, da alle sonstigen Grenze diskutiert werden könnten.

amateur 16.04.2020 09:29

Zitat:

Zitat von Orbiter1 (Beitrag 2132488)
Man sieht die Herausforderung nicht in den Geschäften sondern außerhalb der Geschäfte. Die Menschen sollten nicht scharenweise in den Fußgängerzonen und Einkaufszentren auftauchen.

Was aber wiederum das große Geschäft in den Outskirts einer Stadt oder irgendwo auf dem Land nicht betreffen würde. Und wenn in einer Altstadt all die kleine Geschäfte aufmachen, drängelt es sich dort auch. Insofern wirkt die Regelung auf mich genauso wahllos, wie Regelungen zum Anlauf der Schulen. Schulen sollen ein Hygienekonzept erarbeiten. Ich habe meinen Kindern Anfang März eine Großpackung selbst gekaufter Seifenspender mit ins örtliche Gymnasium gegeben, weil es dort zwar Aushänge gab, wie man sich mit Seife 30 Sekunden die Hände waschen möge, aber leider eben keine Seife. Einige Lehrer fanden dass dann noch eine aufdringliche, besserwisserische Einmischung, die sie unaufgefordert kundtun mussten. Da kann ich mir schon gut vorstellen, wie die gleiche Schule jetzt selbst ohne externe Hilfe umfassende Konzepte erarbeitet.

@Harry Hirsch: Ob man Läden verkleinern darf, wird doch am ehesten das Ordnungsamt Deiner Stadt sagen können. Ich glaube nicht, dass Du im Moment irgendwo präzise formulierte Regelungen finden wirst.

Stephan

hpike 16.04.2020 09:51

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2132494)
Und wenn in einer Altstadt all die kleine Geschäfte aufmachen, drängelt es sich dort auch. Insofern wirkt die Regelung auf mich genauso wahllos, wie Regelungen zum Anlauf der Schulen.

Wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden und zumindest bei mir hier werden sie dass, dann entsteht da eben genau kein Gedränge. Aber war klar, dass die neuen Regeln gleich wieder kritisiert werden, man muss erst mal andere, praktikable Lösungen haben. Die nächste naheliegende Lösung nach dieser Lösung, lautet für mich zumindest, die Läden, auch die kleinen unter 800qm, bleiben weiterhin geschlossen. Das wäre die Konsequenz. Mir wäre sie eigentlich lieber, aber irgendwie müssen wir einen Versuch starten, wieder in den Alltag zurückzukehren.

amateur 16.04.2020 09:54

Zitat:

Zitat von hpike (Beitrag 2132500)
Wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden und zumindest bei mir hier werden sie dass, dann entsteht da eben genau kein Gedränge.

Ich meinte eher, wenn in engen Gassen Warteschlangen vor kleinen Geschäften entstehen und dann noch in beide Richtungen Passanten vorbeigehen, dann können Abstände faktisch gar nicht eingehalten werden.

Stephan

Harry Hirsch 16.04.2020 09:57

Bei einem Supermarkt hier in Stuttgart Mitte, haben die aus dem Grund ein Einbahnstraßensystem eingeführt. Kein Witz. Und ich finde das gar nicht so schlecht...

Will damit sagen: Es geht viel, wenn man will (und sich alle daran halten)

eac 16.04.2020 10:01

Zitat:

Zitat von amateur (Beitrag 2132494)
@Harry Hirsch: Ob man Läden verkleinern darf, wird doch am ehesten das Ordnungsamt Deiner Stadt sagen können. Ich glaube nicht, dass Du im Moment irgendwo präzise formulierte Regelungen finden wirst.

Es deutet sich schon an, dass die magischen 800qm wohl nicht überall gelten werden. Herr Tschentscher meint, dass jedes Bundesland prüfen könne, ob nicht größere Geschäfte einen Teil ihrer Verkaufsfläche freigeben dürften (siehe tagesschau.de) und Bayern wird wohl den entgegengesetzten Weg gehen und weniger Quadratmeter erlauben. Sowas hatte Herr Söder gestern in der gemeinsamen Pressekonferenz angedeutet und wird das sicher in den nächsten Stunden auf seiner eigenen PK präzisieren.

Fahrradhändler, Autohändler und Buchgeschäfte sollen übrigens unabhängig von der Verkaufsfläche wieder aufmachen dürfen. Und was in den Medien nirgends thematisiert wurde: Hochschulbibliotheken sollen unter Auflagen wieder öffnen dürfen. (Kann man alles sehen, wenn man denn mal auf bundesregierung.de nachschaut, wo die gestrigen Beschlüsse veröffentlicht sind).

hpike 16.04.2020 10:02

Da geb ich euch beiden recht. Aber auch dass stimmt, es geht deutlich mehr, wenn man es wirklich will. Abstand halten ist ja nun wirklich keine Wissenschaft, konzentriert bleiben und dann klappt das auch.

Harry Hirsch 16.04.2020 10:02

Peter & Stefan: Danke! Das waren die Infos, nach denen ich gefragt hatte! :top:

kiwi05 16.04.2020 10:12

Ich war heute in der Früh einkaufen.
Seit gestern gibt es die "dringende Empfehlung" zum Tragen von einfachen Gesichtsmasken.
Im Supermarkt: Weniger Masken als vor einer Woche, weniger Abstand...
Die Deutschen, jedenfalls viele, sind ohne Gesetze offensichtlich nicht fähig eigenverantwortlich zu handeln. :flop:

guenter_w 16.04.2020 10:21

Meinem Verständnis entziehen sich komplett die Reaktionen: Von Anfang an sind sämtliche Daten nicht valide - und das soll die Grundlage für Entscheidungen sein?

Nicht die Anzahl der Tests ist wichtig, sondern die Anzahl der getesteten Personen. Die Gesamtzahl der Infizierten ist unwichtig, wichtig ist die Zahl der aktuell infizierten und deren Verbleib (Quarantäne zuhause, Klinik, Intensivstation). Wie wird wann gemeldet, wenn man sich die Statistik des RKI anschaut, dann strotzt die nur von Unwägbarkeiten. Wie wird getestet - bei Kontakt, Verdacht, aufgetretenen Symptomen? Wie hoch ist die Durchdringung mit Tests in einzelnen Regionen? Ich habe mir mal auf der vom RKI verlinkten Statistikseite die einzelnen Kreise angeschaut und den Verlauf der Meldungen - das ist bloßes Stochern im Nebel.

Es wurde lange Wochen nach Beginn der Pandemie noch immer nicht geschafft, das Meldewesen zu vereinheitlichen und gemeinsame, für alle Beteiligten gültige Kriterien festzulegen!

Die mögliche Bandbreite besteht von der völligen Verharmlosung bis zur Überdramatisierung und der Gefahr des politischen populistischen Missbrauchs der Situation.

Wir haben eine sehr ernste Situation und jeder Intensivpatient oder gar Tote ist zuviel! Aber die Basis für adäquate Maßnahmen muss endlich her, da hilft der Streit um Quadratmeter bei den Geschäften oder die "Communitymaske" und deren Nutzen oder Schaden keinen Millimeter weiter.


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